Nicaragua Teil 4 – Masaya

Hola Amigos,

wir haben wieder einiges zu berichten.

Wir hatten uns entschieden nach Masaya zu fahren. Dort gibt es den Vulkan Masaya, in dem man echte Lava sehen kann. Da auch die anderen aus der Gruppe weiterreisen wollten, sind wir am 29.11.2016 früh morgens um kurz vor 6 aus unserem Hostel ausgezogen, um das Boot von Little Corn Island nach Big Corn zu erreichen. Um halb 7 ging das Boot, die ca. halbstündige Fahrt war ok, da kein großer Wellengang herrschte. Dort angekommen, frühstückten einige und kauften sich was zu essen, wir begnügten uns mit einem Kaffee. Alle anderen 5 wollten nämlich mit dem Versorgungsschiff, welches Little Corn mit allem beliefert, nach El Rama fahren, um dort wieder mit dem Bus zurück in die Landeshauptstadt Managua zu fahren. Das Schiff war deutlich kleiner als Captain D, also dem Schiff mit dem wir zu den Corn Islands gereist sind und sollte ca. 15 Stunden bis nach El Rama brauchen, der Bus von da weitere 6 Stunden. Wir erfuhren später, dass auch die Reise mit allem drum und dran über 30 Stunden dauerte. Wir allerdings hatten schon nach der Hinreise entschieden, das wir den Dreck und die lange Überfahrt nicht noch einmal erleben wollten, und hatten vor, für etwa den 4 fachen Preis, zurück nach Managua zu fliegen. Wir hatten zwei Tage zuvor bei der Airline angerufen und versucht ein Ticket zu reservieren. Allerdings war die Kommunikation mehr als schwierig, da das Englisch unseres Telefonpartners mehr als schlecht war und er unsere Fragen nur alle bejahte, wahrscheinlich um uns schnell wieder los zu werden. Er versicherte uns, das wir es bekommen und vor Ort bezahlen können, was wir ihm ja so erst mal glauben mussten. Als um 9 das Boot mit den anderen ablegte, winkten wir noch und setzten uns nochmal in ein Restaurant um noch einen Kaffee zu genießen. Der Flug sollte um 14 Uhr gehen. Als uns dann doch langsam langweilig wurde entschieden wir zum Flughafen zu laufen, um evtl. einen früheren Flug zu bekommen. Da der Flug noch nicht bezahlt war hatten wir ja nichts zu verlieren. Dort angekommen erfuhren wir erst einmal, dass sie gar keine Reservierung vorliegen hatten, da man den Flug direkt am nächsten Tag kaufen musste. Tolle Suppe. Und nun? Der letzte Flug an diesem Tag sei ausgebucht, aber wir könnten ggf. mit der nächsten Maschine fliegen, je nachdem was es für eine Maschine sei. Wir hofften nur, dass das Flugzeug groß genug sei, sodass wir mitfliegen konnten. Doch auf einmal hat die Dame am Schalter einfach Feierabend gemacht und ist gegangen. Na super! Der neue Mitarbeiter checkte alle möglichen Leute ein und war dauernd beschäftigt, bis er irgendwann zu uns kam und sagte, dass er noch zwei Plätze in der Maschine hat und er uns gleich einchecken würde. Gesagt, getan, Onewayticket gekauft, eingecheckt, und dann die Sicherheitskontrolle… Ich hätte alles schmuggeln können. Die Dame hat nicht mal in meinen Rucksack geguckt, sondern mich nur mit so einem Detektor abgescannt. Wir saßen in der Halle und warteten auf das Flugzeug bis es kam. Als wir es erblickten staunten wir nicht schlecht: eine fliegende Sardinenbüchse. Das Flugzeug hat uns eher an die kleinen einmotorigen Sportflugzeuge in Deutschland erinnert. Wir stiegen ein und hatten direkt die zwei Plätze hinter den Piloten. Mit uns waren insgesamt 12 Plätze in der Maschine, alle voll belegt. Auch eine gehbehinderte Frau war dabei, die mitsamt Rollstuhl darin saß. Und dann ging es auch schon los. Kein Hallo von den Piloten, keine Sicherheitsunterweisung etc… Ab auf die Piste und los gings. Die kurze Aussicht war natürlich prima. (Den Start von Big Corn Island und die Landung in Bluefields sind übrigens in unserem Youtubekanal zu sehen!) Wir machten einen kurzen Zwischenstopp in Bluefields um Gäste aus- und einsteigen zu lassen. Besonders der Ausstieg der behinderten Frau war interessant, sie mussten einen Sitz aus dem Flugzeug bauen, damit sie überhaupt an die Tür mit dem Rollstuhl kam, anschließend hob ein relativ junger Mann die Frau mitsamt Rollstuhl aufs Rollfeld, während der Pilot daneben stand, eine Zigarette rauchte und zuschaute. Dieser kam nicht mal auf die Idee zu helfen, es musste extra ein weiterer junger Mann kommen um zu helfen, da der erste sie kaum hochbekommen hatte. Und schon gings wieder los. Nachdem wir die Flughöhe von ca. 9000 Metern erreicht hatten, schaltete der Pilot und seine Pilotin den Autopilot an und fingen an Reis und Hühnchen zu essen. Sie haben es sich schmecken lassen und ließen sich selbst durch die plötzlich auftretenden teils heftigen Turbulenzen nicht stören. Nach einer gesamten Flugzeit von etwa 1 ½ Stunden landeten wir trocken in Managua.

In Managua angekommen mussten wir erst mal an einem Drogenspürhund vorbei. Klar, an der karibischen Küste und den Inseln war es ein leichtes mit Kokain und Marihuana versorgt zu werden. Und schon standen wir wieder im Getümmel der Taxifahrer, die uns als Passagiere gewinnen wollten. Wir ließen uns nicht beeindrucken und hielten ein Taxi an der Straße an. Eigentlich hätten wir erst wieder in die Innenstadt und dann von dort mit dem vollgestopften Bus nach Masaya gemusst. Nach einigem verhandeln entschieden wir uns direkt nach Masaya mit dem Taxi zu fahren, da es finanziell fast aufs gleiche rauskam. Ich hatte schon vorher nach einem günstigen Hotel recherchiert, doch als wir ankamen war es teurer und kein weiter Gast da. Das war ein schlechtes Zeichen. Wir entschieden uns weiter zu suchen. Nachdem wir im Park Central ankamen, sprach uns Nelson an, ein Tourguide, der uns die Tour zum Vulkan Masaya verkaufen wollte. Wir sagten, dass wir das gern machen würden, aber erst mal ein Hostel finden müssen. Also empfahl er uns ein einheimisches günstiges. Er begleitete uns dahin und wir schauten es uns an. Auch wenn es wirklich günstig war, es glich eher einer Scheune mit Trennwänden, es war uns doch zu einfach und runtergekommen. Also empfahl er uns ein anderes bisschen teureres und begleitete uns abermals. Dies war ok und wir checkten ein. Wir verabschiedeten uns von Nelson und versprachen ihn morgen wegen der Tour aufzusuchen. An diesem Abend leisteten wir uns seit langem ein wieder eher westliches Abendessen: Pizza für 60 Cent das Stück. Am nächsten Tag sind wir etwas shoppen gegangen. Da in Little Corn Island alles jeden Tag mit Bleichmittel geschrubbt wurde und Julia sich mit ihrer braunen Hose auf eine wohl noch nicht trockene Stelle gesetzt hatte, ist die Hose eben ziemlich ausgeblichen, und zwar genau so am Hintern, dass es aussah, als hätte sie sich in die Hose gemacht. Kurzum, Julia wollte so nicht rumlaufen (was ich echt verstehen kann) und so kauften wir eine neue kurze Hose für umgerechnet 2,30 € und sagten Nelson die Vulkantour zu. Um 17 Uhr ging es los. Wir fuhren mit einem Dänischen Pärchen auf den Vulkan. Da im Pickup kein Platz für so viel Leute war, nahmen wir auf der Ladefläche platz. Hier in Zentral Amerika ist das ganz normal. Die Tour war ganz nett, aber auch relativ kurz. Wir fuhren hoch, Nelson erzählte uns ein paar Sätze zu dem Vulkan, anschließend hatten wir 20 Minuten Zeit die Lava zu bestaunen. Nach zwanzig Minuten wurden wir von den Securityofficers wieder runter geschickte, angeblich aus gesundheitlichen Gründen, da der Schwefel aus dem Vulkan nicht so gesund sein soll. Wir fuhren wieder zurück nach Masaya, aßen was zu Abend und schon war der Tag wieder rum. Wir verbrachten noch einen weiteren Tag da, allerdings nutzten wir die Zeit dort um Daten zu sichern und den Blogeintrag zu schreiben. Masaya hat uns von den Städten, die wir bisher in Nicaragua gesehen haben, am besten gefallen. Es war gepflegt und sauber, es gab sogar in gewissen Abständen Mülleimer, was hier eine Seltenheit ist. Meist werfen die Locals ihren Müll auf den Boden und dementsprechend sieht es dann meist in den Städten aus. Da Anfang Dezember hier gefeiert wird (wir haben nicht genau verstanden was genau, aber wohl zu Ehren der Heiligen), wurde jeden Abend kurz nachdem die Sonne untergegangen war Feuerwerk geknallt und ein Umzug mit einem großen Wagen mit verkleideten und geschminkten Menschen, die wahrscheinlich die Heiligen darstellen sollten, zogen mit einer Musikkapelle durch die Straßen. Was uns leider vor allem hier auffiel waren einige bettelnde und verkaufende Kinder. Da kam ein kleines Mädel zu uns an den Tisch, sie war nicht älter als 5 Jahre und wollte etwas verkaufen. Wir beobachteten, dass sie bei einer anderen Familie erfolgreich war, diese ihr Geld gaben und sie direkt das Rückgeld abzählte. Es war so befremdlich für uns zu sehen, da wir mit 5 Jahren unsere Zeit in Deutschland als Kind verbringen konnten und sie bereits einem Beruf nachgeht. Auch die täglichen Zurückweisungen der Menschen, die ihre Ware nicht kaufen wollen (sie war bei einer Frau sehr hartnäckig und wollte sich überhaupt nicht abschütteln lassen)… Unvorstellbar für uns, glücklicherweise!

2 Gedanken zu „Nicaragua Teil 4 – Masaya

  1. Hallo ihr Weltenbummler,

    am Anfang des Berichtes habt ihr versehentlich 29.12.16 geschrieben, doch wir wissen,
    ihr meintet 29.11.16. Kein Problem – sonst Erlebnisse, Erlebnisse, Erlebnisse! Super!
    Gruß A

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