Die Entscheidung

Wenn man den Begriff Weltreise hört werden viele an ihre Kindheit zurück denken. Damals, als man in seiner noch unbeschwerlichen Zeit sagte: „Wenn ich groß bin mache ich eine Weltreise!“

Spätestens wenn man irgendwann auf eigenen Füßen steht, aus dem Elternhaus ausgezogen ist, und der Alltag einen Tag für Tag einholt, wird der Traum einer Weltreise ganz nach hinten geschoben, falls er überhaupt noch existiert. Auch wir hatten diesen Traum in der Kindheit. Doch auch bei uns ging zunächst die Karriere vor.

Als Julia und ich zusammen kamen, merkten wir sehr schnell, dass das Reisen eine große Leidenschaft von uns war. Also warteten wir nicht lange und buchten etwa zwei Tage nach unserem ersten Kuss 4 Übernachtungen in einem Hotel in Budapest. Die Reise sollte in zwei Monaten sein. Beim Buchen scherzten wir vor uns hin und sagten, wenn das mit uns in dem Urlaub klappt, machen wir eine Weltreise zusammen.

Das war das erste Mal, dass das Thema Weltreise auf den Tisch kam.

Natürlich meinten wir das im Scherz. Ich steckte mitten im Arbeitsleben, Julia mitten im Studium. Wie dem auch sei, der Urlaub in Budapest war kalt, aber toll. Wir verstanden uns super und waren ein gutes Team. Nicht zu vergessen unser Abenteuer im Széchenyi-Heilbad, das größte seiner Art in Europa.

Nachdem wir wieder zu Hause waren holte uns der triste Alltag schnell wieder ein. Doch in uns schlummerte ganz unbewusst ein Gedanke, der nach und nach immer mehr ins Gehirn rückte. Eine Weltreise.

Zunächst hab ich mich gar nicht getraut mit Julia drüber zu sprechen, aber als ich sie darauf ansprach und sie mir ebenfalls sagte, dass sie der Gedanke irgendwie nicht mehr los lasse, ließen wir ihn gedeihen. Also kamen wir auf die Frage… was wäre wenn? Ich meine eine Weltreise möchte jeder einmal machen… später mal wenn man in Rente ist.

Mein Großonkel ist über 80 Jahre alt, meine Großtante über 70. Sie reisen für Ihr Leben gern. Und hey, wer kann schon behaupten mit über 80 Jahren auf einem Schlauchboot stehend Filmaufnahmen von Eisbergen auf Spitzbergen gemacht zu haben. Beide sind Gesundheitlich sehr fit. Wie fit werden wir allerdings im Rentenalter sein?

Also habe ich mich vor den Laptop geschmissen und habe das Internet durchsucht. Tatsächlich bin ich auch auf Seiten und Blogs gestoßen, die sich mit diesem Thema befassen. Durch das lesen sämtlicher Seiten wurde Gedanke zu einer Idee, von einer Idee zu einem Plan.

Wir stellten uns die Frage, was spricht den dagegen? Ich wollte mich sowieso irgendwann beruflich verändern, und Julia hätte nach dem Studium nicht weniger Lust zunächst fremde Länder und Kulturen kennenzulernen. Doch wann wäre der richtige Zeitpunkt? Kinder möchten wir auch, erfahrungsgemäß wandert jeder Euro in die Kinderversorgung, was das Sparen für eine Reise erschweren würde. Danach die Reise? Vermutlich sind wir dann in Rente und gesundheitlich evtl. nicht mehr in der Lage, vom finanziellen ganz zu schweigen. Also entschieden wir uns die Reise vor dem Kinderkriegen zu unternehmen.

Eine ganz wichtige Frage ist natürlich auch, was kostet so eine Reise, bzw. können wir überhaupt so viel Geld generieren?

„So viel wie eine neue Einbauküche!“ – meiner Meinung nach eine sehr dehnbare Aussage. Aber letztendlich kommt es auf das Reiseverhalten an. Bereist man günstige Länder oder möchte man lieber mehr Komfort genießen und nur in mindestens 3-Sterne-Hotels nächtigen.

Wir haben uns eine gewisse Summe in den Kopf gesetzt und haben angefangen zu sparen.

Letztendlich liegt es in unserem Fall soweit, dass wir das Studium abwarten, und unsere Reisesumme generieren. Alles andere haben wir entschieden:

Grundroute steht- siehe Reiseziele

Jobs: werden aufgegeben

Wohnung: Wird aufgegeben

Einrichtung: Bis auf wenige Sachen verkauft/verschenkt/gespendet.

Auto: Wird verkauft

Das Reisedatum konnten wir nun auch nach etlichem hin und her überlegen auf Anfang Oktober 2016 festlegen.

Eine Weltreise…wenn nicht jetzt, wann dann?