Von Kambodscha über die Landesgrenze nach Vietnam

Von Phnom Penh sind wir morgens um 8 mit dem Post Bus als einzige!!! Gäste an Board nach Kep gereist. Dies dauerte etwa 3 Stunden. Dort wurden wir auch direkt von einem Tuktukfahrer abgefangen, der uns, wie er sagte, ein spitzen Angebot machte um uns an die vietnamesische Grenze zu fahren. Der Preis war jedoch noch wirklich sehr hoch, sodass wir den ältesten aller Verhandlungstricks anwendeten: Zeit schinden und zeigen, dass wir es weder eilig haben noch irgendwas sein MUSS. Also haben wir uns erst mal ganz in Ruhe mit Sonnencreme eingecremt und betont, dass wir überlegen an die Grenze zu fahren, aber noch nicht sicher sind. Der Fahrer wurde bei unserer Gelassenheit dann doch etwas nervöser und ging stetig etwas mit dem Preis runter. Wir hatten uns davor informiert, wie viel diese Strecke ungefähr kosten sollte bzw. was fair ist. Als er bei dieser Summe ankam willigten wir ein und fuhren mit ihm los. Die Fahrt dauerte ungefähr eine halbe Stunde und war die wohl schrägste Fahrt überhaupt. Wir fuhren mitten durchs Niemandsland und super winzige Dörfer. Und unsere Gedanken wechselten zwischen „reisen wir hier grad illegal irgendwie ein“ bzw. „wo bringt er uns hin“ und vor allem „warum zum Geier schaut der Fahrer sich ständig um, hat er hier irgendwo Komplizen die gleich aus dem Busch springen und uns ausrauben????“ Diese ganzen Faktoren haben uns ein mulmiges Gefühl gegeben, vor allem weil wir ja mit vollem Gepäck unterwegs waren… Aber, das Ganze hat sich völlig anders aufgelöst: der Fahrer hat uns wie verabredet zur Grenze gebracht. Als wir ihm unsere übriggebliebenen Riel gegeben haben (es waren nicht mehr als umgerechnet 50 Eurocent) hat er uns angestrahlt als hätte er grad im Lotto gewonnen. Er hat sich tausendmal bedankt und uns alles Gute gewünscht und mehrmals gewunken. Wenn wir Menschen uns doch immer so leicht gegenseitig glücklich machen könnten…

An der Grenze zu Vietnam

Bevor wir in Vietnam einreisen konnten, mussten wir erst einmal einen Ausreisestempel von Kambodscha holen. Danach sind wir dann über die Grenze gelaufen und haben auf Vietnamesischer Seite erst einen Grenzposten passiert und sollten dann in eine Art Büro. Besser gesagt, es war ein Steingebäude, ziemlich runtergekommen, vor dem ein toter Hahn lag (wahrscheinlich hatte den einer kurz da abgelegt um ihn mit über die Grenze zu nehmen), Türen alle offen und drin mehrere Straßenhunde die da einfach gechillt haben. Wir mussten dann so eine Art Gesundheitsbogen ausfüllen und einen Dollar zahlen. Warum? Am besten solche Fragen nicht stellen. Danach durften wir zwei Meter weiter und unser Visum, was wir ausgedruckt hatten, abgeben. Dann haben wir einen Stempel bekommen und durften durchgehen. Da wurden wir direkt wieder von einer Meute Taxifahrer abgefangen. Darüber hatten wir gelesen und auch über die horrenden Preise, sodass wir auch hier wieder auf unsere Verhandlungstaktik zurückgriffen: erst mal einen Kaffee trinken. Außerdem wollten wir mit einem offiziellen Taxi fahren. Da an der Grenze jedoch keines war entschieden wir uns dafür uns eines von dem Cafébesitzer aus der Stadt rufen zu lassen. Naja, was soll ich sagen, wir haben zwar ein Taxi bekommen, der Preis war nicht fair und offiziell war es auch nicht wirklich, wahrscheinlich eher der Schwager… Naja egal, wir kamen dann in Ha Tien an und haben dort unser Zimmer bezogen. Danach sind wir in die Oasis Bar gegangen, das Café eines ausgewanderten Engländers, da wir gelesen hatten, dass er sich auskennt in der Gegend. Wir wollten nämlich am nächsten Tag mit der Fähre auf die Insel Phu Phoc, hatten aber auch viel darüber gelesen, dass es da so einige Scams und so weiter gibt. Wir hatten eh total Lust mal wieder europäische Küche zu genießen und dann noch ein paar Infos zu bekommen hörte sich doppelt verlockend an. Der Cafébesitzer war super hilfreich und hat uns kurzerhand zusammen mit seiner Frau die Tickets für die Fähre besorgt und uns alle wichtigen Infos an die Hand gegeben. Auch haben wir bei Ihm Geld tauschen können, da die Banken zu hatten,. Der Kurs war auch net so schlecht. Anschließend verbrachten wir den Abend im Zimmer da das alles doch durch die hohen Temperaturen sehr anstrengend war. Wie es dann weiterging, das nächste Mal!

Von Phnom Peng über Kep, Kambodscha nach Ha Tien, Vietnam

Dieser kurze Abschnitt ist an alle deutsch sprechenden Traveller gerichtet, die Vorhaben von Kambodscha über Land an der Grenze Ha Tien nach Vietnam zu reisen.

Da es gerade an den Grenzen viele komische Gestalten gibt, die einen einfach nur abzocken wollen, hier ein kleiner Guide. Da ich selber bei meinen Recherchen kaum zufriedenstellende Antworten gefunden haben, möchte ich auf diese Weise mein Wissen und Erfahrungen teilen. Stand 25.04.2018.

Wenn ihr von Kambodscha aus auf die Insel Phu Phoc in Vietnam reisen möchtet gibt es die Möglichkeit alles Organisiert zu machen, oder eben selbst zu organisieren. Leider haben meine Recherchen ergeben, das das fertig organisierte meistens teurer ist, man nochmal abgezockt wird, die verwendeten Fahrzeuge für den Grenzübertritt fast auseinander fallen oder man dann noch den Preis für die schnelle Fähre bezahlt, aber Tickets für die langsame bekommt.

Des weiteren gibt es leider keine Tuktuks in Vietnam sondern nur Motorräder, die eben auch als Taxi benutzt werden. Somit ist es schwierig für Menschen, die Angst vom Motorrad haben, von der Grenze weg in die etwa 7 km entfernte Stadt Ha Tien zu kommen.

In vielen Foren habe ich auch gelesen, dass man vor allem früh über die Grenze soll, weil die letzte schnelle Fähre um 14 Uhr fährt und man diese sonst verpasst. Ja, mag sein, aber was spricht dagegen eine Nacht in Ha Tien zu bleiben? Genau, in der Regel hat man etwas Zeit wenn man ein niedriges Budget hat, und wenn man eben nicht betrogen werden möchte und noch mehr Geld verliert, informiert man sich eben vorher und macht alles in Ruhe. Okay, fangen wir an.

Als deutscher Staatsbürger brauche ich kein Visum, um in Vietnam einzureisen, habe aber auch nur 14 Tage Zeit mich in dem Land aufzuhalten. Möchte ich länger als 14 Tage bleiben, aber weniger als 30 Tage, brauche ich ein Visum. Die günstigste Variante für europäische Staatsbürger ist ein E-Visa, welches die Regierung testweise einführte. Dies kann auf der offiziellen Seite https://evisa.xuatnhapcanh.gov.vn/trang-chu-ttdt

beantragt werden. Sieht ein wenig komisch aus, ist aber zum jetzigen Stand wirklich die offizielle Seite, erkennbar an der .gov.vn-Endung der Domain.

Kosten: 25 USD

Bearbeitungsdauer: ca. 3 Tage

Wichtig: Das Visum muss 2 mal ausgedruckt sein, einmal für die Einreise, einmal für die Ausreise.

Wir haben es einfach nett im Hotel gefragt und die haben uns das ohne weiteres ausgedruckt.

Informiert euch auch auf alle Fälle über die üblichen Scams in Vietnam. Gerade an den Grenzen ist es sehr häufig. Auch Ha Tien hat eine Scamscene, googlet mal nach Scams Ha Tien. Bevor ihr euch also euer Geld abzocken lässt, investiert etwas Zeit und informiert euch.

Bevor ihr den Grenzübertritt macht ist eine Kambodschanische Simkarte mit Internet absolut nützlich. Ich hatte metfone was super easy ging und ne gute Netzabdeckung hatte und kostete 4 USD. Des weiteren ladet euch die App VINASUN TAXI runter. Und ggf. Taxi Mai Linh. Wenns der Playstore verweigert (in eurem Land nicht verfügbar) versuchts als APK-Datei in einem renomierten APK-Verzeichnis wie apkpure.com runterzuladen und zu installieren.

How to:

  1. Finanzen

    Der Kambodschanische Riel ist außerhalb Kambodschas wertlos, keine offizielle Wechselmöglichkeit wechselt diesen. Daher ist der USD die Währung schlechthin. Wichtig dabei: Achtet darauf das die Dollarnoten tadellos aussehen. In Vietnam zumindest werden eingerissene, beschädigte, dreckige etc. Noten bei einer Bank nicht akzeptiert. Wenn ihr diese überhaupt umgetauscht bekommt, wenn überhaupt nur inoffiziell irgendwo, dann zu nem gaaanz schlechten Kurs.

  1. Reise zur Grenze

    Wir reisten morgens um 8 von Phnom Penh mit dem Postbus nach Kep, was etwa 3 Stunden dauerte. Die Fahrt war für Kambodschanische Verhältnisse echt ok, sogar mit Wifi. In Kep nahmen wir uns ein Tuktuk und handelten auf 12 Dollar. Ob ihr auch mit nem Tuktuk von Kampot aus fährt bleibt euch überlassen. Der Weg zur Grenze führte direkt an der Küste entlang durch die Wildnis. Es war schon komisch irgendwie, aber wir kamen gut bei der Grenze an. Wir gaben dem Fahrer den vereinbarten Preis + einen Dollar Tip + unsere restlichen Riels (war unter nem Dollar) worüber sich der Fahrer dennoch sehr gefreut hat.

  1. Grenzübergang

    Wir gingen durch die Kambodschanische Immigration und erhielten einen Ausreisestempel. Anschließend gingen wir wieder raus und auf eine Brücke zu. Dort waren nochmal Grenzbeamte die den Ausweis kontrollierten. Anschließend lauft ihr über die Brücke auf das Tor, das die Grenze markiert zu. Am Grenzposten angekommen zeigt ihr euer Visum und zahlt 1 USD für ein Healtcheck, der nie wirklich stattfindet, ihr kreuz halt an und unterschreibt. Diese Gebühr ist höchst offensichtlich ein Schmiergeld, muss offiziell aber nicht gezahlt werden. Berichten zufolge mussten aber Passierende, die sich weigerten den Dollar zu zahlen, eben Stundenlang auf den kostenlosen Healthcheck warten bis sie endlich passieren durften. Angesichts des Stresses und dem ggf. verpassen der Fähre ist der Dollar sicher das kleinere übel.

  2. Willkommen in Vietnam

    Nun bist du in Vietnam. Es werden einige Motofahrer auf dich zukommen und dir anbieten dich nach Ha Tien zu bringen.

    Hier solltest du Ruhe bewahren und handeln, wenn du überhaupt eins nehmen möchtest. Wenn dir fetter Backpack und kleiner Backpack samt dir auf nem Motorrad hinten drauf nicht gefällt, und du lieber ein Auto als Fahrmöglichkeit haben möchtest, hier der ultimative Tipp:

    Setz dich in das Cafe links neben der Straße und trink deinen ersten Vietnamesischen Cafe. Während dessen kannst du über dein mobiles Internet deiner Kambodschanischen Simkarte, welches dort noch funktioniert, einfach per VINASUN-App ein Taxi bestellen. Bestehe darauf, das sie den Taximeter anmachen. Für die 7km lange Strecke zahlst du ca. 105000 vietnamesische Dong (4,50 USD). Sicher kannst du in Dollar zahlen, sollte das nicht der Fall sein, lass dich an nen Automaten fahren. Bedenke, das du Automatengebühren zahlen wirst.

  3. Such dir ein nettes Hotel

    Bring dein Gepäck in Sicherheit und such dir ein Hotel. Behalte unbedingt deinen Reisepass beim einchecken (auch ne Art von Scam), sollten sie kein Foto machen wollen sondern deinen Pass behalten wollen, such dir ein anderes Hotel. Grundsätzlich ist das bezahlen in Landeswährung Dong günstiger.

  4. Bank suchen zum Geldtausch

    Such dir ne Bank wo du deine USD in Dong umtauschen kannst. Check vorher den offiziellen Kurs. In unserem Fall haben wir einen besseren Kurs als den offiziellen gehabt.

    Geld am Automaten kannst du auch holen, kostet wie gesagt eben eine Automatengebühr. Einen mit der DKB-Kreditkarte kostenlosen Geldautomaten gab es auf der Insel Phu Phoc in der Hauptstadt Duong Dong. Automat der MB-Bank, Maximal 3 Millionen Dong, Mehrere Abhebungen möglich.

  5. Oasis Bar

    Letzter Tip oder Rettungsanker, die Oasis Bar. Geführt von einem ausgewanderten Engländer, bietet er leckeres Essen und Getränke zu fairen Preisen, vorallem aber Hilfe beim zurechtfinden. Er besorgt euch die richtigen Tickets für die Fähre, also dem Superdong, gibt Tips und tauscht auch mal Dollar in Dong zu nem nicht ganz zu schlechtem Kurs, wenn du es noch nicht zur Bank geschafft hast

Du hast noch Fragen? Schreib einfach einen Kommentar!

Kambodscha

Wir flogen am 29. März 2018 von Bangkok nach Siem Reap, Kambodscha. Auch wenn es eine tolle Zeit mit den zweien war, sie war natürlich auch sehr anstrengend. Viele neue Eindrücke und viele Orte, wir wollten die wenige Zeit mit Mama und Jens natürlich so gut wie möglich nutzen. Aus dem Grund brauchten wir auch erstmal etwas Pause. Ich hatte mit dem Hotel eine Abholung vom Flughafen vereinbart, allerdings hatte ich vergessen Julia genauer darüber zu informieren. Aber von vorne…

Visum beantragen auf Kambodschanisch

Wir landeten also in Siem Reap und wir mussten erstmal bei der Immigration ein Visum beantragen. Sozusagen ein Visa on Arrival. Tatsächlich kamen da das erste mal unsere Passbilder zur Verwendung, die wir noch aus Deutschland mitgebracht hatten. Das Visum zu bekommen war eigentlich eine einfache Angelegenheit. Du gehst mit deinem Pass an den Schalter dort, gibst den Pass ab, 30 US$ in Bar und ein Passbild von dir (alternativ konnte man auch für 4 $ Aufpreis dort eins machen lassen) bei einem Visum von 30 Tagen. Wenn du mehr möchtest, musste halt mehr zahlen, logisch gelle? Jedenfalls sollten wir dann um diesen Schalter herumgehen auf die andere Seite (wir mussten halt 30 Meter laufen) und auf der anderen Seite war ein Beamter, der die Ausweise zurückgegeben hat. Das war zumindest der objektive Teil. Die Art wie er das aber gemacht hat, war echt zum schießen. Man stelle sich eine große Menschentraube vor diesem Schalter vor und er hatte einen Stapel mit Ausweisen vor sich liegen. Dann nahm er einen Ausweis, las den Namen laut vor, lacht sich dabei den Arsch ab und schaut dann wer den Ausweis abholt. Er hielt auch immer noch das Bild in die Menge, sodass man sich ggf. selbst erkennen konnte für den Fall das seine Aussprache nicht ganz zutreffend war… was grundsätzlich passierte. Jedenfalls war die ganze Situation echt zum schießen und wir genossen es wieder eine andere Kultur kennenzulernen. Nachdem wir dann das Visum erhalten haben, welches mit Abstand das schönste bisher ist, holten wir unser Gepäck. Anschließend wollte Julia dann direkt raus. Ich sagte ihr, das wir uns mit Sonnenschutz eincremen sollten, da wir mit nem Tuktuk abgeholt werden. Sie schaute mich wie ein Auto an. „Wie Tuktuk?“ „Oh, hatte ich das nicht erwähnt?“

Als wir dann aus dem Gepäckbereich in die Empfangshalle traten stand da auch wirklich ein kleiner Kambodschaner mit einem Schild auf dem mein Name stand. Er führte uns raus aus dem Flughafengebäude zum Parkplatz und sagte uns, wir sollen da warten, er hole sein Tuktuk. Gesagt, getan, und dann kam es! Das Kambodschanische Tuktuk: Ein Motorrad oder Roller auf dessen hinteren Teil der Sitzbank eine fette Kupplung montiert ist an der ein einachsiger Anhänger montiert war. Dieser Anhänger war im Grunde wie eine Kutsche auf zwei Rädern. Hätte man dort einen Esel davor gespannt, hätte das total normal ausgesehen. Wie dem auch sei, in dem Anhänger haben zwei bequem Platz gehabt, 2 weitere hätten aber dennoch noch Platz gefunden, wenn auch ein wenig kuschelig dann. Aber so ganz nebenbei, wir haben Tuktuks gesehen, die sind da mit 7 Leuten drauf gefahren. Total krass. Egal, jedenfalls sind wir dann relativ gemütlich zum Hotel gefahren. Und wisst ihr was uns aufgefallen ist? Wir fuhren das erste mal seit über einem Jahr im Rechtsverkehr.

Verkehr in Kambodscha

Ach ja Verkehr, was sollen wir sagen? Bali war krass, Malaysia auch, Thailand auch, aber Kambodscha übertraf alles!!!

Linksabbiegen auf Kambodschanisch: Man fahre in den Gegenverkehr auf die Linke Spur und Seite, biegt links auf die Linke Seite im Gegenverkehr ab und fährt so lange links vom Gegenverkehr bis keiner mehr kommt und fährt dann rüber auf die Rechte Seite.

Klingt kompliziert? Ach was! Wir wurden schon gewarnt bloß nicht Nachts Bus zu fahren. Naja wir hatten jedenfalls vor dem Hostel ne relativ viel befahrene Kreuzung. Ich glaube nach dem dritten Tag hatte ich Nachts noch Hunger und bin los um noch was zu essen zu holen. Es war halb eins oder so. Jedenfalls kam ich gerade ins Zimmer als Julia telefonierte und draußen plötzlich Quietschende Bremsen zu hören waren und einen fetten Rums. Julia guggte mich verdutzt an. Ich stellte das Essen hin und lief wieder runter auf die Straße. Das Hostel, was unten noch eben mit einigen Indern voll besetzt war, war leer. Auch niemand an der Rezeption mehr. Ich lief raus und sah den Reisebus. Und davor eine riesige Menschenmenge. Ich hatte absolut keinen Überblick. Dann sah ich einen relativ großen Pickup, der an der Seite völlig kaputt war. Auch stand er irgendwie komisch da. Na einer Minute habe ich aber auch endlich Überblick gehabt. Das wichtigste zuerst. Nur der Fahrer des Pickups trug leichte Kopfverletzungen davon und wurde mit einem Krankenwagen, der keine 3 Minuten später da war, ins Krankenhaus gefahren. Ansonsten waren da gefühlt 100 Leute die Fotos und Videos machten. Der Bus ist wohl in den Pickup geballert. Man muss dazu sagen das alles was ein wenig größer war wie ein Lkw oder Bus, der hat einfach nur fett laut gehupt und ist dann auf die Kreuzung gefahren. Ohne zu bremsen. Scheinbar hat der Pickupfahrer gedacht, ach was, so ein Bus, das Duell gewinnt er. Tja, wohl nicht.

Unser Aufenthalt

Ja wie schon gesagt brauchten wir ein wenig Pause von dem ganzen Reisen. Daher haben wir uns sage und schreibe insgesamt 3 Wochen in dem Hotel eingebucht. Wir hatten noch einiges zu tun. Den Blog wollten wir weiter schreiben, das Visum für Kanada musste beantragt werden und die Tempel von Angkor wollten wir uns ja auch anschauen. Aber nun mal eins nach dem anderen.

Tatsächlich geschahen manche Dinge parallel oder gleichzeitig, ich versuche sie aber mal einfach als einen Abschnitt zu beschreiben.

Wir treffen Nadine

Nadine ist eine Freundin meinerseits, die ich schon aus Kindertagen kenne. Sie wohnte im Haus gegenüber, wir waren Nachbarn. Nadine war ein Jahr in Australien und flog von dort direkt nach Siem Reap und lebte dort schon seit einigen Monaten. Wir freuten uns total sie wieder zu sehen und vor allem die Geschichten zu teilen. Und das bei einem Original Khmer BBQ.

Kambodschanisches Streetfood

Da wir uns ja schon an das Streetfood in Asien gewöhnt haben, hatten wir auch in Kambodscha keine Probleme damit uns hauptsächlich davon zu ernähren. Da Julia immer meckert, weil ich nur übers Essen schreibe, lass ich es mal. Hmm, ne sorry kann ich nicht 😛

Kambodschanisches Streetfood war gut und günstig. Gebratene Nudeln oder Reis mit Gemüse gabs ab nem US-Dollar, der nebenbei erwähnt faktisch die Währung in Kambodscha war. Es gibt noch Riel (1000 Riel = ca. 25 Us-Cent), die aber eigentlich nur für alles unter nem Dollar gehandelt wurden.

Das Straßenessen wurde in so Verkaufstuktuks zubereitet. Also es war ein Verkaufsstand, der an einem Motorrad angebracht war und wurde so von einem Ort zum anderen gefahren.

Somit gab es meistens ein Wok auf einem Gaskocher, manchmal zwei, oder eben andere Sachen wie ein Pizzaofen, Waffeleisen, Eismaschine etc., jeweils immer auf einem Foodtuktuk. Am Markt kamen dann alle Foodtuktuks zusammen und stellten sich nebeneinander an den Rand der Straße und kochten da. Neben den Tuktuks stehen Minitische und Minihocker an denen man dann sein Essen essen konnte. Als quasi direkt auf der Straße. Somit aß man sein Essen neben den in einem Meter Entfernung fahrenden Autos. Dahinter war ein Gehsteig, der frei bleiben musste, dort durften sie nix hinstellen. Und da waren auch Sitzbänke, auf denen die Mädels der Foodtuktuks hockten oder eben auch Gäste.

Nun suchten wir uns ein Foodtuktuk aus und bestellten gebratenen Reis mit Schweinebauch… oh Leute, dieser war himmlisch… Was dazu führte das wir fast jeden zweiten Tag da waren und dort aßen… Leider schmeckte der Bauch nicht nur mir so gut, sodass er manchmal schon ausverkauft war, wenn wir zu spät kamen. Aber so lernten wir die ganze Familie dort kennen. Die Tante kocht am Wok, die Tochter am Grill, die Nichte macht Fruchtschakes, die andere Getränke, und wieder jemand anderes das Dessert. So saßen sie vor ihren Foodtuktuks und warteten auf Kunden, spielten mit ihrem Handy oder schauten sich was im Internet an. Klingt jetzt eigentlich ganz nett, aber es waren die Ärmsten. Die Töchter und Nichten meistens nicht mal Volljährig. Das jüngste Mädchen war vielleicht zwei Jahre und war sehr oft da.

Meistens lag die kleine schon unter nem kleinen Moskitonetz auf der Bank und schlief. Als wir einmal um halb zwei in der Nacht dort vorbei kamen (wir waren etwas Ausgegangen) waren viele der Foodtuktuks schon weg. Aber unsere Mädels waren immer noch da. Bis auf die Mutter, die mein Essen noch zubereitete schliefen alle auf der Bank. Das war schon ein sehr krasses Bild. Wir machten uns Gedanken wie wir sie am besten unterstützen konnten, aber es blieb als einzigste Möglichkeit einfach immer nur bei Ihnen zu essen.

An einem Tag kamen wir wieder hin und es war natürlich kein Schweinebauch mehr da. Für mich war das kein Problem, ich bestellte dann eben Chicken. Wir warteten auf unser Essen und sahen wie das eine Mädel auf n Roller stieg und wegfuhr. 10 Minuten später kam sie wieder, wir waren gerade beim essen, stellte sie mir einen Teller mit gegrilltem Schweinebauch hin und sagte das es kostenlos sei, weil ich doch immer Schweinebauch mag. Mit so einer tollen Geste haben wir nicht gerechnet.

Am Kambodschanischen Neujahr, wo die meisten gefeiert haben, haben sie gearbeitet. Wahrscheinlich war das Geschäft zu gut in der Zeit. Dafür haben wir sie danach nicht mehr gesehen. Scheinbar haben sie dann ihren verdienten Urlaub genossen.

Die Kambodschaner waren die Ärmsten, gaben aber das letzte Hemd für dich. Das war schon eine ganz tolle Erfahrung.

Angkor (Wats)

Angkor ist ein riesiges Areal mit bisher über 1000 entdeckten Tempeln und Heiligtümern. Diese erstrecken sich auf einer Fläche von 1000km² und sind Hunderte Jahre alt. Die Anlage wurde ab dem 10. Jahrhundert gebaut und bis 1150 erweitert. Wiederentdeckt wurden Teile der Anlage ab dem 19. Jahrhundert.

Um das alles besser zu verstehen besuchten wir das Angkor National Museum und das Landminen Museum, bevor wir uns auf die Tempel stürzten.

Wir holten uns den 3 Tagespass, der mit 62 US$ pro Person (für Kambodschaner freier Eintritt), verglichen mit allen anderen Preisen in Kambodscha, deutlich teurer war und schauten uns Sras Srang, Angkor Wat, Banteay Samre, Banteay Srey, Pre Rup, Ta Prohm (bekannt aus dem Tomb Raider Film), Ta Keo, Preah Khan (viel schöner noch als Ta Prohm, noch viel mehr bewachsen), Bayon und Angkor Thom an.

Die Kunst die hinter all dem steckt war mächtig beeindruckend und ist nur schwer zu beschreiben. Wenn man bedenkt, dass die Sachen hunderte Jahre alt sind…

Als wir da waren stellte sich die Frage, ob wir an einem Tag des 3-Tagespass auch den berühmt berüchtigten und mystischen Sonnenaufgang beim Angkor Wat anschauen wollten. Auch wenn es auf dem Bild so aussieht als wäre man fast alleine dort um den Sonnenaufgang zu genießen, trügt der Schein. In Wirklichkeit teilt man sich wohl den Zauber mit bis zu 2000(!) anderen Schaulustigen. Der Park macht um 5 Uhr am Morgen auf. Somit musste man spätestens um 4.30 Uhr von Siem Reap los um sich in der Schlange anzustellen, die auf die Öffnung der Tore warten um nach Öffnung hereinzustürmen und sich die besten Plätze zu ergattern. Das Ticket sollte man sich schon am Vorabend holen.

Wir dachten uns, nun fliegst du extra nach Kambodscha mit den Tempeln als Ziel, und machst es nicht? Das ist doch total dämlich. Also go for it!

Um von Siem Reap zu den Tempeln zu kommen gibt es verschiedene Wege. Um sie nur zu Fuß zu erkunden ist die Tempelanlage viel zu groß. Also kann man sich bei knapp 40 Grad im Schatten ein Fahrrad mieten um dann ne Stunde zu den Tempeln zu fahren, ein E-Bike, was bei den Temperaturen auch nicht sonderlich angenehmer ist, oder eben wie es 90% aller Besucher machen: Man nimmt sich ein Tuktuk inkl. Fahrer und mietet sich das für verschiedene Strecken, oder gar den ganzen Tag. Preislich gesehen war das sehr günstig. In den meisten Touristenbüros und Hotels waren schon relativ gleiche Preise für diverse Strecken angeschrieben. Mit ein wenig Verhandlungsgeschick ging es natürlich noch günstiger. Man muss aber auch bedenken, dass das manchmal die einzigste Einnahmequelle der Fahrer war. Durchschnittlich verdienen die 10 $ am Tag. Also zu krass verhandeln sollte man auch nicht. Wenn der Fahrer einen wirklich nicht fahren will, bietet man definitiv zu wenig.

Wir haben es immer relativ fair gehandhabt. Wir haben hart verhandelt und immer einen Preis unter dem Durchschnitt aushandeln können. Anschließend haben wir doch den Durchschnittspreis bezahlt, was für die Fahrer ein unerwartetes Trinkgeld von meistens 2-3 $ entsprach. Der glückliche und dankbare Blick des Fahrers dabei war allerdings unbezahlbar!

Also, wir buchten unseren Fahrer am Abend vorher und verabredeten uns auf 4.30 vor dem Hotel. Verdammt war das früh! Und angenehm kühl! Nur 26 Grad! Wir genossen den angenehm kühlen Fahrtwind während unser Fahrer sich durch die Dunkelheit bahnte. Wir kamen kurz vor 5 am Eingangsbereich des Angkor Wat an. Dort setzte uns unser Fahrer ab und wartete irgendwo. Wir zeigten unser Ticket und durften passieren. Sie haben die Tore etwas früher geöffnet. Wir trotteten also der mit Stirnlampen und Handys bewaffneten Schlange hinterher, die wieder erwarten eher gemütlich ging und nicht hektisch. Als wir zum Rosenteich kamen, der eben absolut der Punkt für den Sonnenaufgang war, waren wir überrascht das wir doch so gute Plätze ergattern konnten. Es waren Decken zum Sitzen ausgebreitet. Sie waren von den Händlern dort. Du durftest Platz nehmen wenn du was bestellt hast. Natürlich war das für die Verhältnisse megateuer, 2 $ für nen Tee oder Kaffee! Wir dachten nur…gönn dir! Da 2 Stunden an einem Platz zu stehen, hatten wir auch keine Lust. Und dann wurde es auch schon ruhig. Das Geschnatter der Leute hörte auf und verwandelte diesen Mystischen Ort in ein tolles Schauspiel. Langsam dämmerte der Morgen und Angkor Wats erschien langsam.

Angkor Wat bei Sonnenaufgang

 

Natürlich machten alle Fotos. Je heller es wurde umso mehr konnte man auch die Menschenmasse erkennen, die diesen „einsamen Augenblick“ mit uns teilten. Es waren „nur“ ca. 200-300 Menschen.

Hier die ersten 100…
…und hier die restlichen 😉

Als die Sonne aufgegangen war und die Menschenmassen zum Tempel stürmten, schauten wir sie auch an. Es war sehr angenehm gerade auf der entgegengesetzten Seite vom Touristensturm ein paar mehr oder weniger einsame Stellen zu sehen und zu genießen.

Nun die Frage aller Fragen: Hat sich das frühe aufstehen gelohnt? Definitiv! Wir sind sehr froh darüber, dass wir das gemacht haben.

Visumsbewerbung für Kanada

Wie wir ja schon geschrieben haben, haben wir uns entschlossen ein Working Holiday Visum für Kanada zu ergattern. Da dieses für deutsche Staatsbürger in diesem Jahr auf 4490 Stück begrenzt ist, waren die Chancen anders als in Neuseeland, wo es keine Limitierung gab. Zu aller erst musste man sich ein Profil erstellen und wurde anschließend mit dem Profil in den Bewerberpool aufgenommen. Da dies ein kompliziertes Verfahren ist, hatten wir ja schon in Thailand bereits das Deutsche Führungszeugnis beantragt, welches wir auch erhalten haben, sodass wir startklar für die Bewerbung waren, falls wir eine Einladung erhalten würden. Und tatsächlich, beide von uns bekamen ca. einen Monat nachdem wir im Lostopf waren, eine Einladung uns auf das Visum zu bewerben. Wir entschieden, dass wir es versuchen, aber stellten auch klar, dass wir natürlich nur zusammen gehen. Sollte einer das Visum nicht bekommen, wären wir auch nicht gefahren.

So nun erzähl ich euch mal was man für so ein Visum braucht.

Nach der Einladung hat man erstmal 10 Tage Zeit zu reagieren. Entweder man lehnt sie ab, oder man startet einen Onlinefragebogen und aktiviert eine 30 Tage-Frist in der man die komplette Bewerbung abschicken kann. In diesem wurde schon ganz schön viel abgefragt, aber das meiste kannten wir ja schon vom Neuseeländischen Visum. Dort erfuhren wir aber auch, dass wir von jedem Land in dem wir länger als 6 Monate waren ein Polizeiliches Führungszeugnis brauchten. Also auch von Neuseeland. Na geil! Leider dauerte die Beantragung länger als die Frist, es war aber möglich dieses nachzureichen. Was brauchte man sonst noch? Also wie gesagt, der Fragebogen. Dann ein Passbild. Also fotografierte ich unsere Passbilder ab und lud sie hoch.

Das deutsche Führungszeugnis in Englisch. Also übersetzte ich die deutschen Führungszeugnisse auf Englisch. Dann brauchten wir noch einen englischen Lebenslauf. Und ein Formular auf dem jegliche Familieninformation eingetragen werden mussten.

Als wir das alles abgeschickt haben, mussten wir dann noch unsere Reiseinformationen nachreichen. Julia sollte aufschreiben, wo sie überall war…seit dem 18. Lebensjahr, bei mir haben die letzten 6 Jahre gereicht. Also wie ihr seht, definitiv das komplizierteste Visum bisher.

Khmer New Year

Ein ganz besonders schönes Ereignis und ein Highlight unserer Reise war das Khmer New Year, welches vom 14.-16. April 2018 gefeiert wurde. Genau, 3 Tage Party und Ausnahmezustand. Der Brauch besagt, dass man ins neue Jahr sauber und gewaschen startet. Und neue Dinge macht. Neues Bankkonto, neue Telefonnummer, neues Handy etc. das alles soll Glück bringen. Und eben die Reinigung. Traditionell werden die Finger in Wasser getaucht und dann dem zu Reinigenden übers Gesicht gestreichelt. Also eher symbolisch. Wie zelebriert aber das Volk diese Tradition? In dem sie mit Wasserpistolen oder ganzen mit Eiswasser gefüllten Kübeln und Babypuder bewaffnet jeden Nass spritzen, der ihnen auch bewaffnet entgegen kommt. Leute, es war soooooo eine tolle Gaudi. Die kleinsten waren am frechsten! Da ich unbewaffnet war hat mich ne riesige Gruppe von Jugendlichen nicht nassgespritzt. Aber die kleinste, ein Mädchen von vielleicht 10 Jahren, die hat gleich ne ganze Wasserschüssel genommen und mich ohne zu zögern damit nassgespritzt! Und was hat die gelacht!!! Das war echt total schön zu sehen wie all die Kinder, Jugendlichen und Erwachsenen, selbst die Großeltern sich gegenseitig nassspritzten oder sich gegenseitig einpuderten. Riesige weiße Staubwolken flogen durch Siem Reap. Dazu wurde überall Musik gespielt, es gab große Bühnen und alle haben gefeiert und waren glücklich.

Hier oder in unserem Youtubechannel findet ihr auch zwei Videos wo ihr seht, wie gefeiert wurde!

Mondulkiri Province

Die Mondulkiri Province ist für ihre zahlreichen Elefantenauffangstationen bekannt. Grundsätzlich ging es darum, Elefanten, die als Touristenattraktion vor den Angkortempeln geritten wurden oder eben Arbeitstiere in den Dörfern waren zu pflegen und ihnen ein artgerechtes weiterleben zu ermöglichen. Julia hat vorgeschlagen da hin zu fahren, sich die Elefanten dort anzuschauen und hat sich eine Organisation ausgesucht und gebucht. Leider habe ich erst später darüber recherchiert und festgestellt, dass es nicht die richtige Organisation war, der wir unser Geld spenden wollten, sondern ein Trittbrettfahrer, der mit dem Namen der eigentlichen Organisation EVP Geld machen will, sich aber nicht um das Wohl der Tiere kümmert und keine artgerechte Haltung bietet.

Okay, ich will da jetzt auch nicht zu krass drauf eingehen, aber die meisten Anbieter bieten streicheln und füttern von Elefanten an, oder aber auch das Baden mit den Elefanten. Mal abgesehen davon, dass es für alle Beteiligten sehr gefährlich ist mit nem Elefanten zu baden und ihm den Rücken zu schrubben, ist das artgerechte Tierhaltung? Würde ein wilder Elefant MIT EUCH im Fluss baden? Oder sich streicheln lassen?

Ich erzählte Julia von meinen Recherchen und wir entschieden, das Gebuchte abzusagen (wir hatten noch nichts bezahlt) und zu versuchen, am geplanten Tag in die richtige Organisation, das ElephantVillageProject reinzukommen. Leider hat dort am Wochenende keiner gearbeitet und da wir nicht einfach mal auf gut Glück mit dem Bus in Kambodscha dort hin fahren wollten, entschieden wir uns dazu, darauf zu verzichten. Also Leute, auch wenn eine Organisation gute Bewertungen hat, es ist nicht immer alles Gold was glänzt. Vielleicht einfach mal hinterfragen ob die Bewertende Person als Leihe so was bewerten kann.

Phnom Penh

Wir entschieden eben mit dem Bus nach Phnom Penh, der Hauptstadt Kambodschas zu fahren. Wir nutzten den Giant Ibis Bus, den Bus mit den besten Bewertungen.

In Phnom Penh besprachen wir wie es weiter gehen solle. Schon in Siem Reap merkten wir wie müde wir eigentlich waren. Immer mehr stellten wir fest, dass unsere Reiselust immer mehr schwand und unser Heimweh größer wurde. Wir sehnten uns nach einen festen Ort. Ohne alle paar Tage wieder umziehen zu müssen. Da wir so viel gutes von Vietnam gehört hatten, wollten wir das auf alle Fälle noch machen. Also entschieden wir uns direkt nach Vietnam zu reisen. Wir wussten nicht ob es mit dem Kanadavisum klappt, aber einfach in einem Land sitzen und warten wollten wir auch nicht. Versicherungstechnisch mussten wir sowieso einen Stopp in Deutschland machen um eine neue Krankenversicherung abzuschließen und außerdem waren 6 Wochen Heimaturlaub mitversichert. Wir entschieden uns jetzt in vollen Zügen Vietnam zu genießen, dann zurück nach Hause zu fliegen, dort auf das Visum zu warten (es sollte eigentlich 2 Monate dauern) und dann weiter nach Calgary zu fliegen.

Wir beantragten also das Visum für Vietnam und verbrachten die 3 restlichen Tage bis zur Ausstellung des E-Visas in Phnom Penh und besprachen, wohin wir in Vietnam reisen wollten. Wir haben geplant im Süden Kambodschas über die Grenze zu gehen um von dort auf die Insel Phu Phoc zu gelangen.

Wie es aber nun weiterging, gibt’s beim nächsten Mal 😉

Es geht schon wieder los…

Hallo zusammen, wir sitzen schon wieder im Flugzeug auf dem Weg nach Calgary, Kanada. Genau einen Monat nach unserer Ankunft in Deutschland gehts wieder weiter. Wir haben Deutschland sehr genossen und bedanken uns bei allen, die uns während dieser Zeit Asyl gewährt haben. Es war eine tolle Zeit und wir konnten nach so langer Zeit wieder Heimat tanken. 5 kg schwerer und voller Vorfreude gehts in unser nächstes Abenteuer. Wir halten euch auf dem Laufenden und holen auch bald noch unsere Berichte zu Kambodscha und Vietnam nach.
Bis bald und einen hoffentlich tollen warmen Sommer wünschen euch die
Weltenbummler


Heimatbesuch in Deutschland

Hey Leute, nur so ne kleine aber aktuelle Info: Wir sitzen gerade am Flughafen in Hanoi, Vietnam. Vor uns liegt echt n krasser Flug. Über 10 Stunden gehts über Bangkok, Thailand nach Doha, Katar. Und von dort geht es nach einem ca. 2 stündigen Aufenthalt und einem 6,5 stündigen Flug nach… Frankfurt/Main, Deutschland. Wir werden genau nach 1 Jahr, 7 Monaten, 3 Wochen und zwei Tagen wieder deutschen Boden betreten.

Krasses Ding, wir können es noch garnicht glauben. Es wirkt jetzt schon total surreal, dass wir wirklich nach Hause fliegen. Natürlich freuen wir uns schon MEGA auf alle!!!

Uffbasse… wir sind noch nicht fertig! Nach ca. 4 Wochen wollen wir nach Kanada reisen! Auch wenn ihr nun denkt, die haben sie doch net mehr alle, können wir euch beruhigen. Tatsächlich sind wir langsam echt reise-müde! Wir können einige Dinge auch garnicht mehr so aufnehmen, wie wir das eigentlich wollen. Auch wenn wir uns wieder für ein einjähriges Working Holiday Visum beworben haben, sehen wir dies aber eher als eine Investition in die Zukunft. Wir möchten einfach nur noch mal unser Englisch auf Hochglanz bringen und dort eigentlich an einem Ort für ein paar Monate bleiben um zu arbeiten und eben das Englischsprechen zu praktizieren.

Also gut Leute, die Reiseberichte über Kambodscha und Vietnam reichen wir natürlich die nächsten Tage nach!

Bis dahin, passt auf euch auf, wir sehen uns in Deutschland!!!

Thailand

Am 28.02.2018 flogen wir von Kuala Lumpur nach Bangkok, Thailand. Wir waren sehr aufgeregt und voller Vorfreude. Nach knapp eineinhalb Jahren sollten wir endlich Michis Mutter und seinen kleinen Bruder Jens wiedersehen: Sie haben sich entschlossen uns in Asien zu besuchen und mit uns für einen Monat umher zu reisen. Da Michis Mutter schon 29+ ist, haben wir uns entschlossen es nur auf Thailand zu beschränken, da es hier wohl relativ einfach ist von A nach B zu kommen. Da wir ja gerne sehr spontan sind, haben wir bis auf die ersten 4 Nächte im Hostel noch nix gebucht oder entschieden. Wir haben beiden als Hausaufgabe gegeben, dass sie sich etwas informieren sollen, was sie sehen wollen und wohin wir reisen wollen. Natürlich wollten wir sicher gehen, dass das Hostel ok ist und wir uns vor Ort einen kleinen Überblick verschaffen können, und da der Flieger eh um 6.20 Uhr landen sollte, und wir ihnen versprochen haben, sie vom Flughafen abzuholen, flogen wir einen Tag früher hin.
Nachdem wir direkt am Flughafen noch eine Handykarte für Thailand besorgt haben (Michi musste dem Verkäufer 5 mal sagen, dass wir keine Touristenkarte für teuer Geld haben möchten, sondern ne ganz normale Prepaidkarte, die im Endeffekt deutlich günstiger war als die Touristenkarte) haben wir uns bequem mit GRAB einen Fahrer ins Hostel bestellt. Das Hostel war echt ganz ok, relativ einfach aber sauber. Allerdings war es nur 5 Minuten von der Khao San Road entfernt, und relativ hellhörig. Nachdem wir etwas die Umgebung erkundet hatten und auch was zu Abend gegessen hatten, gingen wir ins Bett um die beiden am nächsten Morgen vom Flughafen abzuholen.

Mama und Jens kommen nach Thailand

Wir bestellten uns mit Uber einen Fahrer und fuhren zum Hauptflughafen Suvarnabhumi (wir sind am Vortag auf dem anderen Flughafen Don Muaeng gelandet). Wir waren grad kurz vor dem Flughafen, als wir den A380 von Thaiairways, in dem sie saßen, landen sahen. Nach ca. einer Stunde war es dann auch endlich so weit! Mit großen Rucksäcken bewaffnet kamen sie aus der Ankunftshalle. Wir konnten es garnicht glauben. Die Freude war unendlich! Nach fast eineinhalb Jahren endlich beide wieder in die Arme schließen zu können! Wir haben echt Respekt und freuten uns total, dass sie diesen langen Flug von knapp 11 Stunden auf sich genommen haben. Leider konnten beide nicht wirklich im Flugzeug schlafen, somit hieß es nun, durchhalten bis Abends. Mama war total aufgeregt. Wir verließen das Flughafengebäude um davor ein Taxi zu nehmen. Als wir raus traten meinte Mama nur: „Uh, lass uns ein Stück weiter gehen, hier bläst es total warme Luft raus!“ Wir schauten uns an und lachten los. Dann erklärten wir ihr, dass das hier das Klima ist, das es erst 8 Uhr morgens ist und die Temperatur angenehm kühl! Aber wer kann es verdenken, in Deutschland war es zu dem Zeitpunkt immernoch tiefster Winter mit Temperaturen unter dem Gefrierpunkt.

Wir fuhren zum Hostel und checkten erstmal ein. Danach hieß es für die beiden Wachbleiben. Wir stiefelten los und gingen erstmal auf der Khao San Road was essen. Anschließend gings direkt weiter einfach mal n bisschen in der Stadt rumdappen.

Bangkok und seine berühmten Betrügereien

Plötzlich sprach uns ein Thai mit relativ gutem Englisch an, wo wir herkommen und ob das unser erster Tag in Bangkok sei. Wir erzählten ihm, dass wir aus Deutschland sind und wir gestern, Mutti und Jens heute gelandet seien. Wir sagten ihm, dass wir einfach nur ein wenig die Gegend erkunden wollen. Er meinte dann, das heute ein Buddhistischer Feiertag sei und dass am Tempel große Zeremonien abgehalten werden. Tatsächlich hatte ich was von einem Feiertag gelesen. Des weiteren erzählte er uns, dass es deswegen auch von der Regierung bezahlte Tuktuks gibt (angeblich die mit Thailandfähnchen), die kostenlose Tempelbesichtigungen anbieten, und dann gibts noch die Möglichkeit eine Kleidungsfabrik zu besichtigen, wo die Mönche ihre Klamotten herstellen etc. Wir waren wirklich total geplättet von der Freundlichkeit dieses Thailänders. Wir haben von der Freundlichkeit gehört, aber so freundlich haben wir nun nicht gedacht. Er erzählte uns von den verschiedenen Tempeln und Buddastatuen, die man besichtigen kann, unter anderen den Lucky Buddha, den Belly Buddha etc. Wir waren echt interessiert und Michi packte sein Handy aus, einfach nur um Lucky Buddha zu googeln, weil er wissen wollte wie weit entfernt dieser sei. Das erstes was er las war „Scam“ (zu deutsch: Betrug, Masche)! Er überflog die Seite mit den Suchergebnissen und las Dinge wie, „Teil des Lucky Buddha Scams, die Top 10 aller Scams in Bangkok“ etc. Er sagte dann zu uns auf deutsch, dass das irgendein Betrug ist und sagte dem Thai auf Englisch, dass wir kein Interesse haben und sind weggegangen. Komischerweise tauchte dann auch so ein Tuktuk auf und fragte uns ob wir es benötigen. Wir lehnten dankend ab. Zum Glück hatten wir die Simkarte geholt und die Möglichkeit zu googeln!

Michi beschäftigte das Thema noch den ganzen Abend bis in die Nacht hinein und er las alles über die Scams. Es ist unglaublich wie gut die Maschen abgestimmt sind. Welch einen Umfang diese haben. Letzt endlich geht es darum das ihr kauft. Entweder in irgendwelchen Schneidereien oder „Juwelieren“ wo ihr eher wertloses Zeug für teuer Geld kauft. Aber falls es euch interessiert, googelt es einfach mal!

Khao San Road

Gerade zur Abendzeit wenn es dunkel wird scheint die Khao San Road richtig zu erwachen. Dann stehen viele Essenstalls an der Straße und bieten vor allem Pad Thai an oder Gegrilltes. Das Ekelhighlight sind jedoch frittierte Skorpione, Spinnen oder Larven und andere Insekten, die vor allem von Händlern mit Bauchläden den Touris angedreht wurden. Selbst ein Foto zu schießen kostet dort Geld. Wir konnten einen Touristen dabei beobachten wie er einen Skorpion aß, naja lecker sieht irgendwie anders aus. Außerdem verwandelt sich die Straße immer mehr zur Partymeile je später es wird. Da wird man an allen Ecken zur Ping Pong Shows „eingeladen“. Falls ihr euch so jetzt nichts darunter vorstellen könnt: das machen nur Frauen und sie schießen den Ping Pong Ball nicht aus dem Mund. Den Rest könnt ihr euch denken. Nein, wir haben es uns nicht angeschaut, auch wenn ich absolut den „akrobatischen“ Reiz sehe, aber es ist leider auch schnell wieder eine Scam Falle. Das bedeutet, falls man in eine Kneipe mit dieser Show geht, zahlt man ein vielfaches für ein Bier, bzw. wird man erpresst einen horrenden Preis zu bezahlen damit der Türstehen einen wieder gehen lässt und alle Haare dran lässt.

Es ist auf jeden Fall spannend von einem Café aus dem Treiben auf der Straße zuzuschauen.

Sightseeing in Bangkok

Am nächsten Tag haben wir unsere Sightseeing Tour gestartet, das heißt wir haben uns darauf verständigt was wir in den paar Tagen alles sehen wollen. Unsere Wünsche waren natürlich groß und der Plan lang, bedingt jedoch auch durch das Klima mussten wir Abstriche machen. Bei 42 Grad den ganzen Tag durch die Stadt laufen ist echt anstrengend und auch Bangkok an sich ist einfach nicht unanstrengend. Es ist super laut, viiiiiel Verkehr und deshalb viel Smog und an jeder Ecke gibt es was zu entdecken. Ich denke da werden sich die Geister auch scheiden, aber ich fand, Bangkok hatte seinen ganz eigenen Charme. Zuerst haben wir uns den Wat Pho angeschaut, das ist eine sehr große und wunderschöne Tempelanlage mit einem 46m langen liegenden Buddha. Es war sehr beeindruckend und man hätte hier Tage verbringen können. Da Michis Mama sehr auf Blumen steht, haben wir danach den Flowermarket besucht. Wir haben einige für uns fremde Blumen gesehen, aber vor allem haben uns die Blumenketten, die für die Altare hergestellt werden, beeindruckt. Diese waren so schön gemacht und in allen Farben mit verschiedenen Blumen. Wir hatten die Möglichkeit beim durchgehen ausschnittsweise zu sehen, wie schnell die Verkäufer die Ketten herstellten, super flink.

Danach sind wir einfach ein wenig am Fluss entlang gelaufen und sind dann nach Chinatown gekommen. Dort war wie an vielen Ecken in Bangkok auch ein Nachtmarkt aufgebaut in einer Straße, in der nicht nur Fußgänger unterwegs waren, sondern auch alles Motorisierte. Ihr müsst jetzt vielleicht schmunzeln, aber das ist auch echt Hochleistungssport, sich die für uns fremden Köstlichkeiten anzusehen und gleichzeitig aufzupassen nicht von nem Roller umgenietet zu werden. Wir haben uns dann für eine Nudelsuppe bei einem kleinen Foodstall entschieden und eine große Schüssel mit Stäbchen hingestellt bekommen. Michi und ich essen zwar seit wir in Asien sind regelmäßig mit Stäbchen und ich hatte sogar ein YouTube Video angeschaut, wie man sie richtig hält, aber wir haben uns wohl beide eine Variation davon angewöhnt, die jedoch funktioniert. Eine Familie, wir schätzen sie waren ursprünglich aus China, haben sich zu uns an den Tisch gesetzt und mit Schmunzeln beobachtet, wie wir mit Stäbchen essen. Da bekamen wir netterweise einen Crashkurs. Um ehrlich zu sein, meine Art davor hat besser für mich funktioniert, sodass ich für mich beschlossen habe, dass ich die Menschen lieber zum Schmunzeln bringe, als mich mit was abzumühen was nicht so funktioniert.

An unserem vorletzten Tag in Bangkok mussten wir einige Zeit investieren und recherchieren was wir als nächstes machen wollen und alles was dazu gehört (wie kommen wir dorthin, wo kommen wir unter, was gibt es für Aktivitäten). Der ganz normale Recherchewahnsinn auf Reisen. Nur das zu viert war neu für uns. Vor allem da wir ja auch keine Ahnung von Thailand hatten und wollten, dass es den beiden richtig gut gefällt.

Als wir dann endlich fest stehen hatten, dass es nach Ko Samui geht, wir dorthin fliegen und die erste Nacht fürs Hotel reserviert war, sind wir dann Mittag essen gegangen. Ich habe bereits gemerkt, dass es mir nicht so gut ging und musste dann auch früher vom Mittagessen abhauen. Blasenentzündung. Das ist echt ein Scheißdreck, sorry aber alle die das schonmal hatten werden mir zustimmen. Ich wollte nicht die komplette Gruppe dazu nötigen mit mir in der Nähe eines Klos zu verbringen, deshalb zogen die drei los und ich blieb, mit der Mission so viel Wasser zu trinken wie möglich, zurück. Die anderen haben sich dann Little India angeschaut und auch indisch gegessen. Seit Singapur sind wir groooooße Fans von indischem Essen (sowohl dort als auch in Malaysia gibt es eine große indische Community und viele Möglichkeiten das leckere Essen zu probieren;-) ).

Als die drei abends zurück kamen, ging es mir nach etlichen Litern Wasser etwas besser und Michi brachte mir auch etwas aus der Apotheke mit.

Vor unserem Abflug am nächsten Tag nach Ko Samui hatten wir noch etwas Zeit und haben den Großen Palast angeschaut. Wir hatten eine gefühlte Temperatur von 43 Grad im Schatten… Gratis-Sauna, haha. Danach wollten wir eigentlich mit GRAB zurück zum Hostel fahren, um unsere Sachen, die wir dort untergestellt hatten, zu holen. Mal wieder war natürlich genau dann, wenn wir einen festen Termin hatten und irgendwo hin mussten kein Auto aufzutreiben. So haben wir uns dann entschlossen, als es zeitlich langsam echt eng wurde, zum Hostel zu laufen. Wir waren spät dran, deshalb mussten wir uns beeilen, plus Sauna, das war dann auch die Gratis-Dusche. Glücklicherweise haben wir dann aber direkt von unserem Hostel ein GRAB-Taxi bekommen, sodass wir schlussendlich pünktlich am Flughafen ankamen. Der Flug war kurz und trotzdem gab es noch ein Mittagessen. Jaja, da kann sich so manche australische Billigairline was abschauen… hihi (siehe unser Beitrag Bali).

Ko Samui

In Ko Samui sind die Transportpreise deutlich höher als auf dem Festland, vor allem die „normalen“ Taxis verlangen utopische Preise für kurze Strecken. Um dies zu umgehen haben wir uns die Taxiapp „Navigo“ für dort heruntergeladen, die etwas humanere Preise hatte und transparenter war. Unser erster Eindruck von Ko Samui war: wow schön. Ein super neuer Flughafen. Als wir dann allerdings an dem Strand ankamen, an dem wir abstiegen, waren wir doch sehr überrascht. Der Strand, der im Vergleich zu anderen Stränden in Ko Samui, als ruhig und eher familiär angepriesen wurde, weg vom Party Trubel, war eine Hochburg für Pauschaltouristen. Naja, nicht so unser Geschmack. Vor allem waren wir völlig geplättet, dass an jeder Ecke ein Restaurant mit „Schnitzel und Pommes“ Werbung machte. Eigentlich kann man sagen, dass wir in Little Germany ankamen: deutsches Reisebüro, deutsche Tauchschule, unzählige deutsche Restaurants, … Aber unser Highlight war eine der besten Linsen mit Spätzle (schwäbisches suuuuuperleckeres Gericht) gekocht von einer alten Thai-Lady in einer 2m² Küche (mit selbstgemachten Spätzle!!!!!)! Ich weiß nicht wie oft wir in den paar Tagen in Ko Samui gesagt haben: „das glaubt uns doch kein Mensch!“ Das hat sich irgendwie unwirklich angefühlt.

Unsere Unterkunft war echt nett, sogar mit Badewanne, leider nicht direkt am Strand. Aber dafür auch nur zum Bruchteil dieser Preise und wir hatten lediglich zwei Minuten Weg über die Straße. Wir haben natürlich auch prompt einen Pauschaltouristen in unserem Hotel kennengelernt, der bereits zum 4. oder 5. Mal Urlaub in Ko Samui machte. Er gab uns ein paar Tipps, wo wir günstig essen gehen können und was er an Aktivitäten empfehlen kann. Da Roller für uns nicht in Frage kamen wäre nur der teure Transport geblieben. So beschlossen wir eine Tour zu buchen: Safari Tour. Wo wir gebucht haben? Natürlich im deutschen Reisebüro, der übrigens bei der bekannten Auswanderersendung im deutschen Fernsehen zu sehen war… haha.

Jungle-Jeep-Safari

Die Safari Tour war ein Mix aus Sightseeing und Action. Wir wurden in einen Jeep gesteckt, hinten auf der Ladefläche waren rechts und links zwei Bänke befestigt, mit Überdachung und einer Sitzbank oben über der Fahrerkabine. Wir haben extra den Teil ohne die ganzen „Tiershows“ gebucht. Sorry, das geht gar nicht, Elefantenreiten, Bilder mit Babylöwen oder so ein K***? Solange Touristen diesen Quatsch finanziell unterstützen, werden die Tiere weiterhin in dieser Hölle aus schlechter Haltung und nicht-artgerechtem Leben fest stecken. Wir haben zuerst verschieden Sachen angeschaut, wie eine spezielle Felsformation, eine sehr gut erhaltene mumifizierte Leiche von einem Mönch (jaaaa, das fanden wir auch echt krass), einen Wasserfall, einen Tempel, ein privat angelegter Märchengarten mit Steinstatuen… Das Beste der Tour, waren jedoch die Fahrten durch den Dschungel zu den einzelnen Sehenswürdigkeiten. Während Mama bereits auf den Nebenstraßen beim abholen vom Hotel anmerkte, dass es aber ganz schön ruckelt, wurden wir dann im Dschungel so richtig durchgemixt. Sobald wir von der offiziellen Straße runter waren, durften sich auch zwei oben auf die Bank über dem Fahrerhäuschen setzten. Wir lehnten dankend ab, ein französisches Pärchen jedoch nahm voller Vorfreude an. Unser Fahrer war ein echter Scherzkeks und hatte unglaublichen Spaß daran seine Gäste zum schreien zu bringen. So fuhr er dann auch generell an den herunterhängenden Palmenzweigen durch, sodass das französische Pärchen auf dem Dach so einiges zu tun hatte mit festhalten UND ausweichen. Sie sahen beim nächsten Stopp etwas geschafft aber auch sehr amüsiert aus. Es hat auch wirklich ne super Stimmung und total Spaß gemacht. Der Höhepunkt war die Wasserschlacht: Außer unserem Jeep fuhren noch andere Jeeps durch den Dschungel, meist hintereinander, an manchen freien Flächen überholten sie sich jedoch auch gegenseitig. Unser Fahrer sagte irgendwann wir sollen ihm eine Wasserflasche nach vorne reichen. Wir sahen nur, dass er kurz daran herum fummelte und auch nicht daraus trank. War irgendwie komisch. Als wir dann aber von einem anderen Jeep überholt wurden, die bereits eingeweiht waren, wurden wir während dem Überholen von den anderen Touris mit Wasser nassgespritzt. So „bewaffneten“ wir uns natürlich auch. Mama hatte vor allem ein Ziel: Die zwei älteren Männer, die hinter uns auf dem Jeep oben auf dem Dach saßen. Die waren bereits ziemlich Sonnenverbrand im Gesicht und auf dem Bauch und sahen auch eher gequält aus. Es war ein Bild das einen zum schmunzeln bringt. So wartete Mama bis das hintere Auto nah genug dran war und ließ einen Schlachtruf los und „feuerte“. Sie hatte so einen Spaß!!! Das war richtig toll und wir waren natürlich alle patschnass, was sehr angenehm war bei dem Wetter. An einem Stopp im Dschungel „pflückte“ sich einer der Guides eine große Spinne aus ihrem Nest und ließ sie auf seiner Hand sitzen. Es sind gleich alle hin gestürmt um Fotos zu machen. Während alle ihre Augen auf der Spinne hatten, machten sich andere Guides einen Spaß daraus vor allem die Mädels mit einer Stoffschlange zu erschrecken. Zum Teil schrien sie nur kurz, oder rannten weg, ein Mädel jedoch erschrak so sehr, dass sie dem Guide eine Ohrfeige gab. Das führte natürlich zu großem Gelächter der anderen Guides. Immer mehr Freiwillige fanden sich, die die Spinne auch mal über sich krabbeln lassen wollten. Michi versuchte einfach nur so unauffällig wie möglich zu sein. Er meinte, wenn die Guides gesehen hätten, dass er die Spinne mega eklig findet, wäre er sicher der nächste gewesen, den sie ärgern. Die Strategie ging auf und Michi wurde in Ruhe gelassen.

Tauchen bei Ko Tao

Außerdem sind wir seit Bali endlich mal wieder tauchen gegangen. Nach meiner nicht so tollen Erfahrung dort war es mir wichtig, dass es diesmal besser läuft. Auch Jens haben wir mit unserer Schwärmerei fürs Tauchen so angesteckt, dass er Interesse an einem Schnuppertauchen hatte. So sind wir dann dort zur deutschen Tauchschule. Wir hatten alle einen guten Eindruck und haben direkt eine Tour mit zwei mal Tauchen bei Ko Tao gebucht. Mama blieb an diesem Tag in Ko Samui. Wir hatten ihr das wichtigste auf Englisch, wie z.B. essen bestellen, nochmals erzählt, aber zur Not solle sie einfach international mit Händen und Füßen sprechen. Sie hatte überhaupt kein Problem damit und wir verließen sie beruhigt. Wir wurden super früh morgens abgeholt und mit anderen die aufgesammelt wurden zum Hafen gebracht. Dort kamen wir auf ein Katamaran, der von mehreren Tauchschulen in Ko Samui geteilt wird. Die Fahrt geht normalerweise so ca. 2 Stunden. Da jedoch leider auf unserer Fahrt einer der beiden Motoren ausfiele, kamen wir nur noch mit halber Kraft voran. Es wurde ein Ersatzboot hinter her gesendet, das jedoch auch Zeit brauchte, wir waren ja schon ein gutes Stuck gefahren. Als dieses dann endlich kam, waren wir schon fast da, naja trotzdem mussten alle umsteigen, klar sonst hätten wir zurück ja auch ewig gebraucht. So waren wir nach ca. 3 Stunden am ersten Tauchplatz. Wir hatten den Weg über bereits Zeit unsere Guides kennen zu lernen. Jens hatte einen Guide mit einer Schweizerin zusammen, beide Schnuppertauchen, und Michi und ich einen sehr jungen Schweizer Guide für den Fun Dive. Beide waren super gut drauf und uns auch direkt sympathisch. Die Atmosphäre war gut und ich habe mich in guten Händen gefühlt. Wir besprachen, dass wir in der Nähe von Jens bleiben möchten, damit wir bei seinen ersten Atemzüge unter Wasser dabei sein können. So war der Plan, dass Michi und ich mit unserem Guide schon mal abtauchen und dann dort am Grund auf die andere Gruppe warten. Da beim Schnuppertauchen zuvor noch ein paar Übungen gemacht werden, dauert dies etwas. Wir waren dann jedoch sehr überrascht als wir Jens mit dem Guide alleine kommen sahen (ohne die Schweizerin, die auch Schnuppertauchen machen wollte). Im Nachhinein an der Oberfläche erfuhren wir, dass sie Panik hatte. Ihr Mann war im Jahr zuvor durch eine Krankheit erstickt und seither sei dies ein großes Thema für sie. Sie ließ auch durchblicken eventuell mit dem Versuch des Tauchens dieses Trauma überwinden zu wollen.

So hatte aber natürlich Jens Intensivbetreuung, was jedoch überhaupt nicht notwendig war, da er sich super anstellte für seinen ersten Tauchgang. Sein Guide hatte auch eine Kamera dabei, mit der er immer wieder Fotos von uns und der Unterwasserwelt machte. Diese Fotos sind richtig toll! Ja was soll ich sagen, es war ein super toller Tag: die beiden Tauchplätze waren toll und kamen fast (aber nur fast) an Fidschi ran, die Guides waren sehr entspannt und es hat super viel Spaß gemacht, auch das zusammen mit Jens zu teilen! Gesehen haben wir übrigens viiiiele Christmas Trees (ja die heißen echt so und sehen auch genau so aus, in verschiedenen Farben), viele Nemos, Triggerfische und einen Hai, allerdings aus Beton, haha!

Ko Samui ist auch für seinen Sextourismus bekannt. Das blieb auch für uns nicht unbemerkt. Ehrlich gesagt keine Ahnung was ich darüber schreiben soll…

An einem Abend haben wir eine tolle Feuershow direkt am Strand gesehen. Die war wirklich beeindruckend und sehr professionell.

Auf dem Weg nach Ko Lanta

Als nächsten Stopp haben wir uns für Ko Lanta entschieden. Diesmal sollte es über Wasser und Land dorthin gehen. So fuhren wir zuerst mit der Fähre. An Land stiegen wir dann in einen Minivan. Wir waren eine junge Familie mit Kind, zwei junge Männer und wir. Und? Na klar, alle deutsch. So wurde dann ein wenig gequatscht. Irgendwann als wir Pause machten erzählt uns Jens, dass einer der jungen Männer ihm gesagt habe, der andere sei Max Giesinger. Wir konnten das irgendwie nicht so ganz glauben und erfuhren erst bei nachträglichen Recherchen, dass wir tatsächlich zusammen mit Max Giesinger nach Ko Lanta gefahren sind.

Ko Lanta

In Ko Lanta war unsere erste Station das Old Town. Und ohne es zu wissen, hatten wir das Glück, dass genau an diesem Tag der letzte Tag des Lanta Lanta Festivals war. Eine große Bühne war aufgebaut und unzählige Stände mit Leckereien oder Shoppingmöglichkeiten. Nachdem wir unsere Unterkunft bezogen hatten, die übrigens eine meiner persönlichen Unterkunftshighlights der Reise war, tranken wir auf der Terrasse gemeinsam Kaffee und erholten uns etwas von der langen Reise. Das Old Town besteht aus Häusern die auf Stelzen direkt im/am Meer errichtet sind. Unser Hotel war eines der Holzhäuser direkt im/am Meer. Bei Flut war das Haus über dem Wasser und man hörte das Meer vom Bett aus rauschen. Durch das ganze Holz war die ganze Atmosphäre urgemütlich. Später gingen wir dann auch noch zum Festival. Ko Lanta ist ein muslimisch geprägte Insel. Die meisten Frauen trugen Kopftuch. In einem Teil des Festivals auf der Wiese war ein Bereich aufgebaut, indem man als Besucher bestaunen und selbst ausprobieren konnte, wie Lebensmittel noch traditionell hergestellt werden. Zum Beispiel wurde in einem Steinbottich mit überdimensionalem Mörser brauner Reis klein gestampft. Es wurde uns auch direkt angeboten das auszuprobieren, was Mama sofort annahm. Wir wurden direkt von Allen beobachtet und die Menschen lachten uns so toll an. An der nächsten Station wurde ein traditionelles Dessert hergestellt, was wir beide, Mama und ich auch ausprobierten. Es war eine Halterung mit einer Kokosnusshälfte, die Löcher hatte. Darin wurde Teig gefüllt. Darunter war eine Pfanne mit dem Fett. Indem man nun die mit Teig befüllte Kokosnusshalterung vor und zurück bewegt und dabei mit einem kleinen Stock auf die Kante der Kokosnussschale klopft, sollte so eine Art Gitter entstehen. Trotz tollen Anweisungen sah unser Dessert natürlich lange nicht so toll aus wie das der geübten Frauen. Das war gar nicht so einfach. Es war wirklich so arg schön zu sehen wie die Leute um uns standen, und uns sogar filmten. Wir hatten den Eindruck, dass sie es toll fanden, dass wir alles ausprobiert haben und so interessiert waren. Außerdem haben Mama und ich auch noch eine andere Art Delikatesse gegessen: eine Sandmade. Bei den gegrillten Insekten ist Mama stehen geblieben und meinte, sie würde das mal ausprobieren. Da sie die Insekten allerdings nur in kleinen Portionen abgefüllt haben, was uns dann direkt zuviel war, fragten wir nett ob wir einen probieren dürfen. Mutti hat die eine Seite abgebissen, ich die andere gegessen. Wie es geschmeckt hat? Naja, war irgendwie von der Konsistenz wie eine Bohne oder eine sehr weiche mehlige Kartoffel. Der Geschmack hat mich auch sehr an eine Kartoffel erinnert, allerdings an eine verbrannte, denn es war eher bitter.

Nach zwei Tagen im Oldtown sind wir auf die andere Seite der Insel gezogen, da dort Strände zum baden sind, was im Old Town eher nicht der Fall ist. Zuerst waren wir für zwei Nächte am Long Beach, haben dort ein wenig geplanscht, Mama hat zum ersten Mal Schnorchel und Maske ausprobiert.

Nach zwei Tagen sind wir zum Klong Khong Beach gezogen. Da wir dort ein paar Tage bleiben wollten, kamen wir günstig in einem Hotel unter. Diese Tage waren richtig toll. Wir haben es uns richtig gut gehen lassen mit tollen Sonnenuntergängen am Strand und leckerem Essen im Friend House. Dort haben wir unglaublich leckere Shakes getrunken: Banane und Nutella, Mango und Kokosnuss, Wassermelone und Ananas. Mhhhhhh. Auch das Essen dort war toll und so unscheinbar das Ganze auch wirkte, die Familie war super nett und wir fanden es immer lecker.

Wir machten einen Schnorcheltrip nach Koh Rok. Es ist wirklich eine malerische Insel, auf der es nur erlaubt ist im Zelt eines Veranstalters zu übernachten. Dafür ist die Insel tagsüber heiß frequentiert: das heißt unzählige Boote voll besetzt mit Tagestouristen lassen eine Stimmung wie auf dem Jahrmarkt aufkommen. Auch die Schnorchelplätze waren wirklich noch sehr schön, doch auch dort waren bereits die Auswirkungen des Übertourismus in der Unterwasserwelt sichtbar. Die Anker haben bereits eine ganze Fläche der Korallen zerstört. Schade!

Auch Mutti haben wir mit ner Schwimmweste ausgestattet und mit Schnorchel und Tauchmaske. So konnte sie direkt vom Strand etwas mit Michi und Jens schnorcheln und wenigstens einen kleinen Eindruck der so schönen Unterwasserwelt genießen.

Dann kam auch bald Muttis Geburtstag und wir hatten bereits die Tage zuvor besprochen, wie wir sie überraschen wollten. So planten wir bei einem deutschen Bäcker auf der Insel einen Kuchen zu bestellen und abends mit ihr in ein nettes Restaurant am Strand zum Sonnenuntergang zu essen. So entschied sich Michi dafür, und noch aus einem weiteren Grund, den ich euch gleich weiter erkläre, einen Roller auszuleihen, um alles zu organisieren. Der andere Grund ist ein weiteres Land auf unserer Bucketlist: Kanada.

Exkursion:

Kurzer Einschub, Michi hatte die fixe Idee, dass er gerne sein Englisch noch weiter auf Hochglanz bringen würde und es für Kanada bis 35 Jahre eine Möglichkeit des Working Holiday Visas gibt UND wir immer fanden, dass die Kanadier das klarste Englisch für unsere Ohren hatten. So versuchten wir einfach mal uns zu bewerben. Gesagt getan, recherchiert und angefangen mit der Bewerbung. Die Bewerbung für ein Working Holiday Visum für Kanada ist das komplizierteste Verfahren aller Länder und ist mit vielen Teilschritten und dem einreichen verschiedener Dokumente verbunden. So ist u.a. notwendig ein polizeiliches Führungszeugnis aus Deutschland

einzureichen. Wir dachten uns, ok wir haben extra eine Generalvollmacht für unsere Brüder ausstellen lassen, da sollte es doch kein Problem sein, wenn die beiden das für uns beim Einwohnermeldeamt beantragen. Tja, Fehlanzeige. Es ging auf diesem Weg nicht, sondern wir mussten es selbst mit einem Formular vom Ausland aus beantragen und dieses Formular, bzw. unsere Unterschrift darauf von einer der möglichen öffentlichen Stellen bestätigen lassen. Die möglichen Stellen sind: Konsulat, Botschaft, Notar oder Polizeidienststelle. Da wir auf einer kleinen Insel waren kam für uns nur die Polizeidienststelle in Frage. Da Roller fahren für mich nicht grade meine Lieblingsbeschäftigung ist, besprachen wir, dass erst Michi allein mit seinen Dokumenten hin fahren soll und rausfinden, ob es von Seiten der Polizeidienstelle überhaupt möglich ist. Was Michi dort erlebt hat, soll er euch selbst erzählen:

Die Nummer mit der Thailändischen Polizei

Ja, hallo erstmal, lustige Geschichte: Ich hab also die Antragsformulare im Hotel ausdrucken lassen und sie ausgefüllt. Anschließend bin ich mit dem Roller und den Dokumenten zur Polizeistation gefahren. Dort habe ich es dem Polizeibeamten nach einer kurzen Wartezeit versucht zu erklären. Sein Englisch war mangelhaft, sodass er mich erst nicht verstand. Mit Händen und Füßen versuchte ich ihm das zu erklären und er sagte Ok, unterschrieb und gab sein Stempel, der nebenbei bemerkt in thailändischer Schrift war, auf das Dokument, ohne dass ich es unterschrieben hatte. Egal, ich unterschrieb danach vor seinen Augen und gut war. Damit war ich erledigt. Ich fragte ihn nun, ob ich meine Freundin vorbeibringen darf, um das gleiche Procedere zu machen und er verstand garnichts. Darauf hin rief er jemanden an und sprach in Thai mit dem am anderen Ende. Plötzlich gab er mir den Telefonhörer. Der Kerl am anderen Ende fragte auf Englisch, was ich denn wolle, ich solle aber langsam sprechen. Ich sagte ihm, dass ich eine Unterschrift brauche. Er fragte mich wo ich her sei. Ich sagte, dass ich aus Deutschland sei. „Gut, dann können wir ja Deutsch sprechen!“ erwiderte der Kerl am anderen Ende in einem typischen Ruhrpottdialekt. Ich dachte ich hör nicht richtig. Damit hab ich wirklich am wenigsten gerechnet. Egal, ich erklärte ihm nochmal die ganze Geschichte und er sagte es dem Beamten nochmal und gut war. Ich solle innerhalb einer Stunde zurück kommen mit meiner Freundin. Also ich zack auf den Roller, ins Hotel gedüst, den anderen die Story erzählt und Julia in einem Taxi zur Polizeistation geschickt, während ich hinter ihr mit dem Roller gefahren bin. Als wir ankamen hatte der Beamte gerade ordentlich zu tun. Ein Auto/Rollerunfall und ein Diebstahl. Und wir. Nach einer kurzen Wartezeit ließ uns der Beamte eintreten, sah mich, grinste, hielt die Hand hin um die Dokumente zu nehmen, gab seinen Otto, seinen Thaistempel und fertig waren wir.

Im Hotel angekommen wollten wir die Dokumente Faxen, was sie zwar offiziell anboten, aber dann doch wohl nicht. Um den Verlauf zu Ende zu erzählen: Ich fotografierte die Dokumente mit einer Scan-App ab und schickte sie mit einem Onlinefaxdienst zur zuständigen, deutschen Behörde. Weder die Unterschrift, geschweige denn der Stempel war auf dem Scan wirklich zu erkennen. Ich sagte nur zur Julia, ich glaube nicht, dass wir das Führungszeugnis bekommen. Aber wir versuchen es. Tatsächlich kam kurz vor unserem Abflug nach Kambodscha die Nachricht, dass wir beide unsere Führungszeugnisse bekommen haben. Damit haben wir wirklich nicht gerechnet. Vielleicht war es ein Zeichen? Nun ja, nun aber erstmal wieder zurück nach Thailand und an Julia:

Michi hat es auf jeden Fall sehr genossen mit dem Roller durch die Gegend zu düsen und sowohl den Kuchen als auch das Restaurant für Muttis Geburtstag zu organisieren. Den Kuchen haben wir nach unserem Polizeibesuch gemeinsam bestellt und dort auch direkt gleich mal wieder ein wenig Heimat genossen und gutes Brot. Das gab es dann auch zu Muttis Ehrentag: Ein richtig leckeres Frühstück mit deutschem Brot, Wurst, Käse und den leckeren Früchten (Mango, Ananas,…). Wir haben es unten im Café des Hotels gegessen, natürlich auf Nachfrage, und dann total nett auch noch direkt frisches Obst von der Familie des Hotels geschenkt bekommen. Danach ist Michi mit Jens los, um nach einem passenden Restaurant für das Abendessen zu suchen. Ich bin mit Mutti an den Strand und wir haben im Schatten gechillt und gelesen. Irgendwann kam Jens wieder, Michi war nochmal los um den Kuchen abzuholen. Mutti wusste natürlich von alldem nichts. Sollte ja eine Überraschung sein. Als Michi mit dem Kuchen und neuseeländischem Weißwein kam, den wir sehr mögen, wir die Kerze auf dem Kuchen anbrannten und anstießen, war Mutti glaube ich richtig glücklich. Der Kuchen ist toll geworden, mit individuellem Schriftzug und trotz Temperaturen über 30 Grad und Schokoladenüberzug und einer Rollerfahrt später in 1A Zustand. Michi erzählte danach auch, dass er die komplette Strecke von 20 Minuten mit dem Kuchen auf dem Schoß und den Ellenbogen den Karton stützend gefahren sei… Nach Kaffee und Wein haben Mama und ich uns direkt am Strand massieren lassen. Die zwei Männer waren in der Zeit nebenan im Pool. Mutti kam da schon nicht mehr aus dem Staunen raus und war total begeistert von dem Tag. Dabei war es ja noch gar nicht alles. Wir gingen dann zurück zum Hotel um uns zu duschen und für das Abendessen fertig zu machen. Ich hab mich total gefreut mal eine der wenigen Gelegenheiten auf der Reise zu haben um mich „chic“ zu machen (naja Backpacker haben da nur begrenzte Möglichkeiten). Ich war auch sehr gespannt auf das Restaurant, da ich es ja auch noch nicht gesehen hatte. Nach einer kurzen Tuktuk Fahrt kamen wir dann auch direkt an einem schnuckligen kleinen Holzhäuschen an mit einer offenen Terrasse und vielen süßen Details. Es war wirklich schön! Der Abend war ein gebührender Abschluss des tollen Tages und wir haben uns sehr gefreut, dass sich Mutti so sehr gefreut hat (sie hat sich unzählige Male bei uns bedankt)!

Nationalpark und Mangrovenwald

An einem der letzten Tage auf Ko Lanta wollten wir uns gerne noch den Nationalpark ansehen. Dafür heuerten wir einen Fahrer an der uns dort zu dem Eingang brachte. Von da aus erkundeten wir den Park zu Fuß. Zuerst liefen wir auf einen Hügel von dem aus wir links und rechts Wasser hatten und eine wirklich spitzen Aussicht. Es war aber auch unglaublich warm und bereits dieser zwar steile aber kurze Anstieg in der prallen Sonne war nicht so ohne. Danach liefen wir weiter in den Wald. Dort an einem Weg saßen Scharen an Affen (Makaken) links und rechts in den Bäumen und am Boden. Sie waren glücklicherweise recht unbeeindruckt von uns und dösten oder spielten einfach weiter. Dort in einem Teich sahen wir auch einen etwas größeren Waran, nicht so groß wie die Monitor Lizzarde in Malaysia, aber auch nichts, was man in Deutschland in freier Wildbahn finden würde… Danach erklommen wir einen Teil des Rundwegs. Erklommen deshalb, weil es mit Stufen bergauf ging, einen Teil des Weges, weil er insgesamt 2 bis 3 Stunden dauert und wir noch einen weiteren Programmpunkt auf unserer Liste hatten und deshalb nicht genug Zeit. Auf diesem Weg sahen wir u.a. Termitenhügel und haben auch direkt noch etwas Sport gemacht, war echt schweißtreibend.

Unser nächster Programmpunkt führte uns wieder auf die andere Seite der Insel, ganz in die Nähe des Old Towns. Dort kann man durch einen Mangrovenwald laufen. Es war total ausgestorben und außer uns war nichts los. Es war wirklich interessant die Mangroven und ihre Bewohner aus so nächster Nähe zu sehen, auch wieder inklusive Affen. In dem Wald sind richtige Fahrstraßen für die Boote der Dorfbewohner, so waren auch einige schwimmende Restaurants am Ufer. Da Ebbe war, außer uns keine Touristen und glaube auch Nebensaison, waren die Restaurants geschlossen, die Affen jedoch hat das wenig gestört und sie haben sich Bierdosen oder Müll aus den Restaurants geholt und natürlich mitgeschleppt und im Wald verteilt. Das sah man leider auch beim durch spazieren…

Ao Nang Beach

Nach Ko Lanta sind wir noch für ein paar Tage ans Festland von Krabi nach Ao Nang. Dort konnten wir mit einer Fähre hin fahren. Nach dem vergleichsweise ruhigen Ko Lanta hat uns Ao Nang umgehauen. Der Verkehr, der Tourismus, die Menschenmassen. Wir haben wieder für eine Nacht ein günstiges Hotel reserviert. Gott sei Dank nur für eine Nacht. Das war leider echt ein Griff ins Klo, und ihr wisst ja wir sind echt nicht pingelig und einiges gewöhnt, aber das war nicht toll. Super heiß, Klimaanlage funktionierte nicht wirklich, seeeehr komischer Geruch, nicht sauber, ziemlich dunkel, und die Bettlaken machten keinen frischen Eindruck. Das war dann auch der Zeitpunkt, als wir zum zweiten Mal auf unserer Weltreise unser Schlafsackinlet ausgepackt haben, da wir nicht direkt in diesem Bett schlafen wollten. Muttis und Jens´ Zimmer war glücklicherweise etwas besser. Doch für uns war klar, dass wir da nicht bleiben. So begaben wir uns direkt auf die Suche nach einer Alternative und schauten uns ein Zimmer ein paar hundert Meter weiter an. Die Zimmer waren etwas teurer, machen aber auch einen um Welten besseren Eindruck und die Besitzerin war unglaublich freundlich. So zogen wir am nächsten Tag dort ein und blieben für ein paar Tage dort.

In Ao Nang haben wir einiges erlebt. Beispielweise sind wir abends beim spazieren gehen an einer Kneipe vorbei gekommen. In der standen am Fenster (die Fenster gingen bis zum Boden), mehrere völlig nackte Touristen um einen Billardtisch. Da die anderen Besucher noch ihre Sachen an hatten, schätzen wir, dass sie wohl Stripteasebillard gespielt haben. Aber klar, es erregte natürlich großes Aufsehen, da es direkt an einer gut befahrenen Straße lag und in wenigen hundert Metern Entfernung die Muslim Street liegt. War irgendwie kurios.

Essen sind wir immer wieder in einen Foodcourt gegangen, der recht günstig war und aufgebaut wie eine lange Tafel mit verschiedenen Foodstalls dahinter. Sobald man rein lief oder sich setzte, hatte man dutzende von Karten unter der Nase und die Qual der Wahl. So aßen wir dort beispielsweise gebratenen Reis in einer halben Ananas. Hmmmmmmm!

Oder aber wir sind zur Muslim Street, da gab es abends immer einen Abschnitt an dem ein paar Stände Leckereien verkauften. Dort aßen wir auch ein super leckeres Kurkuma Hähnchen.

Außerdem haben wir einen Tagesausflug an den Ao Prah Nang Strand gemacht. Der hat wirklich eine unglaubliche Kulisse mit seinen Felsformationen. Berührungsängste darf man hier jedoch nicht haben, da so viel los ist, dass man sich fast mit dem Nachbarn das Handtuch teilt zum liegen. Trotzdem war es sehr schön, vor allem auch, da man durch den Wald in ein paar Minuten zu einem anderen Strand kommt und man auf dem Weg auch wieder Affen und weitere tolle Felsformationen bestaunen kann. Eine weitere Attraktion an dem Tag als wir da waren war eine Riesenqualle, die an den Strand geschwemmt wurde. Wir spürten beim schwimmen immer wieder das Picken und dachten uns, dass es wahrscheinlich Quallententakel seien, die von den Bootmotoren klein geschreddert sind. Diese Qualle jedoch war wirklich groß. Die Boottaxis mit denen man zu den verschiedenen Stränden kommt sind alle die traditionellen Longtail Boote und alle unglaublich laut.

Tauchen in Ao Nang

Wir wollten natürlich auch nochmal die Möglichkeit tauchen zu gehen nutzen und erkundigten uns bei einer Tauchschule am Strand. Wir waren jedoch nicht ganz überzeugt und recherchierten weiter. Dabei stießen wir auf eine deutsche Tauchschule, die allerdings nicht im Zentrum, sondern etwas außerhalb zu finden war. So machten wir uns auf den Weg, besprachen alles wichtige für einen Tauchtag bei den lokalen Tauchplätzen (alle anderen Tauchplätze wären mehrere Stunden mit dem Boot entfernt gewesen), die vor allem Makro Lebewesen wie Nudi Branch, Seegurken und auch Seepferdchen, zu bieten haben. Da die Sichtverhältnisse nicht so gut sind, sind größere Tiere einfach schlecht wahrzunehmen, außer sie kommen sehr nah. Zwei Tage später ging es dann los. Ich wollte ja unbedingt ein Seepferdchen sehen und war schon ganz aufgeregt. Jens war natürlich auch wieder mit dabei und wollte einen weiteres Schnuppertauchen machen. Jens hatte den deutschen Tauchlehrer, Michi und ich hatten einen wirklich sehr freundlichen thailändischen Guide. Diesmal jedoch trafen wir Jens bei den zwei Tauchgängen nur ein mal unter Wasser und konnten nicht zusammen mit ihm die Unterwasserzeit verbringen. Nach dem ersten Tauchgang sahen wir bereits einige interessante Dinge jedoch noch kein Seepferdchen. Dann beim zweiten Tauchgang machte unser Guide das Zeichen für Seepferdchen (was so aussieht als würde man in beiden Händen Zügel halten und reiten, sehr lustig) und zeigte darauf. Es war quietschgelb und super süß. Ich war den kompletten Abend noch so entzückt, dass ich über Seepferdchen alles mögliche las und den anderen davon erzählte, die bei meinem millionsten „och sind die toll“ nur noch schmunzeln konnten. Ein weiteres Highlight war ein schwimmendes Nudi Branch an der Steilwand. Der deutsche Tauchlehrer meinte, das habe er das letzte Mal vor zwei Jahren gesehen und ist extrem selten.

Auch eine Massage haben wir uns nochmal gegönnt, sogar die zwei Männer. Beide waren dann so begeistert, dass wir beschlossen in Bangkok nochmal zu gehen.

An einem Abend war Mutti schon müde, wir drei wollten jedoch einfach noch etwas das Nachtleben erkunden. So kamen wir in einem Pub Viertel raus, wo auf einmal 5 oder mehr Jungs um uns standen und uns alle den Flyer ihres Pubs in die Hand drückten und alle durcheinander auf uns einredeten. Die Situation war so urkomisch, dass wir nur noch lachen konnten. Wir haben die Komik direkt aufgegriffen und einem anderen, der ohne Flyer versuchte uns zu ködern den Flyer hingestreckt. Er war kurz perplex und fing dann an zu lachen. Wir entschieden uns dann für eins und haben uns einen Cocktail gegönnt. Kurze Zeit später kam ein Mann im Rollstuhl und ein Junge (ich schätze so 13/14 Jahre alt). Sie bauten in der Mitte etwas auf und bereiteten sich vor.Wir wunderten uns, was die beiden machten und warteten gespannt. Dann begann ihre Feuershow. Und Leute, ja sie hatten es echt drauf. Vor allem der Mann im Rollstuhl beeindruckte uns, da er nirgendwo an seinem Rollstuhl hängen blieb, bzw. zum Teil sich auch nur vor oder zurück bewegte und die Show einen sehr mitriss. Es sah wirklich sehr spektakulär aus und innerhalb kurzer Zeit hatten die beiden die Aufmerksamkeit aller Pubbesucher. Der Höhepunkt der Show war Seilspringen für die Zuschauer, dabei wurde das Seil an den Enden von den beiden gehalten und Freiwillige konnten einfach reinspringen. Ach so, hatte ich erwähnt, dass das Seil in Flammen stand? Einige Mutige (oder Betrunkene) haben sich gewagt. Ob es schmerzhaft war falls das Seil die Beine o.ä. berührte war nicht ersichtlich, deshalb schätzen wir, dass es einfach ein sehr spektakulär aussehendes Seilspringen für Erwachsene war… hihi.

Bangkok

Vier Tage vor Ende unseres Thailand Abenteuers sind wir von Krabi nach Bangkok geflogen. Wir haben uns für die letzten Tage über Airbnb ein komplettes Apartment gemietet. Die letzte Zeit haben wir genutzt für shopping, nicht nur Mama und Jens, sondern natürlich auch Michi und ich haben mal wieder ein wenig eingekauft. Wir hatten ja sie super Möglichkeit die neu geshoppten Sachen den beiden Rückreisenden nach Deutschland mitzugeben. So sahen wir ein paar Shoppingmalls in der Zeit, die alle wirklich sehr unterschiedlich waren. Von der Idee und dem Design hat uns Terminal 21 sehr gefallen, es war aber auch eher mittel- bis höherpreisig dort. Generell war es aufgebaut wie ein Flughafen und jede Etage war eine andere Stadt: London, Tokyo, Paris, Istanbul, San Francisco. Passend zu den Städten war die Deko der Etagen. Und das sogar bis in die Toiletten. Kein Scherz, die Toiletten waren alle mit den modernen Hightech Toiletten aus Japan ausgestattet (wo man auf verschiedenen Knöpfen eine Popodusche oder geföhnt bekommt) und dann alles drum rum der Stadt oder dem Motto angepasst. Die Londontoilette war zum Beispiel einer U-Bahn Station mit Liniennetz an den Wänden nachempfunden. Da gab es wirklich einiges zu gucken.

Außerdem waren wir auf dem größten Markt: dem Chatuchak Markt. Ich glaube wir haben noch nicht mal ein Bruchteil des ganzen Marktes gesehen, so riesig ist er.

Ein Nachtmarkt fanden wir besonders schön, vor allem von oben: der New Rot Fai Night Market. Dort in der Nähe ist ein Parkhaus, von dort aus man in einer der höheren Etagen einen kompletten Blick auf den Markt hat (siehe Galerie). Auf dem Markt haben wir auch eine Bar entdeckt die nach dem Motto Frankfurt eingerichtet war. Dort stand tatsächlich ein Ortsschild von Schmitten. Ob das mal irgendwie Beine nach Thailand bekommen hat oder einfach eine exakte Kopie hergestellt wurde, konnten wir so nicht feststellen. War auf jeden Fall lustig.

Außerdem haben wir den Plan einer Massage nochmal umgesetzt und sind an einem langen Shoppingtag zu einem Massagestudio um die Ecke, was gute Bewertungen hatte. Michi und ich hatten eine traditionelle Thai Massage. Wer das nicht kennt, das ist keine Massage mit Öl oder Creme, sondern man bekommt eine Hose und ein Shirt, was man sich anziehen muss und dann wird man auch massiert, aber es hat auch ein bisschen was von „Dehnübungen“, dabei wird an einem gezogen o.ä. Es war auf jeden Fall echt entspannend!

Nach 4 ereignisreichen Wochen zu viert kam dann auch leider der Tag des Abschieds: Mutti und Jens flogen zurück nach Deutschland und Michi und ich nach Siem Reap, Kambodscha. Wir hatten am gleichen Tag unsere Flüge gebucht, es waren lediglich ein paar Stunden dazwischen und jeweils der andere Flughafen. Zuerst mussten Mama und Jens los, sodass wir uns unten vor dem Haus bei Ankunft des Taxis verabschiedeten. Unsere Stimmung widerspiegelnd fing es dann auch direkt an zu regnen. Ja es war nicht so einfach tschüss zu sagen, jedoch war unser aller Trost, dass es diesmal nicht wieder eineinhalb Jahre dauern wird bis wir uns wieder sehen.

Liebe Mama Doris, lieber Jens, vielen herzlichen Dank, dass ihr so viele Kilometer zu uns gereist seid und euch auf ein Backpackerleben mit uns eingelassen habt!

Malaysia

Zuerst einmal nur ein Hinweis, dass wir nun alle Bilder von Neuseeland und auch Singapur und Malaysia online haben, zu finden in der Galerie 😉

Kuala Lumpur zum Ersten

Naja der Flug von Singapur war nicht lang, Gott sei dank, denn er war echt holprig. Wir waren froh als wir wieder Boden unter den Füßen hatten. In Kuala Lumpur haben wir uns dann vom Flughafen direkt aus ein Hotel gebucht. Aber diesmal nicht irgend eins. Nein, wir wollten ein wenig auf die Kacke hauen und es uns gut gehen lassen und haben ein Hotel mit riesigem Zimmer, Dachpool, Spabereich, Fitnessstudio und und und gebucht. In Deutschland wäre das für uns wohl eher nicht erschwinglich gewesen, in Kuala Lumpur war es möglich. Um ehrlich zu sein waren wir von Singapur auch richtig fertig. Trotz Touristenpass sind wir fast alles zu Fuß gegangen und waren von morgens bis spät abends unterwegs. Uns haben so die Fußsohlen geglüht… So haben wir es uns 2 Tage im Hotel gut gehen lassen und das Sightseeing auf die Tage vor unserem Flug nach Bangkok verschoben.

Cameron Highlands

Um das erst mal vorweg zu nehmen, für die unter euch, die auf dem Wissensstand sind, auf dem ich vor Malaysia auch noch war, Malaysia besteht nicht nur aus dem Teil über Singapur, sondern es gibt auch noch einen östlichen Teil, Borneo. Um ehrlich zu sein, haben wir unsere Hausaufgaben für Malaysia nicht gut gemacht und sind mehr oder weniger unwissend angereist. Der Vorteil davon ist, es ist alles offen, der Nachteil ist, es ist alles offen. Nein ich hab mich nicht verschrieben, ich versuch es zu erklären: da wir von Malaysia aus ein Weiterreise Datum hatten (Michis Familie in Thailand treffen) waren wir zeitlich nicht so flexibel und mussten uns einen sinnvollen Plan für die Zeit überlegen, um das was uns interessiert sehen zu können. Dass ich dann bei meinen Recherchen auf viele tolle Berichte von Borneo gestoßen bin, hat das Ganze nicht einfacher gemacht. Also musste eine Entscheidung her: vor Thailand bereisen wir auf jeden Fall den westlich gelegenen Teil von Malaysia. Also haben wir uns bei den Recherchen darauf konzentriert. Klar, dabei werden einem natürlich vor allem die Touristenziele ausgespuckt. Aber das generell abzuwehren macht auch keinen Sinn, denn die Orte haben ja in der Regel was besonderes, sonst würden sie Nicht-Ortsansässige nicht besuchen, oder? Also entschieden wir uns für drei sehr unterschiedliche Reiseziele: Cameron Highlands, Penang und Perhentian Islands.

Also erster Stopp Cameron Highlands. Wir buchten online einen Bus, was sehr easy geht und recht günstig ist und wollten mit Grab (privates Taxi, ähnlich wie Uber, sehr verbreitet und sehr günstig in Asien) zum Busbahnhof in Kuala Lumpur fahren. Jeder der die App kennt weiß, manchmal kann der Fahrer, wenn er in der Nähe ist, innerhalb von wenigen Minuten da sein, manchmal dauert es etwas länger. Tja an diesem morgen sind wir weder aus unseren kuschelweichen Betten im Luxushotel gekommen, noch war der Grab-Fahrer um die Ecke. Zwei Dinge die zusammen nicht so gut auf unsere Nerven gewirkt haben. Als er dann da war und wir ihm sagten, wann wir da sein müssen, versprach er sein bestes zu tun. Doch es ist immer noch Großstadt und das heißt Staaaaaauuuuuuuu! Er war so süß, dass er schon angefangen hat zu beten. Wir sind dann grad noch so pünktlich angekommen und haben nach kleineren Orientierungsschwierigkeiten (der Busbahnhof ist größer als so mancher Flughafen) endlich den Bus erreicht. Los ging die Fahrt. Wir waren schwer beeindruckt von der Größe der Sitze, der Beinfreiheit und dem Komfort! Das haben wir in Nicaragua ganz anders erlebt. Nach ca. 2 Stunden gab es einen Pinkelstopp, besser gesagt, der Busfahrer hielt einfach und stieg aus. Als alle wieder im Bus versammelt waren wunderten wir uns irgendwann warum es nicht weiter ging. Irgendwann hielt ein anderer Bus neben uns und der Fahrer signalisierte uns, dass wir den Bus tauschen müssen. Warum? Haha, das wissen wir auch nicht. Wir vermuten, dass der Bus zu alt war für die Berglandschaft der Cameron Highlands oder ein anderes technisches Problem. Naja war auch kein Ding. Mit dem neuen Bus ging es dann auch schon recht bald den ersten Berg hoch. In Serpentinen, über „Brücken“ (wenn man da einen im Tee hat landet man auf alle Fälle in dem Fluss unter der Brücke, sehr eng und keine Absicherung). Aber hey, wir fanden die Fahrt super komfortabel und sind von Nicaragua ganz anderes gewöhnt. Nach weiteren drei Stunden kamen wir dann an. Da die Unterkunft nicht weit weg vom Busbahnhof war, konnten wir hinlaufen. Wir hatten uns ein Hostel gebucht, was trotz absoluter Basic Ausstattung und gemeinsamem Badezimmer immer noch 21 Euro die Nacht gekostet hat. Und es war noch eines der günstigsten. Ja da merkt man dann halt wieder die Touristengegend. Dafür hatten wir auf dem Nachtmarkt ein sattmachendes und leckeres Abendessen für umgerechnet 1€. Was wir jedoch toll fanden war die Email der Unterkunft nach der Buchung. Sie haben sich selbst beschrieben, also was einen erwartet und was eben nicht. Das war so herzerfrischend ehrlich, dass ich für meinen Teil fand, dass sie jeden Cent verdient haben.

Wir hatten zwei Nächte vor uns aber nur einen vollen Tag, wegen der Weiterreise nach Penang. Zu sehen gibt es in den Cameron Highlands vor allem viele Plantagen mit unterschiedlichem Anbau. Ihre bekanntesten und meistangebauten Produkte sind vor allem Tee und Erdbeeren. Außerdem ist das Klima durch die Höhenlage deutlich kühler und regnerischer. Da Michi noch nie Teeplantagen gesehen hatte, ich hatte das Glück in Ruanda welche zu sehen, wollten wir auf jeden Fall eine Teeplantage anschauen. Und wir haben gelesen der Erdbeermilchshake soll seeeeehr lecker sein, also stand auch das auf unserer Liste. Jetzt hatten wir zwei Möglichkeiten: entweder wir entdecken das auf eigene Faust und riskieren durch die Weitläufigkeit der Highlands, dass wir vielleicht nicht da ankommen wo wir hin wollen. Oder wir machen ne vorgefertigte Touritour. Im Klartext, man hat die Möglichkeit zu trampen oder eine Tour zu buchen, bei der man an die Plätze gebracht wird. Tja durch unseren Zeitmangel haben wir uns für die Touritour entschieden. Ihr dürft mich nicht falsch verstehen, ich hab da nicht grundsätzlich was dagegen, ich mag es einfach nur viel lieber auf eigene Faust Neues zu entdecken und an passender Stelle durch Fragen bei den Einheimischen das Gesehene verstehen zu lernen. So hätte ich viel lieber den Daumen raus gehalten und mich überraschen lassen, wer uns da aufgabelt und was die Person zu erzählen hat. Naja aber auch wenn mir das Ganze nicht so passte und ich sicherlich auch so meine Vorurteile gegen diese Touren hab, hab ich versucht unvoreingenommen da rein zu gehen. Ob mir das gelungen ist? Hm, erster Pluspunkt: es war keine rein deutsche Tour, sondern wirklich sehr international und auch Malaysier, was dem ganzen eine gute Grundatmosphäre gab. Wir kamen auch gut in Kontakt mit einigen der Teilnehmer und da gings auch gar nicht um ein „wo kommst du her“ Unterschiedlichkeitsdenken, sondern wir haben eher geteilt was wir als Mitglieder der Gruppe gesehen und erlebt haben. Deshalb allein würde ich sagen habe ich die Tour als was positives abgespeichert. Über die Dinge, die wir gesehen haben kann man streiten. Wir haben halt in kurzer Zeit viele kleine Bröckchen hin geworfen bekommen. Was da leider immer mitschwingt ist das Müllproblem, keine/kaum Aufklärung für Abwasser und vor allem die schlimmen Zustände der Tierhaltung. Aber dazu braucht man keine Tour machen, das sieht man auch bereits beim Reisen von A nach B. Das würde Bücher füllen…

Zurück zur Tour: wir haben in kurzer Zeit doch einiges gesehen: eine Schmetterlingsfarm, eine Blumenfarm, einen lokalen Markt, eine Erdbeerplantage, eine Teeplantage und einen Buddhistischen Tempel. Ich werde nicht auf alles eingehen, nur auf die Erdbeerplantage und die Teeplantage. Die Erdbeerplantage war an sich jetzt nicht so das Highlight für uns, da wir uns dachten: kennen wir ja schon. Allerdings war es doch interessant zu sehen, dass diese Plantage nicht aussah wie ein Erdbeerfeld aus Deutschland. Möglicherweise gibt es auch Plantagen, die es ähnlich machen wie hier in Malaysia, aber wir kennen eben nur das Erdbeerfeld. Anders war, dass eine Konstruktion errichtet wurde, sodass die Erdbeeren erhöht waren, um sie bequem im stehen und laufen zu ernten. Außerdem haben die Erdbeerpflanzen keinen Kontakt zu Erde, sie sind in einem Gemisch aus Wasser und Kokosnussfasern, die den Wurzeln die nötigen Nähstoffe geben sollen.Wir haben dann dort auch einen Erdbeershake getrunken und was soll ich sagen? Er war wirklich suuuuuper lecker.

Die Teeplantage war sehr gut besucht, also zumindest dort wo die Produktion gemacht wird und man den Tee im Café probieren kann. Es war die größte Teeplantage und wird von einer schottischen Familie seit fast 100 Jahren geführt. Wer schon mal ein Teefeld gesehen hat wird mir sicher zustimmen, dass es nicht einfach nur kleine grüne Büsche sind, sondern es schon wirklich sehr schön aussieht und ähnlich wie die Reisterrassen eine Faszination und besondere Schönheit ausstrahlt. Man kann nur erahnen wie viel Arbeit dahinter steckt! Nicht erst seit unserer Arbeit in den Weinfeldern in Neuseeland, doch seither noch mehr, hab ich den höchsten Respekt vor den Menschen die auf dem Feld arbeiten!

Penang

Am nächsten Tag ging es früh morgens mit dem Bus nach Penang. Tja ich könnte jetzt eine Vielzahl an Ausreden aufzählen aber Fakt war, wir waren mal wieder zu spät… Das hieß wir sind mit unseren Rucksäcken im Stechschritt zum Bahnhof gehechtet um, nein nicht als letzte, vorletzte einzusteigen. Einer war noch später, haha. Der Bus war komplett voll und deutlich enger als der vorige, aber immer noch echt komfortabel. Ehrlich gesagt weiß ich gar nicht mehr wie lange wir gefahren sind, aber die Zeit ist auch recht schnell vergangen. In Butterworth sind wir dann auf die Fähre umgestiegen. Ja Penang ist eine Insel an der Westküste. Sie ist nicht weit vom Hauptland entfernt, sodass es auch eine Brücke gibt, aber die Fähre war die direktere Möglichkeit nach Georgetown zu kommen. Dort hatten wir einen Homestay über booking gebucht. Was wir so gar nicht richtig bedacht haben, sich dann aber sehr gut gefügt hat war, dass das Chinesische Neujahr in diese Tage unseres Penang-Aufenthalts fiel und wir bei einer chinesischen Familie zuhause waren. Wir waren zwar nicht bei irgendwelchen Familienfeiern oder Traditionen dabei, was auch sehr verständlich ist, da wir nicht zur Familie gehören, aber wir haben die Stimmung aus erster Hand mitbekommen. Alle waren total ausgelassen und fröhlich, total angeknipst, wie kleine Kinder an Weihnachten. Das war so arg schön mitzuerleben.

Das Chinesisches Neujahr ist ein nationaler Feiertag in Malaysia, eigentlich waren es sogar 2-3 Tage, an denen die meisten Geschäfte und Restaurants geschlossen waren. Vor allem die Touristengegenden blieben davon unbehelligt.

Am Silvesterabend haben wir auf dem Nachtmarkt gegessen und uns dann an die Uferpromenade gesetzt und auf das Feuerwerk gewartet. Das war dann auch deutlich imposanter als in Christchurch, aber das ist im Grunde auch nicht schwer, hihi. Und wir haben vor allem ständig gehört was uns unter dem Begriff „Chinaböller“ bekannt ist: trotzdem wir immer recht weit von den Feuerwerken entfernt waren, war es sooooo laut, dass es noch richtig in den Ohren nachgedröhnt hat. Die Menschen auf der Straße saßen zusammen und haben gequatscht, aber es war kein Saufgelage wie bei uns (Malaysia ist auch ein muslimisches Land in dem der Verkauf und der Verzehr von Alkohol für Muslime verboten ist). Aber auch die Nicht-Muslimen (Malaysia ist geprägt von einem sehr bunten Bild, vorwiegend jedoch Inder und Chinesen außer den Malayen) haben ganz entspannt und Familienorientiert gefeiert. Das war eine wirklich schöne Atmosphäre und an jeder Ecke wurde uns ein „Happy New Chinese Year“ gewünscht.

Wir sind am Neujahrsabend an einen der größten Buddhistischen Tempel Kek Lok in Penang gefahren, der extra für das Neujahrsfest mit unglaublich vielen Lichtern geschmückt wird! Es sah wunderschön aus und muss wochenlange Arbeit gewesen sein. Es hat uns sehr beeindruckt und dafür haben wir auch gern den mega Stau im Bus dorthin auf uns genommen. Es wollten eben alle dorthin, da war dann kein Weiterkommen mehr. So sind wir den Rest der Strecke irgendwann gelaufen. Da wir bereits am Vortag im Hellen den Tempel besichtigt hatten, haben wir da dann nur noch Bilder von „außen“ gemacht, also so, dass die volle Pracht der Lichter zur Geltung kommt. Der Tempel war sehr interessant zu sehen, da relativ wenig Touristen waren, die nur geschaut haben, wie wir, sondern die meisten es als Tagesausflug mit der Familie zum Besuch des Tempels und zum beten genutzt haben. Das Highlight des Tempels ist eine 30m hohe Bronzestatue, zu der man mit einem Aufzug nach oben fahren kann und auch wie eine Art Wächter über der Tempelanlage platziert wurde. Es war sehr interessant die verschiedenen buddhistischen Rituale zu sehen, ich jedoch viel zu wenig darüber weiß, um euch das jetzt näher erklären zu können.

In Penang haben wir uns auch etwas mehr die Mall-Kultur angeschaut. Ja es scheint tatsächlich eine Art von Kultur zu sein, dort war nämlich tagsüber unfassbar viel los. Klar, klimatisiert. Besser gesagt: Kühlschrank. In der Regel waren Grüppchen unterwegs, Freunde, Familie. Ich hatte weniger den Eindruck, dass es darum geht etwas bestimmtes zu besorgen oder, generell darum etwas zu kaufen, es war schon irgendwie mehr ein Ort an dem man sich aufhält und mit anderen trifft.

Von einem der Bewohner im Homestay bekamen wir die Tipps in Georgetown ins Chinesische Tee Haus zu gehen, da solle es tolle Kuchen und Torten geben. Außerdem empfehle er uns das Chew Jetty anzusehen, da ist eine Ansammlung an Häusern auf Stelzen, die direkt über dem Wasser gebaut sind. Kurz nach dem Chinesischen Neujahr fuhren wir los nach Georgetown in die Innenstadt und machten an diesem Tag Sightseeing. Angefangen in little India, was wirklich sehr klein war, ging es zu dem besagtem Teehaus. Die Auswahl an Torten und Kuchen war wirklich riesig und es war auch komplett voll. Michi aß ein Stuck Tiramisu Torte (war in Tortenform) und ich Grünen Tee Torte. Haha, ja wirklich. Grüner Tee wird in Asien in verschiedenen Formen in Süßigkeiten integriert. Es gibt auch eine Oreo Keks Sorte mit grünem Tee. Und es war echt hmmmmmmmmmmm lecker. Und mächtig. Interessant war auch die Stimmung dort. Für die Einheimischen und die Touristen war das Teehaus „the place to be“. Es wurden Fotos ohne Ende gemacht. Und auch das System im Service war hoch spannend zu beobachten. Wir haben alles einzeln von einem anderen Kellner nacheinander erhalten. Ein italienisches Pärchen gegenüber am Tisch haben die komplette Zeit nur den Kopf geschüttelt über das vermeintliche Chaos. Aber hey, wir haben alles bekommen und es hat alles funktioniert. Wir brauchten Zeit und Geduld, aber nur weil es für europäische Augen chaotisch aussehen mag, heißt das noch lange nicht, dass es auch so ist. Vielleicht waren wir auch einfach blind für dieses System.

Während wir im Teehaus waren, hörte ich laute Trommelmusik draußen. Ich schnappte mir den Fotoapparat und flitzte nach draußen (Michi blieb natürlich an unserem Platz, nicht dass noch der Eindruck aufkommen sollte, dass wir die Zeche prellen wollen). Ich wusste was die Trommelmusik bedeutet: Lion dance. Darauf hatte ich mich schon die ganze Zeit gefreut. Ich kannte es nur aus dem Fernsehen und hatte darüber gelesen und vor allem erinnerte es mich an den Disney Film Mulan. So hatte ich die große Hoffnung die Tradition zum chinesischen Neujahr direkt mitzuerleben. Dabei werden Gruppen von Geschäften angeheuert, die in ihrem Laden spielen und tanzen. Dabei kommen vor allem Trommeln und Gesang zum Einsatz und die Verkleidung der Tänzer, die aussieht wie eine Mischung aus Löwe und Drache. Die Drachen werden im Chinesischen übrigens nicht als böse angesehen, sondern mehr als etwas Gutes und Beschützendes. Ich bin dann also da hin gelaufen und konnte leider nur die Rücken der Musiker sehen. Die Tänzer waren in dem Geschäft und die Musiker standen im Halbkreis davor. Ich war natürlich nicht die einzige Schaulustige, da waren noch ein paar andere. Allerdings habe ich mich mit meinem Platz begnügt. Ich habe gesehen, wie ein paar Mädels sich an den Musikern vorbei in den Laden gequetscht haben um ein gutes Foto auf die Tänzer zu erhalten. Das war allerdings keine Option für mich, ich wollte nicht in ihrem traditionellen Ritual stören und hörte mir einfach nur die Musik an. Im Enddefekt habe ich in den paar Tagen immer wieder vom Auto aus Vorbereitungen gesehen (Kostüm anlegen bspw.) jedoch nie so, dass ich hätte ein Foto machen können oder den Tanz sah. Tja auch damit muss man leben lernen wenn man nicht um jeden Preis ein Foto macht. Vielleicht bietet sich irgendwann mal eine Gelegenheit.

Nach dem Teehaus sind wir zum Chew Jetty gegangen. Wir hatten bereits zuvor darüber gelesen und wären nicht extra dorthin gefahren, wenn wir nicht sowieso durch die Straßen geschlendert und auch dort um die Ecke gewesen wären. Dieser Eindruck hat sich auch bei unserem Besuch bestätigt. Sehr viele Touristen. In diesen Häusern wohnen Familien und haben aus ihrer Not eine Tugend gemacht und Souvenirgeschäfte eingerichtet, Angebote für Henna Tattoos gemacht, Essen und Trinken angeboten und das alles auf ihren Terrassen vor dem Haus. Schilder an den Hauswänden, die von den Bewohnern selbst gebastelt waren, wiesen darauf hin keine Fotos von ihren Häusern, vor allem drin, zu machen und nicht in ihr Haus zu gehen. Irgendwie kamen wir uns etwas komisch vor und die Schilder ließen auch darauf schließen, dass es wohl schon vorgekommen sein muss, dass Wildfremde in die Häuser gelatscht sind und Fotos gemacht haben. Echt heftig. Wir sind recht schnell wieder abgedampft.

Vor einem Buddhistischen Tempel konnten wir zufällig beobachten wie sich eine lange Schlange bildete, jedoch nicht in Richtung des Eingangs, sondern in Richtung eines kleinen Tischs, der dort aufgestellt war. Wir beobachteten das Treiben eine Zeit lang und sahen, dass den Leuten die roten Umschläge, die an Chinesisch Neujahr mit Geldinhalt verschenkt werden, ausgegeben wurden. Bei näherem hinsehen fiel uns auch auf, dass die Menschen vorwiegend sehr alt waren und arm (rein äußerlicher Eindruck). Was in den roten Umschlägen war, wissen wir natürlich nicht, aber die Menschen machten einen recht zufriedenen Eindruck, als sie ihr Geschenk abgeholt hatten und weg liefen.

Von Penang nach Kuala Besut

Von Penang sind wir dann nach drei Nächten nach Kuala Besut gefahren. Das heißt einmal von der Westküste zur Ostküste. Dort haben wir für eine Nacht übernachtet, um dann am nächsten Tag auf die Perhentian Islands, besser gesagt auf Pulau Perhentian Kecil zu fahren. Statt geplanten 7 Stunden mit dem Reisebus waren wir 11 Stunden mit dem Bus unterwegs, wovon ungefähr 45 Minuten eine Essenspause war. Ansonsten gab es nicht so viele Pausen, aber immer wieder kurze Stopps, um einzelne Leute oder Familien am Straßenrand aussteigen zu lassen. Unser Stopp war Endstation und außer uns waren auch nur noch eine Handvoll Menschen im Bus (zur Ergänzung, es war ein Doppeldecker). Das hat sich natürlich alles sehr gezogen. Dazu kam, dass auf den Straßen durch das Chinesische Neujahr mehr los war, da die meisten von ihren Familien wieder zurück an ihren Wohn- und Arbeitsort fuhren. Auf der Strecke passierten wir leider auch einen schlimmen Unfall, der für einen langen Stau auf der Landstraße sorgte. Wir wissen nicht was passiert ist, aber das eine Auto sah schon wirklich stark kaputt aus. Der Verkehr ist meiner Meinung nach auch die größte Gefahr, die sich in den bisher bereisten asiatischen Ländern bietet. Wir waren natürlich froh nach diesem Busmarathon unversehrt in Kuala Besut angekommen zu sein.

Unser Homestay war etwas außerhalb vom Stadtkern und wir wurden interessiert beobachtet, wenn wir zum naheliegenden Supermarkt oder Restaurant liefen. Mit Englisch war nicht so viel, deshalb ging mehr über draufzeigen und Händisch. Hat super funktioniert. Bei ein paar malaysischen Wörtern wussten wir ja auch schon was sie bedeuten. Hier hat uns auch wieder die Freundlichkeit der Menschen umgehauen. Eine Szene will ich kurz schildern, die mir seither immer in den Kopf kommt, wenn ich an Malaysia denke: Wir waren auf dem Weg zum Supermarkt, drei junge Frauen mit Kopftuch kamen uns auf dem Roller entgegen. Alle schauten uns an. Michi und ich lächelten sie an. Alle drei schenkten uns gleichzeitig ein strahlendes breites Lächeln. Das war so schön!

Perhentian Islands

Von Kuala Besut ging es dann am nächsten Tag auf die Perhantian Islands, besser gesagt auf die kleinere Insel zum Long Beach. Dazu fährt man auf kleinen Boten etwa eine halbe Stunde. Ich glaube wir waren deutlich schneller, da der Kapitän sehr schnell gefahren ist. Wir schlugen immer wieder hart auf die Wellen auf. Für Michis Rücken war das natürlich nicht so gesund. Naja die Fahrt war nicht gerade toll, aber noch voll im Rahmen, vor allem verglichen zu unserer Rückfahrt, aber dazu später mehr.

Auf der Insel haben wir dann erst mal eine Unterkunft gesucht. Plan war unser Gepäck an einer Tauchschule abzugeben und uns vor Ort ein Zimmer anzusehen. Allerdings war die Tauchschule überhaupt noch nicht geöffnet. Generell bot sich uns genau dieses Bild am Strand: die Hütten und Häuser, die noch standen sahen sehr mitgenommen und demoliert aus und vor allem nicht offen. Da war keiner. Wir wussten, dass wir am Anfang der Saison dort sein würden, aber dass die Saison irgendwie noch gar nicht wirklich angefangen hatte war uns so nicht bewusst. Außerdem lag am Strand richtig viel Müll herum. Bevor wir in Kuala Besut mit dem Boot los fahren konnten, mussten wir eine Konservierungsgebühr bezahlen, da die Perhentian Islands in einem Marine Nationalpark liegen. Die Gebühr für Touristen war sechs Mal höher als für die Einheimischen. Direkt am Steg wo wir die Tickets kaufen sollten lag entlang der Wasserkante nicht nur eine Hand voll Müll, sondern leider sehr viel. Außerdem war der Preis nicht lange zuvor um ein vielfaches geringer und wir wussten nichts von dieser Erhöhung. Wir fanden es sehr überraschend und komisch und fragten bei dem Ticketverkäufer nach, seit wann die Erhöhung sei. Plötzlich verstand er keine englische Formulierung mehr. Schon leicht wütend kam ich auf der Insel an und sah den Müll am Strand. Und fragte mich unweigerlich: was wird mit dieser Konservierungsgebühr eigentlich gemacht? Nachdem wir die Gebühr bezahlt hatten, bekamen wir ein Ticket auf dem nochmal stand was man nicht machen soll im Marinepark (kein Angeln, kein Müll irgendwohin werfen, keine Korallen berühren, zerstören oder mitnehmen,…) und wofür das Geld verwendet wird (Erhaltung des Parks und seiner Tierwelt, was im Detail wurde nicht weiter ausgeführt)… Hm. Irgendwie hat sich uns ein anderer Eindruck geboten. Wie wir in den folgenden Tagen herausfanden, sind wir direkt nach der Monsun Saison auf der Insel angekommen. In dieser Zeit leben lediglich ein paar Menschen auf der Insel. Der Monsun zerstört in dieser Zeit viele Gebäude (die auch mehr aus Naturmaterialien für eine Saison gebaut waren) und schwemmt sehr viel Müll aus dem Meer am Strand an. Dieser Müll wurde in den folgenden Tagen dann zumeist eingesammelt und direkt am Strand verbrannt. Auch die Regel, dass das Angeln auf den Inseln verboten ist, hat so irgendwie keinen interessiert. Wir haben einige Leute gesehen, die stolz mit ihrem Fang vom Strand gelaufen sind. Dieses ganze Bild hat mich schon seeehr wütend gemacht und sicherlich auch für ein nicht so tolles Gefühl bei der Ankunft gesorgt. Dieses Scheinkümmern um die Umwelt fand ich daneben. Was genau mit dem Geld passiert, was wirklich für die Konservierung gemacht wird und ob sich uns einfach ein falsches Bild bot, weiß ich im Enddefekt jedoch nicht. Es mag sein, dass ich mir zu Vorzeitig ein Urteil gebildet habe, es war einfach der Eindruck der sich mir bot. Aber zurück zur Zimmersuche. Da der Tauchshop geschlossen war sind wir am Strand entlanggelaufen, um was anderes zu finden. Wir wurden direkt von einem Mitarbeiter des teuersten Hotels an diesem Beach angesprochen. Auf Nachfrage wieviel ein Zimmer kosten würde, sagte er uns, er würde uns für einen Nachlass den super Preis von umgerechnet 100 € anbieten. Das war natürlich keine Option und so lehnten wir dankend ab. Er bot uns jedoch an, unsere Sachen an der Rezeption abzustellen während wir suchen. Wir hatten natürlich unsere Hausaufgaben gemacht und zuvor im Netz geschaut, bei welchen Hotels wir uns die Zimmer anschauen können. Aber ehrlich gesagt, gab es auch nicht wirklich Auswahl, haha. So sind wir zu dem ersten Hotel, dass glaube ich als einziges das ganze Jahr auf hat. Dort wollten wir uns dann erst mal das niedrigpreisigste Zimmer ansehen. Ein Raum mit Bett und geteiltem Badezimmer. Lediglich ein paar Euro. Mehr war es auch nicht wert. Wenn es nicht so gemüffelt hätte und die Kissen nicht verschimmelt gewesen wären, hätten wir das auch gemacht. Auch die nächste und übernächste Preiskategorie hatte verschimmelte Kissen. Als wir den Rezeptionisten darauf aufmerksam machten, sagte er sehr unbeteiligt, kann man wechseln. Machte auf uns den Eindruck, dass es ein bekanntes Problem sei. Na toll. So entschieden wir uns erst mal das Hotel nebenan anzusehen. Das war direkt am Hang gebaut und machte von außen einen neuen Eindruck. Wir wussten, dass die Preise für die Unterkünfte auf der Insel happig seien, so wussten wir, dass es voraussichtlich teurer wird. Das einzige was Michi und ich erwarten in unseren Unterkünften ist, dass es sauber ist. Und damit meine ich keine deutsche Sauberkeit, dass kein Krümel auf dem Boden sein darf, oder kein Fleck auf der Bettwäsche. Das haben wir eher als Standard, fast egal welche Preisklasse immer erlebt. Nein, wir meinen eher keinen Schimmel, keine größeren Hinterlassenschaften vom Vorgänger und keine tierischen Mitbewohner. Ok Gecko ist in Ordnung, wenn er nachts nicht zu laut schreit. Ich weiß, da ist die Hemmschwelle von jedem anders. Wir haben uns dann ein Zimmer dort angesehen und es war gleich um Welten besser, als die anderen im Hotel daneben. Es roch nicht unangenehm, es war alles in einem deutlich gepflegteren Zustand und die Kissen waren Schimmelfrei. Und vor allem: die Aussicht war der Hammer. So ging es ans Verhandeln. Da die meisten Zimmer durch die Nebensaison leer standen, wurde uns ein deutlich geringerer Preis als üblich angeboten. Verglichen, was wir sonst so für das Geld hatten, naja immer noch hoch. Im Vergleich zu dem Gegebene war es jedoch ein Angebot, was wir gerne Annahmen.

In Grunde galt das alles aber auch fürs Essen. Dort in unserem Hotel gabs nix wirkliches,und nebenan hatten sie nur die Hälfte der Karte verfügbar. Also gabs Gebratenen Reis, oder Nudeln. Und das ins verschiedenen Variationen. Auch wenn die Preise hier dreifach so teuer wie auf dem Festland waren, wars noch recht günstig. Auf dieser Seite der Insel hatte nur noch ein Restaurant/Resort auf, und das war das teuerste. Die Preise fürs Essen dort war locker Europäisch. Lecker, aber teuer. Erst als wir auf die andere Seite der Insel gegangen sind haben wir festgestellt, das dort wesentlich mehr los war und mehr Restaurants auf hatten. Sogar welche, die nur doppelt so teuer waren.

Geplant war eigentlich auf der Insel tauchen zu gehen. Tja, da war unser Inselfluch wieder und Michi bekam ne Erkältung. Das wars dann auch mit tauchen. So haben wir die Woche damit verbracht schwimmen zu gehen, schnorcheln, zu relaxen und vor allem hinter die Kulissen der sich wiederaufbauenden Insel zu schauen. Direkt am Steg an dem die Bote anlegen wird ein großes schickes Luxusresort gebaut. Dafür werden natürlich auch Maschinen benötigt. So konnten wir dank unserer guten Aussicht beobachten wie ein Bagger von einem Boot an den Strand fuhr. Auch die Anlieferung von Materialien sahen wir. Es war wirklich das Gefühl hinter die Kulissen zu sehen. Innerhalb der paar Tage unseres Aufenthalts konnten wir zusehen wie sich der Strand von so gut wie ausgestorben zu einem sehr wuseligen Ort entwickelte an dem an jeder Ecke etwas repariert oder neu aufgebaut wurde. So entstand in ein paar Tagen beispielsweise eine Beach Bar aus Holz.

Rein zur Ergänzung des Mülls am Meer. Ihr werdet in der Galerie Bilder von Müll der an den Strand geschwemmt wurde sehen. Dort hatten sich bereits Muscheln angesiedelt. Lasst die Bilder auf euch wirken und denkt an morgen, die nächste Generation, die nächsten hundert Jahre, an eine Zukunft… Wir fanden es sehr eindrucksvoll!

Zurück aufs Festland

Die Fahrt zurück nach Kuala Besut nach einer Woche war eine Bootsfahrt, die ich sicher nicht mehr vergessen werde in meinem Leben. Ich hoffe es zumindest, denn sonst werde ich eine Fahrt erleben, die noch schlimmer ist… Wir mussten auf die andere Seite der Insel an den Coral Beach, da die Wellen hoch waren, und sie wohl somit nicht alle per Boot einsammeln wollten. So sind wir über die Insel zum anderen Strand gelaufen. Dort wurde dann das Boot rappel voll gepackt mit ca. 15 Menschen und Gepäck (auf der Hinfahrt waren wir lediglich zu fünft) und los ging die Fahrt. Wenn man vom Ufer aufs Meer geschaut hat, sah das Meer zwar nicht spiegelglatt aus, jedoch war für unsere Augen nicht zu erahnen was uns auf dem offenen Meer erwarten würde. Durch den starken Wellengang haben wir dreimal so lange als üblich für die Strecke gebraucht. Schneller fahren war nicht möglich. Durch den Wellengang hat das kleine Boot sooooo sehr geschaukelt, dass ich immer wieder dachte: gleich kentern wir, dann liegen wir im Wasser. Ich hatte echt Angst. Einige schrien auch immer wieder auf als das Boot mal wieder hart auf eine Welle aufschlug und sich so anhörte als würden wir gleich auseinanderbrechen. Das Sahnehäubchen erlaubte sich der Kapitän, als wir ungefähr 50 Meter vor dem Anleger waren. Er stoppte und fragte jeden einzelnen nach dem Weitertransport, ob wir schon was gebucht hätten. Falls jemand nein antwortete, vermittelte er den Transport und stellte ein Ticket aus. Wir hatten bereits zuvor schon einen Transport gebucht und mussten sowieso nur ein paar Kilometer in den Homestay in dem wir ja auch schon vor der Insel waren. Wir fanden diese Situation jedoch so aufdringlich und abartig, vor allem nach so einer Fahrt, dass wir beide echt sauer waren. Während ich ihm auf Nachfrage nur mit sehr verärgertem Ton sagte, dass ich keinen Weitertransport brauche, setzte Michi noch hinzu, dass wir einfach nur an Land wollen. Seine Antwort war: dann schwimm! Und stimmte ein super dreckiges Lachen an. Boah, das war eine echt ekelhafte Situation.

Nach einer Nacht im Homestay in Kuala Besut sind wir am nächsten Morgen wieder sehr früh mit dem Bus nach Kuala Lumpur gefahren.

Kuala Lumpur die Zweite

Unser erster Stopp nach Singapur war ja in Kuala Lumpur nur kurz und wir hatten ja noch nichts gesehen. So wollten wir den zweiten Besuch dazu nutzen etwas Sightseeing zu machen und zu shoppen. Auch diesmal hatten wir eine tolle Unterkunft: ein Apartment in einem sehr schicken Hochhaus mit mehreren Pools, Sauna und Fitnessstudio über air bnb. War echt toll und gar nicht so teuer, jedoch hatten wir eigentlich nicht so viel davon, da wir die meiste Zeit unterwegs waren. Abends hüpften wir jedoch nochmal für ein paar Minuten in den Pool oder in die Sauna.

In Kuala Lumpur haben wir uns einen Tag raus gepickt um shoppen zu gehen. Da wir unsere Kleidung oft waschen müssen und nicht wie zuhause einen Schrank voll Unterschiedlichem haben, werden die Sachen stark beansprucht. So muss das ein oder andere auch mal zwischendurch ausgetauscht werden. Und wo kann man das besser als in Kuala Lumpur. Da gibt es Shopping Malls wie Sand am Meer. Und sie bieten zum Teil noch mehr als reines Shoppingvergnügen. Wir waren im Berjaya Times Square und da gibt es neben unzähligen Geschäften auch ein Freizeitpark mit Achterbahn. Das fanden wir echt abgedreht. Oder auch eine Treppe, die vom Erdgeschoss ins Untergeschoss führt: Die Treppenstufen waren weiß und teilweise mit einem schwarzen Streifen. Jedes Mal wenn man die Treppe hoch oder runter lief erklang Klavier. Beim ersten Mal habe ich mich noch gefragt, wer hier wo Klavier spielt. Bis wir entdeckten, dass es die Treppenstufen sind, die erklingen, wenn jemand hoch oder runter läuft. An der Seite der Treppenstufen waren Lichtschranken angebracht, sodass bei Bewegung ein Ton erklang. Wir sprangen wie die Kinder die Treppe hoch und runter und versuchten verschiedene Melodien zu spielen. War super lustig!

Außerdem haben wir uns die Stadt ein wenig angeschaut und die Petrona Towers. Auch dort gab es einen Park mit einer Wasser-Lichter-Show. Im Vergleich zu Singapur war dies jedoch bei weitem nicht so spektakulär. In den Petrona Towers gibt es ein Shopping Center, die Suria KLCC. Viele teure Markenläden. Nix für unseren schmalen Traveler Geldbeutel. Aber wir haben es uns zumindest mal angesehen, wie etliche andere Touristen auch. Als wir vor dem Aufzug standen wurden wir von hinten angesprochen. Als wir uns umdrehten stand da eine Gruppe indischer Männer mit Turban. Einer von ihnen fragte uns, ob er mit uns ein Foto machen dürfe. Wir, etwas perplex: „Ja, ok. Dann hat er noch schnell seine Sonnenbrille aufgesetzt und cool mit uns gepost, sich bedankt und weg waren sie auch schon wieder. Michi und ich haben uns nur angeschaut und losgelacht. War ein sehr witziges Szenario.

Batu Caves

Am letzten Tag in Kuala Lumpur haben wir die Batu Caves angeschaut. Diese liegen etwas außerhalb, sind jedoch gut mit den Öffentlichen zu erreichen. Das interessante daran ist, dass eine hinduistische Tempelstätte in einer großen Höhle errichtet wurde. Bereits am Eingang empfängt einen eine riesige goldene Statue. Während man die gefühlt eine Million Stufen zum Höhleneingang erklimmt begegnet man auch direkt einer weiteren Attraktion an diesem Ort: unzählige Affen. Die leben dort und überleben, indem sie von den Touristen alles klauen, was diese in den Händen halten und wirklich geübt aus Plastikflaschen trinken. Leider werden sie auch von den Touristen gefüttert, vor allem um sie anzulocken und einen tollen Schnappschuss zu ergattern. Da wird dann einfach das ausgepackt was man so dabei hat, wie Chips. Während das Äffchen dann gierig das Angebotene verschlingt, werden sie dann gestreichelt und für Bilder gepost. An jeder Ecke stehen Schilder, auf denen informiert wird, die Affen nicht zu füttern. Wir konnten Touristen beobachten die wirklich direkt vor diesem Schild stehend die Affen gefüttert haben. Das waren leider keine Einzelfälle, egal wo man hin geschaut hat, haben die Touris Grenzen mit den Tieren überschritten. Zum Teil festgehalten, wollten sie hoch heben, immer wieder angefasst… Ich war so wütend, und es tut mir jetzt leid so deutlich zu werden, über die grenzenlose Dämlichkeit und den Egoismus mancher Menschen. Wir haben bereits unzählige Momente auf unserer Reise erlebt wo Touristen Grenzen für tolle Fotos überschreiten. Wenn sie sich dabei selbst in Gefahr bringen ist das die eine Sache, wenn sie dabei jedoch andere Lebewesen für ein Bild so in die Enge treiben und kurzsichtig handeln dann ist das nicht ok. Wir haben auch tolle Fotos von den Affen gemacht, aber eben nur mit Zoom und Geduld und vor allem mit Respekt. Das ist ihr zuhause. Warum denken Menschen, dass sie sich im Zuhause der Tiere aufführen können wie sie wollen???? Für Fotos??? Ich war wirklich schockiert über diese Szenen die sich uns da boten.

Die Höhle war wirklich eindrucksvoll und schön und hat uns sehr gut gefallen.

Am folgenden Tag ging es dann seeeeeeeehr früh morgens zum Flughafen. Ab nach Bangkok. Dort reisten wir dann einen Monat mit Michis Mama und Bruder zusammen. Wieder Familienbesuch, jipppppppiiiiiiiiii. Die Freude war riesig! 🙂

Singapur

So mussten wir nach einem Jahr Neuseeland wieder unseren Rucksack packen und in eine völlig neue Kultur eintauchen. Wenn uns jemand fragte, wo es nun hin ginge, war die Antwort stets die selbe: Südostasien. Da wir bereits eine fixe Verabredung mit Michis Mama und Bruder in Thailand Anfang März haben, entschieden wir in der Zwischenzeit Singapur und Malaysia anzuschauen.

So ging unser Flug am 7.2.2018  von Christchurch nach Singapur mit Singapore Airlines. Wie ihr wisst, sind wir ja jetzt schon ein paar mal geflogen und haben da schon einige unterschiedliche Airlines erlebt. Über Singapore Airlines können wir sagen, dass es ein toller Flug war. Super Service, gutes Essen und naja so viel Platz wie überall halt. Wir waren rundum happy und die Zeit verging wie im Flug (haha).

Wir kamen abends in Singapur an und haben uns über das Wlan des Flughafens einen Fahrer auf Grab bestellt. Ist günstiger als ein Taxi und Grab und Uber funktionieren in Singapur und Malaysia im Vergleich zu Bali ohne Probleme, falls wir Wlan hatten.

Unser Hotel lag etwas außerhalb des Stadtzentrums, einfach weil alles andere nicht bezahlbar war für uns. Die Unterkunftspreise sind sehr hoch in Singapur, da viele Menschen auf wenig Raum leben. So lag unser Hotel, was schon untere Preiskategorie war und trotzdem noch 50 € die Nacht kostete, im Rotlichtviertel. Davon merkten wir allerdings nicht sehr viel, es war eher sehr versteckt. An den umliegenden Straßen gab es ein paar eindeutigere Etablissements und vor allem viele Straßenhändler, die Viagra in allen Formen und Farben verkauften. Da ihre „Tische“ eher nach improvisierten Unterlagen und ihre Waren alle auf Tüchern lag, die sie schnell schnappen konnten um sich schnell aus dem Staub machen zu können. Das erinnerte uns sehr stark an die fliegenden Händler in Costa Rica. Im Grunde wissen wir nicht, ob sie das jetzt durften oder nicht, aber es sah eher nicht danach aus.

Wir hatten zuvor in unseren Recherchen gelesen, dass man am besten in sogenannten Hawker Centern essen gehen kann: günstig, frisch und lecker. Leider war das Center bei unserem Hotel um die Ecke schon geschlossen, sodass wir eigentlich in ein Hawker Center in der Stadt wollten, das noch auf hatte. So war der Plan zur nächsten MRT Station zu laufen, wo wir einen 3-Tages Touristenpass kaufen können, damit wir unbegrenzt drei Tage damit fahren können, und dann von da in die Stadt fahren. Laufen wäre zu weit gewesen. So ließen wir uns vom Hotel erklären wo wir hin müssen. Was man uns nicht gesagt hat: der Touristenpass ist nur an einem bestimmten Schalter an bestimmten Stationen erhältlich und nicht etwa am Automaten. Diese haben Öffnungszeiten. Und als wir nach gefühlt einer Ewigkeit endlich an einer Station ankamen (wir sind gelaufen) an der es einen Schalter für den Pass gibt, war dieser bereits geschlossen. Na toll. Wir waren hungrig und müde und haben bei Nacht schon mal gefühlt die halbe Stadt außerhalb des Stadtzentrums gesehen. Das hatten wir uns irgendwie nicht so vorgestellt. Nicht weiter drüber ärgern, dann musste einfach einer neuer Plan her: wieder zurück Richtung Hotel und auf dem Weg was essen, den Pass dann am nächsten Tag holen. So haben wir das dann auch gemacht.

Hawker Center

Am nächsten Tag sind wir direkt zum Hawker Center zum Frühstücken. Wir waren absolut beeindruckt! So viele kleine Lädchen nebeneinander, alles sah lecker aus und roch himmlisch. Wir liefen einmal durch, naja zumindest die eine Ebene, ich glaub es gab noch eine weitere, was bereits einige Zeit dauerte. Das ist nix für Menschen die sich schwer tun mit Entscheidungen… Wir wollten am liebsten vorne anfangen und uns bis nach hinten durchprobieren… Naja, wir haben uns dann darauf beschränkt zum ersten Mal Zuckerrohrsaft zu probieren und ein Gericht mit gebratenen Reisnudeln, Sojasoße, Schweinebauch und Gemüse. Danach haben wir eine Chinesische Leckerei ausprobiert, die es mir sehr angetan hat: Pau. Man findet sie unter verschiedenen Namen. Im Prinzip sind es gefüllte, gedämpfte Hefeklöße. Die Füllung kann Hühnchen, Mais, Bohnen oder mein Favorit Lotuspaste sein. Die werden warm gehalten und somit bekommt man sie für ein paar Cent direkt warm serviert. Yammi. Die kleinen Lädchen, oder auch Stalls genannt, in den Hawker Centern haben alle ein Buchstabe, der entweder A, B oder C ist. Diese beziehen sich auf die Sauberkeit in den einzelnen Stalls und werden monatlich überprüft. Wir haben in Singapur außer viel laufen um alles anzugucken, vor allem auch viel gegessen. So bieten die Hawker Center für jeden Geschmack etwas. Durch die Kulturenvielfalt bekommt man Chinesisches, Indisches, Malyisches. Koreanisches und Westliches Essen. Die Preise dabei sind wirklich niedrig: ein vollwertiges Gericht für etwas mehr als zwei Euro. Klar auch hier gibt es Delikatessen, wie Meeresfrüchte, die etwas höher liegen können. Ich glaube um die ganzen Köstlichkeiten, die wir gegessen haben ausreichend zu beschreiben bräuchte es den kompletten Bericht und irgendwie macht es doch auch keinen Spaß nur über Essen zu lesen. Macht nur Hunger. Deshalb: Fahrt lieber selbst hin und holt euch vor Ort richtig Appetit.

Sterneessen

Eine Sache ist jedoch noch interessant zu erwähnen: Habt ihr schon mal ein Essen gegessen, was einen Michelin Stern bekommen hat? Nein? Zu teuer? Da bietet Singapur euch die einmalige Möglichkeit für ungefähr 2-3 Euro ein mit einem Michelin-Stern ausgezeichnetes Essen zu probieren. Angefangen hat das auch in einem Hawker Stall, doch nachdem sie den Stern bekamen, haben sie ein Restaurant in Chinatown aufgemacht. Was ausgezeichnet wurde? Chicken Rice mit einer Hongkongsauce. Wir habens auch probiert. Hm, war lecker, aber hätten wir nicht gewusst, dass es einen Stern bekommen hatte, hätten wir es nicht gedacht. Aber wir sind da ja auch echt keine Experten drin.

Im selben Hawkercenter in Chinatown ist übrigens auch ein Kaffeeshop, der den Singapurkaffee mit einem Michelin-Stern ausgezeichnet bekommen hat. Wir haben ihn probiert, waren ca. 1,20€ und er war echt Top!!!

Sightseeing

Angeschaut haben wir uns das Marina Bay Sands, das riesige Hotel von außen, die Bayfront, die Mall Shoppes by the Sands und Gardens by the Bay. Das Hotel ist ohne Frage sehr beeindruckend und vor allem wenn man sich ein Paar Dokumentationen darüber anschaut wie es entstand und was hinter der Fassade passiert. Direkt davor ist eine riesige Mall, die Mall Shoppes by the Sands, die vor allem viele Luxusmarken anbietet. Das abgefahrenste jedoch war, dass es ganz unten in der Mall einen Kanal gab von ein paar Metern (vielleicht 50 Meter?) mit einer Gondel und einem Gondoliere, womit die Mallbesucher fahren konnten. Auf der anderen Seite der Mall war ein riesiger Kronleuchter, der über mehrere Stockwerke nach unten reichte und mit LED Lichtern ausgestattet waren, die wie fließendes Wasser von oben nach unten flossen. Das war schon super schön anzusehen, aber der Platz über dem der Kronleuchter hing war noch atemberaubender. Es war ein riesiger runder Bereich, der aussah wie ein Teich mit Fischen darin. Im Grunde war es ein mega großes Touchpad und bei jeder Berührung sind die Fische von dem Punkt weggeschwommen. Der Bereich war abgetrennt und nur für Familien mit Kindern zugänglich und auch nur eine bestimmte Anzahl. Die Kinder hatten natürlich einen riesen Spaß mit ihrem Rennen neue Fischschwarm-Formationen entstehen zu lassen. Sah super schön aus. Von der Shopping Mall kommt man durch das Marina Bay Sands Hotel, es ist nur ein kleiner Durchgang mit Blick auf die Eingangshalle/Essenssaal, in den Park Gardens by the Bay. Der ist super schön angelegt und auch super faszinierend. Die „Bäume“ die dort angelegt sind, sind alle mit Lichtern ausgestattet, sodass man jeden Abend eine Lichter-Musik Show genießen kann. War toll! 🙂 Auf dem Weg zurück auf der anderen Seite des Hotels wieder sagte Michi irgendwann, da sei ein Laser. Kurze Zeit später hörten wir laute Musik. Wir liefen auf dem Balkon an der Shopping Mall in die Richtung und sahen, dass direkt vor der Shopping Mall eine Wassershow mit Musik stattfand. Michi war gleich Feuer und Flamme, er steht total auf Licht, sodass wir uns vornahmen am nächsten Tag, seinem Geburtstag, das Ganze von unten anzuschauen. Auf dem Balkon sah man leider durch die architektonische Verzierungen nicht allzu viel.

Michis Geburtstag

Am nächsten Tag, Michis Ehrentag, haben wir alles gemacht, was er sich wünschte: zuerst sind wir nach Little India gefahren. Dort wurde für diesen Tag eine kostenlose Tour durch Little India angeboten. Ging 2 ein-halb Stunden und war ne ganz tolle Sache. Wir haben super viel über die Geschichte von Singapur gelernt und es war wirklich spannend zu sehen, da Little India ganz anders aussah und wie die Tourleiterin uns sagte auch sehr authentisch sei. Unter anderem haben wir einen hinduistischen Tempel besichtigt. Auch dort gab es ein Hawker Center, das viele indische Stalls hatte und auch ein etwas anderes Flair mit sich brachte. Es wurde nicht einfach unsere Bestellung aufgenommen, sondern vor allem ich wurde von den Männern fast schon überredet, etwas anderes zu nehmen, oder noch etwas zusätzlich. Auch wurde ich einfach angestarrt, egal ob ich das mitbekam oder nicht und es war kein interessiertes gucken, sondern eher ein unangenehmes „mit-den-Augen-ausziehen“- Starren. Naja, ich habs einfach ignoriert. Wir sind dann nach Chinatown gefahren und sind dort über den Markt geschlendert und haben dort wieder im Hawker Center zu Abend gegessen und uns zur Feier des Tages Bier gegönnt, das ist hier vergleichsweise teuer. Danach erfüllten wir Michis größten Wunsch des Tages und fuhren zurück zur Bayfront um die Wasser-Licher-Show anzuschauen. Um es kurz zu machen. Wir haben sie dreimal gesehen, einmal von hinten und zweimal von vorne, wobei das letzte Mal nicht geplant war, wir haben uns mit einem jungen Mann verquatscht, der aus Malaysia kommt und in Singapur studiert, sodass wir einige Fragen bei ihm klären konnten. Die Wassershow war der absolute Hammer. Ich hatte durchgängig Gänsehaut und musste aufpassen, dass mir nicht der Mund aufklappt. Es hat super ausgereift gewirkt und keine Ahnung wie, aber sie haben es geschafft einen 3D Effekt reinzukriegen. War echt großartig. Michi war sehr zufrieden, also somit das Ziel erreicht! 🙂

Chinatown

Am nächsten Tag wollten wir eigentlich schon weiter reisen. Da wir aber bis dato noch keine Zeit hatten irgendwas zu planen, entschieden wir uns einen Tag zu verlängern und morgens die kostenlose Chinatown Tour mit zu machen und Nachmittags zu planen, bei einem Singapur-Kaffee (Kaffee mit Kondensmilch und mit oder ohne Zucker). Die Tour durch Chinatown war auch super informativ. Beispielsweise wohnen 80 % der Bevölkerung in Hochhäusern in Wohnungen. Wohnraum ist knapp und deshalb sehr teuer. In Chinatown fangen die Wohnungen bei einem Kaufpreis von einer halben Million Singapur-Dollar an. Direkt im Zentrum kosten sie rund eine Million. Die Regierung hat einen Topf für jeden eingerichtet, das heißt 20 % vom Gehalt fließen in diesen persönlichen Topf, der dann für Bildung, Gesundheit oder eben eine Wohnung genutzt werden kann. Jedoch muss für die Wohnung auch noch vorliegen, dass man verheiratet ist, oder über 35 Jahre. Aber eigentlich gibt es im Grunde kein Eigentum, auch wenn die Wohnung gekauft wurde, die Regierung hat dabei immer noch mitzureden. Auch fanden wir sehr interessant, dass chinesische Frauen eine große Rolle beim Aufbau von Singapur gespielt haben und zwar wirklich direkt im Häuserbau. Das hat uns sehr an die Trümmerfrauen in Deutschland erinnert. Da kann man einfach nur Hochachtung haben!

Weiterreise

Wir versuchten dann nach langem hin und her überlegen, wie wir nach Kuala Lumpur kommen wollen, einen Flug über Opodo zu buchen. Da direkt wieder das Geld auf die Kreditkarte zurück kam und wir keine Buchungsbestätigung per Mail bekamen und es nicht möglich war bei der Airline jemanden telefonisch zu erreichen, sind wir am nächsten Morgen zum Flughafen aufgebrochen ohne zu wissen was da jetzt auf uns zu kommt. Am Schalter der Airline angekommen, erklärte uns die Frau, dass wir nicht eingebucht waren. Somit stand für uns fest, wir buchen in Zukunft direkt nur noch über die Airline. Na gut, dann wollten wir eben so ein Ticket für den nächsten Flug. Sie meinte, das sei möglich, jedoch bräuchten wir davor einen Nachweis, wann und wie wir wieder aus Malaysia ausreisen werden. Und wir hätten nur noch eine halbe Stunde Zeit. Also besprachen wir uns und schauten online nach Preisen, wir wussten ja schon, wann wir in Bangkok sein wollen und hatten auch bereits ein Hotelzimmer reserviert. Da es eh die gleiche Airline gewesen wäre, wollten wir über die Frau am Schalter buchen. Als diese uns allerdings die gleiche Zahl nur mit der Singapurwährung nannte und wir das selbe in Malaysischen Ringit online gesehen hatten, buchten wir dann doch lieber selbst. Zum Verständnis: das wäre ungefähr dreimal so viel gewesen. Sie kam immer mehr in Stress und buchte uns dann doch schon mal für den Flug nach Kuala Lumpur ein, da bald der Check In zumachen sollte. Als das dann endlich alles fertig war, sind wir zum Check In und von da zur Sicherheitskontrolle gerannt. Nein, wir haben den Flieger noch bekommen. Wir saßen sogar alle schon fix und fertig im Flieger und wegen was auch immer hoben wir dann erst mit einer Verspätung von 45 Minuten ab.

Zurück in Neuseeland Teil 2

Thomas kommt uns besuchen

Die Freude war natürlich riesengroß! Nach knapp 30 Stunden Flug ist er endlich angekommen. Wir waren soooo gespannt ihm endlich Neuseeland zu zeigen. Aber als erstes brachten wir ihn zu seinem Hotel. Danach gingen wir mit ihm was Essen und entließen ihn danach wieder ins Hotel, damit er seinen Jetleg ausschlafen konnte. Am nächsten Morgen holten wir ihn wieder ab und gingen frühstücken. Um 15 Uhr sollte sein Mietauto bereitstehen, welches wir danach abholen fuhren. Japp, oder eher Mietautole? Es war ein Hiundai Getz, ein Miniauto! Ich hatte ja immer noch gehofft, dass er vielleicht doch noch nen Kombi bekommt, oder zumindest so groß, dass er mit ner Luftmatratze irgendwie hinten drin schlafen kann. Keine Chance. Okay, ab zum Warehouse einkaufen. Nachdem wir also Zelt, Luftmatraze, Pumpe und Schlafsack gekauft hatten, holten wir noch ein paar Lebensmittel und dann ging es los ins Campingvergnügen! Wir fuhren auf einen relativ nahen kostenlosen Campingplatz um im Zweifelsfall doch noch in die Stadt zu können um irgendwas einzukaufen, wenn was fehlen sollte.

Am nächsten Morgen sagte er das er echt super geschlafen hat und wir atmeten auf. Thomas hatte vorher noch nie gezeltet, daher war das echt Premiere. Also konnte es losgehen!!! Wohooo Südinsel, wir kommen!

Okains Bay

Wir hatten uns mit Nina und Chris in der Okains Bay im Bankspeninsula verabredet. Wir dachten wir genießen die Tage dort etwas, bevor wir Silvester dann alle gemeinsam in Christchurch verbringen wollten. Doch als wir in der Okainsbay ankamen, war der Campingplatz ausgebucht. Dummerweise war wie so oft in etwas abgelegenen Plätzen kein Handyempfang da, sodass wir uns nicht mit ihnen absprechen konnten. Verdammt, was nun?

Ich fragte die Dame von der Rezeption ob sie überhaupt heute neue Leute bekommen hat, die nicht vorher reserviert hatten, da wir uns eigentlich mit Freunden hier verabredet haben. Sie fragte wie sie heißen und tatsächlich, die zwei waren auf dem Platz. Darauf meinte sie, okay wenn eure Freunde hier sind frag ich mal den Chef, vielleicht dürft ihr ausnahmsweise bleiben. Sie verschwand kurz, und kam dann wieder zurück. Sie sagte, dass wir bleiben können, wir sie aber selber finden müssen, da der Platz keine feste Platznummern hat sondern jeder sich selber sein Plätzchen suchen kann. Jippiee! Dankbar checkten wir ein und begaben uns auf die Suche. Wir fanden sie dann irgendwann, allerdings war nur Nina im Auto, ihr gings gesundheitlich nicht so gut. Chris sei Angeln! Okay, dann mal los. Wir packten unser Angelzeug und gingen auf die Suche nach Chris. Wir fanden ihn dann relativ schnell auf einer Klippe stehen. Wir versuchten unser Glück aber irgendwie wollte da nix beißen. Auf einmal schwamm ein seltener Hektordelfin vorbei. Krass, was Thomas doch für ein Glück hatte. Kaum angekommen und schon sieht er einen Delphin. Und dann noch so einen seltenen. Wir haben dafür fast ein Jahr gebraucht. Sein Glück verließ ihn nicht, er angelte nämlich auch seinen ersten Fisch. Es war zwar ein kleiner, aber hey, Fisch ist Fisch 😀

Chris hatte etwas mehr Glück und auf einmal hat er 6 Stück oben gehabt. Zwar auch nur kleinere aber dennoch groß genug um sie zu essen.

Somit hat Thomas auch seinen ersten wirklich frischen Fisch gegessen.

Leider ging es Janina wirklich nicht gut und sie hatte die Vermutung, das sie sich eine Mandelentzündung eingefangen hat. Daher wollte sie am nächsten Tag lieber nach Christchurch zum Arzt. Und wir? Uns gefiel es da sehr gut. Wir fragten einfach nach ob wir verlängern können. Und wir durften. Also blieben wir bis zum Silverstertag dort. Es war einfach toll da. Eine wunderschöne Bucht. Der Campingplatz war voll mit lauter Kiwifamilien, die dort Ferien machten. Keine Deutschen Teenies. Und dennoch im Wald. Irgendwie fühlten wir uns wie auf einem dieser Campingplätze in den amerikanischen Filmen. Irgendwie einfach toll!

Silverster in Christchurch

Jaaaa, Silvester. Wir haben uns gefragt wie und vor allem wo wir Silvester verbringen wollen. Zum einen ist es unser Jahrestag, ja wir sind schon über 5 Jahre zusammen, zum anderen wollten wir ja mit Thomas feiern. Wir schauten was überall abging und stellten fest, soooo viel ist das ja garnicht, vorallem auf der Südinsel wars ziemlich Mau. Christchurch, Wanaka oder Queenstown das Rythm and Alps Festival. Nun ja, Festival hatten wir keine Lust. Also zogen wir Wanaka in Erwägung. Hätte auch fast geklappt, doch dann meldeten sich Janina und Christian, sie wollen Silvester auch mit uns verbringen. Also kurzum, Christchurch war mit einer großen öffentlichen Party unser Ziel. Wir buchten einen Campingplatz in der City und schlugen dort unser Lager auf. Dieser war dezent 1 Stunde Fußmarsch entfernt von dem Partygelände im Hagleypark. Wir glühten vor und liefen kurz vor 11 los. Naja wie das so ist und so, man muss ja noch mal auf Toilette und so, kamen wir dann gerade so um 0 Uhr dort am Park an. Wir waren noch nicht ganz am Gelände da ging das Feuerwerk los. Joah und nach echten 3 Minuten wars auch schon wieder vorbei. Wir dachten echt das ist ein Scherz. Also da war Nicaragua zu Weihnachten größeres Feuerwerk als dort. Unglaublich. Wir gingen zur Bühne wo eine Liveband Rockmusik spielte. Na wenigstens bissl Party machen können wir, dachten wir. Eine halbe Stunde später spielte die Band ihr letztes Lied und die Securitymitarbeiter begannen, die Menschen vom Geländer zu schmeißen. Wir dachten echt wir sind im falschen Film. Das Alkohol auf dem Gelände verboten war muss ich wohl nicht erwähnen, oder?

Okay, Chris und Nina machten sich auf den Heimweg, da Nina sich tatsächlich ne Mandelentzündung eingefangen hatte und wir folgten der Menschenmassen um noch irgendwo in nem Pub einen zu trinken. Also liefen wir dann einer Gruppe hinterher. Julia fragte wohin sie gehen, ob sie in nen Pub gehen. Da sagte ein sehr junges Mädchen, sie gehen auf eine Hausparty, wir können mitkommen, aber wir müssten Alkohol und Drogen mitbringen. Wir schauten sie mit großen Augen an und lehnten ab. So läuft das hier also. Wir liefen weiter und nach ca. ner halben Stunde entdeckten wir ein Pub der noch auf hatte. Also nichts wie rein. Allerdings wurde es uns nach ner Stunde auch langweilig, da man dort nur trinken konnte, nicht tanzen oder so. Wir traten wieder den Heimweg an. Nun ja, Silvester haben wir uns definitiv anders vorgestellt.

Das große Reisen mit Thomas

Nachdem wir den ersten Tag des neuen Jahres nur gegammelt und uns erholt haben ging es am zweiten Tag los. Unser erstes Ziel: Oamaru Pinguine anschauen!

Und Thomas hatte wieder richtig Glück. Nicht nur, dass er das Glück hatte, das einige Pinguine wirklich nur einen Meter an ihm vorbei gelaufen sind, nein er hatte einen Pinguin im Grunde direkt neben seinem Zelt. Thomas konnte sicher gut schlafen.

Am nächsten Tag schauten wir uns das Steampunkmuseum an und fuhren anschließend Richtung Queenstown. Übernachtet haben wir wieder auf dem Campingplatz beim Lake Pukaki. Nur diesmal sahen wir ihn, den Mt. Cook. Wir hatten echt Superglück mit dem Wetter und da dieser Campingplatz in einem „Dark-Sky-Reserve“ liegt, also ein Gebiet was besonders dunkel ist Nachts und man in solchen relativ seltenen Gebieten weltweit einen besonders tollen Sternenhimmel hat, hatte Thomas einen tollen Blick auf die Milchstraße und viele Sternschnuppen.

Queenstown

Queenstown ist wohl die bekannteste Stadt Neuseelands. Ihr eilt der Ruf voraus das du hier alles machen kannst. Und all dein Geld hierlassen kannst. Japp das trifft zu. Allein der Campingplatz war schon fast doppelt so teuer wie sonst so. Und Privatsphäre ist nicht, dort war man zusammengepfercht wie auf einem normalen Autoparkplatz, wobei wir einen ganz außen hatten und somit wirklich einen relativ großen Platz hatten.

Wir haben uns überlegt was wir hier machen wollten. Da wir ja alle so mit Höhe sind, kam natürlich Bungee springen, Skydiving oder sowas nicht in Frage. Skydiving, also ein Fallschirmsprung aus 5 km Höhe, kam spätestens dann nicht mehr in Frage, nachdem der Pilot, der mit David in Australien einen Sprung gemacht hat, genau als wir in Bali waren bei einem Sprung ums Leben kam.

Wir entschieden uns fürs Jetboat fahren. Das hat auch echt mega Spaß gemacht, ich wurde dezent nass! Und dann haben wir noch die Skyline-Luge gemacht, eine Art Sommerrodelbahn mit so schwerkraftbetriebenen Gokarts. Das war sooooo lustig. Wir haben gleich 5 Runden gemacht! Dann wäre noch als großer Burger-Fan erwähnenswert, dass es in Queenstown den Fergburger gibt. Der Fergburger ist in ganz Neuseeland bekannt und sicher auch darüber hinaus. Er soll absolut toll schmecken. Der Kumpel von unserem Ex-Vermieter Peter ist sogar extra mit seinem kleinen Flugzeug von Blenheim nach Queenstown geflogen, um sich den Burger zu holen.

Na gut, schauen wir uns mal den Laden an, entschieden wir. Doch als wir an den Laden kamen, trauten wir unseren Augen nicht. Vor dem Laden war ungelogen eine mindestens 30 Meter lange Schlange. Alle wollten einen Fergburger. Am Arsch dachten wir uns, wir stellen uns doch keine Stunde oder so für so nen Burger an. Aber es war total spannend zuzusehen wie extrem das Restaurant gehypt wurde. Da war ein Koreaner, der machte gerade Videotelefonie und zeigte vorallem Menschen, die gerade in den Burger bissen. Wir entschieden uns dagegen und gingen anderweitig Abendessen und was trinken. Als wir dann um 2 Uhr Morgens zufällig dran vorbei kamen, standen nur noch 5 Leute an. Ich witterte meine Chance und wir stellten uns an. Ich bestellte den Fergburger mit doppelt Fleisch und Brie.

Also ich muss echt sagen, ich liebe Burger. Nicht den Fastfood-McDonaldsdreck, sondern wirklich handwerklich gemachte Hamburger, in allen Variationen. Am Besten sind natürlich meine selbstgemachten Laugenbrötchenburger mit gegrillter Zuchini 😀

Okay, genug davon, ich wollte einfach wissen ob der Burger so gut ist oder ob es einfach nur ein Hype ist wie es mit soooooo vielen anderen Dingen. Und ich muss sagen…

Der Fergburger war eeeeendgeil!!!

Tatäschlich war das kein Hype, er ist einfach geil.

Definitiv einer der besten Burger die ich je gegessen habe.

Milford Sounds

Nach Queenstown fuhren wir Richtung Milford Sounds. Der letzte große Ort davor war Te Anau. Julia hatte noch in Queenstown eine Kayak und Cruise Tour gebucht. Also 2 Stunden lang Kayakfahren und dann noch n bissl auf so nem Ausflugsschiff rumschippern. Leider war das Wetter in den Sounds sehr wolkenverhangen und nebelig, sodass wir nicht die volle Pracht genießen konnten. Das tat dem Kayak fahren aber dennoch nichts. Es hat ungemein Spaß gemacht in dieser Landschaft auf dem Fjord rumzupaddeln. Gegen Ende fing es an zu regnen. Hat noch mehr Spaß gemacht. Nachdem wir dann mit dem Kayak fahren fertig waren zogen wir uns trockene Klamotten an und weiter gings zum Schiff. Das Wetter klarte auch etwas auf sodass wir während der Tour viel sehen konnten.

Als wir zurück in Te Anau waren wollten wir noch einen Scenic Flight buchen, also einen Flug mit einem kleinen Flugzeug über das Fjordland. Leider waren die Tage danach auch wolkiges Wetter, sodass es nicht möglich war. Stattdessen entschieden wir uns eine Hubschrauberwanderung auf einem Gletscher zu machen.

Helikopter-Hike auf dem Tasmanglacier

Wir hatten praktisch 2 Tage Zeit um von dort unten wieder ziemlich in die Mitte des Landes zu fahren. Dummerweise stellte ich bei einer kurzen Toilettenpause fest, dass die vorderen Reifen unseres Auto schon so abgefahren waren, dass es wirklich gefährlich war weiter zu fahren. Zum Glück war direkt gegenüber eine Werkstatt, der die Reifen bestellen konnte und für den nächsten Tag gegen Mittag die Reifen montieren konnte. Gesagt, getan, bestellt, Campingplatz gesucht, nächsten Mittag hin, montiert und weiter gings. Mit einem kurzen Zwischenstopp in Queenstown zum Fergburger essen (hat auch nur ne halbe Stunde gedauert) sind wir weiter bis zum Mt. Cook Village gefahren.

Am nächsten morgen wachten wir auf und wir fragten uns ob der Hike überhaupt stattfinden würde, da es doch recht nebelig und bewölkt war. Wir fuhren zum Treffpunkt und dort erklärte man uns, dass das nur ganz lose Wolken sind, die sich gleich mit der Sonne richtig auflösen. Na hoffentlich dachten wir.

Als es dann los ging waren die Wolken leider noch nicht alle weg, allerdings flog der Hubschrauber eh nicht höher.

Jaaaaa, wir sind das erste mal Hubschrauber geflogen. Man war das geil!!! Julia hatte sogar den Ehrenplatz direkt neben dem Piloten vorne. Es war ein unglaubliches Gefühl (Hab schon auf Ebay geschaut, was die so gebraucht kosten :-p). Nach einem leider viel zu kurzen Flug landeten wir auf dem Gletscher direkt auf dem Eis. Wir stiegen wie vorgeben aus und warteten bis der Heli weggeflogen war. Anschließend bekamen wir solche Eisspikes an die Schuhe gebunden, das wir festen Halt hatten. Und dann ging es auch schon los. Es war total spannend. Immer wieder hörte man Eislawinen, die halt irgendwo abbrachen und runterkamen. Allerdings waren die fast nie zu sehen, da die noch weiter oben waren und dort die Wolken leider alles verdeckten. Wir stapften über das Eis und er erklärte uns einige Dinge darüber. Unter anderem, dass dies der größte Gletscher in Neuseeland ist und nur bei diesem Eishöhlen möglich waren. Und in so eine gingen wir. War total spannend zu sehen. Nach mehr als zwei Stunden auf dem Eis wurden wir von dem Heli wieder abgeholt und flogen wieder zurück zum Flughafen. Defintiv eins unserer Highlights in Neuseeland!

Ab an die Westcoast!

Noch am selben Tag fuhren wir wieder zurück Richtung Queenstown. Diesmal kein Zwischenstopp, wir bogen vorher nach Wanaka ab. Dort übernachteten wir und fuhren anschließend über den Pass nach Haast, wo wir die Westcoast hochfahren wollten. Als wir in Haast ankamen, wunderten wir uns wirklich, wie klein das Dorf war. Wir dachten das ist ne richtige Stadt, aber dem war nicht so. Wir aßen irgendwo was und suchten dann ne Tankstelle auf. Uff war die teuer. Also n bisschen hatte ich noch im Tank, lass uns weiter fahren, sagte ich. Da wird sicher noch eine kommen. Und wir fuhren weiter. Scheinbar hatte ich das Schild „last petrol next 80km“ nicht gesehn, sonst wäre ich wohl umgedreht. Jedenfalls fuhren wir und fuhren und irgendwie kam da nix mehr. Das Navi zeigte die nächste Tankstelle in 80 km an, da war ich aber schon 40km von der anderen Tankstelle gefahren. Das ich schon auf Reserve fuhr brauch ich sicher nicht zu erwähnen oder? Nun ja mein Arsch ging ganz schön auf Grundeis. Mit spritsparenden 70 km/h und dem letzten Tropfen Benzin schaffte ich es gerade so ins Foxvillage, wo ich endlich für 5 Cent günstiger tanken konnte! Es gibt Dinge, die lohnen sich einfach nicht!

Weiter gings nach Hokitika

Camping der unheimlichen Art

Ich hatte ein recht günstigen Campingplatz ausgesucht und zu diesem fuhren wir auch. Dort angekommen stellten wir fest, dass es eher wie ein Hotel oder so war. Ein riesiges Gebäude mit unterschiedlichen Zimmern. Es gab eine kleine Küche, ein Esszimmer, noch ein Esszimmer, ein Aufenthaltszimmer, noch mehr Aufenthaltszimmer, Toiletten, Duschen, etc…aber alles eingerichtet im Stil der 60ger Jahren. Alles war sauber soweit, aber da lagen dann irgendwelche Puppen rum und so zur Zierde alles so überhaupt, irgendwie schon gruselig. Vorallem als es dann langsam dunkel wurde… Ein deutsches Pärchen recherchierte und fand heraus, dass das mal ein Nervenheilanstalt war. Sogar eine Gummizelle gab es hier, die wir allerdings nicht fanden. Naja die Nacht war soweit ok, halt bissl gruselig. Auf Fotos haben wir verzichtet, ihr wisst ja, nicht das dann darauf doch noch irgend ein Geist zu sehen ist 😉

Weiter ging es über den Coastal Highway, vorbei an den Pancakerocks zum Mokihinuiriver, wo wir damals so viele Kahawais rausgeholt haben. Wir versuchten unser Glück mit Thomas wieder, allerdings wollte das nicht so klappen. Ich hatte wohl einen noch größeren an der Angel, der so stark war, dass die Schnur riss und Thomas angelte einen kleinen Aal, den wir wieder in die Freiheit entließen. Am folgenden Tag hatten wir auch kein Glück, so entschieden wir am nächsten Tag nach Nelson/Motueka zu fahren, da starker Regen für ganz Neuseeland vorhergesagt war.

Wir fuhren zu unserem Lieblingsplatz dort, doch der war wegen Überschwemmung geschlossen. Der zweite den wir ansteuerten war voll, und musste sowieso gerade evakuiert werden, weil er auch drohte zu überschwemmen. Der 3te war voll. Da Thomas sowieso im Auto schlafen wollte und kein Zelt bei dem Wetter aufbauen wollte (wer kanns ihm verübeln) entschieden wir uns für erprobtes Wildcampen: Einfach irgendwo in der Nähe einer Toilette am Straßenrand schlafen und hoffen, dass man kein Strafzettel fürs Wildcampen bekommt. Es klappte auch super, kein Ticket, soweit ruhig und gut geschlafen, läuft. Also deckten wir uns noch mit 2 Laib deutschem Brot beim deutschen Bäcker ein und füllten unsere Vorräte für die Marlborough Sounds in Nelson auf. Und dann gings endlich in unsere Lieblingsbay!!!

Elainebay 3

Endlich ging es wieder zurück in unsere Lieblingsbay in die Marlborough Sounds. Wir wissen nicht warum, aber dieser Ort hat es uns persönlich einfach angetan. Diese Stille, das klare Wasser, irgendwie magisch. Jedenfalls freuten wir uns sehr diesen Ort mit Thomas zu teilen.

Wir angelten wieder und hatten diesmal nicht so viel Glück. Nur eine kleine Gelbaugenmeeräsche. War aber dennoch lecker. Am ersten Abend gingen wir zur Dämmerung zum Steg hinunter um das Leuchtplankton anzuschauen. Man konnte schon was erkennen, als wir plötzlich ein leises Plätschern vernahmen. Wir fragten uns was das sei, es klang als würde etwas auf uns zu geschwommen kommen. Wir schalteten unsere Kopflampen ein und starten aufs Wasser. Völlig perplex erblickten wir einen Blauen Pinguin, der auf den Steg zugeschwommen kam, dann drunter durch schwamm und anschließend Richtung Ufer schwamm und verschwand. Damit haben wir nicht gerechnet. Wir wussten zwar das es die überall hier in Neuseeland geben kann, aber das war schon etwas weiter von den üblichen Orten entfernt. Wie süß.

Nun wollten wir aber das Leuchtplankton demonstrieren und wurden echt belohnt. Soooo hell haben wir das Plankton noch nie gesehn. Unglaublich! Da waren Muscheln an den Pfeilern des Stegs und das Wasser darum leuchtete wie in der Disco! Absolut toll.

Am nächsten Tag liehen Julia und Ich ein Kayak aus um in dem Sound zu paddeln. Thomas wollte lieber ein wenig wandern.

Als wir gegen Abend noch mal raus fuhren waren wir dauernd von Stachelrochen umzingelt, die im seichten Wasser rumschwammen. Als wir einen gaaanz nah filmen wollten, übersahen wir einen ziemlich großen. Ich wunderte mich nur was da plötzlich für ein komischer Stock da aus dem Wasser rausguggt, der war doch eben noch nicht da. Als ich es begriff sind wir schleunigst und vorsichtig wieder weg gefahren. Schon ein komisches Gefühl von nem riesigen Stachelrochen bedroht zu werden.

Als es dann wieder so weit war „Goodbye“ zu sagen hat sich das richtig komisch angefühlt. Julia sagte, das sie sowas noch nie für einen Ort an dem sie nur ein paar Tage verbracht hat empfunden hat. Jedenfalls werden wir ihn nicht vergessen.

Blenheim

Weiter gings über den Scenic Drive durch die Marlborough Sounds. Wir entschieden uns am Rarangi Beach nieder zu lassen für die 2 Tage, an denen wir uns vorgenommen haben Tina zu treffen, eine Weinprobe zu machen, Thomas unseren ehemaligen Arbeitsplatz zu zeigen und natürlich ihm unser ehemaliges Heim inkl. Ex-Vermieter zu zeigen.

Nur um das mit Peter unserem Ex-Vermieter abzuschließen, auf die Frage ob er noch mit Cindy zusammen sei, sagte er, sie seien nur befreundet und das sei nix ernstes. Fragt sich nur ob Cindy das auch so sieht…

Pacific Coast Highway

Von Blenheim fuhren wir nun den Pacific Coast Highway in Richtung Kaikoura. Dieser Highway war die ganze Zeit über ein Jahr gesperrt wegen den ganzen Schäden des Erbebens im November 2016. Im Dezember 2017 haben sie endlich den Highway wieder eröffnet. Vielleicht erinnert ihr euch, wir sind diesen schon zum Teil bis nach Clarence gefahren, doch diesmal war von den ganzen Schäden bis nach Clarence nichts mehr zu sehn. Die Bauarbeiter haben echt ganze Arbeit geleistet. Als wir dann aber immer näher Richtung Kaikoura kamen sah man wirklich was die geschafft haben. Überall Baustelle.

Delfinschwimmen in Kaikoura

Als wir das nette Pärchen aus Fitschi fragten, was für sie ihr Highlight in Neuseeland war, sagten sie ohne zu zögern, das Delfinschwimmen in Kaikoura.

Auch wenn man das Definschwimmen in anderen Teilen Neuseelands machen kann wollten wir es auf jeden Fall in Kaikoura machen. Warum? Ganz einfach, dadurch dass sie durch das Erdbeben zunächst komplett von der Außenwelt abgeschnitten waren und der Tourismus in der Stadt fast ein Jahr komplett eingebrochen war, haben wir entschlossen unser Geld denen zu geben, die es nötig haben.

Kaikoura wurde durch das Erdbeben ganz schlimm getroffen. Touristen etc. mussten damals ausgeflogen werden, weil alles zerstört war. Der komplette Meeresboden dort ist ca. 2 Meter nach oben gekommen. Hügel sind verschwunden, neue sind plötzlich da gewesen. Tina meinte bei unserem letzten Treffen, dass man es an der Küste sehen kann was für ein Unterschied es ist. All die Felsen, die vor der Küste nun im Wasser zu sehen sind, die gab es nicht vorher. Die waren Unterwasser. Und davon sahen wir Hunderte!!! Und ein Geruch, schwer zu beschreiben, aber auch der kam mit dem Erbeben. Warum? Das haben wir uns auch gefragt, leider haben wir nur Vermutungen…

Okay, aber nun zum Delfinschwimmen. Wir hatten schon 2 Wochen im Voraus (Rest war ausgebucht) für Julia und Mich das Delfinschwimmen gebucht, Thomas wollte lieber nur vom Boot zuschauen. Ihm war das mit dem schnorcheln im offenen Meer nicht ganz geheuer. Wer kanns ihm verdenken, schließlich waren Tiefen von 300-1400 Meter unter uns. Wir fuhren morgens dort hin und bekamen unsere Ausrüstung, sprich kompletter Neoprenanzug, Flossen, Tauchmaske und Schnorchel. Danach wurde ein Film gezeigt. In dem wurde nochmal drauf hin gewiesen, dass die Tiere wild sind und sie nicht angefüttert werden oder dressiert sind und das es eben sein kann, dass sie einfach kein Bock haben zu spielen. Des weiteren wurde darauf hingewiesen, das die Tiere nicht angefasst werden dürfen und das die kompletten Einnahmen komplett in die Erhaltung des Nationalparks in Kaikoura geht. Also ne ganz tolle Sache.

Danach wurden wir in Busse gesteckt die uns zum Hafen brachten. Dort gings dann aufs Boot und los gings. Wir fuhren keine 5 Minuten da kamen schon die ersten Delfine auf uns zu geschwommen und sprangen an der Heckwelle des Bootes um die Wette…zu dritt…absolut synchron… der Hammer. Wir dachten nur, hey warum halten wir nicht an, hier sind doch Delfine. Aber das waren wohl nicht genug. Nach etwa 20 Minuten Fahrt hieß es dann, wir sollen uns fertig zum reingehen machen. Also machten wir uns fertig, zogen alles an, Masken auf. Dann schauten wir hinter uns und trauten unseren Augen kaum. Hinter uns war eine Gruppe von über 300 Delfinen. Das Signal ertönte und wir durften ins Wasser. Sie haben uns vorher gesagt wie wir uns verhalten sollen um auf uns aufmerksam zu machen, damit sie angeschwommen kommen. Und dies taten wir auch. Wir schwimmen los und versuchten laute Geräusche und Schreie

durch den Schnorchel zu machen. Und dann kamen sie.

Auf einmal waren sie neben einem, manche nicht mal einen Meter entfernt. Das war echt ein unglaublicher Moment diese schönen und intelligenten Wesen von so nah zu betrachten. Und weg waren sie wieder.

Das Signal ertönte und wir gingen wieder an Board. Das ganze ging 5 Mal so, wobei uns die Crew immer mehr ermutigte noch lauter zu sein und noch Aktiver, damit man noch attraktiver wird für den Delfin. Gesagt, getan, nur wisst ihr was? Es ist verdammt anstrengend!!! Wenn ein Delfin bei dir ist sollte man sich um seine eigene Achse drehen, oder im Kreis drehen, untertauchen und so weiter… das war so anstrengend. Und laute Töne machen… Leute, ich hab mich gefühlt wie ein Walross. Die Töne die aus meinem Schnorchel kamen waren laut Julia verdächtig ähnlich!

Leider ging auch die Zeit vorbei und wir gingen das letzte Mal an Board um dann noch einige Fotos von den Delfinen vom Boot aus machen zu können. Insgesamt sahen wir 3 verschiedene Delfinarten. Den gewöhnlichen Delfin, den Hektordelfin und den Dusky Delfin, der mit seinen Akrobatischen Kunststücke nicht zu übersehen war. Als wir dann wieder zurück fuhren hatten wir alle ein Glitzern in den Augen. Es war sooooooo schön!

Noch am selben Tag fuhren wir weiter in Richtung Christchurch, wo Thomas seine letzte Campingnacht verbrachte, in der es übrigens kräftig Gewitterte, was irgendwie in Neuseeland super selten ist.

Abschied von Thomas

Am nächsten Tag fuhren wir nach Christchurch, wo er ins Hotel eincheckte, anschließend brachten wir sein Auto weg. Den letzten Abend verbrachten wir erst auf dem Nachtmarkt in Christchurch, wo wir leckere Delikatessen aus aller Welt probieren konnten und danach auf ein letztes Bier in ein Pub. Wir ließen die Zeit Revue passieren und dankten ihm für sein Kommen.

Am nächsten Tag brachten wir ihn zum Flughafen. Der Abschied war verständlicher Weise echt schwer.

Es war eine richtig super Zeit mit Thomas und wir haben so viele schöne Momente mit ihm gehabt und konnten mit ihm gemeinsam Neuseeland weiter entdecken und ihm den Zauber unserer liebsten Orte zeigen. Er war unser absoluter Superhero, da er sich auf so ein Abenteuer eingelassen hat: so viele Stunden Flug und dann einen Monat im Zelt schlafen, auf Campingplätzen sein, die zum Teil nur ein Plumpsklo haben und das in seinem sauer verdienten Urlaub. Aber Camping ist einfach eine der besten Möglichkeiten die Schönheit von Neuseeland zu entdecken. Danke Thomas, dass du uns besucht hast und all diese tollen Eindrücke mit uns geteilt hast! War eine super Zeit!!!

Autoverkauf

Die letzten 11 Tage hatten wir uns in eine AirBnb Unterkunft eingemietet. Es war ein komplettes Studioappartment komplett für uns allein. Und sogar günstiger als der Campingplatz in der Stadt. Wir wollten in Ruhe alles aus dem Auto räumen und packen sodass wir das Auto tiptop fertig für den Verkauf machen konnten.

Ich glaube das war mit Abstand die blödeste Zeit die wir in Neuseeland hatten. Wir warteten Tagelang wie in Trance darauf, dass sich ein Interessent meldet und sich das Auto anschauen will. Denn der eigentliche Automarkt, ein Markt wo man sich mit dem Auto hinstellt und die Interessenten vorbei kommen und sich die Autos anschauen, den gab es garnicht mehr. Dummerweise haben wir das auch erst rausgefunden, als wir schon alles von Christchurch gebucht hatten. Somit waren wir gezwungen das Auto verglichen mit Auckland zum Schleuderpreis anzubieten.

Ums kurz zu machen, nach 8 richtig blöden Tagen haben wir das Auto endlich verkauft. Es war ein älteres deutsches Pärchen, keiner von den Teenies die wir eher vermutet haben.

Ansonsten verbrachten wir die paar letzten Tage damit, uns Mental auf den Abschied vorzubereiten, aber auch die Vorfreude zu haben wieder ein neues Land entdecken zu können. Und dann war es auch schon so weit. Am 7 Februar 2018 ging es weiter. Der Abschied fiel uns sehr schwer. Aber wir sind uns ziemlich sicher, das war nicht das letzte mal Neuseeland!!!

Wir flogen über die Südinsel und konnten noch von oben auf denn Tasmanglacier schauen, den, auf den wir mit dem Heli geflogen sind, sahen die Westküste langsam schwinden…in Richtung des nächsten Ziels: Singapur!

Zurück in Neuseeland

Sorry Leute für die lange Zeit, in der Ihr nicht mehr von uns gehört habt. Allerdings sind wir ja wieder unterwegs und das Internet nicht immer das Beste. Daher haben wir einige Bilder schon hochgeladen, der Rest kommt bei besserer Verbindung!

Nach Bali wurden wir wieder von unserer ehemaligen Arbeitskollegin Tina am Flughafen in Blenheim abgeholt. Sie war ganz interessiert unsere Stories zu hören und wollte gerne noch etwas trinken gehen. Da wir jedoch zuerst unseren Campervan abholen wollten (zur Erinnerung wir konnten ihn in der Garage von unserer vorigen WG parken), baten wir sie uns dorthin zu fahren. Wir hatten unserem Vermieter bereits einen Tag zuvor Bescheid gesagt, wann wir ankommen würden und dass er die Garage bitte aufschließen solle. Als wir ankamen war der Vermieter nicht da, aber die Garage war unverschlossen, sodass wir unser Zuhause auf vier Rädern direkt raus fahren und in Augenschein nehmen konnten. Lief alles ohne Probleme an und sah unverändert aus. Topp!!!! Kurz danach kam dann auch Peter unser EX-Vermieter.

Wir tauschten ein paar Sätze aus und verabredeten uns für morgen zum Essen.

Wir übernachteten die Nacht auf einem Campingplatz in der Nähe von Blenheim und waren nicht überrascht das wir den letzten Platz bekamen. Alles voller Deutscher Teenies, die offenbar um Blenheim herum arbeiteten und dort auf dem Platz „wohnten“. Na super dachten wir uns, aber so war es eben. Am nächsten Tag bereiteten wir uns vor wieder im Camper zu leben und gingen Abends zu Peter in das Haus, wo er uns zum Abendessen eingeladen hatte und uns auch seine neue Freundin vorstellen wollte! Japp, genau, und nein es ist nicht Megan, die Frau, mit der er Kimberly betrogen hatte sondern Cindy, Kimberlys beste Freundin. Oder zu dem Zeitpunkt irgendwie verständlicher Weise ehemalige beste Freundin.

Der Abend war wieder relativ Aufschlussreich, allerdings wollen wir da auch nicht sooo drauf eingehen. Was wir toll fanden, er hat extra für uns nach Pauas getaucht, sehen aus wie Muscheln, sind allerdings Schnecken und in anderen Teilen der Welt als „Abalone“ bekannt. Diese sind in Neuseeland eine Delikatesse und sehr teuer, und vor allem schwer zu bekommen, da sie nicht eben im normalen Supermarkt angeboten werden. Das war für uns natürlich eine große Ehre. Aus den Pauas machte er teils eine Vorspeise, teils eine Sauce zu Nudeln.Absolut lecker!!!

Was wir allerdings nicht so toll fanden war seine neue Freundin Cindy. Sie war uns halt einfach nicht so sympathisch, keine Ahnung. Auch sein Kumpel war da (der wohl auch sehr wohlhabend war) und dieser trank mit Cindy und auch Megan (japp genau, die mit der er Kimberly betrogen hatte kam später auch noch dazu) mal eben 3 Flaschen Gin zu einem Preis von 100$ pro Flasche, an einem Sonntag wohlgemerkt. Nun ja, letztendlich haben wir uns das Essen schmecken lassen und sind dann auch nach 2 Stunden wieder gegangen, irgendwie war das nicht unsere Welt. Gelernt hat er wohl nix der Kerl. Auch wäre unserer Meinung nach Megan die bessere Wahl gewesen…

On the Road again!

So nun aber weiter. Am nächsten Tag starteten wir wieder unseren Trip on the road um die Südinsel zu erkunden.

Unser erstes Ziel war die Titirangibay, welche wirklich auch traumhaft schön war. Wir hatten sogar die Möglichkeit, da der Campingplatz direkt auch das Weidefeld von Schafen ist, direkt dabei zu sein, wenn die Schafherde mit Hunden zusammengetrieben wird. Es war sehr beeindruckend, vor allem, da die Befehle an die Hunde verschiedene Pfeifgeräusche des Farmers waren. Und am nächsten morgen aufzuwachen und als erstes eine tolle Aussicht und ne Schafsherde neben dem Auto zu haben war absolut toll! Leider hatten wir in der Nacht Sturm, sodass wir entschlossen wieder weiter zu fahren. Wir entschieden uns nochmal in die Elainebay zu fahren, irgendwie hats uns diese Bucht angetan. Dort sahen wir sogar Delfine, als wir einen Wanderweg dort liefen. Einfach traumhaft. Allerdings hatten wir sogar etwas Zeitdruck und konnten da nicht so lange bleiben, da Julia den Abel Tasman Coastal Track gebucht hatte, noch vor Bali.

Bevor wir den Track machen wollten, wollten wir nochmal in Nelson einen Zwischenstopp machen, einfach um uns richtig darauf vorzubereiten und auch die letzten Dinge einzukaufen. Schließlich haben wir so etwas noch nie gemacht.

Übernachtet haben wir mitten in der Stadt, so wie viele andere Camper auch. Es war zu dieser Zeit noch geduldet auf einem großen Parkplatz zu nächtigen. Allerdings gab es drum herum einige Bars und Clubs. Wir haben ein paar Bewertungen über diesen Platz gelesen, dass es gerade am Wochenende immer wieder Zwischenfälle gab, wo Camper geweckt wurden weil besoffene Jugendliche gegen das Auto schlugen oder traten. Ich dachte darüber nach, ob wir es riskieren sollten, allerdings sah ich die Menge an Camper, die dort standen und wir entschieden uns zu bleiben,obwohl es Wochenende war. Die Wahrscheinlichkeit das die ausgerechnet uns aussuchten schien doch sehr gering. Nun ja, was soll ich sagen, hätte ich mal lieber Lotto gespielt. Es kam wie es kommen musste, um 2.30 Uhr morgens wurden wir von einen lauten Schlag geweckt. Ich schaute aus dem Fenster und sah noch nen halbstarken Typen besoffen wegrennen. Den hätte ich aber bei bestem Willen nicht mehr bekommen. Bis ich es endlich aus dem Van geschafft hätte, wäre er eh über alle Berge. Ich schaute noch ne Weile aus dem Fenster und wollte eigentlich aufs Klo, allerdings waren da noch einige Jugendlich auf dem Parkplatz, die dort rumlungerten und sich dann anfingen zu prügeln. Kurze Zeit später kam auch die Polizei und etwa ne halbe Stunde später war dann alles schon vorbei. Wir stiegen aus um aufs Klo zu gehen, allerdings ging ich ums Auto rum und schaute ob es beschädigt sei, da wo ich den Schlag vermutet habe. Gottseidank war da nichts. Also stiegen wir wieder ein und schliefen weiter. Am nächsten Morgen standen wir auf und ich lief hinten um das Auto um die Vordertür aufzuschließen. Joah, da traf mich dann auch der Schlag. Eine riesige Beule samt Stiefelabdruck war auf der Kofferraumklappe zu sehen. Ich fluchte und zeigte das Julia und wir waren absolut sauer. Aber es half nix, das Ding war nun da. Wir versuchten es nicht so schwer zu nehmen, es ist ja nur ein Auto.

Abel Tasman Coastal Track

Wir fuhren nach Marahau und packten die letzten Sachen in unsere Rucksäcke. Wie gesagt, Julia hatte den Track noch vor Bali gebucht, also besser gesagt die Hütten. Der Track ist eine Mehrtageswanderung und insgesamt etwa 60km lang, den man in 4 oder 5 Tagen läuft. Man hat die Möglichkeit auf Campingplätzen zu schlafen oder in teureren Hütten. Camping ist nur im Zelt möglich, welches wir dann noch extra hätten kaufen müssen und vor allem auch mitschleppen. Genauso wie Isomatten. Da wir das nicht wollten buchten wir die Hütten.

Mit ca. 20 kg auf dem Rücken starteten wir los. Eingepackt hatten wir neben ein paar Wechselklamotten Schlafsack, Gaskocher, Ersatzkartusche, ein kleinen Topf, 8 Packungen Uncle Bens Reis, 2 Packungen gewürzten Couscous, Pumpernickel (den hat uns eine gute Freundin aus Deutschland geschickt) und Schmelzkäsescheiben. Gestellt wurden ein Kamin, Feuerholz, normale Toilette, Trinkwasser, Matratzen.

Nun ja wir wussten wirklich nicht was uns erwartet und waren sehr gespannt auf alles. Julia hatte 4 Hütten gebucht so hatten wir im Durchschnitt ca. 12 km pro Tag zu laufen. Mit den 20 kg auf dem Rücken. Berg hoch. Berg runter. Teilweise am Strand entlang. Leute, ich kann euch sagen, es war ne tolle Sache. Na klar war das anstrengend, aber es hat sich gelohnt. Die Natur, die traumhaften Strände, das Meer, die Tierwelt und auch eben die mentale Seite einer solchen Wanderung haben es zu einem ganz besonderen Erlebnis gemacht.

Als wir Abends in der ersten Hütte ankamen, waren wir sehr überrascht wie groß die Hütte sei. Es waren 5 oder 6 Mehrbettzimmer mit jeweils 5 Stockbetten enthalten und ein großer Raum mit Kamin. Auf einer Seite des Raumes waren Spülen und Platz zum kochen, auf der anderen Seite Stühle und Tische.

Wir suchten uns ein Zimmer, jeder ein Bett und zogen uns ein paar gemütliche Klamotten an bevor wir in denn großen Raum zum Abendessen kochen gingen. Ich muss noch mal zum Verständnis klar stellen, mit Gaskocher meine ich einen Kofferkocher mit einer Kochstelle. Ein riesiges und auch schweres Ding. Wir kochten unser Essen…es gab Reis! Dann schaute ich zu einem Pärchen rüber, die auch kochten. Sie sagte gerade was zu ihrem Freund und zeigte auf uns! Ich habe nicht gehört was sie sagte, aber ich dachte das es was in die Richtung, schau mal die haben das schwere Ding da mitgeschleppt, sein konnte. Okay, die waren erstmal unten durch dachte ich. Es waren… wen wunderts, Deutsche! Wir setzten uns also an einen Tisch, wo nur zwei andere saßen. Wir unterhielten uns während dem Essen mit beiden, die eine Deutsch wie sich raus stellte, die andere Schweizerin, beide allerdings schon Richtung 40 schätzen wir. Die Deutsche hat sich mit nem Wassertaxi an die Zweite Hütte fahren lassen und ist von dort in die anderer Richtung unterwegs. Also mit nur dieser einen Übernachtung. Die Schweizerin, nennen wir sie mal Andrea, war ne lustige Gesprächspartnerin. Erst in der ersten Hütte fanden wir heraus, dass viele nur einen Teil des Tracks laufen und eben nicht alle Tage. Andrea aber lief den ganzen. In unsere Richtung. Cool, also wussten wir wen wir in der nächsten Hütte wiedersehen würden. Am nächsten Tag ging es weiter. Als wir am Abend in der Hütte ankamen saß Andrea schon am Tisch und unterhielt sich mit einem anderen jungen Deutschen Pärchen. Wir bezogen unsere Betten, die diesmal alle in insgesamt 2 Räumen aufgeteilt waren. 14 Betten in einem Raum, 7 Matratzen nebeneinander in einer Reihe. Das wird interessant heute Nacht dachte ich, hoffentlich haben die sich alle Ohrenstöpsel mitgebracht, die werden sonst nicht neben mir schlafen können. Wir setzten uns zu Andrea an den Tisch und schwätzten mit den Deutschsprachigen. Nach einer Weile kam auch das andere Deutsche Pärchen von gestern in den Raum, somit wussten wir also, das sie wahrscheinlich auch den gleichen Weg hatten.

Im Laufe des Abends kamen wir mit dem Pärchen ins Gespräch.

Janina und Christian waren wie gesagt in unserem Alter. Und im Laufe der Gespräche wurden sie immer sympathischer. Chris angelt auch, selbst in Deutschland, mag alles was mit Licht zu tun hat und Nina war auch gleich auf Julias Wellenlänge. Also kurzum, es war so nett mit den Zweien, dass wir am nächsten Tag von der Lodge 2 Stunden zusammen bis zur nächsten Hütte gelaufen sind und uns unterhalten haben. Lodge fragt ihr euch? Japp, so haben wir auch geschaut. Tatsächlich erfuhren wir, dass es auf dem Weg eine Lodge gibt, bei der man eben auch essen kann. Nach 6 Mal Reis in Folge war die Aussicht auf einen leckeren Burger natürlich sehr anspornend, auch wenn ein kleiner Umweg dafür in Kauf genommen werden musste.

Am nächsten Tag hatten wir den größten Marsch vor uns. Der Weg war mit 6 Stunden laufen angegeben, allerdings mussten wir erst warten, bis Ebbe war, da der Weg direkt nach der Hütte durch einen Wasserarm ging, der eben nur frühstens 1 Stunde vor Ebbe und 1,5 Stunden danach zu überqueren ging. Also hieß es erstmal warten, da es frühstens um 12 losgehen konnte. War schon sehr interessant, jeder hat ein anderes Tempo drauf, und jeder ging immer los wann er wollte, nun war es anders. Als es langsam auf die 12 Uhr zuging wurden die Leute ungeduldig. Irgendwann ging ein Junges Mädel los, offensichtlich hatte sie Zeitdruck. Die Wassertaxis fuhren von einer 2 Stunden entfernten Bucht. Jedenfalls wollte sie nicht länger warten und lief ne halbe Stunde vorher los. Das Resultat daraus war, das sie wirklich bis zur Hüfte im Wasser stand. Wir entschieden uns dann doch lieber noch etwas zu warten. Den langen Weg gingen wir komplett mit Nina und Chris was echt toll war, so konnten wir uns gegenseitig kennenlernen und die Zeit verging wie im Flug. Nach einem wirklich anstrengenden Marsch kamen wir in der letzten Hütte an. Und die war wirklich toll! Gebaut in 1896 war es eigentlich ein Wohnhaus einer Farmersfamilie gewesen. Es war wirklich total urig und gemütlich. Sie war deutlich kleiner als die anderen, mit weniger Betten. Das lag daran, dass viele eben nur einen Teil des Walks laufen und meistens eher die ersten Hütten mitmachen. Jedenfalls haben wir deutschsprachigen alle in einem Zimmer geschlafen. Und wir haben alle absolut toll geschlafen. Am nächsten Tag mussten wir wieder 3 Stunden zurück laufen, da die Wassertaxis nur bis dahin gefahren sind und uns dort abgeholt haben. Andrea musste in die andere Richtung, da sie ein Busshuttle gebucht hatte. Also waren wir nur noch wir 4. Wir verabredeten uns für die nächste Nacht auf einen Campingplatz mit heißer Dusche zu gehen und gut zu Essen und natürlich auch zu trinken.

Dann wurden wir abgeholt und fuhren mit dem Wassertaxi zum Parkplatz, wo unser Auto (leider immernoch mit Beule) stand. Dort gönnten wir uns erstmal einen Kaffee im angrenzenden Cafe.

Für uns war dieser Walk eine ganz tolle Erfahrung. Die Landschaft war wunderschön mit Goldenen Stränden und Natur pur! Während wir in Blenheim auf dem Weinfeld gearbeitet haben, haben wir das Hörbuch „Ich bin dann mal Weg“ von Hape Kerkeling gehört. Das Buch ist im Grunde eine Erzählung seiner Erfahrungen, die er gemacht hat während er den Jakobsweg gelaufen ist. Wirklich empfehlenswert. Jedenfalls haben wir einige Passagen in dem Walk wiedererkannt… Probleme, tolle Dinge… etc. Ich war sehr froh, dass Julia mich dazu überredet hat.

Motueka

Wir verstanden uns so gut mit Janina und Christian, das wir nach der ersten Nacht noch zwei weitere Nächte auf einem anderen Campingplatz verbrachten und Tagsüber versuchten zu angeln. Leider hatten wir keinen Erfolg. Julia und Ich blieben noch zwei Tage in Motueka und versuchten unser Glück während die anderen zwei weiterfuhren. Jedenfalls trafen wir uns nach den 2 Tagen noch mal um nen lustigen Abend zu haben. Wir beschlossen Weihnachten zusammen in Christchurch zu feiern. Und dann fuhren wir los.

Wir entdecken die Südinsel

Von Motueka/Nelson fuhren Julia und ich dann durchs Landesinnere an die Nördliche Westküste. Wir machten einen Stopp auf einen Campingplatz in Mokihinui um es mit dem Angeln nochmal zu probieren. Und tatsächlich war es der Erfolgreichste Fang unserer Neuseelandreise. Julia fing ganze 3 Kahawais, ich einen, alle ca. 2 kg schwer und ca. 65 cm groß. Zwei weitere sind uns leider von der Angel abgesprungen und einer war schon aus dem Wasser, ist dann aber an Land vom Haken gehüpft und hat sich ins Wasser gezappelt, leider hab ich ihn nicht mehr bekommen. Egal, 8 kg Fisch, läuft. Zwei davon hab ich filetiert, die zwei anderen Tiefgefroren und später Suppe daraus gemacht. War echt klasse!

Dann schauten wir uns in Karamea Kalksteinbögen an.

Wir nahmen natürlich noch andere Sehenswürdigkeiten an der Westküste mit wie zum Beispiel die Pancake-Rocks, Felsformationen, die aussahen, als wären es verschiedene Platten die aufeinander gestapelt worden sind, wie ein Pfannkuchenstapel eben oder sonstige Aussichtspunkte und fuhren auf dem berühmten Westcoasthighway, der auch ausgezeichnet wurde als einer der schönsten der Welt. Dann fuhren wir von Greymouth über den Arthurs Pass nach Christchurch. Der Arthurs Pass war in sofern gut, da man dort Kea´s, Alpine Papageien sehen konnte wenn man Glück hat. Die Keas sind sehr vom aussterben bedroht und es gibt nur noch ca. 2000 Stück. Wir gingen ins Visitorcenter um zu fragen welchen Track wir nach oben maschieren müssen mit der größtmöglichen Chance Keas zu sehen. Grinsend meinte der Mitarbeiter das wir dazu eigentlich nur zum Restaurantcafé des Dorfes 200 Meter vom Visitorcenter entfernt gehen müssen, die werden meistens durch die Speisen der Gäste angelockt und hoffen darauf, dass sie einen Happen erhaschen können. Okay, mit solch einer Antwort haben wir nicht gerechnet, allerdings ist das mittlerweile leider Realität. Also gingen wir dort hin und sahen auch direkt zwei Keas die „Kaffee tranken“ (Video davon in unserem Youtubekanal).

Wir entschieden uns weiter zu fahren.

Nach einem kurzen Vorräte-wieder-auffüllen-Zwischenstop in Christchurch steuerten wir unser nächstes Ziel an.

Oamaru

Wir haben von verschiedenen Quellen gehört, das man besonders in Oamaru den kleinsten Pinguin der Welt, den Little Blue Penguin sehen kann. Und abgesehen von den Pinguinen ist Oamaru die Hauptstadt des Steampunks. Für die, die nicht wissen was das ist, googlet einfach mal danach, so wirklich erklären kann ichs auch nicht. Zurück zu den Pinguinen. Wir hörten, dass es einen Campingplatz direkt an Hafen gibt, auf dem sogar welche unter der Küche wohnen sollten. Also nix wie hin. Tatsächlich war ein kleiner Pinguin unter der Treppe der Küche und wartete auf seine Eltern. Die Pinguine kommen in der Abenddämmerung ans Land um die Beute an die Kleinen zu verfüttern. Also war es klar, einfach warten bis wir sie sehen.

Als es dann Abend wurde war der Campingplatz wie ausgestorben. Alle waren vor dem Campingplatz an der Wasserkante des Hafens um Pinguine zu entdecken. Und je dunkler es wurde, umso mehr kamen auch aus dem Wasser. Es war total toll zuzusehen wie die kleinen Geschöpfe tollpatschig dastanden, sich putzten und dann anschließend los watschelten um zu ihrem Kind zu kommen, die schon sehnsüchtig schrien.

Wir waren relativ lange da um das Geschehen zu beobachten, was wirklich toll war. In unseren Augen ein persönliches Highlight unserer Reise in Neuseeland.

Dunedin

Nach Oamaru ging es weiter nach Dunedin. Diese Stadt liegt direkt am Otago Peninsula wo wir als erwähnenswertes Highlight einen Zwischenstopp an einem Albatros Center machten um Albatrosse anzuschauen. Allerdings kostete dieses Center enorm viel Eintritt, weshalb wir entschieden sie aus der Ferne zu beobachten. Leider war das dann wiederum so weit, dass man nichts sehen konnte. Aber ein paar Meter weiter war eine kleine Beobachtungshütte, wo man den vom aussterben bedrohten Yellow-Eyed-Penguin, dem Gelbaugenpinguin beobachten kann, falls gerade einer zufällig an Land kommt. Wir hatten Glück! In dem Moment, in dem wir gerade da waren, kam einer aus dem Wasser gewatschelt, putzte sich, und watschelte zu seinem Kind. Echt ein tolles Erlebnis!

Die nächsten Tage fuhren wir weiter in den Süden. Wir schauten uns den Nuggetpoint mit seinen tollen Klippen an und schauten uns die McLean-Falls im Catlins Forrest an bevor wir weiter nach Invercargill/Bluff fuhren. Dort regnete es die ganzen Tage und wir kamen endlich dazu unseren Blog etwas abzudaten.

Dann ging es weiter ins Landesinnere. Wir machten Halt in Alexandra und Clyde und machten eine Fahrradtour auf dem dort berühmten Railtrail, ein Fahrradweg auf einer alten Bahnstrecke. Da ich schon immer mal E-Bike ausprobieren wollte, war das auch ne tolle Gelegenheit. Es hat määääächtig Spaß gemacht. Auch Julia, die sich für ein normales Bike entschieden hatte, hatte viel Spaß. Die Landschaft war total abgefahren, total was anderes was wir an der Küste gewohnt waren. Total staubig, trocken, felsig. Und heiß hatten wir es. War eine tolle Tour!

Was ich an Alexandra so toll fand war die Uhr, die im Berg ist ähnlich wie dieser Hollywoodschriftzug in Hollywood. Nur die Leute in Alexandra waren smarter, die hatten wenigstens noch den Nutzen die Uhrzeit zu sehen!

Lake Pukaki

Weiter ging es über Omarama und Twizel zum Lake Pukaki, von welchem man eine tolle Aussicht auf den Mt. Cook hatte. Leider war das Wetter etwas wolkig und dort, wo der Mt. Cook eigentlich ist, war er nicht zu sehen, da eine dicke Wolkenwand davor war. Lustigerweise wussten wir das allerdings nicht. Daher hielten wir irgendeinen andern Berg der n bissl mit Schnee bedeckt war für den Mt. Cook.

Aber dennoch war das einer der schönsten kostenlosen Campingplätzen, die wir gesehen haben.

Weiter ging es über Lake Takepo und Timaru Richtung Christchurch, da wir uns mit Nina und Chris verabredet haben, in Christchurch Weihnachten zusammen zu feiern. In Timaru haben wir uns abends nochmal Pinguine angeschaut, dort fanden wir toll, dass da einer war mit ner Warnweste, der geguggt hat, dass man den Pinguinen nicht zu nah kommt und vor allem ohne Blitz fotografiert wird, was man sämtlichen Chinesen erklären musste.

Weihnachten bei den Raikaia Huts

Wir entschieden uns Weihnachten auf einem günstigen Campingplatz am Meer zu verbringen. Ich wählte den Platz bewusst aus, da ich hoffte mit Chris dort angeln gehen zu können. Auch hörten wir, dass gerade Lachssaison ist und es möglich ist, dort eben Lachse zu fangen. Dafür hätte ich eine Tageslizenz kaufen müssen, aber das wäre natürlich nicht das Problem. Problem war viel eher, dass uns die Locals davon abrieten, da man unbedingt ne Schwimmweste tragen muss dort, da das Meer dort sehr unberechenbar sei und einen wirklich verschlingen kann, da genau dort eine Kante unter Wasser ist und man aus dem Sog sonst nicht mehr raus kommt wenn einen einmal eine Welle erfasst hat. Auch vom baden im Meer wurde uns abgeraten. Na toll dachten wir uns, so n selbst gefangener Lachs wäre schon ein geiles Highlight gewesen zu Weihnachten.

Direkt an Heilig Abend verbrachten wir den Tag mit essen quatschen und trinken. Mittags unternahmen wir einen Spaziergang am Steinstrand und hatten tatsächlich unser Weihnachtswunder. Als wir am Strand saßen und die Sonne genossen (es war nicht so war an dem Tag, da waren die Sonnenstrahlen zum aufwärmen klasse), schwamm direkt vor unseren Augen ein Schwarm der sehr seltenen und kleinsten ihrer Art vorbei: Hektordelfine!!! Wie genial war das denn eigentlich. Wir haben überhaupt nicht damit gerechnet und sie waren so nah am Strand! 🙂

Wir verstanden uns sehr gut mit dem Hausmeister dort und der schenkte uns ein paar Lachsfilets, die er gefangen und geräuchert hatte.

Somit gab es am Heiligabend Rinderbraten, dazu machte ich Kartoffelklöße und Sauce. Den Lachs gabs am ersten Weihnachtstag, und dazu gabs die übrigen Klöße vom Tag davor, angebraten! Sau lecker! Und was gabs noch? Selbst gefangene Forelle! Irgendwie hat es Chris etwas gewurmt, dass wir nicht auf Lachs angeln konnten, so ist er eben fix an einen Flussarm vor dem Campingplatz gegangen, hat ein paar mal seine Angel reingeworfen und nach 5 Minuten hatte er ne richtig fette Forelle rausgezogen! Ein absolutes Festmahl! Am zweiten Weihnachtstag verabschiedeten wir uns und fuhren nach Christchurch zum Flughafen, um Thomas am Flughafen abzuholen, Julias Bruder.

Frohes Neues Jahr!

Hallo ihr Lieben,

 

als erstes wünschen wir euch ein Frohes, Neues Jahr! Vor lauter „Reisestress“ kamen wir gar nicht dazu, euch hier auf den neusten Stand zu bringen. Zu Weihnachten kam uns Julias Bruder Thomas besuchen und reist jetzt mit uns bis Ende Januar. Daher haben wir natürlich unser Reisetempo erhöht und haben noch weniger Zeit, was auch garnicht schlimm ist, da wir das Wetter, was hier echt schön ist, absolut genießen. Daher nehmt uns das bitte nicht übel, das ihr nicht viel von uns hört, wir genießen erstmal und melden uns wieder wenn wir schlechtes Wetter haben um euch von unseren Erlebnissen zu berichten!

Also, bis bald ihr Lieben, sweet as! 😉