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Von Kambodscha über die Landesgrenze nach Vietnam

Von Phnom Penh sind wir morgens um 8 mit dem Post Bus als einzige!!! Gäste an Board nach Kep gereist. Dies dauerte etwa 3 Stunden. Dort wurden wir auch direkt von einem Tuktukfahrer abgefangen, der uns, wie er sagte, ein spitzen Angebot machte um uns an die vietnamesische Grenze zu fahren. Der Preis war jedoch noch wirklich sehr hoch, sodass wir den ältesten aller Verhandlungstricks anwendeten: Zeit schinden und zeigen, dass wir es weder eilig haben noch irgendwas sein MUSS. Also haben wir uns erst mal ganz in Ruhe mit Sonnencreme eingecremt und betont, dass wir überlegen an die Grenze zu fahren, aber noch nicht sicher sind. Der Fahrer wurde bei unserer Gelassenheit dann doch etwas nervöser und ging stetig etwas mit dem Preis runter. Wir hatten uns davor informiert, wie viel diese Strecke ungefähr kosten sollte bzw. was fair ist. Als er bei dieser Summe ankam willigten wir ein und fuhren mit ihm los. Die Fahrt dauerte ungefähr eine halbe Stunde und war die wohl schrägste Fahrt überhaupt. Wir fuhren mitten durchs Niemandsland und super winzige Dörfer. Und unsere Gedanken wechselten zwischen „reisen wir hier grad illegal irgendwie ein“ bzw. „wo bringt er uns hin“ und vor allem „warum zum Geier schaut der Fahrer sich ständig um, hat er hier irgendwo Komplizen die gleich aus dem Busch springen und uns ausrauben????“ Diese ganzen Faktoren haben uns ein mulmiges Gefühl gegeben, vor allem weil wir ja mit vollem Gepäck unterwegs waren… Aber, das Ganze hat sich völlig anders aufgelöst: der Fahrer hat uns wie verabredet zur Grenze gebracht. Als wir ihm unsere übriggebliebenen Riel gegeben haben (es waren nicht mehr als umgerechnet 50 Eurocent) hat er uns angestrahlt als hätte er grad im Lotto gewonnen. Er hat sich tausendmal bedankt und uns alles Gute gewünscht und mehrmals gewunken. Wenn wir Menschen uns doch immer so leicht gegenseitig glücklich machen könnten…

An der Grenze zu Vietnam

Bevor wir in Vietnam einreisen konnten, mussten wir erst einmal einen Ausreisestempel von Kambodscha holen. Danach sind wir dann über die Grenze gelaufen und haben auf Vietnamesischer Seite erst einen Grenzposten passiert und sollten dann in eine Art Büro. Besser gesagt, es war ein Steingebäude, ziemlich runtergekommen, vor dem ein toter Hahn lag (wahrscheinlich hatte den einer kurz da abgelegt um ihn mit über die Grenze zu nehmen), Türen alle offen und drin mehrere Straßenhunde die da einfach gechillt haben. Wir mussten dann so eine Art Gesundheitsbogen ausfüllen und einen Dollar zahlen. Warum? Am besten solche Fragen nicht stellen. Danach durften wir zwei Meter weiter und unser Visum, was wir ausgedruckt hatten, abgeben. Dann haben wir einen Stempel bekommen und durften durchgehen. Da wurden wir direkt wieder von einer Meute Taxifahrer abgefangen. Darüber hatten wir gelesen und auch über die horrenden Preise, sodass wir auch hier wieder auf unsere Verhandlungstaktik zurückgriffen: erst mal einen Kaffee trinken. Außerdem wollten wir mit einem offiziellen Taxi fahren. Da an der Grenze jedoch keines war entschieden wir uns dafür uns eines von dem Cafébesitzer aus der Stadt rufen zu lassen. Naja, was soll ich sagen, wir haben zwar ein Taxi bekommen, der Preis war nicht fair und offiziell war es auch nicht wirklich, wahrscheinlich eher der Schwager… Naja egal, wir kamen dann in Ha Tien an und haben dort unser Zimmer bezogen. Danach sind wir in die Oasis Bar gegangen, das Café eines ausgewanderten Engländers, da wir gelesen hatten, dass er sich auskennt in der Gegend. Wir wollten nämlich am nächsten Tag mit der Fähre auf die Insel Phu Phoc, hatten aber auch viel darüber gelesen, dass es da so einige Scams und so weiter gibt. Wir hatten eh total Lust mal wieder europäische Küche zu genießen und dann noch ein paar Infos zu bekommen hörte sich doppelt verlockend an. Der Cafébesitzer war super hilfreich und hat uns kurzerhand zusammen mit seiner Frau die Tickets für die Fähre besorgt und uns alle wichtigen Infos an die Hand gegeben. Auch haben wir bei Ihm Geld tauschen können, da die Banken zu hatten,. Der Kurs war auch net so schlecht. Anschließend verbrachten wir den Abend im Zimmer da das alles doch durch die hohen Temperaturen sehr anstrengend war. Wie es dann weiterging, das nächste Mal!

Von Phnom Peng über Kep, Kambodscha nach Ha Tien, Vietnam

Dieser kurze Abschnitt ist an alle deutsch sprechenden Traveller gerichtet, die Vorhaben von Kambodscha über Land an der Grenze Ha Tien nach Vietnam zu reisen.

Da es gerade an den Grenzen viele komische Gestalten gibt, die einen einfach nur abzocken wollen, hier ein kleiner Guide. Da ich selber bei meinen Recherchen kaum zufriedenstellende Antworten gefunden haben, möchte ich auf diese Weise mein Wissen und Erfahrungen teilen. Stand 25.04.2018.

Wenn ihr von Kambodscha aus auf die Insel Phu Phoc in Vietnam reisen möchtet gibt es die Möglichkeit alles Organisiert zu machen, oder eben selbst zu organisieren. Leider haben meine Recherchen ergeben, das das fertig organisierte meistens teurer ist, man nochmal abgezockt wird, die verwendeten Fahrzeuge für den Grenzübertritt fast auseinander fallen oder man dann noch den Preis für die schnelle Fähre bezahlt, aber Tickets für die langsame bekommt.

Des weiteren gibt es leider keine Tuktuks in Vietnam sondern nur Motorräder, die eben auch als Taxi benutzt werden. Somit ist es schwierig für Menschen, die Angst vom Motorrad haben, von der Grenze weg in die etwa 7 km entfernte Stadt Ha Tien zu kommen.

In vielen Foren habe ich auch gelesen, dass man vor allem früh über die Grenze soll, weil die letzte schnelle Fähre um 14 Uhr fährt und man diese sonst verpasst. Ja, mag sein, aber was spricht dagegen eine Nacht in Ha Tien zu bleiben? Genau, in der Regel hat man etwas Zeit wenn man ein niedriges Budget hat, und wenn man eben nicht betrogen werden möchte und noch mehr Geld verliert, informiert man sich eben vorher und macht alles in Ruhe. Okay, fangen wir an.

Als deutscher Staatsbürger brauche ich kein Visum, um in Vietnam einzureisen, habe aber auch nur 14 Tage Zeit mich in dem Land aufzuhalten. Möchte ich länger als 14 Tage bleiben, aber weniger als 30 Tage, brauche ich ein Visum. Die günstigste Variante für europäische Staatsbürger ist ein E-Visa, welches die Regierung testweise einführte. Dies kann auf der offiziellen Seite https://evisa.xuatnhapcanh.gov.vn/trang-chu-ttdt

beantragt werden. Sieht ein wenig komisch aus, ist aber zum jetzigen Stand wirklich die offizielle Seite, erkennbar an der .gov.vn-Endung der Domain.

Kosten: 25 USD

Bearbeitungsdauer: ca. 3 Tage

Wichtig: Das Visum muss 2 mal ausgedruckt sein, einmal für die Einreise, einmal für die Ausreise.

Wir haben es einfach nett im Hotel gefragt und die haben uns das ohne weiteres ausgedruckt.

Informiert euch auch auf alle Fälle über die üblichen Scams in Vietnam. Gerade an den Grenzen ist es sehr häufig. Auch Ha Tien hat eine Scamscene, googlet mal nach Scams Ha Tien. Bevor ihr euch also euer Geld abzocken lässt, investiert etwas Zeit und informiert euch.

Bevor ihr den Grenzübertritt macht ist eine Kambodschanische Simkarte mit Internet absolut nützlich. Ich hatte metfone was super easy ging und ne gute Netzabdeckung hatte und kostete 4 USD. Des weiteren ladet euch die App VINASUN TAXI runter. Und ggf. Taxi Mai Linh. Wenns der Playstore verweigert (in eurem Land nicht verfügbar) versuchts als APK-Datei in einem renomierten APK-Verzeichnis wie apkpure.com runterzuladen und zu installieren.

How to:

  1. Finanzen

    Der Kambodschanische Riel ist außerhalb Kambodschas wertlos, keine offizielle Wechselmöglichkeit wechselt diesen. Daher ist der USD die Währung schlechthin. Wichtig dabei: Achtet darauf das die Dollarnoten tadellos aussehen. In Vietnam zumindest werden eingerissene, beschädigte, dreckige etc. Noten bei einer Bank nicht akzeptiert. Wenn ihr diese überhaupt umgetauscht bekommt, wenn überhaupt nur inoffiziell irgendwo, dann zu nem gaaanz schlechten Kurs.

  1. Reise zur Grenze

    Wir reisten morgens um 8 von Phnom Penh mit dem Postbus nach Kep, was etwa 3 Stunden dauerte. Die Fahrt war für Kambodschanische Verhältnisse echt ok, sogar mit Wifi. In Kep nahmen wir uns ein Tuktuk und handelten auf 12 Dollar. Ob ihr auch mit nem Tuktuk von Kampot aus fährt bleibt euch überlassen. Der Weg zur Grenze führte direkt an der Küste entlang durch die Wildnis. Es war schon komisch irgendwie, aber wir kamen gut bei der Grenze an. Wir gaben dem Fahrer den vereinbarten Preis + einen Dollar Tip + unsere restlichen Riels (war unter nem Dollar) worüber sich der Fahrer dennoch sehr gefreut hat.

  1. Grenzübergang

    Wir gingen durch die Kambodschanische Immigration und erhielten einen Ausreisestempel. Anschließend gingen wir wieder raus und auf eine Brücke zu. Dort waren nochmal Grenzbeamte die den Ausweis kontrollierten. Anschließend lauft ihr über die Brücke auf das Tor, das die Grenze markiert zu. Am Grenzposten angekommen zeigt ihr euer Visum und zahlt 1 USD für ein Healtcheck, der nie wirklich stattfindet, ihr kreuz halt an und unterschreibt. Diese Gebühr ist höchst offensichtlich ein Schmiergeld, muss offiziell aber nicht gezahlt werden. Berichten zufolge mussten aber Passierende, die sich weigerten den Dollar zu zahlen, eben Stundenlang auf den kostenlosen Healthcheck warten bis sie endlich passieren durften. Angesichts des Stresses und dem ggf. verpassen der Fähre ist der Dollar sicher das kleinere übel.

  2. Willkommen in Vietnam

    Nun bist du in Vietnam. Es werden einige Motofahrer auf dich zukommen und dir anbieten dich nach Ha Tien zu bringen.

    Hier solltest du Ruhe bewahren und handeln, wenn du überhaupt eins nehmen möchtest. Wenn dir fetter Backpack und kleiner Backpack samt dir auf nem Motorrad hinten drauf nicht gefällt, und du lieber ein Auto als Fahrmöglichkeit haben möchtest, hier der ultimative Tipp:

    Setz dich in das Cafe links neben der Straße und trink deinen ersten Vietnamesischen Cafe. Während dessen kannst du über dein mobiles Internet deiner Kambodschanischen Simkarte, welches dort noch funktioniert, einfach per VINASUN-App ein Taxi bestellen. Bestehe darauf, das sie den Taximeter anmachen. Für die 7km lange Strecke zahlst du ca. 105000 vietnamesische Dong (4,50 USD). Sicher kannst du in Dollar zahlen, sollte das nicht der Fall sein, lass dich an nen Automaten fahren. Bedenke, das du Automatengebühren zahlen wirst.

  3. Such dir ein nettes Hotel

    Bring dein Gepäck in Sicherheit und such dir ein Hotel. Behalte unbedingt deinen Reisepass beim einchecken (auch ne Art von Scam), sollten sie kein Foto machen wollen sondern deinen Pass behalten wollen, such dir ein anderes Hotel. Grundsätzlich ist das bezahlen in Landeswährung Dong günstiger.

  4. Bank suchen zum Geldtausch

    Such dir ne Bank wo du deine USD in Dong umtauschen kannst. Check vorher den offiziellen Kurs. In unserem Fall haben wir einen besseren Kurs als den offiziellen gehabt.

    Geld am Automaten kannst du auch holen, kostet wie gesagt eben eine Automatengebühr. Einen mit der DKB-Kreditkarte kostenlosen Geldautomaten gab es auf der Insel Phu Phoc in der Hauptstadt Duong Dong. Automat der MB-Bank, Maximal 3 Millionen Dong, Mehrere Abhebungen möglich.

  5. Oasis Bar

    Letzter Tip oder Rettungsanker, die Oasis Bar. Geführt von einem ausgewanderten Engländer, bietet er leckeres Essen und Getränke zu fairen Preisen, vorallem aber Hilfe beim zurechtfinden. Er besorgt euch die richtigen Tickets für die Fähre, also dem Superdong, gibt Tips und tauscht auch mal Dollar in Dong zu nem nicht ganz zu schlechtem Kurs, wenn du es noch nicht zur Bank geschafft hast

Du hast noch Fragen? Schreib einfach einen Kommentar!

Kambodscha

Wir flogen am 29. März 2018 von Bangkok nach Siem Reap, Kambodscha. Auch wenn es eine tolle Zeit mit den zweien war, sie war natürlich auch sehr anstrengend. Viele neue Eindrücke und viele Orte, wir wollten die wenige Zeit mit Mama und Jens natürlich so gut wie möglich nutzen. Aus dem Grund brauchten wir auch erstmal etwas Pause. Ich hatte mit dem Hotel eine Abholung vom Flughafen vereinbart, allerdings hatte ich vergessen Julia genauer darüber zu informieren. Aber von vorne…

Visum beantragen auf Kambodschanisch

Wir landeten also in Siem Reap und wir mussten erstmal bei der Immigration ein Visum beantragen. Sozusagen ein Visa on Arrival. Tatsächlich kamen da das erste mal unsere Passbilder zur Verwendung, die wir noch aus Deutschland mitgebracht hatten. Das Visum zu bekommen war eigentlich eine einfache Angelegenheit. Du gehst mit deinem Pass an den Schalter dort, gibst den Pass ab, 30 US$ in Bar und ein Passbild von dir (alternativ konnte man auch für 4 $ Aufpreis dort eins machen lassen) bei einem Visum von 30 Tagen. Wenn du mehr möchtest, musste halt mehr zahlen, logisch gelle? Jedenfalls sollten wir dann um diesen Schalter herumgehen auf die andere Seite (wir mussten halt 30 Meter laufen) und auf der anderen Seite war ein Beamter, der die Ausweise zurückgegeben hat. Das war zumindest der objektive Teil. Die Art wie er das aber gemacht hat, war echt zum schießen. Man stelle sich eine große Menschentraube vor diesem Schalter vor und er hatte einen Stapel mit Ausweisen vor sich liegen. Dann nahm er einen Ausweis, las den Namen laut vor, lacht sich dabei den Arsch ab und schaut dann wer den Ausweis abholt. Er hielt auch immer noch das Bild in die Menge, sodass man sich ggf. selbst erkennen konnte für den Fall das seine Aussprache nicht ganz zutreffend war… was grundsätzlich passierte. Jedenfalls war die ganze Situation echt zum schießen und wir genossen es wieder eine andere Kultur kennenzulernen. Nachdem wir dann das Visum erhalten haben, welches mit Abstand das schönste bisher ist, holten wir unser Gepäck. Anschließend wollte Julia dann direkt raus. Ich sagte ihr, das wir uns mit Sonnenschutz eincremen sollten, da wir mit nem Tuktuk abgeholt werden. Sie schaute mich wie ein Auto an. „Wie Tuktuk?“ „Oh, hatte ich das nicht erwähnt?“

Als wir dann aus dem Gepäckbereich in die Empfangshalle traten stand da auch wirklich ein kleiner Kambodschaner mit einem Schild auf dem mein Name stand. Er führte uns raus aus dem Flughafengebäude zum Parkplatz und sagte uns, wir sollen da warten, er hole sein Tuktuk. Gesagt, getan, und dann kam es! Das Kambodschanische Tuktuk: Ein Motorrad oder Roller auf dessen hinteren Teil der Sitzbank eine fette Kupplung montiert ist an der ein einachsiger Anhänger montiert war. Dieser Anhänger war im Grunde wie eine Kutsche auf zwei Rädern. Hätte man dort einen Esel davor gespannt, hätte das total normal ausgesehen. Wie dem auch sei, in dem Anhänger haben zwei bequem Platz gehabt, 2 weitere hätten aber dennoch noch Platz gefunden, wenn auch ein wenig kuschelig dann. Aber so ganz nebenbei, wir haben Tuktuks gesehen, die sind da mit 7 Leuten drauf gefahren. Total krass. Egal, jedenfalls sind wir dann relativ gemütlich zum Hotel gefahren. Und wisst ihr was uns aufgefallen ist? Wir fuhren das erste mal seit über einem Jahr im Rechtsverkehr.

Verkehr in Kambodscha

Ach ja Verkehr, was sollen wir sagen? Bali war krass, Malaysia auch, Thailand auch, aber Kambodscha übertraf alles!!!

Linksabbiegen auf Kambodschanisch: Man fahre in den Gegenverkehr auf die Linke Spur und Seite, biegt links auf die Linke Seite im Gegenverkehr ab und fährt so lange links vom Gegenverkehr bis keiner mehr kommt und fährt dann rüber auf die Rechte Seite.

Klingt kompliziert? Ach was! Wir wurden schon gewarnt bloß nicht Nachts Bus zu fahren. Naja wir hatten jedenfalls vor dem Hostel ne relativ viel befahrene Kreuzung. Ich glaube nach dem dritten Tag hatte ich Nachts noch Hunger und bin los um noch was zu essen zu holen. Es war halb eins oder so. Jedenfalls kam ich gerade ins Zimmer als Julia telefonierte und draußen plötzlich Quietschende Bremsen zu hören waren und einen fetten Rums. Julia guggte mich verdutzt an. Ich stellte das Essen hin und lief wieder runter auf die Straße. Das Hostel, was unten noch eben mit einigen Indern voll besetzt war, war leer. Auch niemand an der Rezeption mehr. Ich lief raus und sah den Reisebus. Und davor eine riesige Menschenmenge. Ich hatte absolut keinen Überblick. Dann sah ich einen relativ großen Pickup, der an der Seite völlig kaputt war. Auch stand er irgendwie komisch da. Na einer Minute habe ich aber auch endlich Überblick gehabt. Das wichtigste zuerst. Nur der Fahrer des Pickups trug leichte Kopfverletzungen davon und wurde mit einem Krankenwagen, der keine 3 Minuten später da war, ins Krankenhaus gefahren. Ansonsten waren da gefühlt 100 Leute die Fotos und Videos machten. Der Bus ist wohl in den Pickup geballert. Man muss dazu sagen das alles was ein wenig größer war wie ein Lkw oder Bus, der hat einfach nur fett laut gehupt und ist dann auf die Kreuzung gefahren. Ohne zu bremsen. Scheinbar hat der Pickupfahrer gedacht, ach was, so ein Bus, das Duell gewinnt er. Tja, wohl nicht.

Unser Aufenthalt

Ja wie schon gesagt brauchten wir ein wenig Pause von dem ganzen Reisen. Daher haben wir uns sage und schreibe insgesamt 3 Wochen in dem Hotel eingebucht. Wir hatten noch einiges zu tun. Den Blog wollten wir weiter schreiben, das Visum für Kanada musste beantragt werden und die Tempel von Angkor wollten wir uns ja auch anschauen. Aber nun mal eins nach dem anderen.

Tatsächlich geschahen manche Dinge parallel oder gleichzeitig, ich versuche sie aber mal einfach als einen Abschnitt zu beschreiben.

Wir treffen Nadine

Nadine ist eine Freundin meinerseits, die ich schon aus Kindertagen kenne. Sie wohnte im Haus gegenüber, wir waren Nachbarn. Nadine war ein Jahr in Australien und flog von dort direkt nach Siem Reap und lebte dort schon seit einigen Monaten. Wir freuten uns total sie wieder zu sehen und vor allem die Geschichten zu teilen. Und das bei einem Original Khmer BBQ.

Kambodschanisches Streetfood

Da wir uns ja schon an das Streetfood in Asien gewöhnt haben, hatten wir auch in Kambodscha keine Probleme damit uns hauptsächlich davon zu ernähren. Da Julia immer meckert, weil ich nur übers Essen schreibe, lass ich es mal. Hmm, ne sorry kann ich nicht 😛

Kambodschanisches Streetfood war gut und günstig. Gebratene Nudeln oder Reis mit Gemüse gabs ab nem US-Dollar, der nebenbei erwähnt faktisch die Währung in Kambodscha war. Es gibt noch Riel (1000 Riel = ca. 25 Us-Cent), die aber eigentlich nur für alles unter nem Dollar gehandelt wurden.

Das Straßenessen wurde in so Verkaufstuktuks zubereitet. Also es war ein Verkaufsstand, der an einem Motorrad angebracht war und wurde so von einem Ort zum anderen gefahren.

Somit gab es meistens ein Wok auf einem Gaskocher, manchmal zwei, oder eben andere Sachen wie ein Pizzaofen, Waffeleisen, Eismaschine etc., jeweils immer auf einem Foodtuktuk. Am Markt kamen dann alle Foodtuktuks zusammen und stellten sich nebeneinander an den Rand der Straße und kochten da. Neben den Tuktuks stehen Minitische und Minihocker an denen man dann sein Essen essen konnte. Als quasi direkt auf der Straße. Somit aß man sein Essen neben den in einem Meter Entfernung fahrenden Autos. Dahinter war ein Gehsteig, der frei bleiben musste, dort durften sie nix hinstellen. Und da waren auch Sitzbänke, auf denen die Mädels der Foodtuktuks hockten oder eben auch Gäste.

Nun suchten wir uns ein Foodtuktuk aus und bestellten gebratenen Reis mit Schweinebauch… oh Leute, dieser war himmlisch… Was dazu führte das wir fast jeden zweiten Tag da waren und dort aßen… Leider schmeckte der Bauch nicht nur mir so gut, sodass er manchmal schon ausverkauft war, wenn wir zu spät kamen. Aber so lernten wir die ganze Familie dort kennen. Die Tante kocht am Wok, die Tochter am Grill, die Nichte macht Fruchtschakes, die andere Getränke, und wieder jemand anderes das Dessert. So saßen sie vor ihren Foodtuktuks und warteten auf Kunden, spielten mit ihrem Handy oder schauten sich was im Internet an. Klingt jetzt eigentlich ganz nett, aber es waren die Ärmsten. Die Töchter und Nichten meistens nicht mal Volljährig. Das jüngste Mädchen war vielleicht zwei Jahre und war sehr oft da.

Meistens lag die kleine schon unter nem kleinen Moskitonetz auf der Bank und schlief. Als wir einmal um halb zwei in der Nacht dort vorbei kamen (wir waren etwas Ausgegangen) waren viele der Foodtuktuks schon weg. Aber unsere Mädels waren immer noch da. Bis auf die Mutter, die mein Essen noch zubereitete schliefen alle auf der Bank. Das war schon ein sehr krasses Bild. Wir machten uns Gedanken wie wir sie am besten unterstützen konnten, aber es blieb als einzigste Möglichkeit einfach immer nur bei Ihnen zu essen.

An einem Tag kamen wir wieder hin und es war natürlich kein Schweinebauch mehr da. Für mich war das kein Problem, ich bestellte dann eben Chicken. Wir warteten auf unser Essen und sahen wie das eine Mädel auf n Roller stieg und wegfuhr. 10 Minuten später kam sie wieder, wir waren gerade beim essen, stellte sie mir einen Teller mit gegrilltem Schweinebauch hin und sagte das es kostenlos sei, weil ich doch immer Schweinebauch mag. Mit so einer tollen Geste haben wir nicht gerechnet.

Am Kambodschanischen Neujahr, wo die meisten gefeiert haben, haben sie gearbeitet. Wahrscheinlich war das Geschäft zu gut in der Zeit. Dafür haben wir sie danach nicht mehr gesehen. Scheinbar haben sie dann ihren verdienten Urlaub genossen.

Die Kambodschaner waren die Ärmsten, gaben aber das letzte Hemd für dich. Das war schon eine ganz tolle Erfahrung.

Angkor (Wats)

Angkor ist ein riesiges Areal mit bisher über 1000 entdeckten Tempeln und Heiligtümern. Diese erstrecken sich auf einer Fläche von 1000km² und sind Hunderte Jahre alt. Die Anlage wurde ab dem 10. Jahrhundert gebaut und bis 1150 erweitert. Wiederentdeckt wurden Teile der Anlage ab dem 19. Jahrhundert.

Um das alles besser zu verstehen besuchten wir das Angkor National Museum und das Landminen Museum, bevor wir uns auf die Tempel stürzten.

Wir holten uns den 3 Tagespass, der mit 62 US$ pro Person (für Kambodschaner freier Eintritt), verglichen mit allen anderen Preisen in Kambodscha, deutlich teurer war und schauten uns Sras Srang, Angkor Wat, Banteay Samre, Banteay Srey, Pre Rup, Ta Prohm (bekannt aus dem Tomb Raider Film), Ta Keo, Preah Khan (viel schöner noch als Ta Prohm, noch viel mehr bewachsen), Bayon und Angkor Thom an.

Die Kunst die hinter all dem steckt war mächtig beeindruckend und ist nur schwer zu beschreiben. Wenn man bedenkt, dass die Sachen hunderte Jahre alt sind…

Als wir da waren stellte sich die Frage, ob wir an einem Tag des 3-Tagespass auch den berühmt berüchtigten und mystischen Sonnenaufgang beim Angkor Wat anschauen wollten. Auch wenn es auf dem Bild so aussieht als wäre man fast alleine dort um den Sonnenaufgang zu genießen, trügt der Schein. In Wirklichkeit teilt man sich wohl den Zauber mit bis zu 2000(!) anderen Schaulustigen. Der Park macht um 5 Uhr am Morgen auf. Somit musste man spätestens um 4.30 Uhr von Siem Reap los um sich in der Schlange anzustellen, die auf die Öffnung der Tore warten um nach Öffnung hereinzustürmen und sich die besten Plätze zu ergattern. Das Ticket sollte man sich schon am Vorabend holen.

Wir dachten uns, nun fliegst du extra nach Kambodscha mit den Tempeln als Ziel, und machst es nicht? Das ist doch total dämlich. Also go for it!

Um von Siem Reap zu den Tempeln zu kommen gibt es verschiedene Wege. Um sie nur zu Fuß zu erkunden ist die Tempelanlage viel zu groß. Also kann man sich bei knapp 40 Grad im Schatten ein Fahrrad mieten um dann ne Stunde zu den Tempeln zu fahren, ein E-Bike, was bei den Temperaturen auch nicht sonderlich angenehmer ist, oder eben wie es 90% aller Besucher machen: Man nimmt sich ein Tuktuk inkl. Fahrer und mietet sich das für verschiedene Strecken, oder gar den ganzen Tag. Preislich gesehen war das sehr günstig. In den meisten Touristenbüros und Hotels waren schon relativ gleiche Preise für diverse Strecken angeschrieben. Mit ein wenig Verhandlungsgeschick ging es natürlich noch günstiger. Man muss aber auch bedenken, dass das manchmal die einzigste Einnahmequelle der Fahrer war. Durchschnittlich verdienen die 10 $ am Tag. Also zu krass verhandeln sollte man auch nicht. Wenn der Fahrer einen wirklich nicht fahren will, bietet man definitiv zu wenig.

Wir haben es immer relativ fair gehandhabt. Wir haben hart verhandelt und immer einen Preis unter dem Durchschnitt aushandeln können. Anschließend haben wir doch den Durchschnittspreis bezahlt, was für die Fahrer ein unerwartetes Trinkgeld von meistens 2-3 $ entsprach. Der glückliche und dankbare Blick des Fahrers dabei war allerdings unbezahlbar!

Also, wir buchten unseren Fahrer am Abend vorher und verabredeten uns auf 4.30 vor dem Hotel. Verdammt war das früh! Und angenehm kühl! Nur 26 Grad! Wir genossen den angenehm kühlen Fahrtwind während unser Fahrer sich durch die Dunkelheit bahnte. Wir kamen kurz vor 5 am Eingangsbereich des Angkor Wat an. Dort setzte uns unser Fahrer ab und wartete irgendwo. Wir zeigten unser Ticket und durften passieren. Sie haben die Tore etwas früher geöffnet. Wir trotteten also der mit Stirnlampen und Handys bewaffneten Schlange hinterher, die wieder erwarten eher gemütlich ging und nicht hektisch. Als wir zum Rosenteich kamen, der eben absolut der Punkt für den Sonnenaufgang war, waren wir überrascht das wir doch so gute Plätze ergattern konnten. Es waren Decken zum Sitzen ausgebreitet. Sie waren von den Händlern dort. Du durftest Platz nehmen wenn du was bestellt hast. Natürlich war das für die Verhältnisse megateuer, 2 $ für nen Tee oder Kaffee! Wir dachten nur…gönn dir! Da 2 Stunden an einem Platz zu stehen, hatten wir auch keine Lust. Und dann wurde es auch schon ruhig. Das Geschnatter der Leute hörte auf und verwandelte diesen Mystischen Ort in ein tolles Schauspiel. Langsam dämmerte der Morgen und Angkor Wats erschien langsam.

Angkor Wat bei Sonnenaufgang

 

Natürlich machten alle Fotos. Je heller es wurde umso mehr konnte man auch die Menschenmasse erkennen, die diesen „einsamen Augenblick“ mit uns teilten. Es waren „nur“ ca. 200-300 Menschen.

Hier die ersten 100…
…und hier die restlichen 😉

Als die Sonne aufgegangen war und die Menschenmassen zum Tempel stürmten, schauten wir sie auch an. Es war sehr angenehm gerade auf der entgegengesetzten Seite vom Touristensturm ein paar mehr oder weniger einsame Stellen zu sehen und zu genießen.

Nun die Frage aller Fragen: Hat sich das frühe aufstehen gelohnt? Definitiv! Wir sind sehr froh darüber, dass wir das gemacht haben.

Visumsbewerbung für Kanada

Wie wir ja schon geschrieben haben, haben wir uns entschlossen ein Working Holiday Visum für Kanada zu ergattern. Da dieses für deutsche Staatsbürger in diesem Jahr auf 4490 Stück begrenzt ist, waren die Chancen anders als in Neuseeland, wo es keine Limitierung gab. Zu aller erst musste man sich ein Profil erstellen und wurde anschließend mit dem Profil in den Bewerberpool aufgenommen. Da dies ein kompliziertes Verfahren ist, hatten wir ja schon in Thailand bereits das Deutsche Führungszeugnis beantragt, welches wir auch erhalten haben, sodass wir startklar für die Bewerbung waren, falls wir eine Einladung erhalten würden. Und tatsächlich, beide von uns bekamen ca. einen Monat nachdem wir im Lostopf waren, eine Einladung uns auf das Visum zu bewerben. Wir entschieden, dass wir es versuchen, aber stellten auch klar, dass wir natürlich nur zusammen gehen. Sollte einer das Visum nicht bekommen, wären wir auch nicht gefahren.

So nun erzähl ich euch mal was man für so ein Visum braucht.

Nach der Einladung hat man erstmal 10 Tage Zeit zu reagieren. Entweder man lehnt sie ab, oder man startet einen Onlinefragebogen und aktiviert eine 30 Tage-Frist in der man die komplette Bewerbung abschicken kann. In diesem wurde schon ganz schön viel abgefragt, aber das meiste kannten wir ja schon vom Neuseeländischen Visum. Dort erfuhren wir aber auch, dass wir von jedem Land in dem wir länger als 6 Monate waren ein Polizeiliches Führungszeugnis brauchten. Also auch von Neuseeland. Na geil! Leider dauerte die Beantragung länger als die Frist, es war aber möglich dieses nachzureichen. Was brauchte man sonst noch? Also wie gesagt, der Fragebogen. Dann ein Passbild. Also fotografierte ich unsere Passbilder ab und lud sie hoch.

Das deutsche Führungszeugnis in Englisch. Also übersetzte ich die deutschen Führungszeugnisse auf Englisch. Dann brauchten wir noch einen englischen Lebenslauf. Und ein Formular auf dem jegliche Familieninformation eingetragen werden mussten.

Als wir das alles abgeschickt haben, mussten wir dann noch unsere Reiseinformationen nachreichen. Julia sollte aufschreiben, wo sie überall war…seit dem 18. Lebensjahr, bei mir haben die letzten 6 Jahre gereicht. Also wie ihr seht, definitiv das komplizierteste Visum bisher.

Khmer New Year

Ein ganz besonders schönes Ereignis und ein Highlight unserer Reise war das Khmer New Year, welches vom 14.-16. April 2018 gefeiert wurde. Genau, 3 Tage Party und Ausnahmezustand. Der Brauch besagt, dass man ins neue Jahr sauber und gewaschen startet. Und neue Dinge macht. Neues Bankkonto, neue Telefonnummer, neues Handy etc. das alles soll Glück bringen. Und eben die Reinigung. Traditionell werden die Finger in Wasser getaucht und dann dem zu Reinigenden übers Gesicht gestreichelt. Also eher symbolisch. Wie zelebriert aber das Volk diese Tradition? In dem sie mit Wasserpistolen oder ganzen mit Eiswasser gefüllten Kübeln und Babypuder bewaffnet jeden Nass spritzen, der ihnen auch bewaffnet entgegen kommt. Leute, es war soooooo eine tolle Gaudi. Die kleinsten waren am frechsten! Da ich unbewaffnet war hat mich ne riesige Gruppe von Jugendlichen nicht nassgespritzt. Aber die kleinste, ein Mädchen von vielleicht 10 Jahren, die hat gleich ne ganze Wasserschüssel genommen und mich ohne zu zögern damit nassgespritzt! Und was hat die gelacht!!! Das war echt total schön zu sehen wie all die Kinder, Jugendlichen und Erwachsenen, selbst die Großeltern sich gegenseitig nassspritzten oder sich gegenseitig einpuderten. Riesige weiße Staubwolken flogen durch Siem Reap. Dazu wurde überall Musik gespielt, es gab große Bühnen und alle haben gefeiert und waren glücklich.

Hier oder in unserem Youtubechannel findet ihr auch zwei Videos wo ihr seht, wie gefeiert wurde!

Mondulkiri Province

Die Mondulkiri Province ist für ihre zahlreichen Elefantenauffangstationen bekannt. Grundsätzlich ging es darum, Elefanten, die als Touristenattraktion vor den Angkortempeln geritten wurden oder eben Arbeitstiere in den Dörfern waren zu pflegen und ihnen ein artgerechtes weiterleben zu ermöglichen. Julia hat vorgeschlagen da hin zu fahren, sich die Elefanten dort anzuschauen und hat sich eine Organisation ausgesucht und gebucht. Leider habe ich erst später darüber recherchiert und festgestellt, dass es nicht die richtige Organisation war, der wir unser Geld spenden wollten, sondern ein Trittbrettfahrer, der mit dem Namen der eigentlichen Organisation EVP Geld machen will, sich aber nicht um das Wohl der Tiere kümmert und keine artgerechte Haltung bietet.

Okay, ich will da jetzt auch nicht zu krass drauf eingehen, aber die meisten Anbieter bieten streicheln und füttern von Elefanten an, oder aber auch das Baden mit den Elefanten. Mal abgesehen davon, dass es für alle Beteiligten sehr gefährlich ist mit nem Elefanten zu baden und ihm den Rücken zu schrubben, ist das artgerechte Tierhaltung? Würde ein wilder Elefant MIT EUCH im Fluss baden? Oder sich streicheln lassen?

Ich erzählte Julia von meinen Recherchen und wir entschieden, das Gebuchte abzusagen (wir hatten noch nichts bezahlt) und zu versuchen, am geplanten Tag in die richtige Organisation, das ElephantVillageProject reinzukommen. Leider hat dort am Wochenende keiner gearbeitet und da wir nicht einfach mal auf gut Glück mit dem Bus in Kambodscha dort hin fahren wollten, entschieden wir uns dazu, darauf zu verzichten. Also Leute, auch wenn eine Organisation gute Bewertungen hat, es ist nicht immer alles Gold was glänzt. Vielleicht einfach mal hinterfragen ob die Bewertende Person als Leihe so was bewerten kann.

Phnom Penh

Wir entschieden eben mit dem Bus nach Phnom Penh, der Hauptstadt Kambodschas zu fahren. Wir nutzten den Giant Ibis Bus, den Bus mit den besten Bewertungen.

In Phnom Penh besprachen wir wie es weiter gehen solle. Schon in Siem Reap merkten wir wie müde wir eigentlich waren. Immer mehr stellten wir fest, dass unsere Reiselust immer mehr schwand und unser Heimweh größer wurde. Wir sehnten uns nach einen festen Ort. Ohne alle paar Tage wieder umziehen zu müssen. Da wir so viel gutes von Vietnam gehört hatten, wollten wir das auf alle Fälle noch machen. Also entschieden wir uns direkt nach Vietnam zu reisen. Wir wussten nicht ob es mit dem Kanadavisum klappt, aber einfach in einem Land sitzen und warten wollten wir auch nicht. Versicherungstechnisch mussten wir sowieso einen Stopp in Deutschland machen um eine neue Krankenversicherung abzuschließen und außerdem waren 6 Wochen Heimaturlaub mitversichert. Wir entschieden uns jetzt in vollen Zügen Vietnam zu genießen, dann zurück nach Hause zu fliegen, dort auf das Visum zu warten (es sollte eigentlich 2 Monate dauern) und dann weiter nach Calgary zu fliegen.

Wir beantragten also das Visum für Vietnam und verbrachten die 3 restlichen Tage bis zur Ausstellung des E-Visas in Phnom Penh und besprachen, wohin wir in Vietnam reisen wollten. Wir haben geplant im Süden Kambodschas über die Grenze zu gehen um von dort auf die Insel Phu Phoc zu gelangen.

Wie es aber nun weiterging, gibt’s beim nächsten Mal 😉

Es geht schon wieder los…

Hallo zusammen, wir sitzen schon wieder im Flugzeug auf dem Weg nach Calgary, Kanada. Genau einen Monat nach unserer Ankunft in Deutschland gehts wieder weiter. Wir haben Deutschland sehr genossen und bedanken uns bei allen, die uns während dieser Zeit Asyl gewährt haben. Es war eine tolle Zeit und wir konnten nach so langer Zeit wieder Heimat tanken. 5 kg schwerer und voller Vorfreude gehts in unser nächstes Abenteuer. Wir halten euch auf dem Laufenden und holen auch bald noch unsere Berichte zu Kambodscha und Vietnam nach.
Bis bald und einen hoffentlich tollen warmen Sommer wünschen euch die
Weltenbummler


Heimatbesuch in Deutschland

Hey Leute, nur so ne kleine aber aktuelle Info: Wir sitzen gerade am Flughafen in Hanoi, Vietnam. Vor uns liegt echt n krasser Flug. Über 10 Stunden gehts über Bangkok, Thailand nach Doha, Katar. Und von dort geht es nach einem ca. 2 stündigen Aufenthalt und einem 6,5 stündigen Flug nach… Frankfurt/Main, Deutschland. Wir werden genau nach 1 Jahr, 7 Monaten, 3 Wochen und zwei Tagen wieder deutschen Boden betreten.

Krasses Ding, wir können es noch garnicht glauben. Es wirkt jetzt schon total surreal, dass wir wirklich nach Hause fliegen. Natürlich freuen wir uns schon MEGA auf alle!!!

Uffbasse… wir sind noch nicht fertig! Nach ca. 4 Wochen wollen wir nach Kanada reisen! Auch wenn ihr nun denkt, die haben sie doch net mehr alle, können wir euch beruhigen. Tatsächlich sind wir langsam echt reise-müde! Wir können einige Dinge auch garnicht mehr so aufnehmen, wie wir das eigentlich wollen. Auch wenn wir uns wieder für ein einjähriges Working Holiday Visum beworben haben, sehen wir dies aber eher als eine Investition in die Zukunft. Wir möchten einfach nur noch mal unser Englisch auf Hochglanz bringen und dort eigentlich an einem Ort für ein paar Monate bleiben um zu arbeiten und eben das Englischsprechen zu praktizieren.

Also gut Leute, die Reiseberichte über Kambodscha und Vietnam reichen wir natürlich die nächsten Tage nach!

Bis dahin, passt auf euch auf, wir sehen uns in Deutschland!!!

Zurück in Neuseeland Teil 2

Thomas kommt uns besuchen

Die Freude war natürlich riesengroß! Nach knapp 30 Stunden Flug ist er endlich angekommen. Wir waren soooo gespannt ihm endlich Neuseeland zu zeigen. Aber als erstes brachten wir ihn zu seinem Hotel. Danach gingen wir mit ihm was Essen und entließen ihn danach wieder ins Hotel, damit er seinen Jetleg ausschlafen konnte. Am nächsten Morgen holten wir ihn wieder ab und gingen frühstücken. Um 15 Uhr sollte sein Mietauto bereitstehen, welches wir danach abholen fuhren. Japp, oder eher Mietautole? Es war ein Hiundai Getz, ein Miniauto! Ich hatte ja immer noch gehofft, dass er vielleicht doch noch nen Kombi bekommt, oder zumindest so groß, dass er mit ner Luftmatratze irgendwie hinten drin schlafen kann. Keine Chance. Okay, ab zum Warehouse einkaufen. Nachdem wir also Zelt, Luftmatraze, Pumpe und Schlafsack gekauft hatten, holten wir noch ein paar Lebensmittel und dann ging es los ins Campingvergnügen! Wir fuhren auf einen relativ nahen kostenlosen Campingplatz um im Zweifelsfall doch noch in die Stadt zu können um irgendwas einzukaufen, wenn was fehlen sollte.

Am nächsten Morgen sagte er das er echt super geschlafen hat und wir atmeten auf. Thomas hatte vorher noch nie gezeltet, daher war das echt Premiere. Also konnte es losgehen!!! Wohooo Südinsel, wir kommen!

Okains Bay

Wir hatten uns mit Nina und Chris in der Okains Bay im Bankspeninsula verabredet. Wir dachten wir genießen die Tage dort etwas, bevor wir Silvester dann alle gemeinsam in Christchurch verbringen wollten. Doch als wir in der Okainsbay ankamen, war der Campingplatz ausgebucht. Dummerweise war wie so oft in etwas abgelegenen Plätzen kein Handyempfang da, sodass wir uns nicht mit ihnen absprechen konnten. Verdammt, was nun?

Ich fragte die Dame von der Rezeption ob sie überhaupt heute neue Leute bekommen hat, die nicht vorher reserviert hatten, da wir uns eigentlich mit Freunden hier verabredet haben. Sie fragte wie sie heißen und tatsächlich, die zwei waren auf dem Platz. Darauf meinte sie, okay wenn eure Freunde hier sind frag ich mal den Chef, vielleicht dürft ihr ausnahmsweise bleiben. Sie verschwand kurz, und kam dann wieder zurück. Sie sagte, dass wir bleiben können, wir sie aber selber finden müssen, da der Platz keine feste Platznummern hat sondern jeder sich selber sein Plätzchen suchen kann. Jippiee! Dankbar checkten wir ein und begaben uns auf die Suche. Wir fanden sie dann irgendwann, allerdings war nur Nina im Auto, ihr gings gesundheitlich nicht so gut. Chris sei Angeln! Okay, dann mal los. Wir packten unser Angelzeug und gingen auf die Suche nach Chris. Wir fanden ihn dann relativ schnell auf einer Klippe stehen. Wir versuchten unser Glück aber irgendwie wollte da nix beißen. Auf einmal schwamm ein seltener Hektordelfin vorbei. Krass, was Thomas doch für ein Glück hatte. Kaum angekommen und schon sieht er einen Delphin. Und dann noch so einen seltenen. Wir haben dafür fast ein Jahr gebraucht. Sein Glück verließ ihn nicht, er angelte nämlich auch seinen ersten Fisch. Es war zwar ein kleiner, aber hey, Fisch ist Fisch 😀

Chris hatte etwas mehr Glück und auf einmal hat er 6 Stück oben gehabt. Zwar auch nur kleinere aber dennoch groß genug um sie zu essen.

Somit hat Thomas auch seinen ersten wirklich frischen Fisch gegessen.

Leider ging es Janina wirklich nicht gut und sie hatte die Vermutung, das sie sich eine Mandelentzündung eingefangen hat. Daher wollte sie am nächsten Tag lieber nach Christchurch zum Arzt. Und wir? Uns gefiel es da sehr gut. Wir fragten einfach nach ob wir verlängern können. Und wir durften. Also blieben wir bis zum Silverstertag dort. Es war einfach toll da. Eine wunderschöne Bucht. Der Campingplatz war voll mit lauter Kiwifamilien, die dort Ferien machten. Keine Deutschen Teenies. Und dennoch im Wald. Irgendwie fühlten wir uns wie auf einem dieser Campingplätze in den amerikanischen Filmen. Irgendwie einfach toll!

Silverster in Christchurch

Jaaaa, Silvester. Wir haben uns gefragt wie und vor allem wo wir Silvester verbringen wollen. Zum einen ist es unser Jahrestag, ja wir sind schon über 5 Jahre zusammen, zum anderen wollten wir ja mit Thomas feiern. Wir schauten was überall abging und stellten fest, soooo viel ist das ja garnicht, vorallem auf der Südinsel wars ziemlich Mau. Christchurch, Wanaka oder Queenstown das Rythm and Alps Festival. Nun ja, Festival hatten wir keine Lust. Also zogen wir Wanaka in Erwägung. Hätte auch fast geklappt, doch dann meldeten sich Janina und Christian, sie wollen Silvester auch mit uns verbringen. Also kurzum, Christchurch war mit einer großen öffentlichen Party unser Ziel. Wir buchten einen Campingplatz in der City und schlugen dort unser Lager auf. Dieser war dezent 1 Stunde Fußmarsch entfernt von dem Partygelände im Hagleypark. Wir glühten vor und liefen kurz vor 11 los. Naja wie das so ist und so, man muss ja noch mal auf Toilette und so, kamen wir dann gerade so um 0 Uhr dort am Park an. Wir waren noch nicht ganz am Gelände da ging das Feuerwerk los. Joah und nach echten 3 Minuten wars auch schon wieder vorbei. Wir dachten echt das ist ein Scherz. Also da war Nicaragua zu Weihnachten größeres Feuerwerk als dort. Unglaublich. Wir gingen zur Bühne wo eine Liveband Rockmusik spielte. Na wenigstens bissl Party machen können wir, dachten wir. Eine halbe Stunde später spielte die Band ihr letztes Lied und die Securitymitarbeiter begannen, die Menschen vom Geländer zu schmeißen. Wir dachten echt wir sind im falschen Film. Das Alkohol auf dem Gelände verboten war muss ich wohl nicht erwähnen, oder?

Okay, Chris und Nina machten sich auf den Heimweg, da Nina sich tatsächlich ne Mandelentzündung eingefangen hatte und wir folgten der Menschenmassen um noch irgendwo in nem Pub einen zu trinken. Also liefen wir dann einer Gruppe hinterher. Julia fragte wohin sie gehen, ob sie in nen Pub gehen. Da sagte ein sehr junges Mädchen, sie gehen auf eine Hausparty, wir können mitkommen, aber wir müssten Alkohol und Drogen mitbringen. Wir schauten sie mit großen Augen an und lehnten ab. So läuft das hier also. Wir liefen weiter und nach ca. ner halben Stunde entdeckten wir ein Pub der noch auf hatte. Also nichts wie rein. Allerdings wurde es uns nach ner Stunde auch langweilig, da man dort nur trinken konnte, nicht tanzen oder so. Wir traten wieder den Heimweg an. Nun ja, Silvester haben wir uns definitiv anders vorgestellt.

Das große Reisen mit Thomas

Nachdem wir den ersten Tag des neuen Jahres nur gegammelt und uns erholt haben ging es am zweiten Tag los. Unser erstes Ziel: Oamaru Pinguine anschauen!

Und Thomas hatte wieder richtig Glück. Nicht nur, dass er das Glück hatte, das einige Pinguine wirklich nur einen Meter an ihm vorbei gelaufen sind, nein er hatte einen Pinguin im Grunde direkt neben seinem Zelt. Thomas konnte sicher gut schlafen.

Am nächsten Tag schauten wir uns das Steampunkmuseum an und fuhren anschließend Richtung Queenstown. Übernachtet haben wir wieder auf dem Campingplatz beim Lake Pukaki. Nur diesmal sahen wir ihn, den Mt. Cook. Wir hatten echt Superglück mit dem Wetter und da dieser Campingplatz in einem „Dark-Sky-Reserve“ liegt, also ein Gebiet was besonders dunkel ist Nachts und man in solchen relativ seltenen Gebieten weltweit einen besonders tollen Sternenhimmel hat, hatte Thomas einen tollen Blick auf die Milchstraße und viele Sternschnuppen.

Queenstown

Queenstown ist wohl die bekannteste Stadt Neuseelands. Ihr eilt der Ruf voraus das du hier alles machen kannst. Und all dein Geld hierlassen kannst. Japp das trifft zu. Allein der Campingplatz war schon fast doppelt so teuer wie sonst so. Und Privatsphäre ist nicht, dort war man zusammengepfercht wie auf einem normalen Autoparkplatz, wobei wir einen ganz außen hatten und somit wirklich einen relativ großen Platz hatten.

Wir haben uns überlegt was wir hier machen wollten. Da wir ja alle so mit Höhe sind, kam natürlich Bungee springen, Skydiving oder sowas nicht in Frage. Skydiving, also ein Fallschirmsprung aus 5 km Höhe, kam spätestens dann nicht mehr in Frage, nachdem der Pilot, der mit David in Australien einen Sprung gemacht hat, genau als wir in Bali waren bei einem Sprung ums Leben kam.

Wir entschieden uns fürs Jetboat fahren. Das hat auch echt mega Spaß gemacht, ich wurde dezent nass! Und dann haben wir noch die Skyline-Luge gemacht, eine Art Sommerrodelbahn mit so schwerkraftbetriebenen Gokarts. Das war sooooo lustig. Wir haben gleich 5 Runden gemacht! Dann wäre noch als großer Burger-Fan erwähnenswert, dass es in Queenstown den Fergburger gibt. Der Fergburger ist in ganz Neuseeland bekannt und sicher auch darüber hinaus. Er soll absolut toll schmecken. Der Kumpel von unserem Ex-Vermieter Peter ist sogar extra mit seinem kleinen Flugzeug von Blenheim nach Queenstown geflogen, um sich den Burger zu holen.

Na gut, schauen wir uns mal den Laden an, entschieden wir. Doch als wir an den Laden kamen, trauten wir unseren Augen nicht. Vor dem Laden war ungelogen eine mindestens 30 Meter lange Schlange. Alle wollten einen Fergburger. Am Arsch dachten wir uns, wir stellen uns doch keine Stunde oder so für so nen Burger an. Aber es war total spannend zuzusehen wie extrem das Restaurant gehypt wurde. Da war ein Koreaner, der machte gerade Videotelefonie und zeigte vorallem Menschen, die gerade in den Burger bissen. Wir entschieden uns dagegen und gingen anderweitig Abendessen und was trinken. Als wir dann um 2 Uhr Morgens zufällig dran vorbei kamen, standen nur noch 5 Leute an. Ich witterte meine Chance und wir stellten uns an. Ich bestellte den Fergburger mit doppelt Fleisch und Brie.

Also ich muss echt sagen, ich liebe Burger. Nicht den Fastfood-McDonaldsdreck, sondern wirklich handwerklich gemachte Hamburger, in allen Variationen. Am Besten sind natürlich meine selbstgemachten Laugenbrötchenburger mit gegrillter Zuchini 😀

Okay, genug davon, ich wollte einfach wissen ob der Burger so gut ist oder ob es einfach nur ein Hype ist wie es mit soooooo vielen anderen Dingen. Und ich muss sagen…

Der Fergburger war eeeeendgeil!!!

Tatäschlich war das kein Hype, er ist einfach geil.

Definitiv einer der besten Burger die ich je gegessen habe.

Milford Sounds

Nach Queenstown fuhren wir Richtung Milford Sounds. Der letzte große Ort davor war Te Anau. Julia hatte noch in Queenstown eine Kayak und Cruise Tour gebucht. Also 2 Stunden lang Kayakfahren und dann noch n bissl auf so nem Ausflugsschiff rumschippern. Leider war das Wetter in den Sounds sehr wolkenverhangen und nebelig, sodass wir nicht die volle Pracht genießen konnten. Das tat dem Kayak fahren aber dennoch nichts. Es hat ungemein Spaß gemacht in dieser Landschaft auf dem Fjord rumzupaddeln. Gegen Ende fing es an zu regnen. Hat noch mehr Spaß gemacht. Nachdem wir dann mit dem Kayak fahren fertig waren zogen wir uns trockene Klamotten an und weiter gings zum Schiff. Das Wetter klarte auch etwas auf sodass wir während der Tour viel sehen konnten.

Als wir zurück in Te Anau waren wollten wir noch einen Scenic Flight buchen, also einen Flug mit einem kleinen Flugzeug über das Fjordland. Leider waren die Tage danach auch wolkiges Wetter, sodass es nicht möglich war. Stattdessen entschieden wir uns eine Hubschrauberwanderung auf einem Gletscher zu machen.

Helikopter-Hike auf dem Tasmanglacier

Wir hatten praktisch 2 Tage Zeit um von dort unten wieder ziemlich in die Mitte des Landes zu fahren. Dummerweise stellte ich bei einer kurzen Toilettenpause fest, dass die vorderen Reifen unseres Auto schon so abgefahren waren, dass es wirklich gefährlich war weiter zu fahren. Zum Glück war direkt gegenüber eine Werkstatt, der die Reifen bestellen konnte und für den nächsten Tag gegen Mittag die Reifen montieren konnte. Gesagt, getan, bestellt, Campingplatz gesucht, nächsten Mittag hin, montiert und weiter gings. Mit einem kurzen Zwischenstopp in Queenstown zum Fergburger essen (hat auch nur ne halbe Stunde gedauert) sind wir weiter bis zum Mt. Cook Village gefahren.

Am nächsten morgen wachten wir auf und wir fragten uns ob der Hike überhaupt stattfinden würde, da es doch recht nebelig und bewölkt war. Wir fuhren zum Treffpunkt und dort erklärte man uns, dass das nur ganz lose Wolken sind, die sich gleich mit der Sonne richtig auflösen. Na hoffentlich dachten wir.

Als es dann los ging waren die Wolken leider noch nicht alle weg, allerdings flog der Hubschrauber eh nicht höher.

Jaaaaa, wir sind das erste mal Hubschrauber geflogen. Man war das geil!!! Julia hatte sogar den Ehrenplatz direkt neben dem Piloten vorne. Es war ein unglaubliches Gefühl (Hab schon auf Ebay geschaut, was die so gebraucht kosten :-p). Nach einem leider viel zu kurzen Flug landeten wir auf dem Gletscher direkt auf dem Eis. Wir stiegen wie vorgeben aus und warteten bis der Heli weggeflogen war. Anschließend bekamen wir solche Eisspikes an die Schuhe gebunden, das wir festen Halt hatten. Und dann ging es auch schon los. Es war total spannend. Immer wieder hörte man Eislawinen, die halt irgendwo abbrachen und runterkamen. Allerdings waren die fast nie zu sehen, da die noch weiter oben waren und dort die Wolken leider alles verdeckten. Wir stapften über das Eis und er erklärte uns einige Dinge darüber. Unter anderem, dass dies der größte Gletscher in Neuseeland ist und nur bei diesem Eishöhlen möglich waren. Und in so eine gingen wir. War total spannend zu sehen. Nach mehr als zwei Stunden auf dem Eis wurden wir von dem Heli wieder abgeholt und flogen wieder zurück zum Flughafen. Defintiv eins unserer Highlights in Neuseeland!

Ab an die Westcoast!

Noch am selben Tag fuhren wir wieder zurück Richtung Queenstown. Diesmal kein Zwischenstopp, wir bogen vorher nach Wanaka ab. Dort übernachteten wir und fuhren anschließend über den Pass nach Haast, wo wir die Westcoast hochfahren wollten. Als wir in Haast ankamen, wunderten wir uns wirklich, wie klein das Dorf war. Wir dachten das ist ne richtige Stadt, aber dem war nicht so. Wir aßen irgendwo was und suchten dann ne Tankstelle auf. Uff war die teuer. Also n bisschen hatte ich noch im Tank, lass uns weiter fahren, sagte ich. Da wird sicher noch eine kommen. Und wir fuhren weiter. Scheinbar hatte ich das Schild „last petrol next 80km“ nicht gesehn, sonst wäre ich wohl umgedreht. Jedenfalls fuhren wir und fuhren und irgendwie kam da nix mehr. Das Navi zeigte die nächste Tankstelle in 80 km an, da war ich aber schon 40km von der anderen Tankstelle gefahren. Das ich schon auf Reserve fuhr brauch ich sicher nicht zu erwähnen oder? Nun ja mein Arsch ging ganz schön auf Grundeis. Mit spritsparenden 70 km/h und dem letzten Tropfen Benzin schaffte ich es gerade so ins Foxvillage, wo ich endlich für 5 Cent günstiger tanken konnte! Es gibt Dinge, die lohnen sich einfach nicht!

Weiter gings nach Hokitika

Camping der unheimlichen Art

Ich hatte ein recht günstigen Campingplatz ausgesucht und zu diesem fuhren wir auch. Dort angekommen stellten wir fest, dass es eher wie ein Hotel oder so war. Ein riesiges Gebäude mit unterschiedlichen Zimmern. Es gab eine kleine Küche, ein Esszimmer, noch ein Esszimmer, ein Aufenthaltszimmer, noch mehr Aufenthaltszimmer, Toiletten, Duschen, etc…aber alles eingerichtet im Stil der 60ger Jahren. Alles war sauber soweit, aber da lagen dann irgendwelche Puppen rum und so zur Zierde alles so überhaupt, irgendwie schon gruselig. Vorallem als es dann langsam dunkel wurde… Ein deutsches Pärchen recherchierte und fand heraus, dass das mal ein Nervenheilanstalt war. Sogar eine Gummizelle gab es hier, die wir allerdings nicht fanden. Naja die Nacht war soweit ok, halt bissl gruselig. Auf Fotos haben wir verzichtet, ihr wisst ja, nicht das dann darauf doch noch irgend ein Geist zu sehen ist 😉

Weiter ging es über den Coastal Highway, vorbei an den Pancakerocks zum Mokihinuiriver, wo wir damals so viele Kahawais rausgeholt haben. Wir versuchten unser Glück mit Thomas wieder, allerdings wollte das nicht so klappen. Ich hatte wohl einen noch größeren an der Angel, der so stark war, dass die Schnur riss und Thomas angelte einen kleinen Aal, den wir wieder in die Freiheit entließen. Am folgenden Tag hatten wir auch kein Glück, so entschieden wir am nächsten Tag nach Nelson/Motueka zu fahren, da starker Regen für ganz Neuseeland vorhergesagt war.

Wir fuhren zu unserem Lieblingsplatz dort, doch der war wegen Überschwemmung geschlossen. Der zweite den wir ansteuerten war voll, und musste sowieso gerade evakuiert werden, weil er auch drohte zu überschwemmen. Der 3te war voll. Da Thomas sowieso im Auto schlafen wollte und kein Zelt bei dem Wetter aufbauen wollte (wer kanns ihm verübeln) entschieden wir uns für erprobtes Wildcampen: Einfach irgendwo in der Nähe einer Toilette am Straßenrand schlafen und hoffen, dass man kein Strafzettel fürs Wildcampen bekommt. Es klappte auch super, kein Ticket, soweit ruhig und gut geschlafen, läuft. Also deckten wir uns noch mit 2 Laib deutschem Brot beim deutschen Bäcker ein und füllten unsere Vorräte für die Marlborough Sounds in Nelson auf. Und dann gings endlich in unsere Lieblingsbay!!!

Elainebay 3

Endlich ging es wieder zurück in unsere Lieblingsbay in die Marlborough Sounds. Wir wissen nicht warum, aber dieser Ort hat es uns persönlich einfach angetan. Diese Stille, das klare Wasser, irgendwie magisch. Jedenfalls freuten wir uns sehr diesen Ort mit Thomas zu teilen.

Wir angelten wieder und hatten diesmal nicht so viel Glück. Nur eine kleine Gelbaugenmeeräsche. War aber dennoch lecker. Am ersten Abend gingen wir zur Dämmerung zum Steg hinunter um das Leuchtplankton anzuschauen. Man konnte schon was erkennen, als wir plötzlich ein leises Plätschern vernahmen. Wir fragten uns was das sei, es klang als würde etwas auf uns zu geschwommen kommen. Wir schalteten unsere Kopflampen ein und starten aufs Wasser. Völlig perplex erblickten wir einen Blauen Pinguin, der auf den Steg zugeschwommen kam, dann drunter durch schwamm und anschließend Richtung Ufer schwamm und verschwand. Damit haben wir nicht gerechnet. Wir wussten zwar das es die überall hier in Neuseeland geben kann, aber das war schon etwas weiter von den üblichen Orten entfernt. Wie süß.

Nun wollten wir aber das Leuchtplankton demonstrieren und wurden echt belohnt. Soooo hell haben wir das Plankton noch nie gesehn. Unglaublich! Da waren Muscheln an den Pfeilern des Stegs und das Wasser darum leuchtete wie in der Disco! Absolut toll.

Am nächsten Tag liehen Julia und Ich ein Kayak aus um in dem Sound zu paddeln. Thomas wollte lieber ein wenig wandern.

Als wir gegen Abend noch mal raus fuhren waren wir dauernd von Stachelrochen umzingelt, die im seichten Wasser rumschwammen. Als wir einen gaaanz nah filmen wollten, übersahen wir einen ziemlich großen. Ich wunderte mich nur was da plötzlich für ein komischer Stock da aus dem Wasser rausguggt, der war doch eben noch nicht da. Als ich es begriff sind wir schleunigst und vorsichtig wieder weg gefahren. Schon ein komisches Gefühl von nem riesigen Stachelrochen bedroht zu werden.

Als es dann wieder so weit war „Goodbye“ zu sagen hat sich das richtig komisch angefühlt. Julia sagte, das sie sowas noch nie für einen Ort an dem sie nur ein paar Tage verbracht hat empfunden hat. Jedenfalls werden wir ihn nicht vergessen.

Blenheim

Weiter gings über den Scenic Drive durch die Marlborough Sounds. Wir entschieden uns am Rarangi Beach nieder zu lassen für die 2 Tage, an denen wir uns vorgenommen haben Tina zu treffen, eine Weinprobe zu machen, Thomas unseren ehemaligen Arbeitsplatz zu zeigen und natürlich ihm unser ehemaliges Heim inkl. Ex-Vermieter zu zeigen.

Nur um das mit Peter unserem Ex-Vermieter abzuschließen, auf die Frage ob er noch mit Cindy zusammen sei, sagte er, sie seien nur befreundet und das sei nix ernstes. Fragt sich nur ob Cindy das auch so sieht…

Pacific Coast Highway

Von Blenheim fuhren wir nun den Pacific Coast Highway in Richtung Kaikoura. Dieser Highway war die ganze Zeit über ein Jahr gesperrt wegen den ganzen Schäden des Erbebens im November 2016. Im Dezember 2017 haben sie endlich den Highway wieder eröffnet. Vielleicht erinnert ihr euch, wir sind diesen schon zum Teil bis nach Clarence gefahren, doch diesmal war von den ganzen Schäden bis nach Clarence nichts mehr zu sehn. Die Bauarbeiter haben echt ganze Arbeit geleistet. Als wir dann aber immer näher Richtung Kaikoura kamen sah man wirklich was die geschafft haben. Überall Baustelle.

Delfinschwimmen in Kaikoura

Als wir das nette Pärchen aus Fitschi fragten, was für sie ihr Highlight in Neuseeland war, sagten sie ohne zu zögern, das Delfinschwimmen in Kaikoura.

Auch wenn man das Definschwimmen in anderen Teilen Neuseelands machen kann wollten wir es auf jeden Fall in Kaikoura machen. Warum? Ganz einfach, dadurch dass sie durch das Erdbeben zunächst komplett von der Außenwelt abgeschnitten waren und der Tourismus in der Stadt fast ein Jahr komplett eingebrochen war, haben wir entschlossen unser Geld denen zu geben, die es nötig haben.

Kaikoura wurde durch das Erdbeben ganz schlimm getroffen. Touristen etc. mussten damals ausgeflogen werden, weil alles zerstört war. Der komplette Meeresboden dort ist ca. 2 Meter nach oben gekommen. Hügel sind verschwunden, neue sind plötzlich da gewesen. Tina meinte bei unserem letzten Treffen, dass man es an der Küste sehen kann was für ein Unterschied es ist. All die Felsen, die vor der Küste nun im Wasser zu sehen sind, die gab es nicht vorher. Die waren Unterwasser. Und davon sahen wir Hunderte!!! Und ein Geruch, schwer zu beschreiben, aber auch der kam mit dem Erbeben. Warum? Das haben wir uns auch gefragt, leider haben wir nur Vermutungen…

Okay, aber nun zum Delfinschwimmen. Wir hatten schon 2 Wochen im Voraus (Rest war ausgebucht) für Julia und Mich das Delfinschwimmen gebucht, Thomas wollte lieber nur vom Boot zuschauen. Ihm war das mit dem schnorcheln im offenen Meer nicht ganz geheuer. Wer kanns ihm verdenken, schließlich waren Tiefen von 300-1400 Meter unter uns. Wir fuhren morgens dort hin und bekamen unsere Ausrüstung, sprich kompletter Neoprenanzug, Flossen, Tauchmaske und Schnorchel. Danach wurde ein Film gezeigt. In dem wurde nochmal drauf hin gewiesen, dass die Tiere wild sind und sie nicht angefüttert werden oder dressiert sind und das es eben sein kann, dass sie einfach kein Bock haben zu spielen. Des weiteren wurde darauf hingewiesen, das die Tiere nicht angefasst werden dürfen und das die kompletten Einnahmen komplett in die Erhaltung des Nationalparks in Kaikoura geht. Also ne ganz tolle Sache.

Danach wurden wir in Busse gesteckt die uns zum Hafen brachten. Dort gings dann aufs Boot und los gings. Wir fuhren keine 5 Minuten da kamen schon die ersten Delfine auf uns zu geschwommen und sprangen an der Heckwelle des Bootes um die Wette…zu dritt…absolut synchron… der Hammer. Wir dachten nur, hey warum halten wir nicht an, hier sind doch Delfine. Aber das waren wohl nicht genug. Nach etwa 20 Minuten Fahrt hieß es dann, wir sollen uns fertig zum reingehen machen. Also machten wir uns fertig, zogen alles an, Masken auf. Dann schauten wir hinter uns und trauten unseren Augen kaum. Hinter uns war eine Gruppe von über 300 Delfinen. Das Signal ertönte und wir durften ins Wasser. Sie haben uns vorher gesagt wie wir uns verhalten sollen um auf uns aufmerksam zu machen, damit sie angeschwommen kommen. Und dies taten wir auch. Wir schwimmen los und versuchten laute Geräusche und Schreie

durch den Schnorchel zu machen. Und dann kamen sie.

Auf einmal waren sie neben einem, manche nicht mal einen Meter entfernt. Das war echt ein unglaublicher Moment diese schönen und intelligenten Wesen von so nah zu betrachten. Und weg waren sie wieder.

Das Signal ertönte und wir gingen wieder an Board. Das ganze ging 5 Mal so, wobei uns die Crew immer mehr ermutigte noch lauter zu sein und noch Aktiver, damit man noch attraktiver wird für den Delfin. Gesagt, getan, nur wisst ihr was? Es ist verdammt anstrengend!!! Wenn ein Delfin bei dir ist sollte man sich um seine eigene Achse drehen, oder im Kreis drehen, untertauchen und so weiter… das war so anstrengend. Und laute Töne machen… Leute, ich hab mich gefühlt wie ein Walross. Die Töne die aus meinem Schnorchel kamen waren laut Julia verdächtig ähnlich!

Leider ging auch die Zeit vorbei und wir gingen das letzte Mal an Board um dann noch einige Fotos von den Delfinen vom Boot aus machen zu können. Insgesamt sahen wir 3 verschiedene Delfinarten. Den gewöhnlichen Delfin, den Hektordelfin und den Dusky Delfin, der mit seinen Akrobatischen Kunststücke nicht zu übersehen war. Als wir dann wieder zurück fuhren hatten wir alle ein Glitzern in den Augen. Es war sooooooo schön!

Noch am selben Tag fuhren wir weiter in Richtung Christchurch, wo Thomas seine letzte Campingnacht verbrachte, in der es übrigens kräftig Gewitterte, was irgendwie in Neuseeland super selten ist.

Abschied von Thomas

Am nächsten Tag fuhren wir nach Christchurch, wo er ins Hotel eincheckte, anschließend brachten wir sein Auto weg. Den letzten Abend verbrachten wir erst auf dem Nachtmarkt in Christchurch, wo wir leckere Delikatessen aus aller Welt probieren konnten und danach auf ein letztes Bier in ein Pub. Wir ließen die Zeit Revue passieren und dankten ihm für sein Kommen.

Am nächsten Tag brachten wir ihn zum Flughafen. Der Abschied war verständlicher Weise echt schwer.

Es war eine richtig super Zeit mit Thomas und wir haben so viele schöne Momente mit ihm gehabt und konnten mit ihm gemeinsam Neuseeland weiter entdecken und ihm den Zauber unserer liebsten Orte zeigen. Er war unser absoluter Superhero, da er sich auf so ein Abenteuer eingelassen hat: so viele Stunden Flug und dann einen Monat im Zelt schlafen, auf Campingplätzen sein, die zum Teil nur ein Plumpsklo haben und das in seinem sauer verdienten Urlaub. Aber Camping ist einfach eine der besten Möglichkeiten die Schönheit von Neuseeland zu entdecken. Danke Thomas, dass du uns besucht hast und all diese tollen Eindrücke mit uns geteilt hast! War eine super Zeit!!!

Autoverkauf

Die letzten 11 Tage hatten wir uns in eine AirBnb Unterkunft eingemietet. Es war ein komplettes Studioappartment komplett für uns allein. Und sogar günstiger als der Campingplatz in der Stadt. Wir wollten in Ruhe alles aus dem Auto räumen und packen sodass wir das Auto tiptop fertig für den Verkauf machen konnten.

Ich glaube das war mit Abstand die blödeste Zeit die wir in Neuseeland hatten. Wir warteten Tagelang wie in Trance darauf, dass sich ein Interessent meldet und sich das Auto anschauen will. Denn der eigentliche Automarkt, ein Markt wo man sich mit dem Auto hinstellt und die Interessenten vorbei kommen und sich die Autos anschauen, den gab es garnicht mehr. Dummerweise haben wir das auch erst rausgefunden, als wir schon alles von Christchurch gebucht hatten. Somit waren wir gezwungen das Auto verglichen mit Auckland zum Schleuderpreis anzubieten.

Ums kurz zu machen, nach 8 richtig blöden Tagen haben wir das Auto endlich verkauft. Es war ein älteres deutsches Pärchen, keiner von den Teenies die wir eher vermutet haben.

Ansonsten verbrachten wir die paar letzten Tage damit, uns Mental auf den Abschied vorzubereiten, aber auch die Vorfreude zu haben wieder ein neues Land entdecken zu können. Und dann war es auch schon so weit. Am 7 Februar 2018 ging es weiter. Der Abschied fiel uns sehr schwer. Aber wir sind uns ziemlich sicher, das war nicht das letzte mal Neuseeland!!!

Wir flogen über die Südinsel und konnten noch von oben auf denn Tasmanglacier schauen, den, auf den wir mit dem Heli geflogen sind, sahen die Westküste langsam schwinden…in Richtung des nächsten Ziels: Singapur!

Zurück in Neuseeland

Sorry Leute für die lange Zeit, in der Ihr nicht mehr von uns gehört habt. Allerdings sind wir ja wieder unterwegs und das Internet nicht immer das Beste. Daher haben wir einige Bilder schon hochgeladen, der Rest kommt bei besserer Verbindung!

Nach Bali wurden wir wieder von unserer ehemaligen Arbeitskollegin Tina am Flughafen in Blenheim abgeholt. Sie war ganz interessiert unsere Stories zu hören und wollte gerne noch etwas trinken gehen. Da wir jedoch zuerst unseren Campervan abholen wollten (zur Erinnerung wir konnten ihn in der Garage von unserer vorigen WG parken), baten wir sie uns dorthin zu fahren. Wir hatten unserem Vermieter bereits einen Tag zuvor Bescheid gesagt, wann wir ankommen würden und dass er die Garage bitte aufschließen solle. Als wir ankamen war der Vermieter nicht da, aber die Garage war unverschlossen, sodass wir unser Zuhause auf vier Rädern direkt raus fahren und in Augenschein nehmen konnten. Lief alles ohne Probleme an und sah unverändert aus. Topp!!!! Kurz danach kam dann auch Peter unser EX-Vermieter.

Wir tauschten ein paar Sätze aus und verabredeten uns für morgen zum Essen.

Wir übernachteten die Nacht auf einem Campingplatz in der Nähe von Blenheim und waren nicht überrascht das wir den letzten Platz bekamen. Alles voller Deutscher Teenies, die offenbar um Blenheim herum arbeiteten und dort auf dem Platz „wohnten“. Na super dachten wir uns, aber so war es eben. Am nächsten Tag bereiteten wir uns vor wieder im Camper zu leben und gingen Abends zu Peter in das Haus, wo er uns zum Abendessen eingeladen hatte und uns auch seine neue Freundin vorstellen wollte! Japp, genau, und nein es ist nicht Megan, die Frau, mit der er Kimberly betrogen hatte sondern Cindy, Kimberlys beste Freundin. Oder zu dem Zeitpunkt irgendwie verständlicher Weise ehemalige beste Freundin.

Der Abend war wieder relativ Aufschlussreich, allerdings wollen wir da auch nicht sooo drauf eingehen. Was wir toll fanden, er hat extra für uns nach Pauas getaucht, sehen aus wie Muscheln, sind allerdings Schnecken und in anderen Teilen der Welt als „Abalone“ bekannt. Diese sind in Neuseeland eine Delikatesse und sehr teuer, und vor allem schwer zu bekommen, da sie nicht eben im normalen Supermarkt angeboten werden. Das war für uns natürlich eine große Ehre. Aus den Pauas machte er teils eine Vorspeise, teils eine Sauce zu Nudeln.Absolut lecker!!!

Was wir allerdings nicht so toll fanden war seine neue Freundin Cindy. Sie war uns halt einfach nicht so sympathisch, keine Ahnung. Auch sein Kumpel war da (der wohl auch sehr wohlhabend war) und dieser trank mit Cindy und auch Megan (japp genau, die mit der er Kimberly betrogen hatte kam später auch noch dazu) mal eben 3 Flaschen Gin zu einem Preis von 100$ pro Flasche, an einem Sonntag wohlgemerkt. Nun ja, letztendlich haben wir uns das Essen schmecken lassen und sind dann auch nach 2 Stunden wieder gegangen, irgendwie war das nicht unsere Welt. Gelernt hat er wohl nix der Kerl. Auch wäre unserer Meinung nach Megan die bessere Wahl gewesen…

On the Road again!

So nun aber weiter. Am nächsten Tag starteten wir wieder unseren Trip on the road um die Südinsel zu erkunden.

Unser erstes Ziel war die Titirangibay, welche wirklich auch traumhaft schön war. Wir hatten sogar die Möglichkeit, da der Campingplatz direkt auch das Weidefeld von Schafen ist, direkt dabei zu sein, wenn die Schafherde mit Hunden zusammengetrieben wird. Es war sehr beeindruckend, vor allem, da die Befehle an die Hunde verschiedene Pfeifgeräusche des Farmers waren. Und am nächsten morgen aufzuwachen und als erstes eine tolle Aussicht und ne Schafsherde neben dem Auto zu haben war absolut toll! Leider hatten wir in der Nacht Sturm, sodass wir entschlossen wieder weiter zu fahren. Wir entschieden uns nochmal in die Elainebay zu fahren, irgendwie hats uns diese Bucht angetan. Dort sahen wir sogar Delfine, als wir einen Wanderweg dort liefen. Einfach traumhaft. Allerdings hatten wir sogar etwas Zeitdruck und konnten da nicht so lange bleiben, da Julia den Abel Tasman Coastal Track gebucht hatte, noch vor Bali.

Bevor wir den Track machen wollten, wollten wir nochmal in Nelson einen Zwischenstopp machen, einfach um uns richtig darauf vorzubereiten und auch die letzten Dinge einzukaufen. Schließlich haben wir so etwas noch nie gemacht.

Übernachtet haben wir mitten in der Stadt, so wie viele andere Camper auch. Es war zu dieser Zeit noch geduldet auf einem großen Parkplatz zu nächtigen. Allerdings gab es drum herum einige Bars und Clubs. Wir haben ein paar Bewertungen über diesen Platz gelesen, dass es gerade am Wochenende immer wieder Zwischenfälle gab, wo Camper geweckt wurden weil besoffene Jugendliche gegen das Auto schlugen oder traten. Ich dachte darüber nach, ob wir es riskieren sollten, allerdings sah ich die Menge an Camper, die dort standen und wir entschieden uns zu bleiben,obwohl es Wochenende war. Die Wahrscheinlichkeit das die ausgerechnet uns aussuchten schien doch sehr gering. Nun ja, was soll ich sagen, hätte ich mal lieber Lotto gespielt. Es kam wie es kommen musste, um 2.30 Uhr morgens wurden wir von einen lauten Schlag geweckt. Ich schaute aus dem Fenster und sah noch nen halbstarken Typen besoffen wegrennen. Den hätte ich aber bei bestem Willen nicht mehr bekommen. Bis ich es endlich aus dem Van geschafft hätte, wäre er eh über alle Berge. Ich schaute noch ne Weile aus dem Fenster und wollte eigentlich aufs Klo, allerdings waren da noch einige Jugendlich auf dem Parkplatz, die dort rumlungerten und sich dann anfingen zu prügeln. Kurze Zeit später kam auch die Polizei und etwa ne halbe Stunde später war dann alles schon vorbei. Wir stiegen aus um aufs Klo zu gehen, allerdings ging ich ums Auto rum und schaute ob es beschädigt sei, da wo ich den Schlag vermutet habe. Gottseidank war da nichts. Also stiegen wir wieder ein und schliefen weiter. Am nächsten Morgen standen wir auf und ich lief hinten um das Auto um die Vordertür aufzuschließen. Joah, da traf mich dann auch der Schlag. Eine riesige Beule samt Stiefelabdruck war auf der Kofferraumklappe zu sehen. Ich fluchte und zeigte das Julia und wir waren absolut sauer. Aber es half nix, das Ding war nun da. Wir versuchten es nicht so schwer zu nehmen, es ist ja nur ein Auto.

Abel Tasman Coastal Track

Wir fuhren nach Marahau und packten die letzten Sachen in unsere Rucksäcke. Wie gesagt, Julia hatte den Track noch vor Bali gebucht, also besser gesagt die Hütten. Der Track ist eine Mehrtageswanderung und insgesamt etwa 60km lang, den man in 4 oder 5 Tagen läuft. Man hat die Möglichkeit auf Campingplätzen zu schlafen oder in teureren Hütten. Camping ist nur im Zelt möglich, welches wir dann noch extra hätten kaufen müssen und vor allem auch mitschleppen. Genauso wie Isomatten. Da wir das nicht wollten buchten wir die Hütten.

Mit ca. 20 kg auf dem Rücken starteten wir los. Eingepackt hatten wir neben ein paar Wechselklamotten Schlafsack, Gaskocher, Ersatzkartusche, ein kleinen Topf, 8 Packungen Uncle Bens Reis, 2 Packungen gewürzten Couscous, Pumpernickel (den hat uns eine gute Freundin aus Deutschland geschickt) und Schmelzkäsescheiben. Gestellt wurden ein Kamin, Feuerholz, normale Toilette, Trinkwasser, Matratzen.

Nun ja wir wussten wirklich nicht was uns erwartet und waren sehr gespannt auf alles. Julia hatte 4 Hütten gebucht so hatten wir im Durchschnitt ca. 12 km pro Tag zu laufen. Mit den 20 kg auf dem Rücken. Berg hoch. Berg runter. Teilweise am Strand entlang. Leute, ich kann euch sagen, es war ne tolle Sache. Na klar war das anstrengend, aber es hat sich gelohnt. Die Natur, die traumhaften Strände, das Meer, die Tierwelt und auch eben die mentale Seite einer solchen Wanderung haben es zu einem ganz besonderen Erlebnis gemacht.

Als wir Abends in der ersten Hütte ankamen, waren wir sehr überrascht wie groß die Hütte sei. Es waren 5 oder 6 Mehrbettzimmer mit jeweils 5 Stockbetten enthalten und ein großer Raum mit Kamin. Auf einer Seite des Raumes waren Spülen und Platz zum kochen, auf der anderen Seite Stühle und Tische.

Wir suchten uns ein Zimmer, jeder ein Bett und zogen uns ein paar gemütliche Klamotten an bevor wir in denn großen Raum zum Abendessen kochen gingen. Ich muss noch mal zum Verständnis klar stellen, mit Gaskocher meine ich einen Kofferkocher mit einer Kochstelle. Ein riesiges und auch schweres Ding. Wir kochten unser Essen…es gab Reis! Dann schaute ich zu einem Pärchen rüber, die auch kochten. Sie sagte gerade was zu ihrem Freund und zeigte auf uns! Ich habe nicht gehört was sie sagte, aber ich dachte das es was in die Richtung, schau mal die haben das schwere Ding da mitgeschleppt, sein konnte. Okay, die waren erstmal unten durch dachte ich. Es waren… wen wunderts, Deutsche! Wir setzten uns also an einen Tisch, wo nur zwei andere saßen. Wir unterhielten uns während dem Essen mit beiden, die eine Deutsch wie sich raus stellte, die andere Schweizerin, beide allerdings schon Richtung 40 schätzen wir. Die Deutsche hat sich mit nem Wassertaxi an die Zweite Hütte fahren lassen und ist von dort in die anderer Richtung unterwegs. Also mit nur dieser einen Übernachtung. Die Schweizerin, nennen wir sie mal Andrea, war ne lustige Gesprächspartnerin. Erst in der ersten Hütte fanden wir heraus, dass viele nur einen Teil des Tracks laufen und eben nicht alle Tage. Andrea aber lief den ganzen. In unsere Richtung. Cool, also wussten wir wen wir in der nächsten Hütte wiedersehen würden. Am nächsten Tag ging es weiter. Als wir am Abend in der Hütte ankamen saß Andrea schon am Tisch und unterhielt sich mit einem anderen jungen Deutschen Pärchen. Wir bezogen unsere Betten, die diesmal alle in insgesamt 2 Räumen aufgeteilt waren. 14 Betten in einem Raum, 7 Matratzen nebeneinander in einer Reihe. Das wird interessant heute Nacht dachte ich, hoffentlich haben die sich alle Ohrenstöpsel mitgebracht, die werden sonst nicht neben mir schlafen können. Wir setzten uns zu Andrea an den Tisch und schwätzten mit den Deutschsprachigen. Nach einer Weile kam auch das andere Deutsche Pärchen von gestern in den Raum, somit wussten wir also, das sie wahrscheinlich auch den gleichen Weg hatten.

Im Laufe des Abends kamen wir mit dem Pärchen ins Gespräch.

Janina und Christian waren wie gesagt in unserem Alter. Und im Laufe der Gespräche wurden sie immer sympathischer. Chris angelt auch, selbst in Deutschland, mag alles was mit Licht zu tun hat und Nina war auch gleich auf Julias Wellenlänge. Also kurzum, es war so nett mit den Zweien, dass wir am nächsten Tag von der Lodge 2 Stunden zusammen bis zur nächsten Hütte gelaufen sind und uns unterhalten haben. Lodge fragt ihr euch? Japp, so haben wir auch geschaut. Tatsächlich erfuhren wir, dass es auf dem Weg eine Lodge gibt, bei der man eben auch essen kann. Nach 6 Mal Reis in Folge war die Aussicht auf einen leckeren Burger natürlich sehr anspornend, auch wenn ein kleiner Umweg dafür in Kauf genommen werden musste.

Am nächsten Tag hatten wir den größten Marsch vor uns. Der Weg war mit 6 Stunden laufen angegeben, allerdings mussten wir erst warten, bis Ebbe war, da der Weg direkt nach der Hütte durch einen Wasserarm ging, der eben nur frühstens 1 Stunde vor Ebbe und 1,5 Stunden danach zu überqueren ging. Also hieß es erstmal warten, da es frühstens um 12 losgehen konnte. War schon sehr interessant, jeder hat ein anderes Tempo drauf, und jeder ging immer los wann er wollte, nun war es anders. Als es langsam auf die 12 Uhr zuging wurden die Leute ungeduldig. Irgendwann ging ein Junges Mädel los, offensichtlich hatte sie Zeitdruck. Die Wassertaxis fuhren von einer 2 Stunden entfernten Bucht. Jedenfalls wollte sie nicht länger warten und lief ne halbe Stunde vorher los. Das Resultat daraus war, das sie wirklich bis zur Hüfte im Wasser stand. Wir entschieden uns dann doch lieber noch etwas zu warten. Den langen Weg gingen wir komplett mit Nina und Chris was echt toll war, so konnten wir uns gegenseitig kennenlernen und die Zeit verging wie im Flug. Nach einem wirklich anstrengenden Marsch kamen wir in der letzten Hütte an. Und die war wirklich toll! Gebaut in 1896 war es eigentlich ein Wohnhaus einer Farmersfamilie gewesen. Es war wirklich total urig und gemütlich. Sie war deutlich kleiner als die anderen, mit weniger Betten. Das lag daran, dass viele eben nur einen Teil des Walks laufen und meistens eher die ersten Hütten mitmachen. Jedenfalls haben wir deutschsprachigen alle in einem Zimmer geschlafen. Und wir haben alle absolut toll geschlafen. Am nächsten Tag mussten wir wieder 3 Stunden zurück laufen, da die Wassertaxis nur bis dahin gefahren sind und uns dort abgeholt haben. Andrea musste in die andere Richtung, da sie ein Busshuttle gebucht hatte. Also waren wir nur noch wir 4. Wir verabredeten uns für die nächste Nacht auf einen Campingplatz mit heißer Dusche zu gehen und gut zu Essen und natürlich auch zu trinken.

Dann wurden wir abgeholt und fuhren mit dem Wassertaxi zum Parkplatz, wo unser Auto (leider immernoch mit Beule) stand. Dort gönnten wir uns erstmal einen Kaffee im angrenzenden Cafe.

Für uns war dieser Walk eine ganz tolle Erfahrung. Die Landschaft war wunderschön mit Goldenen Stränden und Natur pur! Während wir in Blenheim auf dem Weinfeld gearbeitet haben, haben wir das Hörbuch „Ich bin dann mal Weg“ von Hape Kerkeling gehört. Das Buch ist im Grunde eine Erzählung seiner Erfahrungen, die er gemacht hat während er den Jakobsweg gelaufen ist. Wirklich empfehlenswert. Jedenfalls haben wir einige Passagen in dem Walk wiedererkannt… Probleme, tolle Dinge… etc. Ich war sehr froh, dass Julia mich dazu überredet hat.

Motueka

Wir verstanden uns so gut mit Janina und Christian, das wir nach der ersten Nacht noch zwei weitere Nächte auf einem anderen Campingplatz verbrachten und Tagsüber versuchten zu angeln. Leider hatten wir keinen Erfolg. Julia und Ich blieben noch zwei Tage in Motueka und versuchten unser Glück während die anderen zwei weiterfuhren. Jedenfalls trafen wir uns nach den 2 Tagen noch mal um nen lustigen Abend zu haben. Wir beschlossen Weihnachten zusammen in Christchurch zu feiern. Und dann fuhren wir los.

Wir entdecken die Südinsel

Von Motueka/Nelson fuhren Julia und ich dann durchs Landesinnere an die Nördliche Westküste. Wir machten einen Stopp auf einen Campingplatz in Mokihinui um es mit dem Angeln nochmal zu probieren. Und tatsächlich war es der Erfolgreichste Fang unserer Neuseelandreise. Julia fing ganze 3 Kahawais, ich einen, alle ca. 2 kg schwer und ca. 65 cm groß. Zwei weitere sind uns leider von der Angel abgesprungen und einer war schon aus dem Wasser, ist dann aber an Land vom Haken gehüpft und hat sich ins Wasser gezappelt, leider hab ich ihn nicht mehr bekommen. Egal, 8 kg Fisch, läuft. Zwei davon hab ich filetiert, die zwei anderen Tiefgefroren und später Suppe daraus gemacht. War echt klasse!

Dann schauten wir uns in Karamea Kalksteinbögen an.

Wir nahmen natürlich noch andere Sehenswürdigkeiten an der Westküste mit wie zum Beispiel die Pancake-Rocks, Felsformationen, die aussahen, als wären es verschiedene Platten die aufeinander gestapelt worden sind, wie ein Pfannkuchenstapel eben oder sonstige Aussichtspunkte und fuhren auf dem berühmten Westcoasthighway, der auch ausgezeichnet wurde als einer der schönsten der Welt. Dann fuhren wir von Greymouth über den Arthurs Pass nach Christchurch. Der Arthurs Pass war in sofern gut, da man dort Kea´s, Alpine Papageien sehen konnte wenn man Glück hat. Die Keas sind sehr vom aussterben bedroht und es gibt nur noch ca. 2000 Stück. Wir gingen ins Visitorcenter um zu fragen welchen Track wir nach oben maschieren müssen mit der größtmöglichen Chance Keas zu sehen. Grinsend meinte der Mitarbeiter das wir dazu eigentlich nur zum Restaurantcafé des Dorfes 200 Meter vom Visitorcenter entfernt gehen müssen, die werden meistens durch die Speisen der Gäste angelockt und hoffen darauf, dass sie einen Happen erhaschen können. Okay, mit solch einer Antwort haben wir nicht gerechnet, allerdings ist das mittlerweile leider Realität. Also gingen wir dort hin und sahen auch direkt zwei Keas die „Kaffee tranken“ (Video davon in unserem Youtubekanal).

Wir entschieden uns weiter zu fahren.

Nach einem kurzen Vorräte-wieder-auffüllen-Zwischenstop in Christchurch steuerten wir unser nächstes Ziel an.

Oamaru

Wir haben von verschiedenen Quellen gehört, das man besonders in Oamaru den kleinsten Pinguin der Welt, den Little Blue Penguin sehen kann. Und abgesehen von den Pinguinen ist Oamaru die Hauptstadt des Steampunks. Für die, die nicht wissen was das ist, googlet einfach mal danach, so wirklich erklären kann ichs auch nicht. Zurück zu den Pinguinen. Wir hörten, dass es einen Campingplatz direkt an Hafen gibt, auf dem sogar welche unter der Küche wohnen sollten. Also nix wie hin. Tatsächlich war ein kleiner Pinguin unter der Treppe der Küche und wartete auf seine Eltern. Die Pinguine kommen in der Abenddämmerung ans Land um die Beute an die Kleinen zu verfüttern. Also war es klar, einfach warten bis wir sie sehen.

Als es dann Abend wurde war der Campingplatz wie ausgestorben. Alle waren vor dem Campingplatz an der Wasserkante des Hafens um Pinguine zu entdecken. Und je dunkler es wurde, umso mehr kamen auch aus dem Wasser. Es war total toll zuzusehen wie die kleinen Geschöpfe tollpatschig dastanden, sich putzten und dann anschließend los watschelten um zu ihrem Kind zu kommen, die schon sehnsüchtig schrien.

Wir waren relativ lange da um das Geschehen zu beobachten, was wirklich toll war. In unseren Augen ein persönliches Highlight unserer Reise in Neuseeland.

Dunedin

Nach Oamaru ging es weiter nach Dunedin. Diese Stadt liegt direkt am Otago Peninsula wo wir als erwähnenswertes Highlight einen Zwischenstopp an einem Albatros Center machten um Albatrosse anzuschauen. Allerdings kostete dieses Center enorm viel Eintritt, weshalb wir entschieden sie aus der Ferne zu beobachten. Leider war das dann wiederum so weit, dass man nichts sehen konnte. Aber ein paar Meter weiter war eine kleine Beobachtungshütte, wo man den vom aussterben bedrohten Yellow-Eyed-Penguin, dem Gelbaugenpinguin beobachten kann, falls gerade einer zufällig an Land kommt. Wir hatten Glück! In dem Moment, in dem wir gerade da waren, kam einer aus dem Wasser gewatschelt, putzte sich, und watschelte zu seinem Kind. Echt ein tolles Erlebnis!

Die nächsten Tage fuhren wir weiter in den Süden. Wir schauten uns den Nuggetpoint mit seinen tollen Klippen an und schauten uns die McLean-Falls im Catlins Forrest an bevor wir weiter nach Invercargill/Bluff fuhren. Dort regnete es die ganzen Tage und wir kamen endlich dazu unseren Blog etwas abzudaten.

Dann ging es weiter ins Landesinnere. Wir machten Halt in Alexandra und Clyde und machten eine Fahrradtour auf dem dort berühmten Railtrail, ein Fahrradweg auf einer alten Bahnstrecke. Da ich schon immer mal E-Bike ausprobieren wollte, war das auch ne tolle Gelegenheit. Es hat määääächtig Spaß gemacht. Auch Julia, die sich für ein normales Bike entschieden hatte, hatte viel Spaß. Die Landschaft war total abgefahren, total was anderes was wir an der Küste gewohnt waren. Total staubig, trocken, felsig. Und heiß hatten wir es. War eine tolle Tour!

Was ich an Alexandra so toll fand war die Uhr, die im Berg ist ähnlich wie dieser Hollywoodschriftzug in Hollywood. Nur die Leute in Alexandra waren smarter, die hatten wenigstens noch den Nutzen die Uhrzeit zu sehen!

Lake Pukaki

Weiter ging es über Omarama und Twizel zum Lake Pukaki, von welchem man eine tolle Aussicht auf den Mt. Cook hatte. Leider war das Wetter etwas wolkig und dort, wo der Mt. Cook eigentlich ist, war er nicht zu sehen, da eine dicke Wolkenwand davor war. Lustigerweise wussten wir das allerdings nicht. Daher hielten wir irgendeinen andern Berg der n bissl mit Schnee bedeckt war für den Mt. Cook.

Aber dennoch war das einer der schönsten kostenlosen Campingplätzen, die wir gesehen haben.

Weiter ging es über Lake Takepo und Timaru Richtung Christchurch, da wir uns mit Nina und Chris verabredet haben, in Christchurch Weihnachten zusammen zu feiern. In Timaru haben wir uns abends nochmal Pinguine angeschaut, dort fanden wir toll, dass da einer war mit ner Warnweste, der geguggt hat, dass man den Pinguinen nicht zu nah kommt und vor allem ohne Blitz fotografiert wird, was man sämtlichen Chinesen erklären musste.

Weihnachten bei den Raikaia Huts

Wir entschieden uns Weihnachten auf einem günstigen Campingplatz am Meer zu verbringen. Ich wählte den Platz bewusst aus, da ich hoffte mit Chris dort angeln gehen zu können. Auch hörten wir, dass gerade Lachssaison ist und es möglich ist, dort eben Lachse zu fangen. Dafür hätte ich eine Tageslizenz kaufen müssen, aber das wäre natürlich nicht das Problem. Problem war viel eher, dass uns die Locals davon abrieten, da man unbedingt ne Schwimmweste tragen muss dort, da das Meer dort sehr unberechenbar sei und einen wirklich verschlingen kann, da genau dort eine Kante unter Wasser ist und man aus dem Sog sonst nicht mehr raus kommt wenn einen einmal eine Welle erfasst hat. Auch vom baden im Meer wurde uns abgeraten. Na toll dachten wir uns, so n selbst gefangener Lachs wäre schon ein geiles Highlight gewesen zu Weihnachten.

Direkt an Heilig Abend verbrachten wir den Tag mit essen quatschen und trinken. Mittags unternahmen wir einen Spaziergang am Steinstrand und hatten tatsächlich unser Weihnachtswunder. Als wir am Strand saßen und die Sonne genossen (es war nicht so war an dem Tag, da waren die Sonnenstrahlen zum aufwärmen klasse), schwamm direkt vor unseren Augen ein Schwarm der sehr seltenen und kleinsten ihrer Art vorbei: Hektordelfine!!! Wie genial war das denn eigentlich. Wir haben überhaupt nicht damit gerechnet und sie waren so nah am Strand! 🙂

Wir verstanden uns sehr gut mit dem Hausmeister dort und der schenkte uns ein paar Lachsfilets, die er gefangen und geräuchert hatte.

Somit gab es am Heiligabend Rinderbraten, dazu machte ich Kartoffelklöße und Sauce. Den Lachs gabs am ersten Weihnachtstag, und dazu gabs die übrigen Klöße vom Tag davor, angebraten! Sau lecker! Und was gabs noch? Selbst gefangene Forelle! Irgendwie hat es Chris etwas gewurmt, dass wir nicht auf Lachs angeln konnten, so ist er eben fix an einen Flussarm vor dem Campingplatz gegangen, hat ein paar mal seine Angel reingeworfen und nach 5 Minuten hatte er ne richtig fette Forelle rausgezogen! Ein absolutes Festmahl! Am zweiten Weihnachtstag verabschiedeten wir uns und fuhren nach Christchurch zum Flughafen, um Thomas am Flughafen abzuholen, Julias Bruder.

Frohes Neues Jahr!

Hallo ihr Lieben,

 

als erstes wünschen wir euch ein Frohes, Neues Jahr! Vor lauter „Reisestress“ kamen wir gar nicht dazu, euch hier auf den neusten Stand zu bringen. Zu Weihnachten kam uns Julias Bruder Thomas besuchen und reist jetzt mit uns bis Ende Januar. Daher haben wir natürlich unser Reisetempo erhöht und haben noch weniger Zeit, was auch garnicht schlimm ist, da wir das Wetter, was hier echt schön ist, absolut genießen. Daher nehmt uns das bitte nicht übel, das ihr nicht viel von uns hört, wir genießen erstmal und melden uns wieder wenn wir schlechtes Wetter haben um euch von unseren Erlebnissen zu berichten!

Also, bis bald ihr Lieben, sweet as! 😉

Die letzten Wochen in der WG

Olga & Enrico

Wie schon beschrieben haben wir ja eine Mitbewohnerin aus Tschechien bekommen, Olga. Sie zog etwa 2 Wochen nach uns ein. Wir unterhielten uns und sie schien einen netten und angenehmen Eindruck zu machen. Am Anfang war sie ja auch meist nur kurz nach dem arbeiten da, hat was gegessen, und ist dann verschwunden, um sich mit Freunden zu treffen. Zu der Freakshow war sie die Nacht ja nicht da, zu ihrem Glück. An einem Freitag Abend fragten wir sie nach ihren Plänen und sie sagte, sie wolle sich mit Freunden treffen und auf eine Latinoparty gehen. Sie lud uns ein sie zu begleiten. Da wollten wir nicht nein sagen und begannen noch zu Hause ein paar Gläser Wein zu trinken und uns zu unterhalten. Sie erzählte uns, dass sie eigentlich mit Ihrem Freund nach Neuseeland gekommen ist, mit dem sie seit 7 Jahren zusammen war. Sie reisten wohl durch Neuseeland und blieben hier in Blenheim hängen, nachdem sie soweit alles gesehen hatten und begannen hier zu arbeiten. Sie lebten in einer WG mit lauter anderen Tschechischen Pärchen. Allerdings wollte ihr damaliger Freund lieber immer zu Hause hocken, während sie immer am Wochenende ausgehen wollte, was sie in Prag wohl auch immer gemacht hat. Jedenfalls trennte sie sich von ihm und er zog aus der WG. Sie konnte sich die Miete nicht mehr leisten und musste gehen, so zog sie zu uns. Sie erzählte uns, dass die Vermieterin sie gar nicht früh genug losbekommen konnte und ihr sogar half ihre Kisten raus zu tragen, um sie so schnell wie möglich aus dem Haus zu bekommen. Das fanden wir in dem Moment schon ziemlich lustig, als auch eigenartig. Nun ja, jedenfalls fing es da an, dass wir merkten, dass sie sich wie eine Prinzessin benahm. Kamin anmachen – konnte sie nicht, Holz holen – konnte sie nicht, putzen – konnte sie nicht, Müll raus bringen – machte sie nicht… jedenfalls ging uns ihr Getue mächtig auf die Nerven, sodass wir dann eben auch nichts mehr machten und sie dann, wenn wir nicht da waren, im Kalten hockte. Der indische Koch aus Whangarei, er spukt uns immer und immer im Kopf… Karma… also machten wir es uns so gemütlich wie es ging und ließen sie so ziemlich links liegen. Allerdings kam dann ihr neuer Freund, Enrico, ein Chilene. Wir mutmaßten einfach, dass es letztendlich der Grund für die Trennung war, was aber auch egal war. Er war eigentlich n ganz netter Typ. Aber leider einfach verknallt. Er merkte halt eben nicht, dass seine Prinzessin nichts kann. Nicht mal die Klobürste benutzen. Wir kamen uns echt mega dämlich vor einer vermeintlich erwachsenen Frau zu sagen, sie solle doch bitte die Klobürste benutzen. Egal. Und da uns Olga im Laufe des zusammen wohnens echt nervte, wollen wir jetzt gar nicht weiter drauf eingehen und davon erzählen, sie hat uns schon genug Nerven gekostet. Schließlich bleibt zu erwähnen, dass wir an ihrem Auszugstag gegen 11 Uhr morgens mit einem Glas Wein anstießen, nachdem sie den Schlüssel abgegeben hatte und das Haus verlassen hatte. 😀

Fishing in Blenheim

Nachdem unsere Arbeitskollegin erzählt hat, dass sie relativ oft mit ihrem Freund am Wochenende angeln geht, wurde ich natürlich hellhörig. Ich fragte sie aus, wo und wie und warum und schwubs, schon bin ich mit Julia zu der Flussmündung gefahren, wo man gut angeln kann. Ich lief mit Julia über den Strand und sah sehr viele Angler, die ihren Sonntag dort verbrachten, alle hatten mindestens 3 Riesige Kahawais vor sich liegen. Ich fragte einen, welchen Köder sie benutzen und er nannte diesen.. Dann fragte er mich, ob wir einen von seinen 8 Kahawais haben möchten. Wir lehnten dankend ab und fuhren nach Hause, allerdings wusste ich genau, ich werde wiederkommen. Gesagt, getan, Köder gekauft, Julia eingepackt, zum Spot gefahren. Probiert, nix gefangen. Nur die Köder waren abgefressen. Allerdings hatte ich nicht so viel von dem Köder dabei, da dieser tiefgefroren ist und ich nicht wollte das alles auftaut. Dann sahen wir noch den Männern aus Vanuatu zu, die nach Ihrer Arbeit auf dem Feld noch zum angeln gehen. Allerdings angelten sie eben auf eine andere, viel einfachere Art. Statt sich für teuer Geld eine Angelrute zu kaufe, kauften sie nur Angelschnur, die sie um eine Plastikflasche banden, Haken, Blei (besser gesagt, irgend ein Gewicht, der eine hatte ne Bierflasche dran) und Köder. Und damit angelten sie sehr erfolgreich.

Am nächsten Tag wollte ich wieder mein Glück probieren und wir fuhren wieder hin. Auch Julia hatte genug vom rum sitzen und liebäugelte mit der Angeltechnik aus Vanuatu. Also bat sie mich, auch um ein Handline-Fishing-Set. Tatsächlich hatte ich noch einen Stock mit meiner alten Angelschnur drum gewickelt und band ihr noch schnell einen Hacken mit Köder und einem Gewicht dran. Und schon konnte es losgehen. Julia wickelte einige Meter von dem Stock ab und schleuderte das Gewicht mit Haken und Köder wie ein Lasso über dem Kopf um es dann loszulassen und es in Richtung Wasser fliegen zu lassen. Genau so wie sie es von den Männern aus Vanuatu abgeschaut hatte. Doch manchmal spielt die Schwerkraft ein böses Spiel mit uns. Offensichtlich hat Julia etwas zu wenig Schnur von dem Stock abgewickelt und nunja, ALLES flog eben ins Wasser. Julia war so erschrocken über den Zug an der Schnur, das sie es auch losgelassen hat. Natürlich fluchte sie wie ein Rohrspatz, nachdem alles 3 Meter vor ihr im Wasser trieb. Sie dachte sogar daran, ins Wasser zu gehen und es zu holen, was bei den Temperaturen echt kalt war. Ich sagte ihr, das es ok ist, sie soll sich nicht aufregen. Dummerweise kam ich in dem Moment auch nicht auf die Idee, das Zeug mit der Angel aus dem Wasser zu fischen, was sicher kein großes Ding wäre, egal. Etwa 5 Minuten später hatte ich dafür aber meinen ersten Kahawai an der Angel. Und soooo riesig. Ich nahm ihn aus und nahm ihn mit nach Haus, wo ich ihn filetierte und mit Kurkuma, Chili und Salz paniert in der Pfanne anbriet. Ein Gaumenschmaus!!! (Videos auf unserem Youtubekanal)

Natürlich waren wir von dem Erlebnis total angefixt und nahmen uns vor, öfters zu gehen wenn es die Zeit erlaubt. Aber Julia hat ja nix zum Angeln. Also fuhren wir ab ins Warehouse, Julia ging direkt zu den Angelsachen. So gefällt sie mir, dachte ich 😀 Sie schaute nach einem neuen Handlinefishing-Set. Ich fragte Julia, ob sie denn nun damit regelmäßig angeln möchte. Als sie dies bejahte suchte ich mir eine neue, riesige Angelrute extra fürs Strandangeln aus und sagte ihr, das sie nun meine alte haben kann 😀 Nun hat jeder eine Angel.

Leider kamen wir dort nur ein paar mal zum fischen, da es fast den gesamten September regnete und der Fluss soooo schmutzig war, dass die Fische nix gesehen haben.

Wairau Lagoon Walk

Dann bleibt es nur noch am Rande zu erwähnen das wir den Wairau Lagoon Walk endlich gemacht haben und das Schiffswrack SS Waverly angeschaut haben. Das Wrack war nicht wirklich so spannend, der Weg dahin allerdings schon. Wir haben schon vorher 2 Versuche unternommen zu diesem Wrack zu kommen, allerdings war es nicht möglich, da der Weg dauernd überschwemmt war. An einem Wochenende eine Woche vor dem Ende unserer Arbeit haben wir uns aber getraut ihn zu gehen. Mit unseren schon undichten Snowboots sind wir den Weg nach einer Woche Sonnenschein gegangen und dennoch gab es eine Stelle, an der man durchs Wasser musste. Leider war das Wasser so tief, das es über die undichten Stellen der Boots schwappte und dort hinein floss. Ende vom Lied war, dass wir einen Teich in den Schuhen hatten 😀

Scenic Route Rarangi nach Picton / Havelock

Wir sind mit dem Auto die Scenic Route von Rarangi nach Picton gefahren. Diese Strecke ging die ganze Zeit an der Küste der Marlborough Sounds entlang. Soooo schööön. Dort gibt es einen Campingplatz, den wir auf alle Fälle besuchen werden, wenn Julias Bruder uns besucht.

Auch in Havelock waren wir, nettes kleines Örtchen mit Hafen und guten Fish & Chips, das wars aber auch schon.

Nelson Teil 1

Wir hörten von Nelson, dass es sehr toll sein soll. Also fuhren wir auch nach Nelson um uns das anzuschauen. Es ist viel größer, als wir gedacht haben. Wir fragten erstmal, wo wir mit unserem Camper schlafen durften und sind anschließend ein wenig durch die City bummeln gegangen. Kaum waren wir unter den Leuten, hat man nur noch Deutsch gehört. Dann ein Laden, Franks Wurstladen oder so und schon hat man sich fast wie in Deutschland gefühlt. Sein Angebot von Schwarzwälder Schinken oder ne frische Bratwurst vom Grill machte es perfekt. Ich konnte natürlich nicht widerstehen und kaufte ne Bratwurst im Brötchen. Wir schauten uns um, gingen zum „Mittelpunkt von Neuseeland“, zum Tanshui Beach wo schon ein paar verrückte Mädels im Bikini Beachvolleyball spielten (es wahr saukalt, alle waren mit Winterjacke unterwegs).

Wir übernachteten auf einem Parkplatz mitten in der City. Es war schon sehr skurril. Richtig viele Camper dort und fast alle deutsch. Und wir mussten uns wirklich wieder schämen. Dort war noch ein Superloo in der Mitte, ein Klo das die ganze Nacht auf hat und an dem man Tagsüber auch Duschen kann, Wäsche waschen oder sein Gepäck in Schließfächern aufbewahren kann. Die Klos, welche die ganze Nacht aufhaben, haben ein kleines Vordach. Was machen die Deutschen jungen frisch aus der Schule abgegangenen? Die bauen sich bei schönstem trockenen Wetter Tisch und Stühle vor den Toiletten unter dem Dach auf und kochen da. Gespült haben sie dann entweder in der Toilette im Waschbecken oder eben alles in die Büsche gekippt. Wir können sowas echt nicht verstehen und ärgern uns da echt immer wieder drüber. Egal.

Am Abend sagte ich noch zu Julia, das es mich nicht wundern würde, wenn wir hier Isolde wiedersehen würden, eine junge Frau, die wir in Whangarei kennen gelernt haben und wir den Namen nicht wissen. Wir haben sie mal Isolde getauft. Sie war einfach ein wenig nervig und wir flüchteten sozusagen etwas vor ihr, da wir sie im Northland der Nordinsel sowohl in Paihia gesehn (sind aber schnell weiter gefahren) und dann bei den Giantdunes (wieder weggefahren). In Kaitaia hat sie uns dann aber auf dem Campingplatz erwischt und uns in ein Gespräch verwickelt, nun ja. Jedenfalls sind wir dann am nächsten Morgen aufgewacht und als wir aus dem Auto gestiegen sind, wer stand auf dem selben Platz nur etwas weiter entfernt und hat uns nicht bemerkt? Genau, Isolde. Wir beeilten uns wegzufahren 😀

Pic’s Peanutbutterfactory

Ein Hauptgrund nach Nelson zu fahren war unter anderem eine Fabrikbesichtigung der Pic’s Peanutbutterfactory (Erdnussbutterfabrik). Um 10 Uhr gings los. Die Führung war echt interessant. Wir konnten sehen, wie einfach Erdnussbutter hergestellt wird, nur mit der Zutat Erdnuss und ggf. Salz. Das wars! Julia ist ja nun sowieso auf dem Erdnussbuttertrip sodass wir es sicher auch versuchen werden diese herzustellen. Anschließend gabs noch ne kleine Verkostung der verschiedenen Buttersorten (Crunchy, mit Salz, Creamy, Cashewbutter, Mandelbutter).

Winetasting

Da wir ja in der wohl bekanntesten Weingegend Neuseelands wohnten konnten wir uns es natürlich auch nicht entgehen lassen, an einer Weinprobe teilzunehmen. Da wir den Wein allerdings trinken wollten und nicht wieder ausspucken, wie es normalerweise üblich ist, haben wir uns eine Winery ausgesucht, die wir zu Fuss erreichen konnten, da uns da Taxi zu teuer war und wir mit Alkohol im Blut kein Auto fahren. Auch wenn leider letzteres hier in Neuseeland absolut üblich ist.

Wir entschieden uns für das Weingut „Wither Hills“. Das Tasting war echt nett und wir waren echt überrascht, wie viele Geschmacksnuancen man aus den verschiedenen Weinen heraus schmecken kann. Das krasseste war ein Wein, leider fällt uns die Sorte nicht mehr ein, der hat tatsächlich nach Kerosin geschmeckt. Nach dem Tasting gönnten wir uns einen Pinot Noir Rosé und genossen ihn mit einer traumhaften Aussicht über die Weinfelder vor Blenheim auf der Terrasse des Weinguts.

Elaine Bay / French Pass Marlborough Sounds

Eineinhalb Wochen vor unserem Balitrip sollte es ein sonniges Wochenende werden, so beschlossen wir an den French Pass zu fahren. Dieser liegt weit in den Marlborough Sounds und dauert ca. 3 Stunden von Blenheim aus. Wir bekamen die Empfehlung von unserer Arbeitskollegin. Also packten wir unser Zeug und die Angeln und los gings.

Der Weg dahin war einfach wunderschön. Wir beschlossen erst mal zur Elaine Bay zu fahren wo es auch einen Campingplatz gibt. Also sprich ne Rasenstellfläche, zwei Wasserhähne, zwei Picknicktische und 2 Plumpsklos. Als wir an der Bay ankamen waren wir sofort verliebt. So friedlich, glasklares Wasser. Ein Steg geht ins Wasser, an dem man angeln kann. Dort war auch ein nettes Niederländisches Pärchen, mit dem wir uns unterhielten. Sie versuchten zu angeln, hatten aber kein Glück. Leider war die Flut schon vorbei und das Wasser wurde weniger. Kurz nachdem die beiden aufgehört hatten, versuchten wir unser Glück. Und schwubs hatte ich einen Fisch an der Angel. Leider durften wir diesen nicht behalten, da er fiel zu klein war. Aber der Niederländer kam gleich ganz aufgeregt und fragte, wie ich das gemacht habe, da sie stundenlang versucht haben was zu fangen und nichts gefangen haben. Und plötzlich war der Anfänger der Profi 😀

Ich erklärte ihm n paar Sachen und wir verabredeten uns für den nächsten Vormittag, wenn die nächste Flut kam und die Fische dann am besten beißen. Abends bei Ebbe war das Wasser nur noch einen halben Meter tief und absolut klar. Wir hörten, dass Abends regelmäßig Adlerrochen und Stachelrochen in die Bucht bis an den Strand kommen und Tatsache, als wir auf den Steg gingen um danach Ausschau zu halten sahen wir ein großen Adlerrochen und nen Stachelrochen. Es war so schön zu sehen, wie majestätisch sie durch das Wasser glitten. Und einen Sandhai sahen wir.

Später am Abend als es schon dunkel war sind wir nochmal an den Steg gegangen um zu schauen, ob wirklich Leuchtplankton im Wasser sei, was wir auch irgendwo gelesen haben. Und jepp, nachdem ich ein Stein ins Wasser geworfen habe und das Wasser kurz schwach aufgeleuchtet hat wussten wir, es ist da. Es war wirklich nur sehr schwach und sah etwa so aus, als ob das Wasser reflektieren würde. Das konnte aber nicht sein, da es keine Lichtquelle gab, die die Reflexion hätte auslösen können. Nachdem wir ne Weile mit einem Wasserschlauch und dem Wasser gespielt haben, der dort am Steg hing und eigentlich dafür gedacht war, die Boote zu säubern, ging Julia wieder zum Auto. Ich musste allerdings aufs Klo. Und da es stockdunkel war, kein Mensch am Steg und ich dringend musste, dachte ich mir, na wo wir schon mal hier sind… Was soll ich sagen, soooo was schööönes 😀 Jedenfalls hatte das reinpinklen einen seeeeehr lange nachleuchtenden Effekt! 😀

Am nächsten Tag versuchten wir es nochmal mit dem Angeln, hatten aber kein Glück. Wir fuhren dann weiter zum French Pass um uns den Campingplatz mal anzuschauen, entschieden uns aber gegen eine Nacht dort, da das Wetter umschlagen sollte und ab Nachts und am nächsten Morgen nur Regen angesagt war. So entschieden wir uns noch ein paar Stunden am French Pass zu angeln und dann wieder Heim nach Blenheim zu fahren.

Wir angelten also ein wenig drauf los und ich war echt verdutzt, dass nach einer Weile tatsächlich was am Haken war: Ein 75cm langer Sandhai. Ich zog ihn erstmal an Land und googlete schnell, ob man die essen kann. Als ich ein paar Videos darüber fand, sagte ich zu Julia, dass das unser Abendessen wird und machte mich daran ihn zu töten. War schon nicht sooo einfach, sein Maul war so groß, da hat meine Faust locker reingepasst und spitze Zähne hatte er auch. Das schlimmste waren aber seine Augen. Ich will nicht weiter ins Detail gehen, jedenfalls habe ich mir unter anderem deswegen vorgenommen, keinen Sandhai mehr zu töten.

Seine Haut fühlte sich übrigens wie Sandpapier an.

Wir packten den Hai in unsere Kühlbox und machten uns auf den Rückweg. Kurz nachdem wir gestartet sind bekamen wir eine Sms von unserem Vermieter Peter, dass er einen Nachmieter für Olgas Zimmer habe und er gerade einzieht und entschuldigte sich, dass es so plötzlich war. Für uns war das natürlich total frustrierend, schließlich wohnten wir nun seit Olgas Auszug schon seit ca. 3 Wochen in dem Haus komplett allein und eigentlich haben wir insgeheim darauf gehofft, dass er keinen Nachmieter mehr vor unserem Auszug bzw. Abreise nach Bali findet. Nun ja, das war wohl das Karma. Vielleicht wegen dem Hai?

Wir hielten nochmal in Havelock, um den Hai auszunehmen, was ne sehr stinkige Angelegenheit war. Dann machten wir uns auf den Weg den neuen Mitbewohner in Augenschein zu nehmen.

Unser neuer, ekelhafter Mitbewohner Kevin!

Als wir endlich zu Hause ankamen waren wir wirklich sehr gespannt auf ihn. Peter hatte schon geschrieben, dass es ein Kerl ist. Als wir das Haus betraten kam uns schon eine gehörige Käsefüßefahne entgegen. Boah, ekelhaft. Kevin, 19, machte einen superjungen Eindruck. Eigentlich so, als ob er noch mitten in der Pubertät wäre. Wir versuchten eine Unterhaltung zu starten. Er war ein Kiwi, wie wir noch verstehen konnten. Aber das wars auch schon. Und obwohl wir das Kiwi-Englisch mittlerweile echt gut verstehen können, war es uns nicht möglich, diesen Kerl auch nur ansatzweise zu verstehen. Das einzige was wir verstanden war, dass er morgen einen neuen Job beim Straßenbau anfängt und auf die Baustelle von der Scenic Route Richtung Kaikoura muss, wo schwere Straßenschäden vom Erdbeben im November letzten Jahres sind.

Ich wills kurz machen, er hat in den ganzen eineinhalb Wochen, in der er bei uns gewohnt hat nur ein (1) einziges Mal geduscht!!!

Am nächsten Tag ging er zur Arbeit und kam Abends wieder. Am Dienstag ging er früh aus dem Haus, allerdings kam er schon um halb 9 wieder heim. Es regnete an dem Tag und es wunderte uns nicht, da er wohl wenn es regnet auch frei hat. Irgendwann verschwand er und wir hatten den Tag das Haus für uns allein. Um 21.30 Uhr kam er wieder und brachte eine Frauenstimme mit. Wir drehten uns um und vor uns stand seine Mutter, mit einem Kissen unter dem Arm. Sie stellte sich kurz vor und fragte uns ob es ok wäre, wenn sie die Nacht auf der Couch schlafen würde, sie hätte in den Hostels kein freies Zimmer gefunden. Komisch, uns sagte unsere Arbeitskollegin noch, dass ihr Hostel grad fast leer ist. Egal. Wir wollten eh auf unser Zimmer und mit Deutschland telefonieren. Gesagt, getan, also telefonierte ich ganz normal bis es um kurz vor 23 Uhr an die Tür klopfte. Kevins Mum war vor der Tür und bat uns doch leiser zu sein. Wir waren so perplex, dass wir nur ja sagten und die Tür wieder zu machten. Irgendwie wars dann auch vorbei mit der Lust zum telefonieren und ich beendete das Telefonat. Was bildet die Alte sich ein? Wir machten uns dann noch extralaut bettfertig und gingen schlafen. Ich versuchte mich zu beruhigen, es ist nur eine Nacht!

Am nächsten Tag war er irgendwie auch zu Hause und sagte was, er könne nicht arbeiten heute. Jedenfalls begann seine Mutter sein Fach mit den Lebensmitteln zu ordnen und Sachen hinzuzufügen. Er war die meiste Zeit im Auto vor dem Haus und rauchte. Irgendwann waren beide weg und wir genossen den Tag. Am Abend wurde es immer später und wir wunderten uns, dass er noch nicht da war, er muss doch arbeiten am nächsten Tag. Uns war es allerdings herzlich egal.

Es war gerade etwa 22.30 Uhr als es an der Tür klopfte. Wir wunderten uns schon und dachten, der Depp hat seinen Schlüssel vergessen. Julia öffnete die Tür und vor der Tür stand Kevins Mutter und sagte: „Hi, ich bin Kevins Mum, er schläft heute wohl bei einem Freund, ich werde in seinem Zimmer schlafen!“ Wir waren so perplex, dass wir nur noch ok sagten und sie rein ließen. Unfassbar. Wir wollten eh grad ins Bett, allerdings fragten wir uns, was hätte sie gemacht, wenn wir ein paar Minuten früher ins Bett gegangen wären? Echt unverschämt. Und sie denkt wohl wir haben das meeeeeega Kurzzeitgedächtnis, dass wir nicht mehr wissen wer sie ist, nachdem sie die Nacht zuvor da geschlafen hat und sich mit uns unterhalten hat…

Am nächsten Tag war sie wieder verschwunden. Er war irgendwie auch nicht mehr zu sehen.

Am Donnerstag Abend kam er wieder und wir fragten ihn, ob sie heute wieder vor hat hier zu schlafen. Er verneinte das und sagte, dass ihn das voll genervt hat. Darauf hin sagte ich ihm, dass wir das ziemlich nervig fanden und wir auch nicht gefragt wurden. Ich sagte, dass wir in einer Woche nach Bali fliegen und er danach das Haus wahrscheinlich komplett für sich allein hat und er dann einladen kann wen er will, wir aber jetzt keinen Besuch mehr über Nacht wünschen. Er bestätigte uns das.

Ein oder zwei Tage später, wir stehen morgens auf, gehen aus unserem Zimmer ins Wohnzimmer, liegen dort insgesamt 3 Leute auf der Couch und auf dem Boden. Wir dachten uns trifft der Schlag. Julia war richtig angepisst und hat erstmal alles was laut ist, in der Küche gemacht. Kaffeemaschine an, Wasserkocher an, Geschirr weggeräumt etc. Irgendwann ist der Herr dann aufgewacht (er war einer der 3 die dort geschlafen haben) und Julia hat ihn richtig schön zusammengefaltet. Danach sagte sie, das sie möchte, dass seine Freunde nun gehen. Und dann sind sie alle gegangen. Julia der Löwe sag ich da nur!!!

Am Sonntag waren wir bei Peter und seiner Mum zum Abendessen eingeladen. Es war im Grunde als Abschied und Dankeschön gedacht. Es war ein sehr netter Abend. Es gab Lammbraten! Peter zeigte uns seine Goldsammlung, die er sich innerhalb von zwei Jahren zusammengeschürft hatte, und wir redeten über alles mögliche. Dennoch brannte es uns unter den Fingernägeln ihm von Kevin zu erzählen. Also fragten wir vorsichtig nach, wie er zu diesem Typen kam. Er erzählte, dass seine Mutter für ihn angerufen hat und sie miteinander ausgemacht haben, dass er ihn erstmal kennenlernen möchte. Irgendwann spontan kamen sie dann wohl die ganze Familie mit Möbel und Zeug vorbei, der Vater legte die Miete auf den Tisch und fragte ob das nun klargeht. Nun ja da war Peter eben etwas überfordert und sagte demnach zu. Das ist auch echt ne miese Nummer und im Nachhinein garantiert so gewollt gewesen. Peter versuchte sich mit ihm zu unterhalten, aber selbst er als Kiwi verstand garnichts von dem, was Kevin sagte. So fuhr Peter direkt wieder zu seiner Mutter, wo er ja die meiste Zeit lebte. Offensichtlich hat Kevin eine Lernbehinderung, er konnte keinen normalen zusammenhängenden Satz bilden. Das war nun der Moment, Peter und seiner Mum von unseren Erfahrungen mit Kevin zu berichten.

So sollte er sich doch selber ein Bild von ihm machen. Nachdem wir ihm erzählt haben, dass er seit einer Woche nicht geduscht hat, dann die Nummer mit der Mutter und dann seinen Kumpels, das war dann auch für Peter zu viel. Er wolle ihn nächste Woche rausschmeißen.

Gute Idee im Grunde, allerdings waren wir uns nicht sicher ob der Typ nicht einen richtig an der Waffel hat und waren uns unsicher wie er wohl reagieren wird. Also baten wir Peter ihn erst vor die Tür zu setzen, nachdem wir nach Bali geflogen sind. Er sagte, klar kein Problem, was uns halt lieber ist. Und Peters Mum sagte, es wäre doch ne gute Sache, wenn Peter, solange wir noch die letzten Tage dort wohnen, auch im Haus schlafen würde. Das begrüßten wir natürlich, rechneten allerdings nicht wirklich damit.

Als wir am nächsten Tag Abend nach Hause kamen war Peter tatsächlich zu Hause. Er saß ein wenig geistesabwesend auf der Couch. Wir fragten ihn wie es ihm geht und teilten ihm mit, dass wir nochmal beratschlagt haben und es für noch besser halten würden, ihn direkt vor unserem Auszug rauszuschmeißen. Ja sagte er, das wird er nun auch machen, er hat nämlich gerade festgestellt, dass ihm jemand schon das dritte mal Benzin aus dem Kanister für den Rasenmäher geklaut hat. Und da ich das ja nicht war, wussten wir, das es Kevin war. Er versuchte ihn zu erreichen, erreichte ihn nicht. Dann rief er seine Mutter an und sie bestätigte ihm, das es sehr wahrscheinlich Kevin war, da er kein Geld mehr hat. Ach ja, Peter erzählte uns beim Abendessen bei seiner Mum, dass er Kevin gefragt hat wie es auf der Arbeit läuft und er ihm geschrieben hat, dass er am Montag gearbeitet hat, sich am Dienstag aber mit einem Arbeitskollegen geprügelt hat und er nun sein Job verloren hat. Das erklärte auch warum er die ganzen Tage immer zu Hause war tagsüber.

Kevins Mutter sagte ihm, dass sie dann morgen Abend nach der Arbeit aus Nelson kommen will und auf der Couch schlafen wird, am Mittwoch wird sie mit ihm ausziehen. Juhuuu dachten wir, hoffentlich klappt das auch.

Um es kurz zu machen, die Mutter kam am Dienstag Abend, am Mittwoch um 13.30 Uhr sind sie endlich ausgezogen und wir konnten in Ruhe für Bali packen.

Am Abend kam Peter nach Hause und schleppte zwei Flaschen Wein und eine Kiste Bier rein. Freudig erzählte er uns, dass die Anzeige gegen ihn wegen der Geschichte mit Kimberly fallen gelassen wurde und er keine Auflagen mehr hat, keinen Alkohol zu trinken. Wir freuten uns für ihn und tranken natürlich einen mit. Allerdings gingen wir früh ins Bett, da der Flug sehr früh ging. Noch im Bett sagten wir beide, mein Gott, der Kerl hat echt garnichts gelernt!

Bali wir kommen!

Unser Wecker klingelte sehr früh, wir packten unser Schlafzeug vom Bett so wie es war in unser Auto und schlossen es ab. Wir hatten übrigens mit Peter vereinbart, dass wir den Van in seiner Garage parken dürfen, solange wir in Bali sind. Und pünktlich wie die Eisenbahn um 4 Uhr morgens kam auch Tina, unsere slowakische Arbeitskollegin. Wir hatten mit ihr vereinbart, dass sie uns zum Flughafen fährt. Sicher hätten wir auch mit nem Taxi fahren können, aber wir dachten uns, lieber geben wir ihr das Geld als irgend nem anderen. Als Bezahlung wollte sie allerdings kein Geld, sondern ein Brot von mir.

Deutsches Roggensauerteigbrot

Oh, hab ich eigentlich erwähnt, dass ich mein eigenes Sauerteigbrot gebacken habe? Jaaaaa, so ganz ohne gutes Brot ab und an geht halt doch nicht. Und das Brot in den Supermärkten kann man vergessen, auch wenn da steht „German Dark Rye“, also Deutsches, dunkles Roggenbrot, schmeckt es wie gefärbtes Toast. Auch Sourdough (Sauerteig) ist hier nur mit Weizen gemacht. In Neuseeland gibt es allerdings einige Orte, vor allem in größeren Städten, in denen man gutes „European Style“ Brot kaufen kann. In Blenheim selber war nur eine Niederländische Bäckerei, die allerdings nicht so dolle war. Und die, die einigermaßen geschmeckt hat, war ne halbe Stunde mit dem Auto entfernt. Irgendwann war ich auf der Suche nach Sauerteigkulturen und landete in einem Bioladen. Leider hatten sie nichts dergleichen, aber die Verkäuferin sagte, mach sie doch einfach selbst. Ist ganz einfach. Brauchst nur Mehl und Wasser. Natürlich googlete ich zuhause gleich. Nach stundenlanger Recherche von „Anstellgut“ über „wirken“, „einschießen“ und „schwaden“ stellte ich fest, es ist garnicht schwer seinen Sauerteig zu kultivieren.

Nachdem ich sogar zufällig in einem großen Shop relativ günstig deutsches Roggenmehl gefunden habe (und deutsche Kartoffelstärke die ich für Klöße brauche, das ist aber ne andere Geschichte), fing ich an den Sauerteig anzusetzen. Nach einer Woche war es dann so weit, ich konnte mit dem Sauerteig ein Brot backen. Also der erste Versuch war schon echt gut. In der Regel hab ich dann immer am Wochenende die Zeit gehabt ein Brot zu backen und wurde von mal zu mal besser. Geschmacklich war es jedes Mal top.

Okay, zurück zum andern Thema, ich hatte Tina, die übrigens seit 2 einhalb Jahren in Neuseeland lebt und eine Aufenthaltsgenehmigung für die nächsten 3 einhalb Jahre hat, zwei Brote versprochen und nachdem sie das erste schon ein paar Tage vorher erhalten hat, kam nur als Nachricht zurück: „Wow ich liebe es!!! Vielen Dank, dass du mir ein wenig Heimat geschenkt hast!“ Joah, unbezahlbar sowas, oder?

Da wir ja auch ein paar Dinge hatten, die wir nicht mehr verwenden konnten, wie zum Beispiel die Kaffeemaschine, eine Auflaufform, den Heizkörper, Mehl etc. schenkten wir dies Tina. Und auch meine Sauerteigkultur. Ich schrieb ihr noch das Rezept in Englisch auf und hoffte, dass sie diesmal mehr Erfolg haben würde mit dem Brot backen (sie hatte das wohl schon mal probiert, was aber wohl nicht so gelungen ist). Das Luftbett, was wir gekauft hatten, haben wir bei Peter gelassen und mit der Miete verrechnet.

Soooo nun gings los, Tina fuhr uns zum Flughafen. Um 6 ging der Flug, internationaler Flug, also 2 Stunden vorher da sein. Tina schmiss uns dann gegen 4.20 Uhr dort raus und fuhr wieder heim. Wir liefen zum Flughafengebäude und wir dachten noch, relativ leer das Gebäude… und liefen fast gegen die Tür, da sich die Schiebetür nicht öffnete. Na toll. Sowas ist uns aber auch noch nie passiert. Vor einem verschlossenen Flughafen stehen. Gegen 5 kam dann die erste Mitarbeiterin von Air Newzealand und machte uns auf. Unser Urlaub konnte beginnen!

PS: Bilder reichen wir nach!

Auf Jobsuche in einem fremden Land

Aufgrund unseres Visums ist es uns möglich, eine bezahlte Arbeit anzunehmen. Alles, was wir dafür benötigen, wie Steuernummer und ein funktionstüchtiges Neuseeländisches Konto hatten wir bereits erledigt. Also konnten wir direkt loslegen. Julia hatte unsere Lebensläufe, die wir in einer Doppelstunde noch in der Sprachschule in Auckland angefangen hatten, bereits vor einigen Wochen in Englisch erstellt und von Lea nochmal auf Herz und Nieren prüfen lassen. Wann schreibt man schon mal sowas in Englisch? Wir druckten uns ein paar Kopien davon aus und dann gings los. Da wir noch kein Internet in dem Haus hatten, das wurde erst Mitte der Woche installiert, gingen wir in die Bibliothek, um dort nach Stellen zu suchen. Wir klapperten mehrere Portale ab und kamen zu folgendem Ergebnis: Ein Jobportal extra für Backpacker bietet in unserer Region nur Jobs fürs Pruning auf einem Weinfeld an, sprich mit ner Großen Astschere die Pflanzen beschneiden… schwere körperliche Arbeit. Und die Stellen waren auch nur für Männer ausgeschrieben. Die anderen Portale hatten „richtige“ Jobs im Portfolio. Und auf die bewarben wir uns. Einmal als Küchenhilfe in einem Altersheim, bei sämtlichen Schnellrestaurants wie McD, BurgerKing, KFC etc., bei einer Autovermietung, Initiativbewerbungen in sämtlichen Weinfabriken und Fischfabriken.

Die vielversprechendste Stellenausschreibung war die im Altersheim. Also sind Julia und Ich schön mit unseren Lebensläufen hingefahren. Wir sind direkt zur Heimleitung, haben uns kurz vorgestellt, überreichten unsere Lebensläufe und sagten, dass wir Interesse an der Küchenhilfestelle haben. Sie sagte gleich, dass es nur eine Stelle gibt und wir sagten, ja das wissen wir, aber vielleicht gibt es ja noch irgendwas anderes. Sie schaute über Julias Lebenslauf, entdeckte das Masterstudium und war gleich beeindruckt, und meinte, vielleicht gäbe es doch was. Sie würde sich das mal durchlesen und sich melden. Alle anderen wollten grundsätzlich Onlinebewerbungen. Als wir dann ein paar Tage darauf die ersten Absagen bekommen haben (ja, nicht mal die Fastfoodrestaurants wollten uns :-P) schoben wir die Schuld auf unser Visa. Des Weiteren wollten wir ja auch zusammen einen Job. Also bewarben wir uns relativ willkürlich bei allen möglichen Fabriken. Auch da gab es wenn überhaupt nur Absagen. Und dann rief die Frau vom Altersheim an und fragte Julia, wie lange unser Visum geht. Julia sagte es ihr und sie antwortete nur: Oh, nein wir suchen eine Langzeitbesetzung! Peng! Aufgelegt. Nicht mal Tschüss oder Danke… unfassbar. Ja was sollen wir sagen, unfassbar erfolgreich! Im Grunde ist es wie in Deutschland. Von allen Bewerbungen haben wir nur 50% Antwort bekommen und das nur Absagen aufgrund der kurzen Visa. Wir mussten wirklich feststellen, wie sich die Menschen in Deutschland fühlen, wenn sie nicht genügend Deutsch sprechen, kein normales Arbeitsvisum haben oder gar eine Aufenthaltserlaubnis. Wir haben uns echt scheiße gefühlt. Peter, unser Vermieter fragte auch jeden Tag, wie es aussieht und ging uns damit echt auf die Nerven und machte die Lage nicht besser.

An einem Donnerstag Abend sagte er dann, dass wir heute Sturmfrei haben, da er auf das Haus von ein paar Freunden aufpassen muss. Er packte ne Kiste Bier ein und verschwand. Am nächsten Tag erfuhren wir dann, dass er mit einer Schädelfraktur, angebrochener Schulter, Hand und Rippen im Krankenhaus liegt. Wir waren echt geschockt und fragten uns, was passiert sei. Aber dazu später mehr.

Jedenfalls saßen wir am Freitag frustriert zu Hause und beratschlagten uns. Wir sagten uns, wenn es nichts wird mit nem Job, dann ist es so. Wir könnten zur Not eben doch das Pruning auf dem Weinfeld probieren, wenn es nix ist, lassen wir es bleiben. Während Julia sich im Bad fertig machte, bin ich nochmal auf die Webseite mit den ganzen Saisonjobs für Backpacker gegangen. Also in unserer Gegend eben mit der Weinfeldarbeit. Dort stieß ich auf eine neue Anzeige: Lieben sie es den ganzen Tag zu laufen? Super leichter Job etc. Aha, das wäre was für uns. Julia war schon ganz gefrustet, weil wir die Tage eher recherchiert hatten und nicht so viel gelaufen sind. Also ließ ich mir die Stellenbeschreibung durch. Es ging in dem Job darum, die frisch geschnittenen Weinpflanzen anzumalen.

Das klingt doch gut. Viel laufen, körperlich nicht so anstrengend und wir könnten hier zusammen arbeiten. Ich erzählte es Julia ganz aufgeregt und sie sagte, das klingt echt gut, lass uns das probieren. Also bewarben wir uns ganz nach Kiwi-Art… per SMS. Wir sollten kurz sagen, woher wir kommen, wie alt wir sind, ob wir eine eigene Transportmöglichkeit haben und ob wir Bankaccount und Steuernummer haben. Gesagt, getan, kurz darauf kam ne SMS zurück, dass wir wohl die zwei letzten sind, die noch dafür in Frage kommen würden. Der Job sollte schon am Montag beginnen und wir sollten uns noch am selben Tag zwischen 17 und 20 Uhr in einer Bar in einem Hostel vorstellen, damit sie sehen können, das wir Beine zum Laufen haben.

Natürlich sind wir nach typisch deutscher Kultur pünktlich um 16.55 Uhr dort eingetroffen. Unsere Ansprechpartnerin war allerdings noch nicht da. Die kam dann 15 Minuten später und wir gingen ins Büro. Dort hat sie lediglich nach Transport gefragt, bzw. ob wir noch jemand mitnehmen könnten. Da wir den Van ja als Campervan umgebaut haben, verneinten wir die zweite Frage. Dann notierte sie dass wir Füße hatten und sagte, das wohl von den vorerst 8 Stellen wohl doch nur 4 gebraucht werden, und dass eine Stelle definitiv schon an ein Mädel aus dem Hostel vergeben sei. Und das später auch noch mal jemand zum Vorstellen kommt. Wir fragten dann wie viel wir da eigentlich verdienen würden, allerdings konnte sie das nicht genau sagen, aber das ja in Neuseeland der Mindestlohn gilt und wir diesen auf alle Fälle verdienen. Das hat uns als Antwort gereicht. Sie sagte uns, dass sie sich bei uns melden wird.

Also gingen wir hoffnungsvoller Dinge wieder heim.

Am Sonntag bekamen wir dann auch tatsächlich ne SMS, dass wir den Job haben, dass es am Montag los geht und sie sich später meldet, um die Details zu nennen. Jackpot. Natürlich haben wir uns mächtig gefreut. Später rief sie uns an und erklärte uns noch was wir alles mitbringen sollten und wie wir da hin kommen.

Es war ein komisches Gefühl wegen einem Job wieder früh schlafen zu gehen. Das waren wir wirklich nicht mehr gewohnt.

Unser Job als Painter

Als wir Montag um 8 Uhr auf dem Weingut ankamen, staunten wir nicht schlecht. Ein riesiges Gelände. Insgesamt 28 Weinfelder, manche relativ klein, manche riesig. Das größte ist 22 Hektar groß.

Wir trafen uns alle vor dem Weingutbüro und Bert, der Manager begrüßte uns erstmal und sagte, dass wir noch nen Moment warten müssen, bis die Frau mit den Verträgen komme. Also warteten wir eine halbe Stunde. Während dessen fragten wir irgendwann, was wir eigentlich verdienen. Er sagte, etwas von 5,5 Cent pro Pflanze, wenn wir gut und hart arbeiten könnte es sein, dass er uns den Preis erhöht. Allerdings sagte er dass wir den ersten Tag auf Mindestlohn pro Stunde bezahlt werden. Dann kam die Frau mit den Verträgen, wir machten die Verträge klar und lasen alles durch, zwei Stunden später begannen wir auch mit der Arbeit. Franco sei unser Supervisor und zeigt uns das nun. Also sind wir in unsere Autos gestiegen und zum ersten Block gefahren. Vereinfacht erklärt mussten wir die frischen Schnitte der Weinpflanzen mit einer Pflanzenversiegelung anmalen. Diese Farbe wird trocken und härtete so aus, dass es dann wie Gummi ist. Die Schwierigkeit bestand darin, die Schnitte zu entdecken und an diese mit einer etwa 0,5 Literflasche und einem Bürstenaufsatz am Kopf zu kommen. Denn dadurch, dass die abgeschnittenen Zweige noch in dem Drahtgeflecht hingen, war das nicht so einfach. Franco zeigte uns das zwei Minuten, anschließend sollten wir uns jeder eine Reihe vornehmen und das machen. Dann schaute er sich das 5 Minuten an und schaute mal zwischen die Reihen, anschließend fuhr er davon und ließ uns mit unserem Glück allein. Egal, wir machten einfach weiter. Eine junge Frau Mitte Zwanzig füllte ab und an die Farbe wieder auf, ansonsten war nix von jemandem zu sehen. Wir arbeiteten bis 16 Uhr und gingen dann nach Hause. Am nächsten Tag begannen wir da, wo wir aufgehört hatten, allerdings war zu Anfang der Manager Bert da und erklärt es uns nochmal. Diesmal gab es einen Zettel mit einer Tabelle vom ganzen Block. Dort war in einer Spalte die Reihennummer, die Anzahl der Weinpflanzen dieser Reihe und ein Spalte, wo wir unsere Namen reinschreiben sollten. So wusste man, wer welche Reihe gemacht hat. Oben stand 6 Cent, somit wussten wir was wir verdienen. Er betonte nochmal, dass wenn wir gut und hart arbeiten würden, würden wir zwischen Mindestlohn und 20 NZD pro Stunde verdienen.

Um darauf nochmal einzugehen, der Mindestlohn beträgt 15,75 NZD in Neuseeland. Da wir bei der Stückrate nur 6 Cent pro Pflanze verdienen, müssen wir ca. 263 Pflanzen pro Stunde anmalen, um auf den Mindestlohn zu kommen. Wenn wir das schaffen, ist das gut und wir verdienen mehr als Mindestlohn, schaffen wir die Anzahl nicht, muss der Arbeitgeber in Neuseeland auf den Mindestlohn aufstocken. Dazu ist er verpflichtet. Allerdings kann man einem Arbeitgeber nicht verbieten, Arbeitnehmer zu kündigen, wenn er die ganze Zeit aufstocken muss. Also haben wir ganz nach deutscher Manier Gas gegeben.

Wir waren insgesamt elf Leute. Und kaum zu glauben: Wir waren die einzigen Deutschen! Außer uns waren noch drei Engländer, eine Kanadierin, vier aus Uruguay und eine Slowakin (die kam allerdings erst am Donnerstag dazu).

Am Freitag erfuhren wir so nebenbei, dass die Kleine, die die Farbe immer auffüllt auch unsere Supervisorin ist. Sie sagte uns dann, dass wir nicht jeden Schnitt anmalen müssen, sondern nur die größeren. Das machte das natürlich alles etwas schneller.

Bilanz von der ersten Woche: Wir haben jeden Tag unser Pensum geschafft und waren über Mindestlohn. Ich war wohl sogar der schnellste mit knapp 17 NZD pro Stunde. Außerdem erfuhren wir, das wir echt großes Glück gehabt haben, da es echt selten vorkommt, das man vom Weingut direkt angestellt wird und somit einen echt fairen Vertrag erhält. Meistens arbeitet man für einen Vermittler, der dann die Arbeit vermittelt und dafür sorgt, das du in kleinen Transportern zum Arbeitsplatz gefahren wirst, dort von ihm angeschrien wirst und zu guter Letzt noch Geld für seine Dienste in Form von einem prozentualen Anteil deines Gehaltes zahlen darfst. Also halt wie ein Zuhälter eben. Nur legal.

Am Montag der zweiten Woche starteten wir zu siebt. Auf Nachfragen, wo denn die Leute aus Uruguay sind, sagte unsere Supervisorin Nicole, dass die am Samstag ne SMS geschickt hätten, sie würden weiter nach Christchurch fahren. Schade dachten wir, war irgendwie ne lustige Truppe. Mit denen hätten wir sicher viel Spaß haben können.

Des Weiteren sagte Nicole, dass wir immer noch zu langsam seien und wir nur noch Schnitte anmalen sollen, die mindestens die Größe eines 50-Eurocentstück haben. Mit der Information konnten wir natürlich was anfangen. So begannen Julia und ich unsere Technik zu optimieren. Das klappte echt gut. Und auch Nicole checkte die Reihen und war wohl zufrieden.

Was machen wir Deutschen? Wir schreiben uns alles auf. Die Listen fotografierten wir, um sie zu Hause zusammen zu rechnen, um einen Überblick zu bekommen, was wir verdient haben. Was soll ich sagen, es lief einfach. Dadurch, dass wir eine feste Größenvorgabe hatten, war es natürlich auch nicht nötig jede Pflanze anzumalen, sondern manchmal nur jede zehnte. Dementsprechend schnell waren wir auch.

Am Freitag hatten wir dann ne andere Supervisorin. Die ist irgendwie super unsympathisch und machte sich wirklich nicht sympatischer, als sie von ihrem Golfbuggy (die Supervisor fahren immer auf so Quads oder Golfbuggys rum) abstieg und förmlich in die Weinpflanzen rein gekrochen ist, um diese zu kontrollieren. Auf einmal hieß es, wir würden zu viele vergessen. Egal, die Geschwindigkeit behielten wir bei, Freitag Nachmittag kann die damit net kommen.

Als wir dann zu Hause unsere Reihen zusammenrechneten wurde uns ganz anders. Wir haben so viele Pflanzen gemacht, dass jeder von uns einen Stundenlohn von etwa 50 NZD gemacht hat.

Wir fragten uns, ob sie uns das bezahlen würden. Aber wir sagten uns dann, warum nicht, ist doch nicht unser Problem, wenn sie dann plötzlich am Ende der Woche feststellt, dass unsere Arbeit zumindest nach Ansicht der Unsympathischen nicht genau genug sei.

Allerdings gab es eine nicht ganz so tolle Seite des Jobs: Dadurch, dass wir ja immer mehr auf die Flaschen drücken mussten, damit die Farbe auch rauskam, je leerer die Flasche wurde, taten uns die Daumen am Ende der Woche richtig weh. Wir hofften nur, dass wir uns daran gewöhnen würden.

Als wir uns am Montag in die Anwesenheitsliste eintrugen, kam der Manager gleich auf uns zu. Er sagte uns, dass wir letzte Woche vieeel zu schnell waren und ca. 50 NZD pro Stunde verdient hätten. Das ginge aber nicht, sonst würde er Ärger mit seinen Vorgesetzten bekommen und auch Ärger wegen der Steuer. Normal seien max. 20 NZD. Dann sagte er uns, wir sollen wieder alles anmalen. Total frustriert und enttäuscht begannen wir zu arbeiten, aber das ging irgendwie nicht so gut in dieser Gemütsverfassung. Als der Manager dann noch mal zum Block kam und kontrollierte, gingen wir beide unabhängig hin und fragten ihn nochmal, ob es nun ok sei. Lange Rede, kurzer Sinn, unsere Arbeit war gut, allerdings zu schnell. Daher sollen wir nun alles anmalen, damit wir langsamer seien und somit die Zahlen vor seinen Vorgesetzten stimmen (max. 20 Dollar Stundenlohn). Natürlich waren wir zwar enttäuscht darüber, dass wir nicht mehr so viel verdienen konnten, allerdings wollten wir wirklich nicht alles anmalen. Wir ärgerten uns, dass es wieder mal nur um Politik und Wirtschaft ging. So entschieden wir uns eben, extra langsam zu arbeiten. Ich berechnete wie viele Pflanzen wir am Tag zu schaffen haben, somit konnte ich das Tempo bestimmen, um am Ende des Tages etwa 20 NZD pro Stunde verdient zu haben. Das klappte ganz gut, auch wenn wir meist etwas drüber lagen. Übrigens, das Geld für die Woche haben wir im vollen Umfang bekommen. War schon ein nettes Sümmchen 😀

Jedenfalls gab es in der vierten oder fünften Woche keine Arbeit mehr, da wir die Leute eingeholt haben, die die Weinpflanzen schneiden. So arbeiteten wir nur den Mittwoch, und das noch nicht mal voll. Das lag aber auch am Regen, der am Anfang der Woche war, und bei Regen müssen wir nicht arbeiten. Die Farbe würde auch nicht halten. Daher haben wir auch immer Feierabend, wenn es anfängt zu regnen oder müssen eben erst später anfangen, oder eben überhaupt nicht.

Der Manager sagte uns allen, dass wir schneller sind, als er gedacht habe und dass es nun so weiter gehen würde. Wenn wir Glück haben, können wir 2 Tage die Woche arbeiten, bis wir die sogenannten Pruner eingeholt haben, dann hätten wir wieder ein paar Tage frei. Er sagte uns auch ganz ehrlich, dass wenn wir nen anderen Job finden würden, sollen wir besser den nehmen.

Das war natürlich ne harte Aussage. Aber tatsächlich hat die eine Engländerin und die Kanadierin was anderes gefunden (was viel härteres, wie wir später erfuhren), womit wir nur noch zu fünft waren.

Als wir das nächste mal wieder die Pruner einholten, wurden wir allerdings zum Büro zitiert. Ich dachte nun kommt die Kündigung. Wir fuhren zum Büro und der Manager Bert sagte uns, dass er uns eine andere Arbeit zeigen wolle. Er instruierte uns und gab uns eine Tasche, eine Gartenschere und Schutzbrillen. In der Tasche waren außerdem solche Drahtverschlüsse, die man von Gefrierbeuteln kennt. Ihr wisst schon, die zum verzwirbeln. Egal, unsere neue Aufgabe war das „wrappen“. Nachdem die Weinpflanzen maschinell von ihren abgeschnittenen Ästen befreit wurden bleiben nur noch frisch getriebene Äste übrig. Meistens waren es 7, allerdings hatte nicht jede Pflanze so viele. Wir mussten dann drei dieser Äste von allem Krempel, welches an den Ästen noch so rumwuchs, mit der Gartenschere abschneiden und diesen dann um die Stahldrähte wickeln, die durch die Reihen über den Pflanzen gespannt waren. Tatsächlich ist es nicht so einfach, auch wenn die Äste sehr flexibel sind, können diese auch brechen. Sollte das der Fall sein, hat man noch welche als Ersatz. Und zwei Sprösslinge sollte man lassen. Okay es klingt kompliziert, ist es eigentlich auch wenn man es genau nimmt. Jedenfalls hat uns Bert das alles sehr leidenschaftlich erklärt. Wir haben auch gemerkt, dass sein Herz an diesem Beruf hängt. Jedenfalls wurden wir nach Stunde bezahlt, da wir das Pensum beim Wrapping gar nicht schaffen konnten. So als blutiger Anfänger. Jedenfalls gabs nun immer einen Wechsel, mal Painting, mal Wrapping, um den Prunern wieder einen leichten Vorsprung zu gewähren.

Er sagte, wenn wir das so mitmachen wollen, also Painting und Wrappen, wenn nichts zu painten gibt, würde er unseren Vertrag, der bis Ende Juli befristet war, bis Ende August verlängern. Wir sagten natürlich Ja! Im Nachhinein erfuhren wir von der Kanadierin, die wir zufällig im Supermarkt trafen, das Bert ihr sagte, dass wenn sie jetzt geht, er uns anderen verlängern kann, andernfalls gäbe es für uns keine Verlängerung. War irgendwie schon hart das zu hören, vor allem weil ihre neue Arbeit echt richtig mies und hart ist. Danke!

Der erste Block, den wir wrappten, war ein kleiner. Als wir den nächsten begannen, kam er nochmal zu uns, zeigte uns, wie man schneller werden würde und sagte, dass wir mal versuchen sollten auf Mindestlohn zu kommen bei einer Stückrate. Die betrug pro Pflanze 36 Cent. Klingt viel? Nun ja, wenn man bedenkt, dass wir pro Pflanze manchmal 5 Minuten brauchten, relativiert sich das Ganze. Tatsächlich müssten wir 44 Pflanzen pro Stunde schaffen, wir schaffen jetzt gerade mal 26. Als er das gemerkt hat, wars dann auch egal mit der Stückrate 😀

Nach einer Weile painteten wir auch nicht mehr die Pflanzen, die geschnitten waren da wir diese bereits fertig hatten. Es waren schon viele Blocks gewrappt, sodass wir die Schnitte gleich sehen konnten, wir leider nur noch 3 Cent pro Pflanze verdienten, das painten allerdings auch deutlich schneller ging. An die 50 NZD Stundenlohn kamen wir allerdings so leider nicht mehr ran 😉

Allerdings hatte das wrappen auch seine Schattenseiten: Da man die ganze Zeit mit der Gartenschere die Äste und den ganzen Krempel davon abschneidet, macht man nur eine Handbewegung die ganze Zeit. Das Resultat daraus: Eine Überreizung der Nerven in der Hand. Die äußerte sich dadurch, dass die Hand ständig einschlief: Beim Autofahren am Lenkrad, beim Halten in einer gewissen Höhe, oder wo es echt besonders schlimm war: Beim schlafen! Bei uns beiden schlief die Hand nachts ein und fing an weh zu tun, so stark, das wir mehrmals in der Nacht aufwachten. Es war echt zum kotzen. Nach den ersten zwei Mal wrappen versuchten wir mit Übungen aus dem Internet dagegen anzukämpfen, was zum Glück wenigstens etwas gelang. Also freuten wir uns, wenn wir wieder mal painten konnten.

Nachdem wir den zweiten Block auch fertig gewrappt hatten (ich habe in der Zeit insgesamt locker 5 Bücher als Hörbuch gehört (ja wir durften Musik hören während der Arbeit)), mussten wir nicht mehr wrappen. Bert der Manager hatte ca. 30 Wrapper aus Vanuatu eingestellt, die bestimmt 4 mal schneller waren als wir, und somit deutlich billiger. Deshalb haben wir eine neue Aufgabe bekommen:

Nageln!

Was für uns Deutsche ganz witzig klingt (wir verzichteten allerdings darauf, den anderen zu erklären, was man unter anderem darunter verstehen kann), war hier wohl auch eine vollwertige Aufgabe. Julia fand die Aufgabe garnicht gut! Wir wurden mit einem Klauenhammer, Nägeln und zwei verschiedene Arten von Clips ausgestattet, und wurden durch die Blöcke geschickt und sollten die Pfosten kontrollieren, ob an jeder Seite die erforderliche Anzahl an Clips vorhanden war, gerade und funktionstüchtig. Andernfalls sollten wir sie gerade klopfen oder austauschen. Ich fands ok, wieder ein Hörbuch geschafft, Julia fands echt total doof. Vor allem an den oberen Pfosten ist es super anstrengend und kraftaufwendig, die Nägel samt defekten Clip da rauszuhämmern. Und auch wenn Julias Papa nun sehr stolz auf sie sein kann (er ist handwerklich ein echter Meister), sie kann nun hämmern wie ein Dachdecker, hat aber nun einen ausgebildeten Hass dafür entwickelt 😀

Nun ja, soviel erstmal zu der Arbeit an sich. Das arbeiten mit den Leuten war halt auch eine ganz interessante Erfahrung. So viele verschiedene Nationalitäten, so viele verschiedene Arten zu arbeiten. Die einen super langsam und faul, die andern schnell und fleißig. Ich will da garnicht so wirklich drauf eingehen, jedenfalls war es das englische Pärchen, welches mit unter den letzten 5 waren, die aber von Anfang an sehr egoistisch mit allem waren. Was solls, auch wenn es uns manchmal echt genervt hat, haben wir versucht drüber zu stehen und ans Karma zu denken. Wie schon unser indischer Koch aus Whangarei sagte, die haben doch dann das schlechte Karma, nicht wir.

Tatsächlich war es dann auch so. In der letzten Woche fragte das englische Mädel nach weiterer Arbeit und Bert, der Manager, druckste nur rum, von wegen mal sehen und so. Die Slowakin wurde schon früher verlängert und kann da bis April arbeiten. Das wollten wir ja nicht. Vor allem sagte sie uns, dass man ihr sagte, dass das komplette Weingut durchgenagelt werden muss. Wir hatten bisher allerdings nur 5 Blöcke geschafft. Das war für Julia das ausschlaggebende Kriterium. Wir besprachen uns und beschlossen für den Fall, dass er uns verlängern wollen würde, dankend abzulehnen. Auch wenn wir noch einen Monat Zeit hatten, bis es endlich nach Bali in unseren wohlverdienten Urlaub geht, gab es zwei Gründe, warum wir ablehnten. Der erste Grund war, dass wir ja auch hier noch die Gegend richtig erkunden wollten. Der Hauptgrund war allerdings, das Julia echt tierische Schmerzen vom Nageln hatte. Ich hatte ihr schon vorher gesagt, sie soll einfach aufhören, aber sie wollte es noch bis zum Ende durchziehen. Hut ab, eine ehrgeizigere Frau hab ich definitiv noch nicht kennengelernt!

Am offiziell letzten Tag, es war der 1. September, ein Freitag, trafen wir uns morgens vor dem Büro und fragten den Manager was wir heute machen sollten, Painten oder Nageln. Er sagte er weiß nicht genau, er war die letzten Tage nicht da, aber wahrscheinlich Painting. Also packte der englische Dabbes schon Hammer, und Wrappingtasche, in der wir die Nägel und Clips hatten und wollte sie zurückzugeben. Da sagte Julia, dass wir die bestimmt heute noch brauchen werden, da wir schon sehr nah an den Wrappern sind. Also sagte Bert ok, paintet solange bis ihr sie einholt, dann geht ihr halt nageln. Schlecht gelaunt fuhren die Engländer vor, ich musste nochmal mit Bert sprechen, da ich noch was an meiner letzten Abrechnung reklamieren musste, da sie mir zu wenig Pflanzen ausgezahlt hatten. Ach ja rechnen ist wohl auch nicht so einfach bei den Kiwis, nur die Hälfte unserer Gehaltsabrechnungen haben genau gestimmt, allerdings muss man auch sagen, dass es doch öfters vorkam, dass sie zu viel gezahlt haben, das Höchste war mal 81 NZD zu viel, in so einem Fall hält man doch die Klappe und weckt keine schlafenden Hunde, oder?

Jedenfalls sagte er mir gleich, dass er das bei der nächsten Gehaltsabrechnung hinzuaddiert. Anschließend sagte er uns, dass er wirklich sehr zufrieden mit unserer Arbeit war und es echt selten ist, dass unter den Backpackern jemand dabei ist, der die Arbeit auch so ernst nimmt und so gewissenhaft macht. Dann bot er uns an, nachdem er sich nochmal umgeschaut hatte und sich vergewissert hatte, dass die Engländer wirklich schon weg waren, wir können morgen sehr gerne wiederkommen.

Wir bedankten uns für das Lob und sagten ihm allerdings, dass wir gerne weiter Painten würden, allerdings das Nageln weiterhin nicht mehr in Frage kommen würde. Es sei ja nur noch das eine Feld übrig und danach würden wir nur Nageln müssen. Also sagten wir ab. Darauf sagte er das halt ab Oktober wieder viel zu tun wäre und wir willkommen sind, hier zu arbeiten, falls wir nach unserem Baliurlaub hier noch ne Weile in der Region sind. Oder eben in Hawkes Bay, wo die Company auch noch ein Weingut hat. Wir bedankten uns auch für dieses Angebot und sagten, wir werden uns melden falls es so sein sollte. Wir bedankten uns für die tolle Erfahrungen die wir machen durften und auch für das Gelernte. Dann sagte ich, dass wir aber noch nie eine Weinfabrik von innen gesehen haben und fragte, ob es nicht möglich wäre, mal einen Blick in diese reinzuwerfen, vielleicht ähnlich wie eine Tour. Daraufhin sagte er, klar, können wir machen, heute nach der Arbeit! Klasse!

Wir freuten uns schon riesig, allerdings lag ja noch der letzte Tag Arbeit vor uns.

Wir fuhren also zum Block, wo die Engländer schon standen und sich in die Liste eintrugen. Wir trugen uns ebenfalls 8 Reihen ein und los gings. Wie gesagt, wir waren schon relativ nah an den Wrappern dran, sodass nicht mehr viel Reihen übrig waren. Wir brauchten natürlich nicht so lange wie die Engländer mit ihren Reihen, sodass wir mit unseren deutlich schneller fertig waren. Also schauten wir, wie viele Reihen noch übrig waren. Es waren 12 Reihen übrig. Also trugen Julia und Ich uns jeweils 6 ein, somit blieb nichts mehr für die Engländer übrig. Wir haben uns gedacht, heute ist der letzte Tag und nun machen wir das mal wie die immer gemacht haben, jedes mal wenn es nicht mehr viele Reihen zu tun gab, haben sie sich die unter den Nagel gerissen. Wir haben im Gegensatz zu ihnen immer gerecht aufgeteilt, sodass jeder gleichviel Reihen bekommen hat. Asoziales Pack! Naja, er zumindest. Sie war ganz ok. Sie tat uns tatsächlich echt leid, dass sie sich so einen egoistischen Assi angelacht hat. Egal. Ihr merkt, wir waren nicht so gut auf sie zu sprechen. Jedenfalls stapften wir los. Nach dem Painten stand Nageln auf dem Programm. Daher war Julia und ich auch froh, dass wir noch die letzten 6 Reihen machen konnten. Als wir wieder zurück kamen, sahen wir, dass das Auto der Engländer weg war. Dann waren sie wohl doch schon fertig und sind nun zum Nageln gefahren. Als wir mit unseren Reihen fertig waren, fuhren wir zum Feld, wo wir das letzte mal aufgehört hatten zu nageln. Überraschender Weise war da aber niemand und auch keine Nägel und Clips. Also fuhren wir zum Büro um nachzufragen, wo das ganze Nagelzeug ist und wo wir nageln sollten, die Engländer haben wir nämlich nicht mehr gesehn. Im Büro erfuhren wir dann aber von unserer Supervisorin, dass die Engländer nach Hause gefahren sind und ihre Ausrüstung abgegeben haben, da es Ihm nicht gut ging. Ja klaaaaar 😀

Somit war das arbeiten für uns natürlich wieder deutlich angenehmer. Nachdem wir 2 Stunden genagelt hatten, sind wir wieder zum anderen Block zurück gegangen um weiter zu painten, da die Wrapper schon ein ganzes Stück weiter gekommen sind. Ehrlich gesagt mehr als wir dachten. Somit machten wir uns ans painten und überlegten uns, ob wir nicht doch vielleicht den Samstag mitnehmen wollen. Schließlich war das noch ne Möglichkeit gutes Geld zu verdienen. Wir entschieden uns den Samstag zu arbeiten.

Die Weinfabrik

Als Bert der Manager kurz vor 4 zu uns stieß, liefen wir rüber zur Weinfabrik und besichtigten die Fabrik.

Also ich muss schon sagen, wir waren ganz schön beeindruckt. Das tollste an der ganzen Sache war, das sich Bert sogar eine ganze ¾ Stunde für uns Zeit nahm und uns auch alles erklärt und zeigte. Und wenn wir mal ein wenig fragend geschaut haben, hat er es mit einfacheren Worten erklärt. Ach ja und Bilder durfte ich auch machen (->Galerie).

Ich versuche das mal kurz wieder zu geben. Wenn es euch nicht interessiert, einfach ab dem nächsten Abschnitt wieder lesen.

Das Weingut baut Sauvignon Blanc, Pinot Gris, und Chardonnay als Weißweine an, Pinot Noir als Rotwein. Während die Grünen Trauben von Haut und Stielen entfernt werden, gepresst werden und dann in Großen Tanks fermentiert werden, werden die Roten Trauben mit Schale gepresst und fermentiert, da diese Schale dem Wein seine rote Farbe gibt. Die Fermentationstanks, in denen dann der Zucker in Alkohol umgewandelt wird, haben verschiedene Größen. Diese Weinfabrik verfügt über 20.000 Litertanks, 40.000 Liter, 80.000 Liter und einem 160.000 Litertank. Anschließend werden sie (ich glaube aber nicht alle) in Eichenfässern bei gleichbleibender Temperatur gelagert. Interessant war, dass die Winemaker durch die Variation verschieden alter Fässer (Gebraucht oder Neue) den Geschmack sehr beeinflussen können und somit gerade beim Chardonnay verschiedene Weinkompositionen aus dem selben Rohstoff kreieren können. Während der Sauvignon Blanc von der Ernte bis zum fertigen Wein nur 4 Wochen braucht, braucht der rote Pinot Noir wohl zwölf Monate. Nun ja, die für uns beste Information, die wir aus der Führung mitgenommen haben, war eine Information, die wir gerne an euch weitergeben:

Während viele Weine besser werden, je älter sie sind, verliert der Sauvignon Blanc an Geschmack und Qualität, woraus resultiert, dass dieser frisch getrunken werden sollte. Also am Besten so jung wie möglich trinken!!!

Nach der Führung bedankten wir uns nochmal bei Bert und er wiederholte noch einmal das Angebot, dass wir einfach anrufen sollen, wenn wir wieder einen Job brauchen, egal ob hier in Marlborough oder in Hawkes Bay auf der Nordinsel. Wir sagten, dass wir tatsächlich das Angebot annehmen würden, morgen zu arbeiten und fragten ob er auch da sei, was er allerdings verneinte. Aber die anderen alle wären da. Ok sagten wir.

Letzter Tag

Am nächsten Tag fuhren wir wie immer um 8 hin um falls wir eher fertig seien, noch was vom Tag zu haben. Als wir ankamen, waren wir doch ganz schön überrascht. Außer uns und einem anderen Mitarbeiter, der irgendwas mit Traktoren machte, war niemand da. Egal, wir trugen uns in die Anwesenheitsliste ein und fuhren zum Block, wo die Farbe noch von gestern stand. Wir painteten den Block zu Ende und fuhren mit der Farbe zum Office, wo wir den Mitarbeiter fragten, ob er uns die Farbe auffüllen könnte und uns eine neue Liste für den letzten Block ausdrucken könnte. Er bejahte das uns und ging mürrisch los um die Farbe aufzufüllen. Dann sagte er nach ein paar Minuten, dass wir das aber als Arbeitszeit in unseren Leistungsnachweis schreiben sollten, das nachfüllen sei nicht unsere Aufgabe, sondern die unseres Supervisors. Und als hätte sie es gehört, kam Nicole mit ihrem Golfbuggy um die Ecke gebogen. Der Mitarbeiter meckerte Sie gleich an, dass das nicht unsere Aufgabe sei, die Flaschen aufzufüllen. Sie sagte nur, dass sie garnicht wusste, dass wir überhaupt hier waren. Sie füllte die Flaschen auf, während wir uns 4 davon nahmen und schon mal zurück fuhren, sie würde die anderen gleich bringen. Sie kam dann mit den anderen Flaschen. Natürlich war uns das unangenehm, dass sie so angemotzt wurde, obwohl sie nichts dafür konnte. Tatsächlich haben wir in all den 3 Monaten, in denen wir dort gearbeitet haben, nicht einen einzigen Samstag gearbeitet. Des Weiteren war unser Vertrag ja am Tag davor zu Ende. Wir entschieden uns nochmal für die doofe Situation bei Nicole zu entschuldigen und ihr zu sagen, dass Bert uns das gestern angeboten hat. Sie sagte, kein Problem, sie habe Bert gestern nicht mehr gesehn und hat nur vorhin als sie kam gesehen, dass wir uns in die Anwesenheitsliste eingetragen hatten. Darauf hin hat sie uns gesucht, allerdings sind wir wohl aneinander vorbei gefahren (zwischen den Weinfeldern gibt es überall Möglichkeiten, vor allem mit dem Golfbuggy, entlang zu fahren, das heißt man hat viiiiiiele Möglichkeiten von A nach B zu kommen). Wir sagten, dass wir nur noch 64 Reihen zu painten haben und sie nicht mehr kommen brauch, um die Farbe aufzufüllen. Sie fragte, ob wir das alles heute noch machen wollen. Wir bestätigten dies, somit sagte sie nur, dass wir unser Zeug wie Hammer und Gartenschere, Wrappingtasche etc. danach noch ins Office bringen sollen. Wir sagten, dass wir das machen werden und fragten sie, ob sie denn noch da sei. Sie sagte ja, sie wird auf jeden Fall später noch da sein. Somit machten wir uns an die Arbeit. Es ging erstaunlich schnell und locker vonstatten, ohne den Engländer war es sogar richtig angenehm. Nach 5 Stunden waren wir endlich fertig. Wir genossen noch mal die Aussicht und aßen unser Mittagessen. Anschließend machten wir uns auf den Weg ins Office, um unsere Sachen abzugeben und uns von Nicole zu verabschieden. Als wir ankamen staunten wir nicht schlecht: Alles war abgeschlossen und niemand mehr da. Wow, toller Abschied! Irgendwie haben wir uns das doch ein wenig anders vorgestellt. Das ist wohl echt Kiwi-Style! Enttäuscht legten wir alle Sachen vors Büro und fuhren nach Hause. Aber lange waren wir nicht enttäuscht, sondern freuten uns wieder über unsere neu gewonnene Freiheit!

Blenheim

Unser neues Zuhause

Nachdem wir die Zusage für das Zimmer hatten zogen wir am Donnerstag, den 8.06.2017, auch direkt ein. Wir kauften uns dann noch am Einzugstag ein Luftbett, damit wir auch ein wenig gemütlich schlafen konnten. Natürlich hatten wir im Hinterkopf, es beim Auszug entweder Peter (unser Vermieter) zu verkaufen, damit er ein Zimmer mit Bett anbieten kann, oder aber es mitsamt Kassenbon und Verpackung wieder zurückzugeben, ich weiß wirklich nicht, wie ich nur auf sooo eine Idee gekommen bin 😀

Ein anderer Aspekt war der Kaffee. Hier in Neuseeland ist der lösliche Kaffee absolut verbreitet und auch wenn man sich einen Markenkaffee leistet, schmeckt dieser dennoch einfach total kacke! Allerdings kostet gemahlener Kaffee ähnlich viel, sodass wir uns gesagt haben, wir wollen eine Kaffeemaschine!

Gesagt, getan, Filterkaffeemaschine gesucht, findest du hier nicht in den Geschäften. Online geschaut, neu unbezahlbar (ca. 100€), gebraucht auf Trademe, 7€, läuft! Noch am selben Tag abgeholt und seit dem genießen wir jede Tasse Kaffee!!!

Da dieser Haushalt eben noch nicht wirklich ausgestattet ist, da er noch neu ist, ist eigentlich alles von uns. Töpfe, Geschirr, Kochmesser, Pfannen, etc. Außer Besteck und Weingläser gab es hier nur 2 kleine Töpfe und das war alles. Läuft!

Kurz nachdem wir mit dem Einzug fertig waren kam auch Peters Freundin Kimberly vorbei und stellte sich vor. Sie sagte, dass sie 2 Jahre in Deutschland gelebt habe und auch ein klein bisschen Deutsch sprechen kann, allerdings nur wenn sie betrunken sei. Wir unterhielten uns und fanden sie gleich sympathisch. Sie sagte auch noch, dass sie Peter in den Arsch treten wird, damit das Internet so schnell wie möglich herkommt.

Die erste Nacht in unserem neuen WG-Zimmer war einfach unvergesslich und besonders…. besonders kalt!

Leider mussten wir feststellen, dass das Haus doch nicht so warm war, wie wir uns das vorgestellt hatten. Auch wenn der Kamin im Wohnzimmer loderte und es da eine absolut angenehme Temperatur von über 20 °C hatte, davon kam nicht so viel in unserem Zimmer an. Dann die Außentemperaturen von unter 0 °C und die schlechte Isolierung generell. Man konnte richtig spüren wie die Kälte vom Boden durch alles durchgekrochen ist. Daraus resultierte, dass wir die richtig dicke Daunenwinterdecke auf die Matratze gelegt haben und wir wieder im Schlafsack geschlafen haben, aber dennoch gefroren hatten.

Nach einer kurzen Nacht war klar, so kann das nicht weiter gehen. Also sind Julia und ich wieder zum Warehouse gefahren um zu beraten, wie wir das Problem lösen. Da der Strom ja in der Miete inkl. ist brauchten wir darauf nicht zu achten. Also packten wir ein elektrisches Unterbett in unseren Wagen. Gabs sogar 50% Rabatt drauf, wobei egal, wir geben es ja wieder zurück 😀

Allerdings war das Heizungsproblem noch nicht gelöst. Am günstigsten waren diese Heizlüfter, aber jeder, der diese kennt, weiß, dass diese nur die Luft austrocknen und die Wärme nicht wirklich gehalten wird. Also wäre die nächste Preisklasse sogenannte Ölradiatoren. Das sind so rollbare, mobile Heizkörper, die man mittels Strom betreibt. In den Kammern ist Öl eingefüllt, welches elektrisch erhitzt wird und eben Wärme abgibt. Im Grunde die gleiche Wärme und das gleiche Prinzip wie eine mit einen Wasserkreislauf betriebenen Zentralheizung. Anyway.

Wir fanden die Teile im Warehouse ziemlich teuer. Also kam ich auf die Idee wieder bei Trademe zu schauen, ob es nicht was Gebrauchtes irgendwo in der Nähe gab. 5 Minuten später war der Kauf für 7€ abgeschlossen und wir durften das Gerät einen Tag später abholen.

Peter und seine Flatmates

Am zweiten Abend war Kimberly mit Peter fürs Abendessen ausgegangen. Julia und Ich kochten uns was zu essen und tranken Wein dazu. Von der Küche konnten wir sehen, wie jemand auf den Hof fuhr. Die Scheinwerfer wurden nicht abgeschaltet. Ich sagte noch zu Julia, das sind bestimmt Peter und Kimberly, aber da beide noch nicht reinkamen, streiten die sich bestimmt.Vielleicht haben sie sich ja auch getrennt. Nach einer halben Stunde etwa kam Peter alleine rein und Kimberly fuhr davon. Wir schlugen vor, für morgen Abendessen für alle zu kochen und fragten, ob Kimberly auch dabei sei. Er erwiderte, dass es nicht so gut gelaufen sei und sie sich getrennt haben, und sie nicht dabei sein würde. Ok, dachten wir, eins zu null für mich! Wir sprachen auch nicht groß darüber, sondern tranken noch eine Flasche Wein und unterhielten uns über alles mögliche. Er lud uns ein, mit in die Innenstadt zu gehen und uns mit seinen Freunden zu treffen, allerdings waren wir nach dieser ersten kurzen und kalten Nacht wirklich ziemlich müde und lehnten ab. Er fuhr dann allein mit dem Taxi.

Am nächsten Morgen ging ich aufs Klo (welches direkt gegenüber von seinem Zimmer ist) und staunte nicht schlecht. Da lag er, mit Licht an, Tür auf, in seinem Anzug samt Schuhen mitten auf dem Bett und schlief. War wohl ein durstiger Abend.

Nach dem Frühstück verließen wir das Haus.

Als wir am Abend wieder nach Hause (fühlt sich komisch an das zu sagen :-D) kamen, erwartete uns eine gebrauchte, aber gemütliche Couchgarnitur samt Couchtisch vor dem Kamin.

„Deutsches Essen, deutsche Manieren! Deutsche Schokolade?“ Oder „Nicht nur Deutsche Schokolade kann ‚trösten’“

Ich fing an zu kochen. Ich wollte was typisch deutsches kochen, wollte aber auch net den ganzen Abend vor dem Herd stehen, somit entschied ich mich für Hessendöner. Das ist ein angeröstetes Brötchen, welches wie eine Tasche aufgeschnitten, die Innenseiten mit Senf bestrichen und mit einer Füllung aus gebratenen Zwiebeln und Kassler-Würfeln und Sauerkraut gefüllt wird. Klar gabs hier kein Kasseler, allerdings kamen die Ham-Steaks schon sehr an den Geschmack ran.

Ich war mitten drin als es an der Tür klopfte und eine Freundin von Kimberly da stand und Peter sprechen wollte. Sie wolle die Sachen von Kimberly abholen. Er stand grad unter der Dusche, bekam es jedoch mit und brachte nur mit Handtuch bekleidet Kimberlys Sachen vor die Haustür.

Ok, da ist wohl wirklich Schluss, dachten wir. Ich kochte weiter. Kurz bevor ich fertig war, etwa eine halbe Stunde nachdem Kimberly ihre Sachen abgeholt hatte, klopfte es an der Tür. Peter machte auf und kam mit einer Frau zurück, stellte sie nur flüchtig mit „Das ist Brenda“ vor und führte sie ins Wohnzimmer. Ich drehte mich zu Julia, sah sie an und bemerkte, dass sie nichts bemerkt hatte. Mir lief ein unangenehmer Schauer über den Rücken. Es war die unsympathische und unfreundliche Frau aus dem Maklerbüro!

Gastfreundlich, wie ich es gewöhnt bin, deckte ich gleich für vier Personen. Als ich sagte, dass das Essen fertig sei, kam allerdings nur Peter an den Tisch. Ich fragte Brenda, ob sie nicht auch Essen kommen möchte, doch sie lehnte mit ihrer unfreundlichen Art ab und sagte, sie habe bereits gegessen. Mir doch egal, bleibt mehr für uns, dachte ich mir. Nachdem Peter drei Hessendöner verdrückt hatte, schnappte er sich den Fernseher verschwand mit Brenda in seinem Schlafzimmer.

Nur als kurzer Einwand zu den Esskulturen: Auch die Kiwis sind es gewohnt, sobald das Essen vor einem steht direkt anzufangen, die warten nicht bis alle was haben und sitzen. Er stand auch während ich den nächsten Hessendöner für ihn zubereitet habe (dauerte 2 Minuten), immer wieder auf und ging rüber auf die Couch. Echt „höflich“! 😉

Ich fragte Julia ob sie die Frau erkannt hat. Sie verneintet und ich sagte ihr, dass das doch die Frau aus dem Maklerbüro sei, und da ist es ihr auch aufgefallen. Wir beteten, dass sie nicht seine neue Freundin wird und wir sie ab jetzt jeden Tag um uns haben würden!

Wir gingen in unser Zimmer und verbrachten noch etwas Zeit damit, am Blog weiter zu schreiben oder zu lesen. Als wir zwei Stunden später aufs Klo mussten und uns bettfertig machen wollten, stellten wir fest, dass die Zwischentür zwischen unserem Zimmer und dem Wohnzimmer geschlossen war und dahinter Musik zu hören war. Die werden doch nicht etwa im Wohnzimmer Sex haben? Wir wollten nicht durch diese Tür gehen, allerdings mussten wir echt dringend aufs Klo. Egal, wir zahlen schließlich Miete fürs Zimmer inkl. Klo zu jeder Tageszeit!

Ich öffnete die Tür und trat mit Julia ins das nur vom Fernseher (diesen hatte er offensichtlich wieder ins Wohnzimmer getragen um Musik zu haben) und dem Kamin beleuchteten Zimmer. Da lagen sie, zusammengekuschelt unter eine Decke auf dem Sofa. Vor ihnen lag Deutsche Schokolade?! Wer weiß ob diese die Vorspeise, die Hauptspeise oder das Dessert war, jedenfalls haben wir nicht mitbekommen ob sie nun Sex gehabt haben oder nicht. Wir gingen jedenfalls direkt aufs Klo und dann ins Bad um uns bettfertig zu machen.Als wir im Bad waren hörten wir, wie die zwei den TV ausmachten und wieder in Peters Zimmer verschwanden. Was für eine komische Nummer! Wir diskutierten hin und her, kamen aber zu dem Schluss, dass wir uns nicht falsch verhalten haben. Wenn er eben überall in seinem Haus ungestört sein möchte, darf er sich halt keine Mitbewohner zulegen! Etwa eine halbe Stunde später, wir waren kurz vor dem einschlafen, hörten wir eine Frauenstimme wütend etwas lauter werden und wie Peter anschließend lauter zurück keifte, dann knallte die Tür ins Schloss und es waren energisch weggehende Schritte zu hören (wir haben so Kieselsteine im Hof, sodass man immer hören kann, wenn jemand kommt oder geht).

Dafür hatten wir zwei Theorien: 1. Kimberly kam nochmal vorbei und kannte das Auto von Brenda und machte ne Szene… oder 2. Was auch immer Peter wollte, Brenda wollte es nicht und verließ das Haus. Wir wissen tatsächlich bis heute nicht, was genau geschehen ist. Wobei wir doch sehr stark auf Nummer 2 tippen.

Am nächsten Tag sagte Peter auch garnichts über den Abend und wir verhielten uns alle, als wäre nichts passiert.

Mal davon abgesehen wanderten wir ein wenig auf den Wither Hills entlang, einer Bergkette im Süden von Blenheim mit einer sagenhaften Aussicht. Bei ganz schönem Wetter kann man sogar bis auf die Nordinsel schauen! Bilder dazu sind wie immer in der ‎→Galerie!