Es geht schon wieder los…

Hallo zusammen, wir sitzen schon wieder im Flugzeug auf dem Weg nach Calgary, Kanada. Genau einen Monat nach unserer Ankunft in Deutschland gehts wieder weiter. Wir haben Deutschland sehr genossen und bedanken uns bei allen, die uns während dieser Zeit Asyl gewährt haben. Es war eine tolle Zeit und wir konnten nach so langer Zeit wieder Heimat tanken. 5 kg schwerer und voller Vorfreude gehts in unser nächstes Abenteuer. Wir halten euch auf dem Laufenden und holen auch bald noch unsere Berichte zu Kambodscha und Vietnam nach.
Bis bald und einen hoffentlich tollen warmen Sommer wünschen euch die
Weltenbummler


Heimatbesuch in Deutschland

Hey Leute, nur so ne kleine aber aktuelle Info: Wir sitzen gerade am Flughafen in Hanoi, Vietnam. Vor uns liegt echt n krasser Flug. Über 10 Stunden gehts über Bangkok, Thailand nach Doha, Katar. Und von dort geht es nach einem ca. 2 stündigen Aufenthalt und einem 6,5 stündigen Flug nach… Frankfurt/Main, Deutschland. Wir werden genau nach 1 Jahr, 7 Monaten, 3 Wochen und zwei Tagen wieder deutschen Boden betreten.

Krasses Ding, wir können es noch garnicht glauben. Es wirkt jetzt schon total surreal, dass wir wirklich nach Hause fliegen. Natürlich freuen wir uns schon MEGA auf alle!!!

Uffbasse… wir sind noch nicht fertig! Nach ca. 4 Wochen wollen wir nach Kanada reisen! Auch wenn ihr nun denkt, die haben sie doch net mehr alle, können wir euch beruhigen. Tatsächlich sind wir langsam echt reise-müde! Wir können einige Dinge auch garnicht mehr so aufnehmen, wie wir das eigentlich wollen. Auch wenn wir uns wieder für ein einjähriges Working Holiday Visum beworben haben, sehen wir dies aber eher als eine Investition in die Zukunft. Wir möchten einfach nur noch mal unser Englisch auf Hochglanz bringen und dort eigentlich an einem Ort für ein paar Monate bleiben um zu arbeiten und eben das Englischsprechen zu praktizieren.

Also gut Leute, die Reiseberichte über Kambodscha und Vietnam reichen wir natürlich die nächsten Tage nach!

Bis dahin, passt auf euch auf, wir sehen uns in Deutschland!!!

Thailand

Am 28.02.2018 flogen wir von Kuala Lumpur nach Bangkok, Thailand. Wir waren sehr aufgeregt und voller Vorfreude. Nach knapp eineinhalb Jahren sollten wir endlich Michis Mutter und seinen kleinen Bruder Jens wiedersehen: Sie haben sich entschlossen uns in Asien zu besuchen und mit uns für einen Monat umher zu reisen. Da Michis Mutter schon 29+ ist, haben wir uns entschlossen es nur auf Thailand zu beschränken, da es hier wohl relativ einfach ist von A nach B zu kommen. Da wir ja gerne sehr spontan sind, haben wir bis auf die ersten 4 Nächte im Hostel noch nix gebucht oder entschieden. Wir haben beiden als Hausaufgabe gegeben, dass sie sich etwas informieren sollen, was sie sehen wollen und wohin wir reisen wollen. Natürlich wollten wir sicher gehen, dass das Hostel ok ist und wir uns vor Ort einen kleinen Überblick verschaffen können, und da der Flieger eh um 6.20 Uhr landen sollte, und wir ihnen versprochen haben, sie vom Flughafen abzuholen, flogen wir einen Tag früher hin.
Nachdem wir direkt am Flughafen noch eine Handykarte für Thailand besorgt haben (Michi musste dem Verkäufer 5 mal sagen, dass wir keine Touristenkarte für teuer Geld haben möchten, sondern ne ganz normale Prepaidkarte, die im Endeffekt deutlich günstiger war als die Touristenkarte) haben wir uns bequem mit GRAB einen Fahrer ins Hostel bestellt. Das Hostel war echt ganz ok, relativ einfach aber sauber. Allerdings war es nur 5 Minuten von der Khao San Road entfernt, und relativ hellhörig. Nachdem wir etwas die Umgebung erkundet hatten und auch was zu Abend gegessen hatten, gingen wir ins Bett um die beiden am nächsten Morgen vom Flughafen abzuholen.

Mama und Jens kommen nach Thailand

Wir bestellten uns mit Uber einen Fahrer und fuhren zum Hauptflughafen Suvarnabhumi (wir sind am Vortag auf dem anderen Flughafen Don Muaeng gelandet). Wir waren grad kurz vor dem Flughafen, als wir den A380 von Thaiairways, in dem sie saßen, landen sahen. Nach ca. einer Stunde war es dann auch endlich so weit! Mit großen Rucksäcken bewaffnet kamen sie aus der Ankunftshalle. Wir konnten es garnicht glauben. Die Freude war unendlich! Nach fast eineinhalb Jahren endlich beide wieder in die Arme schließen zu können! Wir haben echt Respekt und freuten uns total, dass sie diesen langen Flug von knapp 11 Stunden auf sich genommen haben. Leider konnten beide nicht wirklich im Flugzeug schlafen, somit hieß es nun, durchhalten bis Abends. Mama war total aufgeregt. Wir verließen das Flughafengebäude um davor ein Taxi zu nehmen. Als wir raus traten meinte Mama nur: „Uh, lass uns ein Stück weiter gehen, hier bläst es total warme Luft raus!“ Wir schauten uns an und lachten los. Dann erklärten wir ihr, dass das hier das Klima ist, das es erst 8 Uhr morgens ist und die Temperatur angenehm kühl! Aber wer kann es verdenken, in Deutschland war es zu dem Zeitpunkt immernoch tiefster Winter mit Temperaturen unter dem Gefrierpunkt.

Wir fuhren zum Hostel und checkten erstmal ein. Danach hieß es für die beiden Wachbleiben. Wir stiefelten los und gingen erstmal auf der Khao San Road was essen. Anschließend gings direkt weiter einfach mal n bisschen in der Stadt rumdappen.

Bangkok und seine berühmten Betrügereien

Plötzlich sprach uns ein Thai mit relativ gutem Englisch an, wo wir herkommen und ob das unser erster Tag in Bangkok sei. Wir erzählten ihm, dass wir aus Deutschland sind und wir gestern, Mutti und Jens heute gelandet seien. Wir sagten ihm, dass wir einfach nur ein wenig die Gegend erkunden wollen. Er meinte dann, das heute ein Buddhistischer Feiertag sei und dass am Tempel große Zeremonien abgehalten werden. Tatsächlich hatte ich was von einem Feiertag gelesen. Des weiteren erzählte er uns, dass es deswegen auch von der Regierung bezahlte Tuktuks gibt (angeblich die mit Thailandfähnchen), die kostenlose Tempelbesichtigungen anbieten, und dann gibts noch die Möglichkeit eine Kleidungsfabrik zu besichtigen, wo die Mönche ihre Klamotten herstellen etc. Wir waren wirklich total geplättet von der Freundlichkeit dieses Thailänders. Wir haben von der Freundlichkeit gehört, aber so freundlich haben wir nun nicht gedacht. Er erzählte uns von den verschiedenen Tempeln und Buddastatuen, die man besichtigen kann, unter anderen den Lucky Buddha, den Belly Buddha etc. Wir waren echt interessiert und Michi packte sein Handy aus, einfach nur um Lucky Buddha zu googeln, weil er wissen wollte wie weit entfernt dieser sei. Das erstes was er las war „Scam“ (zu deutsch: Betrug, Masche)! Er überflog die Seite mit den Suchergebnissen und las Dinge wie, „Teil des Lucky Buddha Scams, die Top 10 aller Scams in Bangkok“ etc. Er sagte dann zu uns auf deutsch, dass das irgendein Betrug ist und sagte dem Thai auf Englisch, dass wir kein Interesse haben und sind weggegangen. Komischerweise tauchte dann auch so ein Tuktuk auf und fragte uns ob wir es benötigen. Wir lehnten dankend ab. Zum Glück hatten wir die Simkarte geholt und die Möglichkeit zu googeln!

Michi beschäftigte das Thema noch den ganzen Abend bis in die Nacht hinein und er las alles über die Scams. Es ist unglaublich wie gut die Maschen abgestimmt sind. Welch einen Umfang diese haben. Letzt endlich geht es darum das ihr kauft. Entweder in irgendwelchen Schneidereien oder „Juwelieren“ wo ihr eher wertloses Zeug für teuer Geld kauft. Aber falls es euch interessiert, googelt es einfach mal!

Khao San Road

Gerade zur Abendzeit wenn es dunkel wird scheint die Khao San Road richtig zu erwachen. Dann stehen viele Essenstalls an der Straße und bieten vor allem Pad Thai an oder Gegrilltes. Das Ekelhighlight sind jedoch frittierte Skorpione, Spinnen oder Larven und andere Insekten, die vor allem von Händlern mit Bauchläden den Touris angedreht wurden. Selbst ein Foto zu schießen kostet dort Geld. Wir konnten einen Touristen dabei beobachten wie er einen Skorpion aß, naja lecker sieht irgendwie anders aus. Außerdem verwandelt sich die Straße immer mehr zur Partymeile je später es wird. Da wird man an allen Ecken zur Ping Pong Shows „eingeladen“. Falls ihr euch so jetzt nichts darunter vorstellen könnt: das machen nur Frauen und sie schießen den Ping Pong Ball nicht aus dem Mund. Den Rest könnt ihr euch denken. Nein, wir haben es uns nicht angeschaut, auch wenn ich absolut den „akrobatischen“ Reiz sehe, aber es ist leider auch schnell wieder eine Scam Falle. Das bedeutet, falls man in eine Kneipe mit dieser Show geht, zahlt man ein vielfaches für ein Bier, bzw. wird man erpresst einen horrenden Preis zu bezahlen damit der Türstehen einen wieder gehen lässt und alle Haare dran lässt.

Es ist auf jeden Fall spannend von einem Café aus dem Treiben auf der Straße zuzuschauen.

Sightseeing in Bangkok

Am nächsten Tag haben wir unsere Sightseeing Tour gestartet, das heißt wir haben uns darauf verständigt was wir in den paar Tagen alles sehen wollen. Unsere Wünsche waren natürlich groß und der Plan lang, bedingt jedoch auch durch das Klima mussten wir Abstriche machen. Bei 42 Grad den ganzen Tag durch die Stadt laufen ist echt anstrengend und auch Bangkok an sich ist einfach nicht unanstrengend. Es ist super laut, viiiiiel Verkehr und deshalb viel Smog und an jeder Ecke gibt es was zu entdecken. Ich denke da werden sich die Geister auch scheiden, aber ich fand, Bangkok hatte seinen ganz eigenen Charme. Zuerst haben wir uns den Wat Pho angeschaut, das ist eine sehr große und wunderschöne Tempelanlage mit einem 46m langen liegenden Buddha. Es war sehr beeindruckend und man hätte hier Tage verbringen können. Da Michis Mama sehr auf Blumen steht, haben wir danach den Flowermarket besucht. Wir haben einige für uns fremde Blumen gesehen, aber vor allem haben uns die Blumenketten, die für die Altare hergestellt werden, beeindruckt. Diese waren so schön gemacht und in allen Farben mit verschiedenen Blumen. Wir hatten die Möglichkeit beim durchgehen ausschnittsweise zu sehen, wie schnell die Verkäufer die Ketten herstellten, super flink.

Danach sind wir einfach ein wenig am Fluss entlang gelaufen und sind dann nach Chinatown gekommen. Dort war wie an vielen Ecken in Bangkok auch ein Nachtmarkt aufgebaut in einer Straße, in der nicht nur Fußgänger unterwegs waren, sondern auch alles Motorisierte. Ihr müsst jetzt vielleicht schmunzeln, aber das ist auch echt Hochleistungssport, sich die für uns fremden Köstlichkeiten anzusehen und gleichzeitig aufzupassen nicht von nem Roller umgenietet zu werden. Wir haben uns dann für eine Nudelsuppe bei einem kleinen Foodstall entschieden und eine große Schüssel mit Stäbchen hingestellt bekommen. Michi und ich essen zwar seit wir in Asien sind regelmäßig mit Stäbchen und ich hatte sogar ein YouTube Video angeschaut, wie man sie richtig hält, aber wir haben uns wohl beide eine Variation davon angewöhnt, die jedoch funktioniert. Eine Familie, wir schätzen sie waren ursprünglich aus China, haben sich zu uns an den Tisch gesetzt und mit Schmunzeln beobachtet, wie wir mit Stäbchen essen. Da bekamen wir netterweise einen Crashkurs. Um ehrlich zu sein, meine Art davor hat besser für mich funktioniert, sodass ich für mich beschlossen habe, dass ich die Menschen lieber zum Schmunzeln bringe, als mich mit was abzumühen was nicht so funktioniert.

An unserem vorletzten Tag in Bangkok mussten wir einige Zeit investieren und recherchieren was wir als nächstes machen wollen und alles was dazu gehört (wie kommen wir dorthin, wo kommen wir unter, was gibt es für Aktivitäten). Der ganz normale Recherchewahnsinn auf Reisen. Nur das zu viert war neu für uns. Vor allem da wir ja auch keine Ahnung von Thailand hatten und wollten, dass es den beiden richtig gut gefällt.

Als wir dann endlich fest stehen hatten, dass es nach Ko Samui geht, wir dorthin fliegen und die erste Nacht fürs Hotel reserviert war, sind wir dann Mittag essen gegangen. Ich habe bereits gemerkt, dass es mir nicht so gut ging und musste dann auch früher vom Mittagessen abhauen. Blasenentzündung. Das ist echt ein Scheißdreck, sorry aber alle die das schonmal hatten werden mir zustimmen. Ich wollte nicht die komplette Gruppe dazu nötigen mit mir in der Nähe eines Klos zu verbringen, deshalb zogen die drei los und ich blieb, mit der Mission so viel Wasser zu trinken wie möglich, zurück. Die anderen haben sich dann Little India angeschaut und auch indisch gegessen. Seit Singapur sind wir groooooße Fans von indischem Essen (sowohl dort als auch in Malaysia gibt es eine große indische Community und viele Möglichkeiten das leckere Essen zu probieren;-) ).

Als die drei abends zurück kamen, ging es mir nach etlichen Litern Wasser etwas besser und Michi brachte mir auch etwas aus der Apotheke mit.

Vor unserem Abflug am nächsten Tag nach Ko Samui hatten wir noch etwas Zeit und haben den Großen Palast angeschaut. Wir hatten eine gefühlte Temperatur von 43 Grad im Schatten… Gratis-Sauna, haha. Danach wollten wir eigentlich mit GRAB zurück zum Hostel fahren, um unsere Sachen, die wir dort untergestellt hatten, zu holen. Mal wieder war natürlich genau dann, wenn wir einen festen Termin hatten und irgendwo hin mussten kein Auto aufzutreiben. So haben wir uns dann entschlossen, als es zeitlich langsam echt eng wurde, zum Hostel zu laufen. Wir waren spät dran, deshalb mussten wir uns beeilen, plus Sauna, das war dann auch die Gratis-Dusche. Glücklicherweise haben wir dann aber direkt von unserem Hostel ein GRAB-Taxi bekommen, sodass wir schlussendlich pünktlich am Flughafen ankamen. Der Flug war kurz und trotzdem gab es noch ein Mittagessen. Jaja, da kann sich so manche australische Billigairline was abschauen… hihi (siehe unser Beitrag Bali).

Ko Samui

In Ko Samui sind die Transportpreise deutlich höher als auf dem Festland, vor allem die „normalen“ Taxis verlangen utopische Preise für kurze Strecken. Um dies zu umgehen haben wir uns die Taxiapp „Navigo“ für dort heruntergeladen, die etwas humanere Preise hatte und transparenter war. Unser erster Eindruck von Ko Samui war: wow schön. Ein super neuer Flughafen. Als wir dann allerdings an dem Strand ankamen, an dem wir abstiegen, waren wir doch sehr überrascht. Der Strand, der im Vergleich zu anderen Stränden in Ko Samui, als ruhig und eher familiär angepriesen wurde, weg vom Party Trubel, war eine Hochburg für Pauschaltouristen. Naja, nicht so unser Geschmack. Vor allem waren wir völlig geplättet, dass an jeder Ecke ein Restaurant mit „Schnitzel und Pommes“ Werbung machte. Eigentlich kann man sagen, dass wir in Little Germany ankamen: deutsches Reisebüro, deutsche Tauchschule, unzählige deutsche Restaurants, … Aber unser Highlight war eine der besten Linsen mit Spätzle (schwäbisches suuuuuperleckeres Gericht) gekocht von einer alten Thai-Lady in einer 2m² Küche (mit selbstgemachten Spätzle!!!!!)! Ich weiß nicht wie oft wir in den paar Tagen in Ko Samui gesagt haben: „das glaubt uns doch kein Mensch!“ Das hat sich irgendwie unwirklich angefühlt.

Unsere Unterkunft war echt nett, sogar mit Badewanne, leider nicht direkt am Strand. Aber dafür auch nur zum Bruchteil dieser Preise und wir hatten lediglich zwei Minuten Weg über die Straße. Wir haben natürlich auch prompt einen Pauschaltouristen in unserem Hotel kennengelernt, der bereits zum 4. oder 5. Mal Urlaub in Ko Samui machte. Er gab uns ein paar Tipps, wo wir günstig essen gehen können und was er an Aktivitäten empfehlen kann. Da Roller für uns nicht in Frage kamen wäre nur der teure Transport geblieben. So beschlossen wir eine Tour zu buchen: Safari Tour. Wo wir gebucht haben? Natürlich im deutschen Reisebüro, der übrigens bei der bekannten Auswanderersendung im deutschen Fernsehen zu sehen war… haha.

Jungle-Jeep-Safari

Die Safari Tour war ein Mix aus Sightseeing und Action. Wir wurden in einen Jeep gesteckt, hinten auf der Ladefläche waren rechts und links zwei Bänke befestigt, mit Überdachung und einer Sitzbank oben über der Fahrerkabine. Wir haben extra den Teil ohne die ganzen „Tiershows“ gebucht. Sorry, das geht gar nicht, Elefantenreiten, Bilder mit Babylöwen oder so ein K***? Solange Touristen diesen Quatsch finanziell unterstützen, werden die Tiere weiterhin in dieser Hölle aus schlechter Haltung und nicht-artgerechtem Leben fest stecken. Wir haben zuerst verschieden Sachen angeschaut, wie eine spezielle Felsformation, eine sehr gut erhaltene mumifizierte Leiche von einem Mönch (jaaaa, das fanden wir auch echt krass), einen Wasserfall, einen Tempel, ein privat angelegter Märchengarten mit Steinstatuen… Das Beste der Tour, waren jedoch die Fahrten durch den Dschungel zu den einzelnen Sehenswürdigkeiten. Während Mama bereits auf den Nebenstraßen beim abholen vom Hotel anmerkte, dass es aber ganz schön ruckelt, wurden wir dann im Dschungel so richtig durchgemixt. Sobald wir von der offiziellen Straße runter waren, durften sich auch zwei oben auf die Bank über dem Fahrerhäuschen setzten. Wir lehnten dankend ab, ein französisches Pärchen jedoch nahm voller Vorfreude an. Unser Fahrer war ein echter Scherzkeks und hatte unglaublichen Spaß daran seine Gäste zum schreien zu bringen. So fuhr er dann auch generell an den herunterhängenden Palmenzweigen durch, sodass das französische Pärchen auf dem Dach so einiges zu tun hatte mit festhalten UND ausweichen. Sie sahen beim nächsten Stopp etwas geschafft aber auch sehr amüsiert aus. Es hat auch wirklich ne super Stimmung und total Spaß gemacht. Der Höhepunkt war die Wasserschlacht: Außer unserem Jeep fuhren noch andere Jeeps durch den Dschungel, meist hintereinander, an manchen freien Flächen überholten sie sich jedoch auch gegenseitig. Unser Fahrer sagte irgendwann wir sollen ihm eine Wasserflasche nach vorne reichen. Wir sahen nur, dass er kurz daran herum fummelte und auch nicht daraus trank. War irgendwie komisch. Als wir dann aber von einem anderen Jeep überholt wurden, die bereits eingeweiht waren, wurden wir während dem Überholen von den anderen Touris mit Wasser nassgespritzt. So „bewaffneten“ wir uns natürlich auch. Mama hatte vor allem ein Ziel: Die zwei älteren Männer, die hinter uns auf dem Jeep oben auf dem Dach saßen. Die waren bereits ziemlich Sonnenverbrand im Gesicht und auf dem Bauch und sahen auch eher gequält aus. Es war ein Bild das einen zum schmunzeln bringt. So wartete Mama bis das hintere Auto nah genug dran war und ließ einen Schlachtruf los und „feuerte“. Sie hatte so einen Spaß!!! Das war richtig toll und wir waren natürlich alle patschnass, was sehr angenehm war bei dem Wetter. An einem Stopp im Dschungel „pflückte“ sich einer der Guides eine große Spinne aus ihrem Nest und ließ sie auf seiner Hand sitzen. Es sind gleich alle hin gestürmt um Fotos zu machen. Während alle ihre Augen auf der Spinne hatten, machten sich andere Guides einen Spaß daraus vor allem die Mädels mit einer Stoffschlange zu erschrecken. Zum Teil schrien sie nur kurz, oder rannten weg, ein Mädel jedoch erschrak so sehr, dass sie dem Guide eine Ohrfeige gab. Das führte natürlich zu großem Gelächter der anderen Guides. Immer mehr Freiwillige fanden sich, die die Spinne auch mal über sich krabbeln lassen wollten. Michi versuchte einfach nur so unauffällig wie möglich zu sein. Er meinte, wenn die Guides gesehen hätten, dass er die Spinne mega eklig findet, wäre er sicher der nächste gewesen, den sie ärgern. Die Strategie ging auf und Michi wurde in Ruhe gelassen.

Tauchen bei Ko Tao

Außerdem sind wir seit Bali endlich mal wieder tauchen gegangen. Nach meiner nicht so tollen Erfahrung dort war es mir wichtig, dass es diesmal besser läuft. Auch Jens haben wir mit unserer Schwärmerei fürs Tauchen so angesteckt, dass er Interesse an einem Schnuppertauchen hatte. So sind wir dann dort zur deutschen Tauchschule. Wir hatten alle einen guten Eindruck und haben direkt eine Tour mit zwei mal Tauchen bei Ko Tao gebucht. Mama blieb an diesem Tag in Ko Samui. Wir hatten ihr das wichtigste auf Englisch, wie z.B. essen bestellen, nochmals erzählt, aber zur Not solle sie einfach international mit Händen und Füßen sprechen. Sie hatte überhaupt kein Problem damit und wir verließen sie beruhigt. Wir wurden super früh morgens abgeholt und mit anderen die aufgesammelt wurden zum Hafen gebracht. Dort kamen wir auf ein Katamaran, der von mehreren Tauchschulen in Ko Samui geteilt wird. Die Fahrt geht normalerweise so ca. 2 Stunden. Da jedoch leider auf unserer Fahrt einer der beiden Motoren ausfiele, kamen wir nur noch mit halber Kraft voran. Es wurde ein Ersatzboot hinter her gesendet, das jedoch auch Zeit brauchte, wir waren ja schon ein gutes Stuck gefahren. Als dieses dann endlich kam, waren wir schon fast da, naja trotzdem mussten alle umsteigen, klar sonst hätten wir zurück ja auch ewig gebraucht. So waren wir nach ca. 3 Stunden am ersten Tauchplatz. Wir hatten den Weg über bereits Zeit unsere Guides kennen zu lernen. Jens hatte einen Guide mit einer Schweizerin zusammen, beide Schnuppertauchen, und Michi und ich einen sehr jungen Schweizer Guide für den Fun Dive. Beide waren super gut drauf und uns auch direkt sympathisch. Die Atmosphäre war gut und ich habe mich in guten Händen gefühlt. Wir besprachen, dass wir in der Nähe von Jens bleiben möchten, damit wir bei seinen ersten Atemzüge unter Wasser dabei sein können. So war der Plan, dass Michi und ich mit unserem Guide schon mal abtauchen und dann dort am Grund auf die andere Gruppe warten. Da beim Schnuppertauchen zuvor noch ein paar Übungen gemacht werden, dauert dies etwas. Wir waren dann jedoch sehr überrascht als wir Jens mit dem Guide alleine kommen sahen (ohne die Schweizerin, die auch Schnuppertauchen machen wollte). Im Nachhinein an der Oberfläche erfuhren wir, dass sie Panik hatte. Ihr Mann war im Jahr zuvor durch eine Krankheit erstickt und seither sei dies ein großes Thema für sie. Sie ließ auch durchblicken eventuell mit dem Versuch des Tauchens dieses Trauma überwinden zu wollen.

So hatte aber natürlich Jens Intensivbetreuung, was jedoch überhaupt nicht notwendig war, da er sich super anstellte für seinen ersten Tauchgang. Sein Guide hatte auch eine Kamera dabei, mit der er immer wieder Fotos von uns und der Unterwasserwelt machte. Diese Fotos sind richtig toll! Ja was soll ich sagen, es war ein super toller Tag: die beiden Tauchplätze waren toll und kamen fast (aber nur fast) an Fidschi ran, die Guides waren sehr entspannt und es hat super viel Spaß gemacht, auch das zusammen mit Jens zu teilen! Gesehen haben wir übrigens viiiiele Christmas Trees (ja die heißen echt so und sehen auch genau so aus, in verschiedenen Farben), viele Nemos, Triggerfische und einen Hai, allerdings aus Beton, haha!

Ko Samui ist auch für seinen Sextourismus bekannt. Das blieb auch für uns nicht unbemerkt. Ehrlich gesagt keine Ahnung was ich darüber schreiben soll…

An einem Abend haben wir eine tolle Feuershow direkt am Strand gesehen. Die war wirklich beeindruckend und sehr professionell.

Auf dem Weg nach Ko Lanta

Als nächsten Stopp haben wir uns für Ko Lanta entschieden. Diesmal sollte es über Wasser und Land dorthin gehen. So fuhren wir zuerst mit der Fähre. An Land stiegen wir dann in einen Minivan. Wir waren eine junge Familie mit Kind, zwei junge Männer und wir. Und? Na klar, alle deutsch. So wurde dann ein wenig gequatscht. Irgendwann als wir Pause machten erzählt uns Jens, dass einer der jungen Männer ihm gesagt habe, der andere sei Max Giesinger. Wir konnten das irgendwie nicht so ganz glauben und erfuhren erst bei nachträglichen Recherchen, dass wir tatsächlich zusammen mit Max Giesinger nach Ko Lanta gefahren sind.

Ko Lanta

In Ko Lanta war unsere erste Station das Old Town. Und ohne es zu wissen, hatten wir das Glück, dass genau an diesem Tag der letzte Tag des Lanta Lanta Festivals war. Eine große Bühne war aufgebaut und unzählige Stände mit Leckereien oder Shoppingmöglichkeiten. Nachdem wir unsere Unterkunft bezogen hatten, die übrigens eine meiner persönlichen Unterkunftshighlights der Reise war, tranken wir auf der Terrasse gemeinsam Kaffee und erholten uns etwas von der langen Reise. Das Old Town besteht aus Häusern die auf Stelzen direkt im/am Meer errichtet sind. Unser Hotel war eines der Holzhäuser direkt im/am Meer. Bei Flut war das Haus über dem Wasser und man hörte das Meer vom Bett aus rauschen. Durch das ganze Holz war die ganze Atmosphäre urgemütlich. Später gingen wir dann auch noch zum Festival. Ko Lanta ist ein muslimisch geprägte Insel. Die meisten Frauen trugen Kopftuch. In einem Teil des Festivals auf der Wiese war ein Bereich aufgebaut, indem man als Besucher bestaunen und selbst ausprobieren konnte, wie Lebensmittel noch traditionell hergestellt werden. Zum Beispiel wurde in einem Steinbottich mit überdimensionalem Mörser brauner Reis klein gestampft. Es wurde uns auch direkt angeboten das auszuprobieren, was Mama sofort annahm. Wir wurden direkt von Allen beobachtet und die Menschen lachten uns so toll an. An der nächsten Station wurde ein traditionelles Dessert hergestellt, was wir beide, Mama und ich auch ausprobierten. Es war eine Halterung mit einer Kokosnusshälfte, die Löcher hatte. Darin wurde Teig gefüllt. Darunter war eine Pfanne mit dem Fett. Indem man nun die mit Teig befüllte Kokosnusshalterung vor und zurück bewegt und dabei mit einem kleinen Stock auf die Kante der Kokosnussschale klopft, sollte so eine Art Gitter entstehen. Trotz tollen Anweisungen sah unser Dessert natürlich lange nicht so toll aus wie das der geübten Frauen. Das war gar nicht so einfach. Es war wirklich so arg schön zu sehen wie die Leute um uns standen, und uns sogar filmten. Wir hatten den Eindruck, dass sie es toll fanden, dass wir alles ausprobiert haben und so interessiert waren. Außerdem haben Mama und ich auch noch eine andere Art Delikatesse gegessen: eine Sandmade. Bei den gegrillten Insekten ist Mama stehen geblieben und meinte, sie würde das mal ausprobieren. Da sie die Insekten allerdings nur in kleinen Portionen abgefüllt haben, was uns dann direkt zuviel war, fragten wir nett ob wir einen probieren dürfen. Mutti hat die eine Seite abgebissen, ich die andere gegessen. Wie es geschmeckt hat? Naja, war irgendwie von der Konsistenz wie eine Bohne oder eine sehr weiche mehlige Kartoffel. Der Geschmack hat mich auch sehr an eine Kartoffel erinnert, allerdings an eine verbrannte, denn es war eher bitter.

Nach zwei Tagen im Oldtown sind wir auf die andere Seite der Insel gezogen, da dort Strände zum baden sind, was im Old Town eher nicht der Fall ist. Zuerst waren wir für zwei Nächte am Long Beach, haben dort ein wenig geplanscht, Mama hat zum ersten Mal Schnorchel und Maske ausprobiert.

Nach zwei Tagen sind wir zum Klong Khong Beach gezogen. Da wir dort ein paar Tage bleiben wollten, kamen wir günstig in einem Hotel unter. Diese Tage waren richtig toll. Wir haben es uns richtig gut gehen lassen mit tollen Sonnenuntergängen am Strand und leckerem Essen im Friend House. Dort haben wir unglaublich leckere Shakes getrunken: Banane und Nutella, Mango und Kokosnuss, Wassermelone und Ananas. Mhhhhhh. Auch das Essen dort war toll und so unscheinbar das Ganze auch wirkte, die Familie war super nett und wir fanden es immer lecker.

Wir machten einen Schnorcheltrip nach Koh Rok. Es ist wirklich eine malerische Insel, auf der es nur erlaubt ist im Zelt eines Veranstalters zu übernachten. Dafür ist die Insel tagsüber heiß frequentiert: das heißt unzählige Boote voll besetzt mit Tagestouristen lassen eine Stimmung wie auf dem Jahrmarkt aufkommen. Auch die Schnorchelplätze waren wirklich noch sehr schön, doch auch dort waren bereits die Auswirkungen des Übertourismus in der Unterwasserwelt sichtbar. Die Anker haben bereits eine ganze Fläche der Korallen zerstört. Schade!

Auch Mutti haben wir mit ner Schwimmweste ausgestattet und mit Schnorchel und Tauchmaske. So konnte sie direkt vom Strand etwas mit Michi und Jens schnorcheln und wenigstens einen kleinen Eindruck der so schönen Unterwasserwelt genießen.

Dann kam auch bald Muttis Geburtstag und wir hatten bereits die Tage zuvor besprochen, wie wir sie überraschen wollten. So planten wir bei einem deutschen Bäcker auf der Insel einen Kuchen zu bestellen und abends mit ihr in ein nettes Restaurant am Strand zum Sonnenuntergang zu essen. So entschied sich Michi dafür, und noch aus einem weiteren Grund, den ich euch gleich weiter erkläre, einen Roller auszuleihen, um alles zu organisieren. Der andere Grund ist ein weiteres Land auf unserer Bucketlist: Kanada.

Exkursion:

Kurzer Einschub, Michi hatte die fixe Idee, dass er gerne sein Englisch noch weiter auf Hochglanz bringen würde und es für Kanada bis 35 Jahre eine Möglichkeit des Working Holiday Visas gibt UND wir immer fanden, dass die Kanadier das klarste Englisch für unsere Ohren hatten. So versuchten wir einfach mal uns zu bewerben. Gesagt getan, recherchiert und angefangen mit der Bewerbung. Die Bewerbung für ein Working Holiday Visum für Kanada ist das komplizierteste Verfahren aller Länder und ist mit vielen Teilschritten und dem einreichen verschiedener Dokumente verbunden. So ist u.a. notwendig ein polizeiliches Führungszeugnis aus Deutschland

einzureichen. Wir dachten uns, ok wir haben extra eine Generalvollmacht für unsere Brüder ausstellen lassen, da sollte es doch kein Problem sein, wenn die beiden das für uns beim Einwohnermeldeamt beantragen. Tja, Fehlanzeige. Es ging auf diesem Weg nicht, sondern wir mussten es selbst mit einem Formular vom Ausland aus beantragen und dieses Formular, bzw. unsere Unterschrift darauf von einer der möglichen öffentlichen Stellen bestätigen lassen. Die möglichen Stellen sind: Konsulat, Botschaft, Notar oder Polizeidienststelle. Da wir auf einer kleinen Insel waren kam für uns nur die Polizeidienststelle in Frage. Da Roller fahren für mich nicht grade meine Lieblingsbeschäftigung ist, besprachen wir, dass erst Michi allein mit seinen Dokumenten hin fahren soll und rausfinden, ob es von Seiten der Polizeidienstelle überhaupt möglich ist. Was Michi dort erlebt hat, soll er euch selbst erzählen:

Die Nummer mit der Thailändischen Polizei

Ja, hallo erstmal, lustige Geschichte: Ich hab also die Antragsformulare im Hotel ausdrucken lassen und sie ausgefüllt. Anschließend bin ich mit dem Roller und den Dokumenten zur Polizeistation gefahren. Dort habe ich es dem Polizeibeamten nach einer kurzen Wartezeit versucht zu erklären. Sein Englisch war mangelhaft, sodass er mich erst nicht verstand. Mit Händen und Füßen versuchte ich ihm das zu erklären und er sagte Ok, unterschrieb und gab sein Stempel, der nebenbei bemerkt in thailändischer Schrift war, auf das Dokument, ohne dass ich es unterschrieben hatte. Egal, ich unterschrieb danach vor seinen Augen und gut war. Damit war ich erledigt. Ich fragte ihn nun, ob ich meine Freundin vorbeibringen darf, um das gleiche Procedere zu machen und er verstand garnichts. Darauf hin rief er jemanden an und sprach in Thai mit dem am anderen Ende. Plötzlich gab er mir den Telefonhörer. Der Kerl am anderen Ende fragte auf Englisch, was ich denn wolle, ich solle aber langsam sprechen. Ich sagte ihm, dass ich eine Unterschrift brauche. Er fragte mich wo ich her sei. Ich sagte, dass ich aus Deutschland sei. „Gut, dann können wir ja Deutsch sprechen!“ erwiderte der Kerl am anderen Ende in einem typischen Ruhrpottdialekt. Ich dachte ich hör nicht richtig. Damit hab ich wirklich am wenigsten gerechnet. Egal, ich erklärte ihm nochmal die ganze Geschichte und er sagte es dem Beamten nochmal und gut war. Ich solle innerhalb einer Stunde zurück kommen mit meiner Freundin. Also ich zack auf den Roller, ins Hotel gedüst, den anderen die Story erzählt und Julia in einem Taxi zur Polizeistation geschickt, während ich hinter ihr mit dem Roller gefahren bin. Als wir ankamen hatte der Beamte gerade ordentlich zu tun. Ein Auto/Rollerunfall und ein Diebstahl. Und wir. Nach einer kurzen Wartezeit ließ uns der Beamte eintreten, sah mich, grinste, hielt die Hand hin um die Dokumente zu nehmen, gab seinen Otto, seinen Thaistempel und fertig waren wir.

Im Hotel angekommen wollten wir die Dokumente Faxen, was sie zwar offiziell anboten, aber dann doch wohl nicht. Um den Verlauf zu Ende zu erzählen: Ich fotografierte die Dokumente mit einer Scan-App ab und schickte sie mit einem Onlinefaxdienst zur zuständigen, deutschen Behörde. Weder die Unterschrift, geschweige denn der Stempel war auf dem Scan wirklich zu erkennen. Ich sagte nur zur Julia, ich glaube nicht, dass wir das Führungszeugnis bekommen. Aber wir versuchen es. Tatsächlich kam kurz vor unserem Abflug nach Kambodscha die Nachricht, dass wir beide unsere Führungszeugnisse bekommen haben. Damit haben wir wirklich nicht gerechnet. Vielleicht war es ein Zeichen? Nun ja, nun aber erstmal wieder zurück nach Thailand und an Julia:

Michi hat es auf jeden Fall sehr genossen mit dem Roller durch die Gegend zu düsen und sowohl den Kuchen als auch das Restaurant für Muttis Geburtstag zu organisieren. Den Kuchen haben wir nach unserem Polizeibesuch gemeinsam bestellt und dort auch direkt gleich mal wieder ein wenig Heimat genossen und gutes Brot. Das gab es dann auch zu Muttis Ehrentag: Ein richtig leckeres Frühstück mit deutschem Brot, Wurst, Käse und den leckeren Früchten (Mango, Ananas,…). Wir haben es unten im Café des Hotels gegessen, natürlich auf Nachfrage, und dann total nett auch noch direkt frisches Obst von der Familie des Hotels geschenkt bekommen. Danach ist Michi mit Jens los, um nach einem passenden Restaurant für das Abendessen zu suchen. Ich bin mit Mutti an den Strand und wir haben im Schatten gechillt und gelesen. Irgendwann kam Jens wieder, Michi war nochmal los um den Kuchen abzuholen. Mutti wusste natürlich von alldem nichts. Sollte ja eine Überraschung sein. Als Michi mit dem Kuchen und neuseeländischem Weißwein kam, den wir sehr mögen, wir die Kerze auf dem Kuchen anbrannten und anstießen, war Mutti glaube ich richtig glücklich. Der Kuchen ist toll geworden, mit individuellem Schriftzug und trotz Temperaturen über 30 Grad und Schokoladenüberzug und einer Rollerfahrt später in 1A Zustand. Michi erzählte danach auch, dass er die komplette Strecke von 20 Minuten mit dem Kuchen auf dem Schoß und den Ellenbogen den Karton stützend gefahren sei… Nach Kaffee und Wein haben Mama und ich uns direkt am Strand massieren lassen. Die zwei Männer waren in der Zeit nebenan im Pool. Mutti kam da schon nicht mehr aus dem Staunen raus und war total begeistert von dem Tag. Dabei war es ja noch gar nicht alles. Wir gingen dann zurück zum Hotel um uns zu duschen und für das Abendessen fertig zu machen. Ich hab mich total gefreut mal eine der wenigen Gelegenheiten auf der Reise zu haben um mich „chic“ zu machen (naja Backpacker haben da nur begrenzte Möglichkeiten). Ich war auch sehr gespannt auf das Restaurant, da ich es ja auch noch nicht gesehen hatte. Nach einer kurzen Tuktuk Fahrt kamen wir dann auch direkt an einem schnuckligen kleinen Holzhäuschen an mit einer offenen Terrasse und vielen süßen Details. Es war wirklich schön! Der Abend war ein gebührender Abschluss des tollen Tages und wir haben uns sehr gefreut, dass sich Mutti so sehr gefreut hat (sie hat sich unzählige Male bei uns bedankt)!

Nationalpark und Mangrovenwald

An einem der letzten Tage auf Ko Lanta wollten wir uns gerne noch den Nationalpark ansehen. Dafür heuerten wir einen Fahrer an der uns dort zu dem Eingang brachte. Von da aus erkundeten wir den Park zu Fuß. Zuerst liefen wir auf einen Hügel von dem aus wir links und rechts Wasser hatten und eine wirklich spitzen Aussicht. Es war aber auch unglaublich warm und bereits dieser zwar steile aber kurze Anstieg in der prallen Sonne war nicht so ohne. Danach liefen wir weiter in den Wald. Dort an einem Weg saßen Scharen an Affen (Makaken) links und rechts in den Bäumen und am Boden. Sie waren glücklicherweise recht unbeeindruckt von uns und dösten oder spielten einfach weiter. Dort in einem Teich sahen wir auch einen etwas größeren Waran, nicht so groß wie die Monitor Lizzarde in Malaysia, aber auch nichts, was man in Deutschland in freier Wildbahn finden würde… Danach erklommen wir einen Teil des Rundwegs. Erklommen deshalb, weil es mit Stufen bergauf ging, einen Teil des Weges, weil er insgesamt 2 bis 3 Stunden dauert und wir noch einen weiteren Programmpunkt auf unserer Liste hatten und deshalb nicht genug Zeit. Auf diesem Weg sahen wir u.a. Termitenhügel und haben auch direkt noch etwas Sport gemacht, war echt schweißtreibend.

Unser nächster Programmpunkt führte uns wieder auf die andere Seite der Insel, ganz in die Nähe des Old Towns. Dort kann man durch einen Mangrovenwald laufen. Es war total ausgestorben und außer uns war nichts los. Es war wirklich interessant die Mangroven und ihre Bewohner aus so nächster Nähe zu sehen, auch wieder inklusive Affen. In dem Wald sind richtige Fahrstraßen für die Boote der Dorfbewohner, so waren auch einige schwimmende Restaurants am Ufer. Da Ebbe war, außer uns keine Touristen und glaube auch Nebensaison, waren die Restaurants geschlossen, die Affen jedoch hat das wenig gestört und sie haben sich Bierdosen oder Müll aus den Restaurants geholt und natürlich mitgeschleppt und im Wald verteilt. Das sah man leider auch beim durch spazieren…

Ao Nang Beach

Nach Ko Lanta sind wir noch für ein paar Tage ans Festland von Krabi nach Ao Nang. Dort konnten wir mit einer Fähre hin fahren. Nach dem vergleichsweise ruhigen Ko Lanta hat uns Ao Nang umgehauen. Der Verkehr, der Tourismus, die Menschenmassen. Wir haben wieder für eine Nacht ein günstiges Hotel reserviert. Gott sei Dank nur für eine Nacht. Das war leider echt ein Griff ins Klo, und ihr wisst ja wir sind echt nicht pingelig und einiges gewöhnt, aber das war nicht toll. Super heiß, Klimaanlage funktionierte nicht wirklich, seeeehr komischer Geruch, nicht sauber, ziemlich dunkel, und die Bettlaken machten keinen frischen Eindruck. Das war dann auch der Zeitpunkt, als wir zum zweiten Mal auf unserer Weltreise unser Schlafsackinlet ausgepackt haben, da wir nicht direkt in diesem Bett schlafen wollten. Muttis und Jens´ Zimmer war glücklicherweise etwas besser. Doch für uns war klar, dass wir da nicht bleiben. So begaben wir uns direkt auf die Suche nach einer Alternative und schauten uns ein Zimmer ein paar hundert Meter weiter an. Die Zimmer waren etwas teurer, machen aber auch einen um Welten besseren Eindruck und die Besitzerin war unglaublich freundlich. So zogen wir am nächsten Tag dort ein und blieben für ein paar Tage dort.

In Ao Nang haben wir einiges erlebt. Beispielweise sind wir abends beim spazieren gehen an einer Kneipe vorbei gekommen. In der standen am Fenster (die Fenster gingen bis zum Boden), mehrere völlig nackte Touristen um einen Billardtisch. Da die anderen Besucher noch ihre Sachen an hatten, schätzen wir, dass sie wohl Stripteasebillard gespielt haben. Aber klar, es erregte natürlich großes Aufsehen, da es direkt an einer gut befahrenen Straße lag und in wenigen hundert Metern Entfernung die Muslim Street liegt. War irgendwie kurios.

Essen sind wir immer wieder in einen Foodcourt gegangen, der recht günstig war und aufgebaut wie eine lange Tafel mit verschiedenen Foodstalls dahinter. Sobald man rein lief oder sich setzte, hatte man dutzende von Karten unter der Nase und die Qual der Wahl. So aßen wir dort beispielsweise gebratenen Reis in einer halben Ananas. Hmmmmmmm!

Oder aber wir sind zur Muslim Street, da gab es abends immer einen Abschnitt an dem ein paar Stände Leckereien verkauften. Dort aßen wir auch ein super leckeres Kurkuma Hähnchen.

Außerdem haben wir einen Tagesausflug an den Ao Prah Nang Strand gemacht. Der hat wirklich eine unglaubliche Kulisse mit seinen Felsformationen. Berührungsängste darf man hier jedoch nicht haben, da so viel los ist, dass man sich fast mit dem Nachbarn das Handtuch teilt zum liegen. Trotzdem war es sehr schön, vor allem auch, da man durch den Wald in ein paar Minuten zu einem anderen Strand kommt und man auf dem Weg auch wieder Affen und weitere tolle Felsformationen bestaunen kann. Eine weitere Attraktion an dem Tag als wir da waren war eine Riesenqualle, die an den Strand geschwemmt wurde. Wir spürten beim schwimmen immer wieder das Picken und dachten uns, dass es wahrscheinlich Quallententakel seien, die von den Bootmotoren klein geschreddert sind. Diese Qualle jedoch war wirklich groß. Die Boottaxis mit denen man zu den verschiedenen Stränden kommt sind alle die traditionellen Longtail Boote und alle unglaublich laut.

Tauchen in Ao Nang

Wir wollten natürlich auch nochmal die Möglichkeit tauchen zu gehen nutzen und erkundigten uns bei einer Tauchschule am Strand. Wir waren jedoch nicht ganz überzeugt und recherchierten weiter. Dabei stießen wir auf eine deutsche Tauchschule, die allerdings nicht im Zentrum, sondern etwas außerhalb zu finden war. So machten wir uns auf den Weg, besprachen alles wichtige für einen Tauchtag bei den lokalen Tauchplätzen (alle anderen Tauchplätze wären mehrere Stunden mit dem Boot entfernt gewesen), die vor allem Makro Lebewesen wie Nudi Branch, Seegurken und auch Seepferdchen, zu bieten haben. Da die Sichtverhältnisse nicht so gut sind, sind größere Tiere einfach schlecht wahrzunehmen, außer sie kommen sehr nah. Zwei Tage später ging es dann los. Ich wollte ja unbedingt ein Seepferdchen sehen und war schon ganz aufgeregt. Jens war natürlich auch wieder mit dabei und wollte einen weiteres Schnuppertauchen machen. Jens hatte den deutschen Tauchlehrer, Michi und ich hatten einen wirklich sehr freundlichen thailändischen Guide. Diesmal jedoch trafen wir Jens bei den zwei Tauchgängen nur ein mal unter Wasser und konnten nicht zusammen mit ihm die Unterwasserzeit verbringen. Nach dem ersten Tauchgang sahen wir bereits einige interessante Dinge jedoch noch kein Seepferdchen. Dann beim zweiten Tauchgang machte unser Guide das Zeichen für Seepferdchen (was so aussieht als würde man in beiden Händen Zügel halten und reiten, sehr lustig) und zeigte darauf. Es war quietschgelb und super süß. Ich war den kompletten Abend noch so entzückt, dass ich über Seepferdchen alles mögliche las und den anderen davon erzählte, die bei meinem millionsten „och sind die toll“ nur noch schmunzeln konnten. Ein weiteres Highlight war ein schwimmendes Nudi Branch an der Steilwand. Der deutsche Tauchlehrer meinte, das habe er das letzte Mal vor zwei Jahren gesehen und ist extrem selten.

Auch eine Massage haben wir uns nochmal gegönnt, sogar die zwei Männer. Beide waren dann so begeistert, dass wir beschlossen in Bangkok nochmal zu gehen.

An einem Abend war Mutti schon müde, wir drei wollten jedoch einfach noch etwas das Nachtleben erkunden. So kamen wir in einem Pub Viertel raus, wo auf einmal 5 oder mehr Jungs um uns standen und uns alle den Flyer ihres Pubs in die Hand drückten und alle durcheinander auf uns einredeten. Die Situation war so urkomisch, dass wir nur noch lachen konnten. Wir haben die Komik direkt aufgegriffen und einem anderen, der ohne Flyer versuchte uns zu ködern den Flyer hingestreckt. Er war kurz perplex und fing dann an zu lachen. Wir entschieden uns dann für eins und haben uns einen Cocktail gegönnt. Kurze Zeit später kam ein Mann im Rollstuhl und ein Junge (ich schätze so 13/14 Jahre alt). Sie bauten in der Mitte etwas auf und bereiteten sich vor.Wir wunderten uns, was die beiden machten und warteten gespannt. Dann begann ihre Feuershow. Und Leute, ja sie hatten es echt drauf. Vor allem der Mann im Rollstuhl beeindruckte uns, da er nirgendwo an seinem Rollstuhl hängen blieb, bzw. zum Teil sich auch nur vor oder zurück bewegte und die Show einen sehr mitriss. Es sah wirklich sehr spektakulär aus und innerhalb kurzer Zeit hatten die beiden die Aufmerksamkeit aller Pubbesucher. Der Höhepunkt der Show war Seilspringen für die Zuschauer, dabei wurde das Seil an den Enden von den beiden gehalten und Freiwillige konnten einfach reinspringen. Ach so, hatte ich erwähnt, dass das Seil in Flammen stand? Einige Mutige (oder Betrunkene) haben sich gewagt. Ob es schmerzhaft war falls das Seil die Beine o.ä. berührte war nicht ersichtlich, deshalb schätzen wir, dass es einfach ein sehr spektakulär aussehendes Seilspringen für Erwachsene war… hihi.

Bangkok

Vier Tage vor Ende unseres Thailand Abenteuers sind wir von Krabi nach Bangkok geflogen. Wir haben uns für die letzten Tage über Airbnb ein komplettes Apartment gemietet. Die letzte Zeit haben wir genutzt für shopping, nicht nur Mama und Jens, sondern natürlich auch Michi und ich haben mal wieder ein wenig eingekauft. Wir hatten ja sie super Möglichkeit die neu geshoppten Sachen den beiden Rückreisenden nach Deutschland mitzugeben. So sahen wir ein paar Shoppingmalls in der Zeit, die alle wirklich sehr unterschiedlich waren. Von der Idee und dem Design hat uns Terminal 21 sehr gefallen, es war aber auch eher mittel- bis höherpreisig dort. Generell war es aufgebaut wie ein Flughafen und jede Etage war eine andere Stadt: London, Tokyo, Paris, Istanbul, San Francisco. Passend zu den Städten war die Deko der Etagen. Und das sogar bis in die Toiletten. Kein Scherz, die Toiletten waren alle mit den modernen Hightech Toiletten aus Japan ausgestattet (wo man auf verschiedenen Knöpfen eine Popodusche oder geföhnt bekommt) und dann alles drum rum der Stadt oder dem Motto angepasst. Die Londontoilette war zum Beispiel einer U-Bahn Station mit Liniennetz an den Wänden nachempfunden. Da gab es wirklich einiges zu gucken.

Außerdem waren wir auf dem größten Markt: dem Chatuchak Markt. Ich glaube wir haben noch nicht mal ein Bruchteil des ganzen Marktes gesehen, so riesig ist er.

Ein Nachtmarkt fanden wir besonders schön, vor allem von oben: der New Rot Fai Night Market. Dort in der Nähe ist ein Parkhaus, von dort aus man in einer der höheren Etagen einen kompletten Blick auf den Markt hat (siehe Galerie). Auf dem Markt haben wir auch eine Bar entdeckt die nach dem Motto Frankfurt eingerichtet war. Dort stand tatsächlich ein Ortsschild von Schmitten. Ob das mal irgendwie Beine nach Thailand bekommen hat oder einfach eine exakte Kopie hergestellt wurde, konnten wir so nicht feststellen. War auf jeden Fall lustig.

Außerdem haben wir den Plan einer Massage nochmal umgesetzt und sind an einem langen Shoppingtag zu einem Massagestudio um die Ecke, was gute Bewertungen hatte. Michi und ich hatten eine traditionelle Thai Massage. Wer das nicht kennt, das ist keine Massage mit Öl oder Creme, sondern man bekommt eine Hose und ein Shirt, was man sich anziehen muss und dann wird man auch massiert, aber es hat auch ein bisschen was von „Dehnübungen“, dabei wird an einem gezogen o.ä. Es war auf jeden Fall echt entspannend!

Nach 4 ereignisreichen Wochen zu viert kam dann auch leider der Tag des Abschieds: Mutti und Jens flogen zurück nach Deutschland und Michi und ich nach Siem Reap, Kambodscha. Wir hatten am gleichen Tag unsere Flüge gebucht, es waren lediglich ein paar Stunden dazwischen und jeweils der andere Flughafen. Zuerst mussten Mama und Jens los, sodass wir uns unten vor dem Haus bei Ankunft des Taxis verabschiedeten. Unsere Stimmung widerspiegelnd fing es dann auch direkt an zu regnen. Ja es war nicht so einfach tschüss zu sagen, jedoch war unser aller Trost, dass es diesmal nicht wieder eineinhalb Jahre dauern wird bis wir uns wieder sehen.

Liebe Mama Doris, lieber Jens, vielen herzlichen Dank, dass ihr so viele Kilometer zu uns gereist seid und euch auf ein Backpackerleben mit uns eingelassen habt!

Malaysia

Zuerst einmal nur ein Hinweis, dass wir nun alle Bilder von Neuseeland und auch Singapur und Malaysia online haben, zu finden in der Galerie 😉

Kuala Lumpur zum Ersten

Naja der Flug von Singapur war nicht lang, Gott sei dank, denn er war echt holprig. Wir waren froh als wir wieder Boden unter den Füßen hatten. In Kuala Lumpur haben wir uns dann vom Flughafen direkt aus ein Hotel gebucht. Aber diesmal nicht irgend eins. Nein, wir wollten ein wenig auf die Kacke hauen und es uns gut gehen lassen und haben ein Hotel mit riesigem Zimmer, Dachpool, Spabereich, Fitnessstudio und und und gebucht. In Deutschland wäre das für uns wohl eher nicht erschwinglich gewesen, in Kuala Lumpur war es möglich. Um ehrlich zu sein waren wir von Singapur auch richtig fertig. Trotz Touristenpass sind wir fast alles zu Fuß gegangen und waren von morgens bis spät abends unterwegs. Uns haben so die Fußsohlen geglüht… So haben wir es uns 2 Tage im Hotel gut gehen lassen und das Sightseeing auf die Tage vor unserem Flug nach Bangkok verschoben.

Cameron Highlands

Um das erst mal vorweg zu nehmen, für die unter euch, die auf dem Wissensstand sind, auf dem ich vor Malaysia auch noch war, Malaysia besteht nicht nur aus dem Teil über Singapur, sondern es gibt auch noch einen östlichen Teil, Borneo. Um ehrlich zu sein, haben wir unsere Hausaufgaben für Malaysia nicht gut gemacht und sind mehr oder weniger unwissend angereist. Der Vorteil davon ist, es ist alles offen, der Nachteil ist, es ist alles offen. Nein ich hab mich nicht verschrieben, ich versuch es zu erklären: da wir von Malaysia aus ein Weiterreise Datum hatten (Michis Familie in Thailand treffen) waren wir zeitlich nicht so flexibel und mussten uns einen sinnvollen Plan für die Zeit überlegen, um das was uns interessiert sehen zu können. Dass ich dann bei meinen Recherchen auf viele tolle Berichte von Borneo gestoßen bin, hat das Ganze nicht einfacher gemacht. Also musste eine Entscheidung her: vor Thailand bereisen wir auf jeden Fall den westlich gelegenen Teil von Malaysia. Also haben wir uns bei den Recherchen darauf konzentriert. Klar, dabei werden einem natürlich vor allem die Touristenziele ausgespuckt. Aber das generell abzuwehren macht auch keinen Sinn, denn die Orte haben ja in der Regel was besonderes, sonst würden sie Nicht-Ortsansässige nicht besuchen, oder? Also entschieden wir uns für drei sehr unterschiedliche Reiseziele: Cameron Highlands, Penang und Perhentian Islands.

Also erster Stopp Cameron Highlands. Wir buchten online einen Bus, was sehr easy geht und recht günstig ist und wollten mit Grab (privates Taxi, ähnlich wie Uber, sehr verbreitet und sehr günstig in Asien) zum Busbahnhof in Kuala Lumpur fahren. Jeder der die App kennt weiß, manchmal kann der Fahrer, wenn er in der Nähe ist, innerhalb von wenigen Minuten da sein, manchmal dauert es etwas länger. Tja an diesem morgen sind wir weder aus unseren kuschelweichen Betten im Luxushotel gekommen, noch war der Grab-Fahrer um die Ecke. Zwei Dinge die zusammen nicht so gut auf unsere Nerven gewirkt haben. Als er dann da war und wir ihm sagten, wann wir da sein müssen, versprach er sein bestes zu tun. Doch es ist immer noch Großstadt und das heißt Staaaaaauuuuuuuu! Er war so süß, dass er schon angefangen hat zu beten. Wir sind dann grad noch so pünktlich angekommen und haben nach kleineren Orientierungsschwierigkeiten (der Busbahnhof ist größer als so mancher Flughafen) endlich den Bus erreicht. Los ging die Fahrt. Wir waren schwer beeindruckt von der Größe der Sitze, der Beinfreiheit und dem Komfort! Das haben wir in Nicaragua ganz anders erlebt. Nach ca. 2 Stunden gab es einen Pinkelstopp, besser gesagt, der Busfahrer hielt einfach und stieg aus. Als alle wieder im Bus versammelt waren wunderten wir uns irgendwann warum es nicht weiter ging. Irgendwann hielt ein anderer Bus neben uns und der Fahrer signalisierte uns, dass wir den Bus tauschen müssen. Warum? Haha, das wissen wir auch nicht. Wir vermuten, dass der Bus zu alt war für die Berglandschaft der Cameron Highlands oder ein anderes technisches Problem. Naja war auch kein Ding. Mit dem neuen Bus ging es dann auch schon recht bald den ersten Berg hoch. In Serpentinen, über „Brücken“ (wenn man da einen im Tee hat landet man auf alle Fälle in dem Fluss unter der Brücke, sehr eng und keine Absicherung). Aber hey, wir fanden die Fahrt super komfortabel und sind von Nicaragua ganz anderes gewöhnt. Nach weiteren drei Stunden kamen wir dann an. Da die Unterkunft nicht weit weg vom Busbahnhof war, konnten wir hinlaufen. Wir hatten uns ein Hostel gebucht, was trotz absoluter Basic Ausstattung und gemeinsamem Badezimmer immer noch 21 Euro die Nacht gekostet hat. Und es war noch eines der günstigsten. Ja da merkt man dann halt wieder die Touristengegend. Dafür hatten wir auf dem Nachtmarkt ein sattmachendes und leckeres Abendessen für umgerechnet 1€. Was wir jedoch toll fanden war die Email der Unterkunft nach der Buchung. Sie haben sich selbst beschrieben, also was einen erwartet und was eben nicht. Das war so herzerfrischend ehrlich, dass ich für meinen Teil fand, dass sie jeden Cent verdient haben.

Wir hatten zwei Nächte vor uns aber nur einen vollen Tag, wegen der Weiterreise nach Penang. Zu sehen gibt es in den Cameron Highlands vor allem viele Plantagen mit unterschiedlichem Anbau. Ihre bekanntesten und meistangebauten Produkte sind vor allem Tee und Erdbeeren. Außerdem ist das Klima durch die Höhenlage deutlich kühler und regnerischer. Da Michi noch nie Teeplantagen gesehen hatte, ich hatte das Glück in Ruanda welche zu sehen, wollten wir auf jeden Fall eine Teeplantage anschauen. Und wir haben gelesen der Erdbeermilchshake soll seeeeehr lecker sein, also stand auch das auf unserer Liste. Jetzt hatten wir zwei Möglichkeiten: entweder wir entdecken das auf eigene Faust und riskieren durch die Weitläufigkeit der Highlands, dass wir vielleicht nicht da ankommen wo wir hin wollen. Oder wir machen ne vorgefertigte Touritour. Im Klartext, man hat die Möglichkeit zu trampen oder eine Tour zu buchen, bei der man an die Plätze gebracht wird. Tja durch unseren Zeitmangel haben wir uns für die Touritour entschieden. Ihr dürft mich nicht falsch verstehen, ich hab da nicht grundsätzlich was dagegen, ich mag es einfach nur viel lieber auf eigene Faust Neues zu entdecken und an passender Stelle durch Fragen bei den Einheimischen das Gesehene verstehen zu lernen. So hätte ich viel lieber den Daumen raus gehalten und mich überraschen lassen, wer uns da aufgabelt und was die Person zu erzählen hat. Naja aber auch wenn mir das Ganze nicht so passte und ich sicherlich auch so meine Vorurteile gegen diese Touren hab, hab ich versucht unvoreingenommen da rein zu gehen. Ob mir das gelungen ist? Hm, erster Pluspunkt: es war keine rein deutsche Tour, sondern wirklich sehr international und auch Malaysier, was dem ganzen eine gute Grundatmosphäre gab. Wir kamen auch gut in Kontakt mit einigen der Teilnehmer und da gings auch gar nicht um ein „wo kommst du her“ Unterschiedlichkeitsdenken, sondern wir haben eher geteilt was wir als Mitglieder der Gruppe gesehen und erlebt haben. Deshalb allein würde ich sagen habe ich die Tour als was positives abgespeichert. Über die Dinge, die wir gesehen haben kann man streiten. Wir haben halt in kurzer Zeit viele kleine Bröckchen hin geworfen bekommen. Was da leider immer mitschwingt ist das Müllproblem, keine/kaum Aufklärung für Abwasser und vor allem die schlimmen Zustände der Tierhaltung. Aber dazu braucht man keine Tour machen, das sieht man auch bereits beim Reisen von A nach B. Das würde Bücher füllen…

Zurück zur Tour: wir haben in kurzer Zeit doch einiges gesehen: eine Schmetterlingsfarm, eine Blumenfarm, einen lokalen Markt, eine Erdbeerplantage, eine Teeplantage und einen Buddhistischen Tempel. Ich werde nicht auf alles eingehen, nur auf die Erdbeerplantage und die Teeplantage. Die Erdbeerplantage war an sich jetzt nicht so das Highlight für uns, da wir uns dachten: kennen wir ja schon. Allerdings war es doch interessant zu sehen, dass diese Plantage nicht aussah wie ein Erdbeerfeld aus Deutschland. Möglicherweise gibt es auch Plantagen, die es ähnlich machen wie hier in Malaysia, aber wir kennen eben nur das Erdbeerfeld. Anders war, dass eine Konstruktion errichtet wurde, sodass die Erdbeeren erhöht waren, um sie bequem im stehen und laufen zu ernten. Außerdem haben die Erdbeerpflanzen keinen Kontakt zu Erde, sie sind in einem Gemisch aus Wasser und Kokosnussfasern, die den Wurzeln die nötigen Nähstoffe geben sollen.Wir haben dann dort auch einen Erdbeershake getrunken und was soll ich sagen? Er war wirklich suuuuuper lecker.

Die Teeplantage war sehr gut besucht, also zumindest dort wo die Produktion gemacht wird und man den Tee im Café probieren kann. Es war die größte Teeplantage und wird von einer schottischen Familie seit fast 100 Jahren geführt. Wer schon mal ein Teefeld gesehen hat wird mir sicher zustimmen, dass es nicht einfach nur kleine grüne Büsche sind, sondern es schon wirklich sehr schön aussieht und ähnlich wie die Reisterrassen eine Faszination und besondere Schönheit ausstrahlt. Man kann nur erahnen wie viel Arbeit dahinter steckt! Nicht erst seit unserer Arbeit in den Weinfeldern in Neuseeland, doch seither noch mehr, hab ich den höchsten Respekt vor den Menschen die auf dem Feld arbeiten!

Penang

Am nächsten Tag ging es früh morgens mit dem Bus nach Penang. Tja ich könnte jetzt eine Vielzahl an Ausreden aufzählen aber Fakt war, wir waren mal wieder zu spät… Das hieß wir sind mit unseren Rucksäcken im Stechschritt zum Bahnhof gehechtet um, nein nicht als letzte, vorletzte einzusteigen. Einer war noch später, haha. Der Bus war komplett voll und deutlich enger als der vorige, aber immer noch echt komfortabel. Ehrlich gesagt weiß ich gar nicht mehr wie lange wir gefahren sind, aber die Zeit ist auch recht schnell vergangen. In Butterworth sind wir dann auf die Fähre umgestiegen. Ja Penang ist eine Insel an der Westküste. Sie ist nicht weit vom Hauptland entfernt, sodass es auch eine Brücke gibt, aber die Fähre war die direktere Möglichkeit nach Georgetown zu kommen. Dort hatten wir einen Homestay über booking gebucht. Was wir so gar nicht richtig bedacht haben, sich dann aber sehr gut gefügt hat war, dass das Chinesische Neujahr in diese Tage unseres Penang-Aufenthalts fiel und wir bei einer chinesischen Familie zuhause waren. Wir waren zwar nicht bei irgendwelchen Familienfeiern oder Traditionen dabei, was auch sehr verständlich ist, da wir nicht zur Familie gehören, aber wir haben die Stimmung aus erster Hand mitbekommen. Alle waren total ausgelassen und fröhlich, total angeknipst, wie kleine Kinder an Weihnachten. Das war so arg schön mitzuerleben.

Das Chinesisches Neujahr ist ein nationaler Feiertag in Malaysia, eigentlich waren es sogar 2-3 Tage, an denen die meisten Geschäfte und Restaurants geschlossen waren. Vor allem die Touristengegenden blieben davon unbehelligt.

Am Silvesterabend haben wir auf dem Nachtmarkt gegessen und uns dann an die Uferpromenade gesetzt und auf das Feuerwerk gewartet. Das war dann auch deutlich imposanter als in Christchurch, aber das ist im Grunde auch nicht schwer, hihi. Und wir haben vor allem ständig gehört was uns unter dem Begriff „Chinaböller“ bekannt ist: trotzdem wir immer recht weit von den Feuerwerken entfernt waren, war es sooooo laut, dass es noch richtig in den Ohren nachgedröhnt hat. Die Menschen auf der Straße saßen zusammen und haben gequatscht, aber es war kein Saufgelage wie bei uns (Malaysia ist auch ein muslimisches Land in dem der Verkauf und der Verzehr von Alkohol für Muslime verboten ist). Aber auch die Nicht-Muslimen (Malaysia ist geprägt von einem sehr bunten Bild, vorwiegend jedoch Inder und Chinesen außer den Malayen) haben ganz entspannt und Familienorientiert gefeiert. Das war eine wirklich schöne Atmosphäre und an jeder Ecke wurde uns ein „Happy New Chinese Year“ gewünscht.

Wir sind am Neujahrsabend an einen der größten Buddhistischen Tempel Kek Lok in Penang gefahren, der extra für das Neujahrsfest mit unglaublich vielen Lichtern geschmückt wird! Es sah wunderschön aus und muss wochenlange Arbeit gewesen sein. Es hat uns sehr beeindruckt und dafür haben wir auch gern den mega Stau im Bus dorthin auf uns genommen. Es wollten eben alle dorthin, da war dann kein Weiterkommen mehr. So sind wir den Rest der Strecke irgendwann gelaufen. Da wir bereits am Vortag im Hellen den Tempel besichtigt hatten, haben wir da dann nur noch Bilder von „außen“ gemacht, also so, dass die volle Pracht der Lichter zur Geltung kommt. Der Tempel war sehr interessant zu sehen, da relativ wenig Touristen waren, die nur geschaut haben, wie wir, sondern die meisten es als Tagesausflug mit der Familie zum Besuch des Tempels und zum beten genutzt haben. Das Highlight des Tempels ist eine 30m hohe Bronzestatue, zu der man mit einem Aufzug nach oben fahren kann und auch wie eine Art Wächter über der Tempelanlage platziert wurde. Es war sehr interessant die verschiedenen buddhistischen Rituale zu sehen, ich jedoch viel zu wenig darüber weiß, um euch das jetzt näher erklären zu können.

In Penang haben wir uns auch etwas mehr die Mall-Kultur angeschaut. Ja es scheint tatsächlich eine Art von Kultur zu sein, dort war nämlich tagsüber unfassbar viel los. Klar, klimatisiert. Besser gesagt: Kühlschrank. In der Regel waren Grüppchen unterwegs, Freunde, Familie. Ich hatte weniger den Eindruck, dass es darum geht etwas bestimmtes zu besorgen oder, generell darum etwas zu kaufen, es war schon irgendwie mehr ein Ort an dem man sich aufhält und mit anderen trifft.

Von einem der Bewohner im Homestay bekamen wir die Tipps in Georgetown ins Chinesische Tee Haus zu gehen, da solle es tolle Kuchen und Torten geben. Außerdem empfehle er uns das Chew Jetty anzusehen, da ist eine Ansammlung an Häusern auf Stelzen, die direkt über dem Wasser gebaut sind. Kurz nach dem Chinesischen Neujahr fuhren wir los nach Georgetown in die Innenstadt und machten an diesem Tag Sightseeing. Angefangen in little India, was wirklich sehr klein war, ging es zu dem besagtem Teehaus. Die Auswahl an Torten und Kuchen war wirklich riesig und es war auch komplett voll. Michi aß ein Stuck Tiramisu Torte (war in Tortenform) und ich Grünen Tee Torte. Haha, ja wirklich. Grüner Tee wird in Asien in verschiedenen Formen in Süßigkeiten integriert. Es gibt auch eine Oreo Keks Sorte mit grünem Tee. Und es war echt hmmmmmmmmmmm lecker. Und mächtig. Interessant war auch die Stimmung dort. Für die Einheimischen und die Touristen war das Teehaus „the place to be“. Es wurden Fotos ohne Ende gemacht. Und auch das System im Service war hoch spannend zu beobachten. Wir haben alles einzeln von einem anderen Kellner nacheinander erhalten. Ein italienisches Pärchen gegenüber am Tisch haben die komplette Zeit nur den Kopf geschüttelt über das vermeintliche Chaos. Aber hey, wir haben alles bekommen und es hat alles funktioniert. Wir brauchten Zeit und Geduld, aber nur weil es für europäische Augen chaotisch aussehen mag, heißt das noch lange nicht, dass es auch so ist. Vielleicht waren wir auch einfach blind für dieses System.

Während wir im Teehaus waren, hörte ich laute Trommelmusik draußen. Ich schnappte mir den Fotoapparat und flitzte nach draußen (Michi blieb natürlich an unserem Platz, nicht dass noch der Eindruck aufkommen sollte, dass wir die Zeche prellen wollen). Ich wusste was die Trommelmusik bedeutet: Lion dance. Darauf hatte ich mich schon die ganze Zeit gefreut. Ich kannte es nur aus dem Fernsehen und hatte darüber gelesen und vor allem erinnerte es mich an den Disney Film Mulan. So hatte ich die große Hoffnung die Tradition zum chinesischen Neujahr direkt mitzuerleben. Dabei werden Gruppen von Geschäften angeheuert, die in ihrem Laden spielen und tanzen. Dabei kommen vor allem Trommeln und Gesang zum Einsatz und die Verkleidung der Tänzer, die aussieht wie eine Mischung aus Löwe und Drache. Die Drachen werden im Chinesischen übrigens nicht als böse angesehen, sondern mehr als etwas Gutes und Beschützendes. Ich bin dann also da hin gelaufen und konnte leider nur die Rücken der Musiker sehen. Die Tänzer waren in dem Geschäft und die Musiker standen im Halbkreis davor. Ich war natürlich nicht die einzige Schaulustige, da waren noch ein paar andere. Allerdings habe ich mich mit meinem Platz begnügt. Ich habe gesehen, wie ein paar Mädels sich an den Musikern vorbei in den Laden gequetscht haben um ein gutes Foto auf die Tänzer zu erhalten. Das war allerdings keine Option für mich, ich wollte nicht in ihrem traditionellen Ritual stören und hörte mir einfach nur die Musik an. Im Enddefekt habe ich in den paar Tagen immer wieder vom Auto aus Vorbereitungen gesehen (Kostüm anlegen bspw.) jedoch nie so, dass ich hätte ein Foto machen können oder den Tanz sah. Tja auch damit muss man leben lernen wenn man nicht um jeden Preis ein Foto macht. Vielleicht bietet sich irgendwann mal eine Gelegenheit.

Nach dem Teehaus sind wir zum Chew Jetty gegangen. Wir hatten bereits zuvor darüber gelesen und wären nicht extra dorthin gefahren, wenn wir nicht sowieso durch die Straßen geschlendert und auch dort um die Ecke gewesen wären. Dieser Eindruck hat sich auch bei unserem Besuch bestätigt. Sehr viele Touristen. In diesen Häusern wohnen Familien und haben aus ihrer Not eine Tugend gemacht und Souvenirgeschäfte eingerichtet, Angebote für Henna Tattoos gemacht, Essen und Trinken angeboten und das alles auf ihren Terrassen vor dem Haus. Schilder an den Hauswänden, die von den Bewohnern selbst gebastelt waren, wiesen darauf hin keine Fotos von ihren Häusern, vor allem drin, zu machen und nicht in ihr Haus zu gehen. Irgendwie kamen wir uns etwas komisch vor und die Schilder ließen auch darauf schließen, dass es wohl schon vorgekommen sein muss, dass Wildfremde in die Häuser gelatscht sind und Fotos gemacht haben. Echt heftig. Wir sind recht schnell wieder abgedampft.

Vor einem Buddhistischen Tempel konnten wir zufällig beobachten wie sich eine lange Schlange bildete, jedoch nicht in Richtung des Eingangs, sondern in Richtung eines kleinen Tischs, der dort aufgestellt war. Wir beobachteten das Treiben eine Zeit lang und sahen, dass den Leuten die roten Umschläge, die an Chinesisch Neujahr mit Geldinhalt verschenkt werden, ausgegeben wurden. Bei näherem hinsehen fiel uns auch auf, dass die Menschen vorwiegend sehr alt waren und arm (rein äußerlicher Eindruck). Was in den roten Umschlägen war, wissen wir natürlich nicht, aber die Menschen machten einen recht zufriedenen Eindruck, als sie ihr Geschenk abgeholt hatten und weg liefen.

Von Penang nach Kuala Besut

Von Penang sind wir dann nach drei Nächten nach Kuala Besut gefahren. Das heißt einmal von der Westküste zur Ostküste. Dort haben wir für eine Nacht übernachtet, um dann am nächsten Tag auf die Perhentian Islands, besser gesagt auf Pulau Perhentian Kecil zu fahren. Statt geplanten 7 Stunden mit dem Reisebus waren wir 11 Stunden mit dem Bus unterwegs, wovon ungefähr 45 Minuten eine Essenspause war. Ansonsten gab es nicht so viele Pausen, aber immer wieder kurze Stopps, um einzelne Leute oder Familien am Straßenrand aussteigen zu lassen. Unser Stopp war Endstation und außer uns waren auch nur noch eine Handvoll Menschen im Bus (zur Ergänzung, es war ein Doppeldecker). Das hat sich natürlich alles sehr gezogen. Dazu kam, dass auf den Straßen durch das Chinesische Neujahr mehr los war, da die meisten von ihren Familien wieder zurück an ihren Wohn- und Arbeitsort fuhren. Auf der Strecke passierten wir leider auch einen schlimmen Unfall, der für einen langen Stau auf der Landstraße sorgte. Wir wissen nicht was passiert ist, aber das eine Auto sah schon wirklich stark kaputt aus. Der Verkehr ist meiner Meinung nach auch die größte Gefahr, die sich in den bisher bereisten asiatischen Ländern bietet. Wir waren natürlich froh nach diesem Busmarathon unversehrt in Kuala Besut angekommen zu sein.

Unser Homestay war etwas außerhalb vom Stadtkern und wir wurden interessiert beobachtet, wenn wir zum naheliegenden Supermarkt oder Restaurant liefen. Mit Englisch war nicht so viel, deshalb ging mehr über draufzeigen und Händisch. Hat super funktioniert. Bei ein paar malaysischen Wörtern wussten wir ja auch schon was sie bedeuten. Hier hat uns auch wieder die Freundlichkeit der Menschen umgehauen. Eine Szene will ich kurz schildern, die mir seither immer in den Kopf kommt, wenn ich an Malaysia denke: Wir waren auf dem Weg zum Supermarkt, drei junge Frauen mit Kopftuch kamen uns auf dem Roller entgegen. Alle schauten uns an. Michi und ich lächelten sie an. Alle drei schenkten uns gleichzeitig ein strahlendes breites Lächeln. Das war so schön!

Perhentian Islands

Von Kuala Besut ging es dann am nächsten Tag auf die Perhantian Islands, besser gesagt auf die kleinere Insel zum Long Beach. Dazu fährt man auf kleinen Boten etwa eine halbe Stunde. Ich glaube wir waren deutlich schneller, da der Kapitän sehr schnell gefahren ist. Wir schlugen immer wieder hart auf die Wellen auf. Für Michis Rücken war das natürlich nicht so gesund. Naja die Fahrt war nicht gerade toll, aber noch voll im Rahmen, vor allem verglichen zu unserer Rückfahrt, aber dazu später mehr.

Auf der Insel haben wir dann erst mal eine Unterkunft gesucht. Plan war unser Gepäck an einer Tauchschule abzugeben und uns vor Ort ein Zimmer anzusehen. Allerdings war die Tauchschule überhaupt noch nicht geöffnet. Generell bot sich uns genau dieses Bild am Strand: die Hütten und Häuser, die noch standen sahen sehr mitgenommen und demoliert aus und vor allem nicht offen. Da war keiner. Wir wussten, dass wir am Anfang der Saison dort sein würden, aber dass die Saison irgendwie noch gar nicht wirklich angefangen hatte war uns so nicht bewusst. Außerdem lag am Strand richtig viel Müll herum. Bevor wir in Kuala Besut mit dem Boot los fahren konnten, mussten wir eine Konservierungsgebühr bezahlen, da die Perhentian Islands in einem Marine Nationalpark liegen. Die Gebühr für Touristen war sechs Mal höher als für die Einheimischen. Direkt am Steg wo wir die Tickets kaufen sollten lag entlang der Wasserkante nicht nur eine Hand voll Müll, sondern leider sehr viel. Außerdem war der Preis nicht lange zuvor um ein vielfaches geringer und wir wussten nichts von dieser Erhöhung. Wir fanden es sehr überraschend und komisch und fragten bei dem Ticketverkäufer nach, seit wann die Erhöhung sei. Plötzlich verstand er keine englische Formulierung mehr. Schon leicht wütend kam ich auf der Insel an und sah den Müll am Strand. Und fragte mich unweigerlich: was wird mit dieser Konservierungsgebühr eigentlich gemacht? Nachdem wir die Gebühr bezahlt hatten, bekamen wir ein Ticket auf dem nochmal stand was man nicht machen soll im Marinepark (kein Angeln, kein Müll irgendwohin werfen, keine Korallen berühren, zerstören oder mitnehmen,…) und wofür das Geld verwendet wird (Erhaltung des Parks und seiner Tierwelt, was im Detail wurde nicht weiter ausgeführt)… Hm. Irgendwie hat sich uns ein anderer Eindruck geboten. Wie wir in den folgenden Tagen herausfanden, sind wir direkt nach der Monsun Saison auf der Insel angekommen. In dieser Zeit leben lediglich ein paar Menschen auf der Insel. Der Monsun zerstört in dieser Zeit viele Gebäude (die auch mehr aus Naturmaterialien für eine Saison gebaut waren) und schwemmt sehr viel Müll aus dem Meer am Strand an. Dieser Müll wurde in den folgenden Tagen dann zumeist eingesammelt und direkt am Strand verbrannt. Auch die Regel, dass das Angeln auf den Inseln verboten ist, hat so irgendwie keinen interessiert. Wir haben einige Leute gesehen, die stolz mit ihrem Fang vom Strand gelaufen sind. Dieses ganze Bild hat mich schon seeehr wütend gemacht und sicherlich auch für ein nicht so tolles Gefühl bei der Ankunft gesorgt. Dieses Scheinkümmern um die Umwelt fand ich daneben. Was genau mit dem Geld passiert, was wirklich für die Konservierung gemacht wird und ob sich uns einfach ein falsches Bild bot, weiß ich im Enddefekt jedoch nicht. Es mag sein, dass ich mir zu Vorzeitig ein Urteil gebildet habe, es war einfach der Eindruck der sich mir bot. Aber zurück zur Zimmersuche. Da der Tauchshop geschlossen war sind wir am Strand entlanggelaufen, um was anderes zu finden. Wir wurden direkt von einem Mitarbeiter des teuersten Hotels an diesem Beach angesprochen. Auf Nachfrage wieviel ein Zimmer kosten würde, sagte er uns, er würde uns für einen Nachlass den super Preis von umgerechnet 100 € anbieten. Das war natürlich keine Option und so lehnten wir dankend ab. Er bot uns jedoch an, unsere Sachen an der Rezeption abzustellen während wir suchen. Wir hatten natürlich unsere Hausaufgaben gemacht und zuvor im Netz geschaut, bei welchen Hotels wir uns die Zimmer anschauen können. Aber ehrlich gesagt, gab es auch nicht wirklich Auswahl, haha. So sind wir zu dem ersten Hotel, dass glaube ich als einziges das ganze Jahr auf hat. Dort wollten wir uns dann erst mal das niedrigpreisigste Zimmer ansehen. Ein Raum mit Bett und geteiltem Badezimmer. Lediglich ein paar Euro. Mehr war es auch nicht wert. Wenn es nicht so gemüffelt hätte und die Kissen nicht verschimmelt gewesen wären, hätten wir das auch gemacht. Auch die nächste und übernächste Preiskategorie hatte verschimmelte Kissen. Als wir den Rezeptionisten darauf aufmerksam machten, sagte er sehr unbeteiligt, kann man wechseln. Machte auf uns den Eindruck, dass es ein bekanntes Problem sei. Na toll. So entschieden wir uns erst mal das Hotel nebenan anzusehen. Das war direkt am Hang gebaut und machte von außen einen neuen Eindruck. Wir wussten, dass die Preise für die Unterkünfte auf der Insel happig seien, so wussten wir, dass es voraussichtlich teurer wird. Das einzige was Michi und ich erwarten in unseren Unterkünften ist, dass es sauber ist. Und damit meine ich keine deutsche Sauberkeit, dass kein Krümel auf dem Boden sein darf, oder kein Fleck auf der Bettwäsche. Das haben wir eher als Standard, fast egal welche Preisklasse immer erlebt. Nein, wir meinen eher keinen Schimmel, keine größeren Hinterlassenschaften vom Vorgänger und keine tierischen Mitbewohner. Ok Gecko ist in Ordnung, wenn er nachts nicht zu laut schreit. Ich weiß, da ist die Hemmschwelle von jedem anders. Wir haben uns dann ein Zimmer dort angesehen und es war gleich um Welten besser, als die anderen im Hotel daneben. Es roch nicht unangenehm, es war alles in einem deutlich gepflegteren Zustand und die Kissen waren Schimmelfrei. Und vor allem: die Aussicht war der Hammer. So ging es ans Verhandeln. Da die meisten Zimmer durch die Nebensaison leer standen, wurde uns ein deutlich geringerer Preis als üblich angeboten. Verglichen, was wir sonst so für das Geld hatten, naja immer noch hoch. Im Vergleich zu dem Gegebene war es jedoch ein Angebot, was wir gerne Annahmen.

In Grunde galt das alles aber auch fürs Essen. Dort in unserem Hotel gabs nix wirkliches,und nebenan hatten sie nur die Hälfte der Karte verfügbar. Also gabs Gebratenen Reis, oder Nudeln. Und das ins verschiedenen Variationen. Auch wenn die Preise hier dreifach so teuer wie auf dem Festland waren, wars noch recht günstig. Auf dieser Seite der Insel hatte nur noch ein Restaurant/Resort auf, und das war das teuerste. Die Preise fürs Essen dort war locker Europäisch. Lecker, aber teuer. Erst als wir auf die andere Seite der Insel gegangen sind haben wir festgestellt, das dort wesentlich mehr los war und mehr Restaurants auf hatten. Sogar welche, die nur doppelt so teuer waren.

Geplant war eigentlich auf der Insel tauchen zu gehen. Tja, da war unser Inselfluch wieder und Michi bekam ne Erkältung. Das wars dann auch mit tauchen. So haben wir die Woche damit verbracht schwimmen zu gehen, schnorcheln, zu relaxen und vor allem hinter die Kulissen der sich wiederaufbauenden Insel zu schauen. Direkt am Steg an dem die Bote anlegen wird ein großes schickes Luxusresort gebaut. Dafür werden natürlich auch Maschinen benötigt. So konnten wir dank unserer guten Aussicht beobachten wie ein Bagger von einem Boot an den Strand fuhr. Auch die Anlieferung von Materialien sahen wir. Es war wirklich das Gefühl hinter die Kulissen zu sehen. Innerhalb der paar Tage unseres Aufenthalts konnten wir zusehen wie sich der Strand von so gut wie ausgestorben zu einem sehr wuseligen Ort entwickelte an dem an jeder Ecke etwas repariert oder neu aufgebaut wurde. So entstand in ein paar Tagen beispielsweise eine Beach Bar aus Holz.

Rein zur Ergänzung des Mülls am Meer. Ihr werdet in der Galerie Bilder von Müll der an den Strand geschwemmt wurde sehen. Dort hatten sich bereits Muscheln angesiedelt. Lasst die Bilder auf euch wirken und denkt an morgen, die nächste Generation, die nächsten hundert Jahre, an eine Zukunft… Wir fanden es sehr eindrucksvoll!

Zurück aufs Festland

Die Fahrt zurück nach Kuala Besut nach einer Woche war eine Bootsfahrt, die ich sicher nicht mehr vergessen werde in meinem Leben. Ich hoffe es zumindest, denn sonst werde ich eine Fahrt erleben, die noch schlimmer ist… Wir mussten auf die andere Seite der Insel an den Coral Beach, da die Wellen hoch waren, und sie wohl somit nicht alle per Boot einsammeln wollten. So sind wir über die Insel zum anderen Strand gelaufen. Dort wurde dann das Boot rappel voll gepackt mit ca. 15 Menschen und Gepäck (auf der Hinfahrt waren wir lediglich zu fünft) und los ging die Fahrt. Wenn man vom Ufer aufs Meer geschaut hat, sah das Meer zwar nicht spiegelglatt aus, jedoch war für unsere Augen nicht zu erahnen was uns auf dem offenen Meer erwarten würde. Durch den starken Wellengang haben wir dreimal so lange als üblich für die Strecke gebraucht. Schneller fahren war nicht möglich. Durch den Wellengang hat das kleine Boot sooooo sehr geschaukelt, dass ich immer wieder dachte: gleich kentern wir, dann liegen wir im Wasser. Ich hatte echt Angst. Einige schrien auch immer wieder auf als das Boot mal wieder hart auf eine Welle aufschlug und sich so anhörte als würden wir gleich auseinanderbrechen. Das Sahnehäubchen erlaubte sich der Kapitän, als wir ungefähr 50 Meter vor dem Anleger waren. Er stoppte und fragte jeden einzelnen nach dem Weitertransport, ob wir schon was gebucht hätten. Falls jemand nein antwortete, vermittelte er den Transport und stellte ein Ticket aus. Wir hatten bereits zuvor schon einen Transport gebucht und mussten sowieso nur ein paar Kilometer in den Homestay in dem wir ja auch schon vor der Insel waren. Wir fanden diese Situation jedoch so aufdringlich und abartig, vor allem nach so einer Fahrt, dass wir beide echt sauer waren. Während ich ihm auf Nachfrage nur mit sehr verärgertem Ton sagte, dass ich keinen Weitertransport brauche, setzte Michi noch hinzu, dass wir einfach nur an Land wollen. Seine Antwort war: dann schwimm! Und stimmte ein super dreckiges Lachen an. Boah, das war eine echt ekelhafte Situation.

Nach einer Nacht im Homestay in Kuala Besut sind wir am nächsten Morgen wieder sehr früh mit dem Bus nach Kuala Lumpur gefahren.

Kuala Lumpur die Zweite

Unser erster Stopp nach Singapur war ja in Kuala Lumpur nur kurz und wir hatten ja noch nichts gesehen. So wollten wir den zweiten Besuch dazu nutzen etwas Sightseeing zu machen und zu shoppen. Auch diesmal hatten wir eine tolle Unterkunft: ein Apartment in einem sehr schicken Hochhaus mit mehreren Pools, Sauna und Fitnessstudio über air bnb. War echt toll und gar nicht so teuer, jedoch hatten wir eigentlich nicht so viel davon, da wir die meiste Zeit unterwegs waren. Abends hüpften wir jedoch nochmal für ein paar Minuten in den Pool oder in die Sauna.

In Kuala Lumpur haben wir uns einen Tag raus gepickt um shoppen zu gehen. Da wir unsere Kleidung oft waschen müssen und nicht wie zuhause einen Schrank voll Unterschiedlichem haben, werden die Sachen stark beansprucht. So muss das ein oder andere auch mal zwischendurch ausgetauscht werden. Und wo kann man das besser als in Kuala Lumpur. Da gibt es Shopping Malls wie Sand am Meer. Und sie bieten zum Teil noch mehr als reines Shoppingvergnügen. Wir waren im Berjaya Times Square und da gibt es neben unzähligen Geschäften auch ein Freizeitpark mit Achterbahn. Das fanden wir echt abgedreht. Oder auch eine Treppe, die vom Erdgeschoss ins Untergeschoss führt: Die Treppenstufen waren weiß und teilweise mit einem schwarzen Streifen. Jedes Mal wenn man die Treppe hoch oder runter lief erklang Klavier. Beim ersten Mal habe ich mich noch gefragt, wer hier wo Klavier spielt. Bis wir entdeckten, dass es die Treppenstufen sind, die erklingen, wenn jemand hoch oder runter läuft. An der Seite der Treppenstufen waren Lichtschranken angebracht, sodass bei Bewegung ein Ton erklang. Wir sprangen wie die Kinder die Treppe hoch und runter und versuchten verschiedene Melodien zu spielen. War super lustig!

Außerdem haben wir uns die Stadt ein wenig angeschaut und die Petrona Towers. Auch dort gab es einen Park mit einer Wasser-Lichter-Show. Im Vergleich zu Singapur war dies jedoch bei weitem nicht so spektakulär. In den Petrona Towers gibt es ein Shopping Center, die Suria KLCC. Viele teure Markenläden. Nix für unseren schmalen Traveler Geldbeutel. Aber wir haben es uns zumindest mal angesehen, wie etliche andere Touristen auch. Als wir vor dem Aufzug standen wurden wir von hinten angesprochen. Als wir uns umdrehten stand da eine Gruppe indischer Männer mit Turban. Einer von ihnen fragte uns, ob er mit uns ein Foto machen dürfe. Wir, etwas perplex: „Ja, ok. Dann hat er noch schnell seine Sonnenbrille aufgesetzt und cool mit uns gepost, sich bedankt und weg waren sie auch schon wieder. Michi und ich haben uns nur angeschaut und losgelacht. War ein sehr witziges Szenario.

Batu Caves

Am letzten Tag in Kuala Lumpur haben wir die Batu Caves angeschaut. Diese liegen etwas außerhalb, sind jedoch gut mit den Öffentlichen zu erreichen. Das interessante daran ist, dass eine hinduistische Tempelstätte in einer großen Höhle errichtet wurde. Bereits am Eingang empfängt einen eine riesige goldene Statue. Während man die gefühlt eine Million Stufen zum Höhleneingang erklimmt begegnet man auch direkt einer weiteren Attraktion an diesem Ort: unzählige Affen. Die leben dort und überleben, indem sie von den Touristen alles klauen, was diese in den Händen halten und wirklich geübt aus Plastikflaschen trinken. Leider werden sie auch von den Touristen gefüttert, vor allem um sie anzulocken und einen tollen Schnappschuss zu ergattern. Da wird dann einfach das ausgepackt was man so dabei hat, wie Chips. Während das Äffchen dann gierig das Angebotene verschlingt, werden sie dann gestreichelt und für Bilder gepost. An jeder Ecke stehen Schilder, auf denen informiert wird, die Affen nicht zu füttern. Wir konnten Touristen beobachten die wirklich direkt vor diesem Schild stehend die Affen gefüttert haben. Das waren leider keine Einzelfälle, egal wo man hin geschaut hat, haben die Touris Grenzen mit den Tieren überschritten. Zum Teil festgehalten, wollten sie hoch heben, immer wieder angefasst… Ich war so wütend, und es tut mir jetzt leid so deutlich zu werden, über die grenzenlose Dämlichkeit und den Egoismus mancher Menschen. Wir haben bereits unzählige Momente auf unserer Reise erlebt wo Touristen Grenzen für tolle Fotos überschreiten. Wenn sie sich dabei selbst in Gefahr bringen ist das die eine Sache, wenn sie dabei jedoch andere Lebewesen für ein Bild so in die Enge treiben und kurzsichtig handeln dann ist das nicht ok. Wir haben auch tolle Fotos von den Affen gemacht, aber eben nur mit Zoom und Geduld und vor allem mit Respekt. Das ist ihr zuhause. Warum denken Menschen, dass sie sich im Zuhause der Tiere aufführen können wie sie wollen???? Für Fotos??? Ich war wirklich schockiert über diese Szenen die sich uns da boten.

Die Höhle war wirklich eindrucksvoll und schön und hat uns sehr gut gefallen.

Am folgenden Tag ging es dann seeeeeeeehr früh morgens zum Flughafen. Ab nach Bangkok. Dort reisten wir dann einen Monat mit Michis Mama und Bruder zusammen. Wieder Familienbesuch, jipppppppiiiiiiiiii. Die Freude war riesig! 🙂

Singapur

So mussten wir nach einem Jahr Neuseeland wieder unseren Rucksack packen und in eine völlig neue Kultur eintauchen. Wenn uns jemand fragte, wo es nun hin ginge, war die Antwort stets die selbe: Südostasien. Da wir bereits eine fixe Verabredung mit Michis Mama und Bruder in Thailand Anfang März haben, entschieden wir in der Zwischenzeit Singapur und Malaysia anzuschauen.

So ging unser Flug am 7.2.2018  von Christchurch nach Singapur mit Singapore Airlines. Wie ihr wisst, sind wir ja jetzt schon ein paar mal geflogen und haben da schon einige unterschiedliche Airlines erlebt. Über Singapore Airlines können wir sagen, dass es ein toller Flug war. Super Service, gutes Essen und naja so viel Platz wie überall halt. Wir waren rundum happy und die Zeit verging wie im Flug (haha).

Wir kamen abends in Singapur an und haben uns über das Wlan des Flughafens einen Fahrer auf Grab bestellt. Ist günstiger als ein Taxi und Grab und Uber funktionieren in Singapur und Malaysia im Vergleich zu Bali ohne Probleme, falls wir Wlan hatten.

Unser Hotel lag etwas außerhalb des Stadtzentrums, einfach weil alles andere nicht bezahlbar war für uns. Die Unterkunftspreise sind sehr hoch in Singapur, da viele Menschen auf wenig Raum leben. So lag unser Hotel, was schon untere Preiskategorie war und trotzdem noch 50 € die Nacht kostete, im Rotlichtviertel. Davon merkten wir allerdings nicht sehr viel, es war eher sehr versteckt. An den umliegenden Straßen gab es ein paar eindeutigere Etablissements und vor allem viele Straßenhändler, die Viagra in allen Formen und Farben verkauften. Da ihre „Tische“ eher nach improvisierten Unterlagen und ihre Waren alle auf Tüchern lag, die sie schnell schnappen konnten um sich schnell aus dem Staub machen zu können. Das erinnerte uns sehr stark an die fliegenden Händler in Costa Rica. Im Grunde wissen wir nicht, ob sie das jetzt durften oder nicht, aber es sah eher nicht danach aus.

Wir hatten zuvor in unseren Recherchen gelesen, dass man am besten in sogenannten Hawker Centern essen gehen kann: günstig, frisch und lecker. Leider war das Center bei unserem Hotel um die Ecke schon geschlossen, sodass wir eigentlich in ein Hawker Center in der Stadt wollten, das noch auf hatte. So war der Plan zur nächsten MRT Station zu laufen, wo wir einen 3-Tages Touristenpass kaufen können, damit wir unbegrenzt drei Tage damit fahren können, und dann von da in die Stadt fahren. Laufen wäre zu weit gewesen. So ließen wir uns vom Hotel erklären wo wir hin müssen. Was man uns nicht gesagt hat: der Touristenpass ist nur an einem bestimmten Schalter an bestimmten Stationen erhältlich und nicht etwa am Automaten. Diese haben Öffnungszeiten. Und als wir nach gefühlt einer Ewigkeit endlich an einer Station ankamen (wir sind gelaufen) an der es einen Schalter für den Pass gibt, war dieser bereits geschlossen. Na toll. Wir waren hungrig und müde und haben bei Nacht schon mal gefühlt die halbe Stadt außerhalb des Stadtzentrums gesehen. Das hatten wir uns irgendwie nicht so vorgestellt. Nicht weiter drüber ärgern, dann musste einfach einer neuer Plan her: wieder zurück Richtung Hotel und auf dem Weg was essen, den Pass dann am nächsten Tag holen. So haben wir das dann auch gemacht.

Hawker Center

Am nächsten Tag sind wir direkt zum Hawker Center zum Frühstücken. Wir waren absolut beeindruckt! So viele kleine Lädchen nebeneinander, alles sah lecker aus und roch himmlisch. Wir liefen einmal durch, naja zumindest die eine Ebene, ich glaub es gab noch eine weitere, was bereits einige Zeit dauerte. Das ist nix für Menschen die sich schwer tun mit Entscheidungen… Wir wollten am liebsten vorne anfangen und uns bis nach hinten durchprobieren… Naja, wir haben uns dann darauf beschränkt zum ersten Mal Zuckerrohrsaft zu probieren und ein Gericht mit gebratenen Reisnudeln, Sojasoße, Schweinebauch und Gemüse. Danach haben wir eine Chinesische Leckerei ausprobiert, die es mir sehr angetan hat: Pau. Man findet sie unter verschiedenen Namen. Im Prinzip sind es gefüllte, gedämpfte Hefeklöße. Die Füllung kann Hühnchen, Mais, Bohnen oder mein Favorit Lotuspaste sein. Die werden warm gehalten und somit bekommt man sie für ein paar Cent direkt warm serviert. Yammi. Die kleinen Lädchen, oder auch Stalls genannt, in den Hawker Centern haben alle ein Buchstabe, der entweder A, B oder C ist. Diese beziehen sich auf die Sauberkeit in den einzelnen Stalls und werden monatlich überprüft. Wir haben in Singapur außer viel laufen um alles anzugucken, vor allem auch viel gegessen. So bieten die Hawker Center für jeden Geschmack etwas. Durch die Kulturenvielfalt bekommt man Chinesisches, Indisches, Malyisches. Koreanisches und Westliches Essen. Die Preise dabei sind wirklich niedrig: ein vollwertiges Gericht für etwas mehr als zwei Euro. Klar auch hier gibt es Delikatessen, wie Meeresfrüchte, die etwas höher liegen können. Ich glaube um die ganzen Köstlichkeiten, die wir gegessen haben ausreichend zu beschreiben bräuchte es den kompletten Bericht und irgendwie macht es doch auch keinen Spaß nur über Essen zu lesen. Macht nur Hunger. Deshalb: Fahrt lieber selbst hin und holt euch vor Ort richtig Appetit.

Sterneessen

Eine Sache ist jedoch noch interessant zu erwähnen: Habt ihr schon mal ein Essen gegessen, was einen Michelin Stern bekommen hat? Nein? Zu teuer? Da bietet Singapur euch die einmalige Möglichkeit für ungefähr 2-3 Euro ein mit einem Michelin-Stern ausgezeichnetes Essen zu probieren. Angefangen hat das auch in einem Hawker Stall, doch nachdem sie den Stern bekamen, haben sie ein Restaurant in Chinatown aufgemacht. Was ausgezeichnet wurde? Chicken Rice mit einer Hongkongsauce. Wir habens auch probiert. Hm, war lecker, aber hätten wir nicht gewusst, dass es einen Stern bekommen hatte, hätten wir es nicht gedacht. Aber wir sind da ja auch echt keine Experten drin.

Im selben Hawkercenter in Chinatown ist übrigens auch ein Kaffeeshop, der den Singapurkaffee mit einem Michelin-Stern ausgezeichnet bekommen hat. Wir haben ihn probiert, waren ca. 1,20€ und er war echt Top!!!

Sightseeing

Angeschaut haben wir uns das Marina Bay Sands, das riesige Hotel von außen, die Bayfront, die Mall Shoppes by the Sands und Gardens by the Bay. Das Hotel ist ohne Frage sehr beeindruckend und vor allem wenn man sich ein Paar Dokumentationen darüber anschaut wie es entstand und was hinter der Fassade passiert. Direkt davor ist eine riesige Mall, die Mall Shoppes by the Sands, die vor allem viele Luxusmarken anbietet. Das abgefahrenste jedoch war, dass es ganz unten in der Mall einen Kanal gab von ein paar Metern (vielleicht 50 Meter?) mit einer Gondel und einem Gondoliere, womit die Mallbesucher fahren konnten. Auf der anderen Seite der Mall war ein riesiger Kronleuchter, der über mehrere Stockwerke nach unten reichte und mit LED Lichtern ausgestattet waren, die wie fließendes Wasser von oben nach unten flossen. Das war schon super schön anzusehen, aber der Platz über dem der Kronleuchter hing war noch atemberaubender. Es war ein riesiger runder Bereich, der aussah wie ein Teich mit Fischen darin. Im Grunde war es ein mega großes Touchpad und bei jeder Berührung sind die Fische von dem Punkt weggeschwommen. Der Bereich war abgetrennt und nur für Familien mit Kindern zugänglich und auch nur eine bestimmte Anzahl. Die Kinder hatten natürlich einen riesen Spaß mit ihrem Rennen neue Fischschwarm-Formationen entstehen zu lassen. Sah super schön aus. Von der Shopping Mall kommt man durch das Marina Bay Sands Hotel, es ist nur ein kleiner Durchgang mit Blick auf die Eingangshalle/Essenssaal, in den Park Gardens by the Bay. Der ist super schön angelegt und auch super faszinierend. Die „Bäume“ die dort angelegt sind, sind alle mit Lichtern ausgestattet, sodass man jeden Abend eine Lichter-Musik Show genießen kann. War toll! 🙂 Auf dem Weg zurück auf der anderen Seite des Hotels wieder sagte Michi irgendwann, da sei ein Laser. Kurze Zeit später hörten wir laute Musik. Wir liefen auf dem Balkon an der Shopping Mall in die Richtung und sahen, dass direkt vor der Shopping Mall eine Wassershow mit Musik stattfand. Michi war gleich Feuer und Flamme, er steht total auf Licht, sodass wir uns vornahmen am nächsten Tag, seinem Geburtstag, das Ganze von unten anzuschauen. Auf dem Balkon sah man leider durch die architektonische Verzierungen nicht allzu viel.

Michis Geburtstag

Am nächsten Tag, Michis Ehrentag, haben wir alles gemacht, was er sich wünschte: zuerst sind wir nach Little India gefahren. Dort wurde für diesen Tag eine kostenlose Tour durch Little India angeboten. Ging 2 ein-halb Stunden und war ne ganz tolle Sache. Wir haben super viel über die Geschichte von Singapur gelernt und es war wirklich spannend zu sehen, da Little India ganz anders aussah und wie die Tourleiterin uns sagte auch sehr authentisch sei. Unter anderem haben wir einen hinduistischen Tempel besichtigt. Auch dort gab es ein Hawker Center, das viele indische Stalls hatte und auch ein etwas anderes Flair mit sich brachte. Es wurde nicht einfach unsere Bestellung aufgenommen, sondern vor allem ich wurde von den Männern fast schon überredet, etwas anderes zu nehmen, oder noch etwas zusätzlich. Auch wurde ich einfach angestarrt, egal ob ich das mitbekam oder nicht und es war kein interessiertes gucken, sondern eher ein unangenehmes „mit-den-Augen-ausziehen“- Starren. Naja, ich habs einfach ignoriert. Wir sind dann nach Chinatown gefahren und sind dort über den Markt geschlendert und haben dort wieder im Hawker Center zu Abend gegessen und uns zur Feier des Tages Bier gegönnt, das ist hier vergleichsweise teuer. Danach erfüllten wir Michis größten Wunsch des Tages und fuhren zurück zur Bayfront um die Wasser-Licher-Show anzuschauen. Um es kurz zu machen. Wir haben sie dreimal gesehen, einmal von hinten und zweimal von vorne, wobei das letzte Mal nicht geplant war, wir haben uns mit einem jungen Mann verquatscht, der aus Malaysia kommt und in Singapur studiert, sodass wir einige Fragen bei ihm klären konnten. Die Wassershow war der absolute Hammer. Ich hatte durchgängig Gänsehaut und musste aufpassen, dass mir nicht der Mund aufklappt. Es hat super ausgereift gewirkt und keine Ahnung wie, aber sie haben es geschafft einen 3D Effekt reinzukriegen. War echt großartig. Michi war sehr zufrieden, also somit das Ziel erreicht! 🙂

Chinatown

Am nächsten Tag wollten wir eigentlich schon weiter reisen. Da wir aber bis dato noch keine Zeit hatten irgendwas zu planen, entschieden wir uns einen Tag zu verlängern und morgens die kostenlose Chinatown Tour mit zu machen und Nachmittags zu planen, bei einem Singapur-Kaffee (Kaffee mit Kondensmilch und mit oder ohne Zucker). Die Tour durch Chinatown war auch super informativ. Beispielsweise wohnen 80 % der Bevölkerung in Hochhäusern in Wohnungen. Wohnraum ist knapp und deshalb sehr teuer. In Chinatown fangen die Wohnungen bei einem Kaufpreis von einer halben Million Singapur-Dollar an. Direkt im Zentrum kosten sie rund eine Million. Die Regierung hat einen Topf für jeden eingerichtet, das heißt 20 % vom Gehalt fließen in diesen persönlichen Topf, der dann für Bildung, Gesundheit oder eben eine Wohnung genutzt werden kann. Jedoch muss für die Wohnung auch noch vorliegen, dass man verheiratet ist, oder über 35 Jahre. Aber eigentlich gibt es im Grunde kein Eigentum, auch wenn die Wohnung gekauft wurde, die Regierung hat dabei immer noch mitzureden. Auch fanden wir sehr interessant, dass chinesische Frauen eine große Rolle beim Aufbau von Singapur gespielt haben und zwar wirklich direkt im Häuserbau. Das hat uns sehr an die Trümmerfrauen in Deutschland erinnert. Da kann man einfach nur Hochachtung haben!

Weiterreise

Wir versuchten dann nach langem hin und her überlegen, wie wir nach Kuala Lumpur kommen wollen, einen Flug über Opodo zu buchen. Da direkt wieder das Geld auf die Kreditkarte zurück kam und wir keine Buchungsbestätigung per Mail bekamen und es nicht möglich war bei der Airline jemanden telefonisch zu erreichen, sind wir am nächsten Morgen zum Flughafen aufgebrochen ohne zu wissen was da jetzt auf uns zu kommt. Am Schalter der Airline angekommen, erklärte uns die Frau, dass wir nicht eingebucht waren. Somit stand für uns fest, wir buchen in Zukunft direkt nur noch über die Airline. Na gut, dann wollten wir eben so ein Ticket für den nächsten Flug. Sie meinte, das sei möglich, jedoch bräuchten wir davor einen Nachweis, wann und wie wir wieder aus Malaysia ausreisen werden. Und wir hätten nur noch eine halbe Stunde Zeit. Also besprachen wir uns und schauten online nach Preisen, wir wussten ja schon, wann wir in Bangkok sein wollen und hatten auch bereits ein Hotelzimmer reserviert. Da es eh die gleiche Airline gewesen wäre, wollten wir über die Frau am Schalter buchen. Als diese uns allerdings die gleiche Zahl nur mit der Singapurwährung nannte und wir das selbe in Malaysischen Ringit online gesehen hatten, buchten wir dann doch lieber selbst. Zum Verständnis: das wäre ungefähr dreimal so viel gewesen. Sie kam immer mehr in Stress und buchte uns dann doch schon mal für den Flug nach Kuala Lumpur ein, da bald der Check In zumachen sollte. Als das dann endlich alles fertig war, sind wir zum Check In und von da zur Sicherheitskontrolle gerannt. Nein, wir haben den Flieger noch bekommen. Wir saßen sogar alle schon fix und fertig im Flieger und wegen was auch immer hoben wir dann erst mit einer Verspätung von 45 Minuten ab.

Zurück in Neuseeland Teil 2

Thomas kommt uns besuchen

Die Freude war natürlich riesengroß! Nach knapp 30 Stunden Flug ist er endlich angekommen. Wir waren soooo gespannt ihm endlich Neuseeland zu zeigen. Aber als erstes brachten wir ihn zu seinem Hotel. Danach gingen wir mit ihm was Essen und entließen ihn danach wieder ins Hotel, damit er seinen Jetleg ausschlafen konnte. Am nächsten Morgen holten wir ihn wieder ab und gingen frühstücken. Um 15 Uhr sollte sein Mietauto bereitstehen, welches wir danach abholen fuhren. Japp, oder eher Mietautole? Es war ein Hiundai Getz, ein Miniauto! Ich hatte ja immer noch gehofft, dass er vielleicht doch noch nen Kombi bekommt, oder zumindest so groß, dass er mit ner Luftmatratze irgendwie hinten drin schlafen kann. Keine Chance. Okay, ab zum Warehouse einkaufen. Nachdem wir also Zelt, Luftmatraze, Pumpe und Schlafsack gekauft hatten, holten wir noch ein paar Lebensmittel und dann ging es los ins Campingvergnügen! Wir fuhren auf einen relativ nahen kostenlosen Campingplatz um im Zweifelsfall doch noch in die Stadt zu können um irgendwas einzukaufen, wenn was fehlen sollte.

Am nächsten Morgen sagte er das er echt super geschlafen hat und wir atmeten auf. Thomas hatte vorher noch nie gezeltet, daher war das echt Premiere. Also konnte es losgehen!!! Wohooo Südinsel, wir kommen!

Okains Bay

Wir hatten uns mit Nina und Chris in der Okains Bay im Bankspeninsula verabredet. Wir dachten wir genießen die Tage dort etwas, bevor wir Silvester dann alle gemeinsam in Christchurch verbringen wollten. Doch als wir in der Okainsbay ankamen, war der Campingplatz ausgebucht. Dummerweise war wie so oft in etwas abgelegenen Plätzen kein Handyempfang da, sodass wir uns nicht mit ihnen absprechen konnten. Verdammt, was nun?

Ich fragte die Dame von der Rezeption ob sie überhaupt heute neue Leute bekommen hat, die nicht vorher reserviert hatten, da wir uns eigentlich mit Freunden hier verabredet haben. Sie fragte wie sie heißen und tatsächlich, die zwei waren auf dem Platz. Darauf meinte sie, okay wenn eure Freunde hier sind frag ich mal den Chef, vielleicht dürft ihr ausnahmsweise bleiben. Sie verschwand kurz, und kam dann wieder zurück. Sie sagte, dass wir bleiben können, wir sie aber selber finden müssen, da der Platz keine feste Platznummern hat sondern jeder sich selber sein Plätzchen suchen kann. Jippiee! Dankbar checkten wir ein und begaben uns auf die Suche. Wir fanden sie dann irgendwann, allerdings war nur Nina im Auto, ihr gings gesundheitlich nicht so gut. Chris sei Angeln! Okay, dann mal los. Wir packten unser Angelzeug und gingen auf die Suche nach Chris. Wir fanden ihn dann relativ schnell auf einer Klippe stehen. Wir versuchten unser Glück aber irgendwie wollte da nix beißen. Auf einmal schwamm ein seltener Hektordelfin vorbei. Krass, was Thomas doch für ein Glück hatte. Kaum angekommen und schon sieht er einen Delphin. Und dann noch so einen seltenen. Wir haben dafür fast ein Jahr gebraucht. Sein Glück verließ ihn nicht, er angelte nämlich auch seinen ersten Fisch. Es war zwar ein kleiner, aber hey, Fisch ist Fisch 😀

Chris hatte etwas mehr Glück und auf einmal hat er 6 Stück oben gehabt. Zwar auch nur kleinere aber dennoch groß genug um sie zu essen.

Somit hat Thomas auch seinen ersten wirklich frischen Fisch gegessen.

Leider ging es Janina wirklich nicht gut und sie hatte die Vermutung, das sie sich eine Mandelentzündung eingefangen hat. Daher wollte sie am nächsten Tag lieber nach Christchurch zum Arzt. Und wir? Uns gefiel es da sehr gut. Wir fragten einfach nach ob wir verlängern können. Und wir durften. Also blieben wir bis zum Silverstertag dort. Es war einfach toll da. Eine wunderschöne Bucht. Der Campingplatz war voll mit lauter Kiwifamilien, die dort Ferien machten. Keine Deutschen Teenies. Und dennoch im Wald. Irgendwie fühlten wir uns wie auf einem dieser Campingplätze in den amerikanischen Filmen. Irgendwie einfach toll!

Silverster in Christchurch

Jaaaa, Silvester. Wir haben uns gefragt wie und vor allem wo wir Silvester verbringen wollen. Zum einen ist es unser Jahrestag, ja wir sind schon über 5 Jahre zusammen, zum anderen wollten wir ja mit Thomas feiern. Wir schauten was überall abging und stellten fest, soooo viel ist das ja garnicht, vorallem auf der Südinsel wars ziemlich Mau. Christchurch, Wanaka oder Queenstown das Rythm and Alps Festival. Nun ja, Festival hatten wir keine Lust. Also zogen wir Wanaka in Erwägung. Hätte auch fast geklappt, doch dann meldeten sich Janina und Christian, sie wollen Silvester auch mit uns verbringen. Also kurzum, Christchurch war mit einer großen öffentlichen Party unser Ziel. Wir buchten einen Campingplatz in der City und schlugen dort unser Lager auf. Dieser war dezent 1 Stunde Fußmarsch entfernt von dem Partygelände im Hagleypark. Wir glühten vor und liefen kurz vor 11 los. Naja wie das so ist und so, man muss ja noch mal auf Toilette und so, kamen wir dann gerade so um 0 Uhr dort am Park an. Wir waren noch nicht ganz am Gelände da ging das Feuerwerk los. Joah und nach echten 3 Minuten wars auch schon wieder vorbei. Wir dachten echt das ist ein Scherz. Also da war Nicaragua zu Weihnachten größeres Feuerwerk als dort. Unglaublich. Wir gingen zur Bühne wo eine Liveband Rockmusik spielte. Na wenigstens bissl Party machen können wir, dachten wir. Eine halbe Stunde später spielte die Band ihr letztes Lied und die Securitymitarbeiter begannen, die Menschen vom Geländer zu schmeißen. Wir dachten echt wir sind im falschen Film. Das Alkohol auf dem Gelände verboten war muss ich wohl nicht erwähnen, oder?

Okay, Chris und Nina machten sich auf den Heimweg, da Nina sich tatsächlich ne Mandelentzündung eingefangen hatte und wir folgten der Menschenmassen um noch irgendwo in nem Pub einen zu trinken. Also liefen wir dann einer Gruppe hinterher. Julia fragte wohin sie gehen, ob sie in nen Pub gehen. Da sagte ein sehr junges Mädchen, sie gehen auf eine Hausparty, wir können mitkommen, aber wir müssten Alkohol und Drogen mitbringen. Wir schauten sie mit großen Augen an und lehnten ab. So läuft das hier also. Wir liefen weiter und nach ca. ner halben Stunde entdeckten wir ein Pub der noch auf hatte. Also nichts wie rein. Allerdings wurde es uns nach ner Stunde auch langweilig, da man dort nur trinken konnte, nicht tanzen oder so. Wir traten wieder den Heimweg an. Nun ja, Silvester haben wir uns definitiv anders vorgestellt.

Das große Reisen mit Thomas

Nachdem wir den ersten Tag des neuen Jahres nur gegammelt und uns erholt haben ging es am zweiten Tag los. Unser erstes Ziel: Oamaru Pinguine anschauen!

Und Thomas hatte wieder richtig Glück. Nicht nur, dass er das Glück hatte, das einige Pinguine wirklich nur einen Meter an ihm vorbei gelaufen sind, nein er hatte einen Pinguin im Grunde direkt neben seinem Zelt. Thomas konnte sicher gut schlafen.

Am nächsten Tag schauten wir uns das Steampunkmuseum an und fuhren anschließend Richtung Queenstown. Übernachtet haben wir wieder auf dem Campingplatz beim Lake Pukaki. Nur diesmal sahen wir ihn, den Mt. Cook. Wir hatten echt Superglück mit dem Wetter und da dieser Campingplatz in einem „Dark-Sky-Reserve“ liegt, also ein Gebiet was besonders dunkel ist Nachts und man in solchen relativ seltenen Gebieten weltweit einen besonders tollen Sternenhimmel hat, hatte Thomas einen tollen Blick auf die Milchstraße und viele Sternschnuppen.

Queenstown

Queenstown ist wohl die bekannteste Stadt Neuseelands. Ihr eilt der Ruf voraus das du hier alles machen kannst. Und all dein Geld hierlassen kannst. Japp das trifft zu. Allein der Campingplatz war schon fast doppelt so teuer wie sonst so. Und Privatsphäre ist nicht, dort war man zusammengepfercht wie auf einem normalen Autoparkplatz, wobei wir einen ganz außen hatten und somit wirklich einen relativ großen Platz hatten.

Wir haben uns überlegt was wir hier machen wollten. Da wir ja alle so mit Höhe sind, kam natürlich Bungee springen, Skydiving oder sowas nicht in Frage. Skydiving, also ein Fallschirmsprung aus 5 km Höhe, kam spätestens dann nicht mehr in Frage, nachdem der Pilot, der mit David in Australien einen Sprung gemacht hat, genau als wir in Bali waren bei einem Sprung ums Leben kam.

Wir entschieden uns fürs Jetboat fahren. Das hat auch echt mega Spaß gemacht, ich wurde dezent nass! Und dann haben wir noch die Skyline-Luge gemacht, eine Art Sommerrodelbahn mit so schwerkraftbetriebenen Gokarts. Das war sooooo lustig. Wir haben gleich 5 Runden gemacht! Dann wäre noch als großer Burger-Fan erwähnenswert, dass es in Queenstown den Fergburger gibt. Der Fergburger ist in ganz Neuseeland bekannt und sicher auch darüber hinaus. Er soll absolut toll schmecken. Der Kumpel von unserem Ex-Vermieter Peter ist sogar extra mit seinem kleinen Flugzeug von Blenheim nach Queenstown geflogen, um sich den Burger zu holen.

Na gut, schauen wir uns mal den Laden an, entschieden wir. Doch als wir an den Laden kamen, trauten wir unseren Augen nicht. Vor dem Laden war ungelogen eine mindestens 30 Meter lange Schlange. Alle wollten einen Fergburger. Am Arsch dachten wir uns, wir stellen uns doch keine Stunde oder so für so nen Burger an. Aber es war total spannend zuzusehen wie extrem das Restaurant gehypt wurde. Da war ein Koreaner, der machte gerade Videotelefonie und zeigte vorallem Menschen, die gerade in den Burger bissen. Wir entschieden uns dagegen und gingen anderweitig Abendessen und was trinken. Als wir dann um 2 Uhr Morgens zufällig dran vorbei kamen, standen nur noch 5 Leute an. Ich witterte meine Chance und wir stellten uns an. Ich bestellte den Fergburger mit doppelt Fleisch und Brie.

Also ich muss echt sagen, ich liebe Burger. Nicht den Fastfood-McDonaldsdreck, sondern wirklich handwerklich gemachte Hamburger, in allen Variationen. Am Besten sind natürlich meine selbstgemachten Laugenbrötchenburger mit gegrillter Zuchini 😀

Okay, genug davon, ich wollte einfach wissen ob der Burger so gut ist oder ob es einfach nur ein Hype ist wie es mit soooooo vielen anderen Dingen. Und ich muss sagen…

Der Fergburger war eeeeendgeil!!!

Tatäschlich war das kein Hype, er ist einfach geil.

Definitiv einer der besten Burger die ich je gegessen habe.

Milford Sounds

Nach Queenstown fuhren wir Richtung Milford Sounds. Der letzte große Ort davor war Te Anau. Julia hatte noch in Queenstown eine Kayak und Cruise Tour gebucht. Also 2 Stunden lang Kayakfahren und dann noch n bissl auf so nem Ausflugsschiff rumschippern. Leider war das Wetter in den Sounds sehr wolkenverhangen und nebelig, sodass wir nicht die volle Pracht genießen konnten. Das tat dem Kayak fahren aber dennoch nichts. Es hat ungemein Spaß gemacht in dieser Landschaft auf dem Fjord rumzupaddeln. Gegen Ende fing es an zu regnen. Hat noch mehr Spaß gemacht. Nachdem wir dann mit dem Kayak fahren fertig waren zogen wir uns trockene Klamotten an und weiter gings zum Schiff. Das Wetter klarte auch etwas auf sodass wir während der Tour viel sehen konnten.

Als wir zurück in Te Anau waren wollten wir noch einen Scenic Flight buchen, also einen Flug mit einem kleinen Flugzeug über das Fjordland. Leider waren die Tage danach auch wolkiges Wetter, sodass es nicht möglich war. Stattdessen entschieden wir uns eine Hubschrauberwanderung auf einem Gletscher zu machen.

Helikopter-Hike auf dem Tasmanglacier

Wir hatten praktisch 2 Tage Zeit um von dort unten wieder ziemlich in die Mitte des Landes zu fahren. Dummerweise stellte ich bei einer kurzen Toilettenpause fest, dass die vorderen Reifen unseres Auto schon so abgefahren waren, dass es wirklich gefährlich war weiter zu fahren. Zum Glück war direkt gegenüber eine Werkstatt, der die Reifen bestellen konnte und für den nächsten Tag gegen Mittag die Reifen montieren konnte. Gesagt, getan, bestellt, Campingplatz gesucht, nächsten Mittag hin, montiert und weiter gings. Mit einem kurzen Zwischenstopp in Queenstown zum Fergburger essen (hat auch nur ne halbe Stunde gedauert) sind wir weiter bis zum Mt. Cook Village gefahren.

Am nächsten morgen wachten wir auf und wir fragten uns ob der Hike überhaupt stattfinden würde, da es doch recht nebelig und bewölkt war. Wir fuhren zum Treffpunkt und dort erklärte man uns, dass das nur ganz lose Wolken sind, die sich gleich mit der Sonne richtig auflösen. Na hoffentlich dachten wir.

Als es dann los ging waren die Wolken leider noch nicht alle weg, allerdings flog der Hubschrauber eh nicht höher.

Jaaaaa, wir sind das erste mal Hubschrauber geflogen. Man war das geil!!! Julia hatte sogar den Ehrenplatz direkt neben dem Piloten vorne. Es war ein unglaubliches Gefühl (Hab schon auf Ebay geschaut, was die so gebraucht kosten :-p). Nach einem leider viel zu kurzen Flug landeten wir auf dem Gletscher direkt auf dem Eis. Wir stiegen wie vorgeben aus und warteten bis der Heli weggeflogen war. Anschließend bekamen wir solche Eisspikes an die Schuhe gebunden, das wir festen Halt hatten. Und dann ging es auch schon los. Es war total spannend. Immer wieder hörte man Eislawinen, die halt irgendwo abbrachen und runterkamen. Allerdings waren die fast nie zu sehen, da die noch weiter oben waren und dort die Wolken leider alles verdeckten. Wir stapften über das Eis und er erklärte uns einige Dinge darüber. Unter anderem, dass dies der größte Gletscher in Neuseeland ist und nur bei diesem Eishöhlen möglich waren. Und in so eine gingen wir. War total spannend zu sehen. Nach mehr als zwei Stunden auf dem Eis wurden wir von dem Heli wieder abgeholt und flogen wieder zurück zum Flughafen. Defintiv eins unserer Highlights in Neuseeland!

Ab an die Westcoast!

Noch am selben Tag fuhren wir wieder zurück Richtung Queenstown. Diesmal kein Zwischenstopp, wir bogen vorher nach Wanaka ab. Dort übernachteten wir und fuhren anschließend über den Pass nach Haast, wo wir die Westcoast hochfahren wollten. Als wir in Haast ankamen, wunderten wir uns wirklich, wie klein das Dorf war. Wir dachten das ist ne richtige Stadt, aber dem war nicht so. Wir aßen irgendwo was und suchten dann ne Tankstelle auf. Uff war die teuer. Also n bisschen hatte ich noch im Tank, lass uns weiter fahren, sagte ich. Da wird sicher noch eine kommen. Und wir fuhren weiter. Scheinbar hatte ich das Schild „last petrol next 80km“ nicht gesehn, sonst wäre ich wohl umgedreht. Jedenfalls fuhren wir und fuhren und irgendwie kam da nix mehr. Das Navi zeigte die nächste Tankstelle in 80 km an, da war ich aber schon 40km von der anderen Tankstelle gefahren. Das ich schon auf Reserve fuhr brauch ich sicher nicht zu erwähnen oder? Nun ja mein Arsch ging ganz schön auf Grundeis. Mit spritsparenden 70 km/h und dem letzten Tropfen Benzin schaffte ich es gerade so ins Foxvillage, wo ich endlich für 5 Cent günstiger tanken konnte! Es gibt Dinge, die lohnen sich einfach nicht!

Weiter gings nach Hokitika

Camping der unheimlichen Art

Ich hatte ein recht günstigen Campingplatz ausgesucht und zu diesem fuhren wir auch. Dort angekommen stellten wir fest, dass es eher wie ein Hotel oder so war. Ein riesiges Gebäude mit unterschiedlichen Zimmern. Es gab eine kleine Küche, ein Esszimmer, noch ein Esszimmer, ein Aufenthaltszimmer, noch mehr Aufenthaltszimmer, Toiletten, Duschen, etc…aber alles eingerichtet im Stil der 60ger Jahren. Alles war sauber soweit, aber da lagen dann irgendwelche Puppen rum und so zur Zierde alles so überhaupt, irgendwie schon gruselig. Vorallem als es dann langsam dunkel wurde… Ein deutsches Pärchen recherchierte und fand heraus, dass das mal ein Nervenheilanstalt war. Sogar eine Gummizelle gab es hier, die wir allerdings nicht fanden. Naja die Nacht war soweit ok, halt bissl gruselig. Auf Fotos haben wir verzichtet, ihr wisst ja, nicht das dann darauf doch noch irgend ein Geist zu sehen ist 😉

Weiter ging es über den Coastal Highway, vorbei an den Pancakerocks zum Mokihinuiriver, wo wir damals so viele Kahawais rausgeholt haben. Wir versuchten unser Glück mit Thomas wieder, allerdings wollte das nicht so klappen. Ich hatte wohl einen noch größeren an der Angel, der so stark war, dass die Schnur riss und Thomas angelte einen kleinen Aal, den wir wieder in die Freiheit entließen. Am folgenden Tag hatten wir auch kein Glück, so entschieden wir am nächsten Tag nach Nelson/Motueka zu fahren, da starker Regen für ganz Neuseeland vorhergesagt war.

Wir fuhren zu unserem Lieblingsplatz dort, doch der war wegen Überschwemmung geschlossen. Der zweite den wir ansteuerten war voll, und musste sowieso gerade evakuiert werden, weil er auch drohte zu überschwemmen. Der 3te war voll. Da Thomas sowieso im Auto schlafen wollte und kein Zelt bei dem Wetter aufbauen wollte (wer kanns ihm verübeln) entschieden wir uns für erprobtes Wildcampen: Einfach irgendwo in der Nähe einer Toilette am Straßenrand schlafen und hoffen, dass man kein Strafzettel fürs Wildcampen bekommt. Es klappte auch super, kein Ticket, soweit ruhig und gut geschlafen, läuft. Also deckten wir uns noch mit 2 Laib deutschem Brot beim deutschen Bäcker ein und füllten unsere Vorräte für die Marlborough Sounds in Nelson auf. Und dann gings endlich in unsere Lieblingsbay!!!

Elainebay 3

Endlich ging es wieder zurück in unsere Lieblingsbay in die Marlborough Sounds. Wir wissen nicht warum, aber dieser Ort hat es uns persönlich einfach angetan. Diese Stille, das klare Wasser, irgendwie magisch. Jedenfalls freuten wir uns sehr diesen Ort mit Thomas zu teilen.

Wir angelten wieder und hatten diesmal nicht so viel Glück. Nur eine kleine Gelbaugenmeeräsche. War aber dennoch lecker. Am ersten Abend gingen wir zur Dämmerung zum Steg hinunter um das Leuchtplankton anzuschauen. Man konnte schon was erkennen, als wir plötzlich ein leises Plätschern vernahmen. Wir fragten uns was das sei, es klang als würde etwas auf uns zu geschwommen kommen. Wir schalteten unsere Kopflampen ein und starten aufs Wasser. Völlig perplex erblickten wir einen Blauen Pinguin, der auf den Steg zugeschwommen kam, dann drunter durch schwamm und anschließend Richtung Ufer schwamm und verschwand. Damit haben wir nicht gerechnet. Wir wussten zwar das es die überall hier in Neuseeland geben kann, aber das war schon etwas weiter von den üblichen Orten entfernt. Wie süß.

Nun wollten wir aber das Leuchtplankton demonstrieren und wurden echt belohnt. Soooo hell haben wir das Plankton noch nie gesehn. Unglaublich! Da waren Muscheln an den Pfeilern des Stegs und das Wasser darum leuchtete wie in der Disco! Absolut toll.

Am nächsten Tag liehen Julia und Ich ein Kayak aus um in dem Sound zu paddeln. Thomas wollte lieber ein wenig wandern.

Als wir gegen Abend noch mal raus fuhren waren wir dauernd von Stachelrochen umzingelt, die im seichten Wasser rumschwammen. Als wir einen gaaanz nah filmen wollten, übersahen wir einen ziemlich großen. Ich wunderte mich nur was da plötzlich für ein komischer Stock da aus dem Wasser rausguggt, der war doch eben noch nicht da. Als ich es begriff sind wir schleunigst und vorsichtig wieder weg gefahren. Schon ein komisches Gefühl von nem riesigen Stachelrochen bedroht zu werden.

Als es dann wieder so weit war „Goodbye“ zu sagen hat sich das richtig komisch angefühlt. Julia sagte, das sie sowas noch nie für einen Ort an dem sie nur ein paar Tage verbracht hat empfunden hat. Jedenfalls werden wir ihn nicht vergessen.

Blenheim

Weiter gings über den Scenic Drive durch die Marlborough Sounds. Wir entschieden uns am Rarangi Beach nieder zu lassen für die 2 Tage, an denen wir uns vorgenommen haben Tina zu treffen, eine Weinprobe zu machen, Thomas unseren ehemaligen Arbeitsplatz zu zeigen und natürlich ihm unser ehemaliges Heim inkl. Ex-Vermieter zu zeigen.

Nur um das mit Peter unserem Ex-Vermieter abzuschließen, auf die Frage ob er noch mit Cindy zusammen sei, sagte er, sie seien nur befreundet und das sei nix ernstes. Fragt sich nur ob Cindy das auch so sieht…

Pacific Coast Highway

Von Blenheim fuhren wir nun den Pacific Coast Highway in Richtung Kaikoura. Dieser Highway war die ganze Zeit über ein Jahr gesperrt wegen den ganzen Schäden des Erbebens im November 2016. Im Dezember 2017 haben sie endlich den Highway wieder eröffnet. Vielleicht erinnert ihr euch, wir sind diesen schon zum Teil bis nach Clarence gefahren, doch diesmal war von den ganzen Schäden bis nach Clarence nichts mehr zu sehn. Die Bauarbeiter haben echt ganze Arbeit geleistet. Als wir dann aber immer näher Richtung Kaikoura kamen sah man wirklich was die geschafft haben. Überall Baustelle.

Delfinschwimmen in Kaikoura

Als wir das nette Pärchen aus Fitschi fragten, was für sie ihr Highlight in Neuseeland war, sagten sie ohne zu zögern, das Delfinschwimmen in Kaikoura.

Auch wenn man das Definschwimmen in anderen Teilen Neuseelands machen kann wollten wir es auf jeden Fall in Kaikoura machen. Warum? Ganz einfach, dadurch dass sie durch das Erdbeben zunächst komplett von der Außenwelt abgeschnitten waren und der Tourismus in der Stadt fast ein Jahr komplett eingebrochen war, haben wir entschlossen unser Geld denen zu geben, die es nötig haben.

Kaikoura wurde durch das Erdbeben ganz schlimm getroffen. Touristen etc. mussten damals ausgeflogen werden, weil alles zerstört war. Der komplette Meeresboden dort ist ca. 2 Meter nach oben gekommen. Hügel sind verschwunden, neue sind plötzlich da gewesen. Tina meinte bei unserem letzten Treffen, dass man es an der Küste sehen kann was für ein Unterschied es ist. All die Felsen, die vor der Küste nun im Wasser zu sehen sind, die gab es nicht vorher. Die waren Unterwasser. Und davon sahen wir Hunderte!!! Und ein Geruch, schwer zu beschreiben, aber auch der kam mit dem Erbeben. Warum? Das haben wir uns auch gefragt, leider haben wir nur Vermutungen…

Okay, aber nun zum Delfinschwimmen. Wir hatten schon 2 Wochen im Voraus (Rest war ausgebucht) für Julia und Mich das Delfinschwimmen gebucht, Thomas wollte lieber nur vom Boot zuschauen. Ihm war das mit dem schnorcheln im offenen Meer nicht ganz geheuer. Wer kanns ihm verdenken, schließlich waren Tiefen von 300-1400 Meter unter uns. Wir fuhren morgens dort hin und bekamen unsere Ausrüstung, sprich kompletter Neoprenanzug, Flossen, Tauchmaske und Schnorchel. Danach wurde ein Film gezeigt. In dem wurde nochmal drauf hin gewiesen, dass die Tiere wild sind und sie nicht angefüttert werden oder dressiert sind und das es eben sein kann, dass sie einfach kein Bock haben zu spielen. Des weiteren wurde darauf hingewiesen, das die Tiere nicht angefasst werden dürfen und das die kompletten Einnahmen komplett in die Erhaltung des Nationalparks in Kaikoura geht. Also ne ganz tolle Sache.

Danach wurden wir in Busse gesteckt die uns zum Hafen brachten. Dort gings dann aufs Boot und los gings. Wir fuhren keine 5 Minuten da kamen schon die ersten Delfine auf uns zu geschwommen und sprangen an der Heckwelle des Bootes um die Wette…zu dritt…absolut synchron… der Hammer. Wir dachten nur, hey warum halten wir nicht an, hier sind doch Delfine. Aber das waren wohl nicht genug. Nach etwa 20 Minuten Fahrt hieß es dann, wir sollen uns fertig zum reingehen machen. Also machten wir uns fertig, zogen alles an, Masken auf. Dann schauten wir hinter uns und trauten unseren Augen kaum. Hinter uns war eine Gruppe von über 300 Delfinen. Das Signal ertönte und wir durften ins Wasser. Sie haben uns vorher gesagt wie wir uns verhalten sollen um auf uns aufmerksam zu machen, damit sie angeschwommen kommen. Und dies taten wir auch. Wir schwimmen los und versuchten laute Geräusche und Schreie

durch den Schnorchel zu machen. Und dann kamen sie.

Auf einmal waren sie neben einem, manche nicht mal einen Meter entfernt. Das war echt ein unglaublicher Moment diese schönen und intelligenten Wesen von so nah zu betrachten. Und weg waren sie wieder.

Das Signal ertönte und wir gingen wieder an Board. Das ganze ging 5 Mal so, wobei uns die Crew immer mehr ermutigte noch lauter zu sein und noch Aktiver, damit man noch attraktiver wird für den Delfin. Gesagt, getan, nur wisst ihr was? Es ist verdammt anstrengend!!! Wenn ein Delfin bei dir ist sollte man sich um seine eigene Achse drehen, oder im Kreis drehen, untertauchen und so weiter… das war so anstrengend. Und laute Töne machen… Leute, ich hab mich gefühlt wie ein Walross. Die Töne die aus meinem Schnorchel kamen waren laut Julia verdächtig ähnlich!

Leider ging auch die Zeit vorbei und wir gingen das letzte Mal an Board um dann noch einige Fotos von den Delfinen vom Boot aus machen zu können. Insgesamt sahen wir 3 verschiedene Delfinarten. Den gewöhnlichen Delfin, den Hektordelfin und den Dusky Delfin, der mit seinen Akrobatischen Kunststücke nicht zu übersehen war. Als wir dann wieder zurück fuhren hatten wir alle ein Glitzern in den Augen. Es war sooooooo schön!

Noch am selben Tag fuhren wir weiter in Richtung Christchurch, wo Thomas seine letzte Campingnacht verbrachte, in der es übrigens kräftig Gewitterte, was irgendwie in Neuseeland super selten ist.

Abschied von Thomas

Am nächsten Tag fuhren wir nach Christchurch, wo er ins Hotel eincheckte, anschließend brachten wir sein Auto weg. Den letzten Abend verbrachten wir erst auf dem Nachtmarkt in Christchurch, wo wir leckere Delikatessen aus aller Welt probieren konnten und danach auf ein letztes Bier in ein Pub. Wir ließen die Zeit Revue passieren und dankten ihm für sein Kommen.

Am nächsten Tag brachten wir ihn zum Flughafen. Der Abschied war verständlicher Weise echt schwer.

Es war eine richtig super Zeit mit Thomas und wir haben so viele schöne Momente mit ihm gehabt und konnten mit ihm gemeinsam Neuseeland weiter entdecken und ihm den Zauber unserer liebsten Orte zeigen. Er war unser absoluter Superhero, da er sich auf so ein Abenteuer eingelassen hat: so viele Stunden Flug und dann einen Monat im Zelt schlafen, auf Campingplätzen sein, die zum Teil nur ein Plumpsklo haben und das in seinem sauer verdienten Urlaub. Aber Camping ist einfach eine der besten Möglichkeiten die Schönheit von Neuseeland zu entdecken. Danke Thomas, dass du uns besucht hast und all diese tollen Eindrücke mit uns geteilt hast! War eine super Zeit!!!

Autoverkauf

Die letzten 11 Tage hatten wir uns in eine AirBnb Unterkunft eingemietet. Es war ein komplettes Studioappartment komplett für uns allein. Und sogar günstiger als der Campingplatz in der Stadt. Wir wollten in Ruhe alles aus dem Auto räumen und packen sodass wir das Auto tiptop fertig für den Verkauf machen konnten.

Ich glaube das war mit Abstand die blödeste Zeit die wir in Neuseeland hatten. Wir warteten Tagelang wie in Trance darauf, dass sich ein Interessent meldet und sich das Auto anschauen will. Denn der eigentliche Automarkt, ein Markt wo man sich mit dem Auto hinstellt und die Interessenten vorbei kommen und sich die Autos anschauen, den gab es garnicht mehr. Dummerweise haben wir das auch erst rausgefunden, als wir schon alles von Christchurch gebucht hatten. Somit waren wir gezwungen das Auto verglichen mit Auckland zum Schleuderpreis anzubieten.

Ums kurz zu machen, nach 8 richtig blöden Tagen haben wir das Auto endlich verkauft. Es war ein älteres deutsches Pärchen, keiner von den Teenies die wir eher vermutet haben.

Ansonsten verbrachten wir die paar letzten Tage damit, uns Mental auf den Abschied vorzubereiten, aber auch die Vorfreude zu haben wieder ein neues Land entdecken zu können. Und dann war es auch schon so weit. Am 7 Februar 2018 ging es weiter. Der Abschied fiel uns sehr schwer. Aber wir sind uns ziemlich sicher, das war nicht das letzte mal Neuseeland!!!

Wir flogen über die Südinsel und konnten noch von oben auf denn Tasmanglacier schauen, den, auf den wir mit dem Heli geflogen sind, sahen die Westküste langsam schwinden…in Richtung des nächsten Ziels: Singapur!

Zurück in Neuseeland

Sorry Leute für die lange Zeit, in der Ihr nicht mehr von uns gehört habt. Allerdings sind wir ja wieder unterwegs und das Internet nicht immer das Beste. Daher haben wir einige Bilder schon hochgeladen, der Rest kommt bei besserer Verbindung!

Nach Bali wurden wir wieder von unserer ehemaligen Arbeitskollegin Tina am Flughafen in Blenheim abgeholt. Sie war ganz interessiert unsere Stories zu hören und wollte gerne noch etwas trinken gehen. Da wir jedoch zuerst unseren Campervan abholen wollten (zur Erinnerung wir konnten ihn in der Garage von unserer vorigen WG parken), baten wir sie uns dorthin zu fahren. Wir hatten unserem Vermieter bereits einen Tag zuvor Bescheid gesagt, wann wir ankommen würden und dass er die Garage bitte aufschließen solle. Als wir ankamen war der Vermieter nicht da, aber die Garage war unverschlossen, sodass wir unser Zuhause auf vier Rädern direkt raus fahren und in Augenschein nehmen konnten. Lief alles ohne Probleme an und sah unverändert aus. Topp!!!! Kurz danach kam dann auch Peter unser EX-Vermieter.

Wir tauschten ein paar Sätze aus und verabredeten uns für morgen zum Essen.

Wir übernachteten die Nacht auf einem Campingplatz in der Nähe von Blenheim und waren nicht überrascht das wir den letzten Platz bekamen. Alles voller Deutscher Teenies, die offenbar um Blenheim herum arbeiteten und dort auf dem Platz „wohnten“. Na super dachten wir uns, aber so war es eben. Am nächsten Tag bereiteten wir uns vor wieder im Camper zu leben und gingen Abends zu Peter in das Haus, wo er uns zum Abendessen eingeladen hatte und uns auch seine neue Freundin vorstellen wollte! Japp, genau, und nein es ist nicht Megan, die Frau, mit der er Kimberly betrogen hatte sondern Cindy, Kimberlys beste Freundin. Oder zu dem Zeitpunkt irgendwie verständlicher Weise ehemalige beste Freundin.

Der Abend war wieder relativ Aufschlussreich, allerdings wollen wir da auch nicht sooo drauf eingehen. Was wir toll fanden, er hat extra für uns nach Pauas getaucht, sehen aus wie Muscheln, sind allerdings Schnecken und in anderen Teilen der Welt als „Abalone“ bekannt. Diese sind in Neuseeland eine Delikatesse und sehr teuer, und vor allem schwer zu bekommen, da sie nicht eben im normalen Supermarkt angeboten werden. Das war für uns natürlich eine große Ehre. Aus den Pauas machte er teils eine Vorspeise, teils eine Sauce zu Nudeln.Absolut lecker!!!

Was wir allerdings nicht so toll fanden war seine neue Freundin Cindy. Sie war uns halt einfach nicht so sympathisch, keine Ahnung. Auch sein Kumpel war da (der wohl auch sehr wohlhabend war) und dieser trank mit Cindy und auch Megan (japp genau, die mit der er Kimberly betrogen hatte kam später auch noch dazu) mal eben 3 Flaschen Gin zu einem Preis von 100$ pro Flasche, an einem Sonntag wohlgemerkt. Nun ja, letztendlich haben wir uns das Essen schmecken lassen und sind dann auch nach 2 Stunden wieder gegangen, irgendwie war das nicht unsere Welt. Gelernt hat er wohl nix der Kerl. Auch wäre unserer Meinung nach Megan die bessere Wahl gewesen…

On the Road again!

So nun aber weiter. Am nächsten Tag starteten wir wieder unseren Trip on the road um die Südinsel zu erkunden.

Unser erstes Ziel war die Titirangibay, welche wirklich auch traumhaft schön war. Wir hatten sogar die Möglichkeit, da der Campingplatz direkt auch das Weidefeld von Schafen ist, direkt dabei zu sein, wenn die Schafherde mit Hunden zusammengetrieben wird. Es war sehr beeindruckend, vor allem, da die Befehle an die Hunde verschiedene Pfeifgeräusche des Farmers waren. Und am nächsten morgen aufzuwachen und als erstes eine tolle Aussicht und ne Schafsherde neben dem Auto zu haben war absolut toll! Leider hatten wir in der Nacht Sturm, sodass wir entschlossen wieder weiter zu fahren. Wir entschieden uns nochmal in die Elainebay zu fahren, irgendwie hats uns diese Bucht angetan. Dort sahen wir sogar Delfine, als wir einen Wanderweg dort liefen. Einfach traumhaft. Allerdings hatten wir sogar etwas Zeitdruck und konnten da nicht so lange bleiben, da Julia den Abel Tasman Coastal Track gebucht hatte, noch vor Bali.

Bevor wir den Track machen wollten, wollten wir nochmal in Nelson einen Zwischenstopp machen, einfach um uns richtig darauf vorzubereiten und auch die letzten Dinge einzukaufen. Schließlich haben wir so etwas noch nie gemacht.

Übernachtet haben wir mitten in der Stadt, so wie viele andere Camper auch. Es war zu dieser Zeit noch geduldet auf einem großen Parkplatz zu nächtigen. Allerdings gab es drum herum einige Bars und Clubs. Wir haben ein paar Bewertungen über diesen Platz gelesen, dass es gerade am Wochenende immer wieder Zwischenfälle gab, wo Camper geweckt wurden weil besoffene Jugendliche gegen das Auto schlugen oder traten. Ich dachte darüber nach, ob wir es riskieren sollten, allerdings sah ich die Menge an Camper, die dort standen und wir entschieden uns zu bleiben,obwohl es Wochenende war. Die Wahrscheinlichkeit das die ausgerechnet uns aussuchten schien doch sehr gering. Nun ja, was soll ich sagen, hätte ich mal lieber Lotto gespielt. Es kam wie es kommen musste, um 2.30 Uhr morgens wurden wir von einen lauten Schlag geweckt. Ich schaute aus dem Fenster und sah noch nen halbstarken Typen besoffen wegrennen. Den hätte ich aber bei bestem Willen nicht mehr bekommen. Bis ich es endlich aus dem Van geschafft hätte, wäre er eh über alle Berge. Ich schaute noch ne Weile aus dem Fenster und wollte eigentlich aufs Klo, allerdings waren da noch einige Jugendlich auf dem Parkplatz, die dort rumlungerten und sich dann anfingen zu prügeln. Kurze Zeit später kam auch die Polizei und etwa ne halbe Stunde später war dann alles schon vorbei. Wir stiegen aus um aufs Klo zu gehen, allerdings ging ich ums Auto rum und schaute ob es beschädigt sei, da wo ich den Schlag vermutet habe. Gottseidank war da nichts. Also stiegen wir wieder ein und schliefen weiter. Am nächsten Morgen standen wir auf und ich lief hinten um das Auto um die Vordertür aufzuschließen. Joah, da traf mich dann auch der Schlag. Eine riesige Beule samt Stiefelabdruck war auf der Kofferraumklappe zu sehen. Ich fluchte und zeigte das Julia und wir waren absolut sauer. Aber es half nix, das Ding war nun da. Wir versuchten es nicht so schwer zu nehmen, es ist ja nur ein Auto.

Abel Tasman Coastal Track

Wir fuhren nach Marahau und packten die letzten Sachen in unsere Rucksäcke. Wie gesagt, Julia hatte den Track noch vor Bali gebucht, also besser gesagt die Hütten. Der Track ist eine Mehrtageswanderung und insgesamt etwa 60km lang, den man in 4 oder 5 Tagen läuft. Man hat die Möglichkeit auf Campingplätzen zu schlafen oder in teureren Hütten. Camping ist nur im Zelt möglich, welches wir dann noch extra hätten kaufen müssen und vor allem auch mitschleppen. Genauso wie Isomatten. Da wir das nicht wollten buchten wir die Hütten.

Mit ca. 20 kg auf dem Rücken starteten wir los. Eingepackt hatten wir neben ein paar Wechselklamotten Schlafsack, Gaskocher, Ersatzkartusche, ein kleinen Topf, 8 Packungen Uncle Bens Reis, 2 Packungen gewürzten Couscous, Pumpernickel (den hat uns eine gute Freundin aus Deutschland geschickt) und Schmelzkäsescheiben. Gestellt wurden ein Kamin, Feuerholz, normale Toilette, Trinkwasser, Matratzen.

Nun ja wir wussten wirklich nicht was uns erwartet und waren sehr gespannt auf alles. Julia hatte 4 Hütten gebucht so hatten wir im Durchschnitt ca. 12 km pro Tag zu laufen. Mit den 20 kg auf dem Rücken. Berg hoch. Berg runter. Teilweise am Strand entlang. Leute, ich kann euch sagen, es war ne tolle Sache. Na klar war das anstrengend, aber es hat sich gelohnt. Die Natur, die traumhaften Strände, das Meer, die Tierwelt und auch eben die mentale Seite einer solchen Wanderung haben es zu einem ganz besonderen Erlebnis gemacht.

Als wir Abends in der ersten Hütte ankamen, waren wir sehr überrascht wie groß die Hütte sei. Es waren 5 oder 6 Mehrbettzimmer mit jeweils 5 Stockbetten enthalten und ein großer Raum mit Kamin. Auf einer Seite des Raumes waren Spülen und Platz zum kochen, auf der anderen Seite Stühle und Tische.

Wir suchten uns ein Zimmer, jeder ein Bett und zogen uns ein paar gemütliche Klamotten an bevor wir in denn großen Raum zum Abendessen kochen gingen. Ich muss noch mal zum Verständnis klar stellen, mit Gaskocher meine ich einen Kofferkocher mit einer Kochstelle. Ein riesiges und auch schweres Ding. Wir kochten unser Essen…es gab Reis! Dann schaute ich zu einem Pärchen rüber, die auch kochten. Sie sagte gerade was zu ihrem Freund und zeigte auf uns! Ich habe nicht gehört was sie sagte, aber ich dachte das es was in die Richtung, schau mal die haben das schwere Ding da mitgeschleppt, sein konnte. Okay, die waren erstmal unten durch dachte ich. Es waren… wen wunderts, Deutsche! Wir setzten uns also an einen Tisch, wo nur zwei andere saßen. Wir unterhielten uns während dem Essen mit beiden, die eine Deutsch wie sich raus stellte, die andere Schweizerin, beide allerdings schon Richtung 40 schätzen wir. Die Deutsche hat sich mit nem Wassertaxi an die Zweite Hütte fahren lassen und ist von dort in die anderer Richtung unterwegs. Also mit nur dieser einen Übernachtung. Die Schweizerin, nennen wir sie mal Andrea, war ne lustige Gesprächspartnerin. Erst in der ersten Hütte fanden wir heraus, dass viele nur einen Teil des Tracks laufen und eben nicht alle Tage. Andrea aber lief den ganzen. In unsere Richtung. Cool, also wussten wir wen wir in der nächsten Hütte wiedersehen würden. Am nächsten Tag ging es weiter. Als wir am Abend in der Hütte ankamen saß Andrea schon am Tisch und unterhielt sich mit einem anderen jungen Deutschen Pärchen. Wir bezogen unsere Betten, die diesmal alle in insgesamt 2 Räumen aufgeteilt waren. 14 Betten in einem Raum, 7 Matratzen nebeneinander in einer Reihe. Das wird interessant heute Nacht dachte ich, hoffentlich haben die sich alle Ohrenstöpsel mitgebracht, die werden sonst nicht neben mir schlafen können. Wir setzten uns zu Andrea an den Tisch und schwätzten mit den Deutschsprachigen. Nach einer Weile kam auch das andere Deutsche Pärchen von gestern in den Raum, somit wussten wir also, das sie wahrscheinlich auch den gleichen Weg hatten.

Im Laufe des Abends kamen wir mit dem Pärchen ins Gespräch.

Janina und Christian waren wie gesagt in unserem Alter. Und im Laufe der Gespräche wurden sie immer sympathischer. Chris angelt auch, selbst in Deutschland, mag alles was mit Licht zu tun hat und Nina war auch gleich auf Julias Wellenlänge. Also kurzum, es war so nett mit den Zweien, dass wir am nächsten Tag von der Lodge 2 Stunden zusammen bis zur nächsten Hütte gelaufen sind und uns unterhalten haben. Lodge fragt ihr euch? Japp, so haben wir auch geschaut. Tatsächlich erfuhren wir, dass es auf dem Weg eine Lodge gibt, bei der man eben auch essen kann. Nach 6 Mal Reis in Folge war die Aussicht auf einen leckeren Burger natürlich sehr anspornend, auch wenn ein kleiner Umweg dafür in Kauf genommen werden musste.

Am nächsten Tag hatten wir den größten Marsch vor uns. Der Weg war mit 6 Stunden laufen angegeben, allerdings mussten wir erst warten, bis Ebbe war, da der Weg direkt nach der Hütte durch einen Wasserarm ging, der eben nur frühstens 1 Stunde vor Ebbe und 1,5 Stunden danach zu überqueren ging. Also hieß es erstmal warten, da es frühstens um 12 losgehen konnte. War schon sehr interessant, jeder hat ein anderes Tempo drauf, und jeder ging immer los wann er wollte, nun war es anders. Als es langsam auf die 12 Uhr zuging wurden die Leute ungeduldig. Irgendwann ging ein Junges Mädel los, offensichtlich hatte sie Zeitdruck. Die Wassertaxis fuhren von einer 2 Stunden entfernten Bucht. Jedenfalls wollte sie nicht länger warten und lief ne halbe Stunde vorher los. Das Resultat daraus war, das sie wirklich bis zur Hüfte im Wasser stand. Wir entschieden uns dann doch lieber noch etwas zu warten. Den langen Weg gingen wir komplett mit Nina und Chris was echt toll war, so konnten wir uns gegenseitig kennenlernen und die Zeit verging wie im Flug. Nach einem wirklich anstrengenden Marsch kamen wir in der letzten Hütte an. Und die war wirklich toll! Gebaut in 1896 war es eigentlich ein Wohnhaus einer Farmersfamilie gewesen. Es war wirklich total urig und gemütlich. Sie war deutlich kleiner als die anderen, mit weniger Betten. Das lag daran, dass viele eben nur einen Teil des Walks laufen und meistens eher die ersten Hütten mitmachen. Jedenfalls haben wir deutschsprachigen alle in einem Zimmer geschlafen. Und wir haben alle absolut toll geschlafen. Am nächsten Tag mussten wir wieder 3 Stunden zurück laufen, da die Wassertaxis nur bis dahin gefahren sind und uns dort abgeholt haben. Andrea musste in die andere Richtung, da sie ein Busshuttle gebucht hatte. Also waren wir nur noch wir 4. Wir verabredeten uns für die nächste Nacht auf einen Campingplatz mit heißer Dusche zu gehen und gut zu Essen und natürlich auch zu trinken.

Dann wurden wir abgeholt und fuhren mit dem Wassertaxi zum Parkplatz, wo unser Auto (leider immernoch mit Beule) stand. Dort gönnten wir uns erstmal einen Kaffee im angrenzenden Cafe.

Für uns war dieser Walk eine ganz tolle Erfahrung. Die Landschaft war wunderschön mit Goldenen Stränden und Natur pur! Während wir in Blenheim auf dem Weinfeld gearbeitet haben, haben wir das Hörbuch „Ich bin dann mal Weg“ von Hape Kerkeling gehört. Das Buch ist im Grunde eine Erzählung seiner Erfahrungen, die er gemacht hat während er den Jakobsweg gelaufen ist. Wirklich empfehlenswert. Jedenfalls haben wir einige Passagen in dem Walk wiedererkannt… Probleme, tolle Dinge… etc. Ich war sehr froh, dass Julia mich dazu überredet hat.

Motueka

Wir verstanden uns so gut mit Janina und Christian, das wir nach der ersten Nacht noch zwei weitere Nächte auf einem anderen Campingplatz verbrachten und Tagsüber versuchten zu angeln. Leider hatten wir keinen Erfolg. Julia und Ich blieben noch zwei Tage in Motueka und versuchten unser Glück während die anderen zwei weiterfuhren. Jedenfalls trafen wir uns nach den 2 Tagen noch mal um nen lustigen Abend zu haben. Wir beschlossen Weihnachten zusammen in Christchurch zu feiern. Und dann fuhren wir los.

Wir entdecken die Südinsel

Von Motueka/Nelson fuhren Julia und ich dann durchs Landesinnere an die Nördliche Westküste. Wir machten einen Stopp auf einen Campingplatz in Mokihinui um es mit dem Angeln nochmal zu probieren. Und tatsächlich war es der Erfolgreichste Fang unserer Neuseelandreise. Julia fing ganze 3 Kahawais, ich einen, alle ca. 2 kg schwer und ca. 65 cm groß. Zwei weitere sind uns leider von der Angel abgesprungen und einer war schon aus dem Wasser, ist dann aber an Land vom Haken gehüpft und hat sich ins Wasser gezappelt, leider hab ich ihn nicht mehr bekommen. Egal, 8 kg Fisch, läuft. Zwei davon hab ich filetiert, die zwei anderen Tiefgefroren und später Suppe daraus gemacht. War echt klasse!

Dann schauten wir uns in Karamea Kalksteinbögen an.

Wir nahmen natürlich noch andere Sehenswürdigkeiten an der Westküste mit wie zum Beispiel die Pancake-Rocks, Felsformationen, die aussahen, als wären es verschiedene Platten die aufeinander gestapelt worden sind, wie ein Pfannkuchenstapel eben oder sonstige Aussichtspunkte und fuhren auf dem berühmten Westcoasthighway, der auch ausgezeichnet wurde als einer der schönsten der Welt. Dann fuhren wir von Greymouth über den Arthurs Pass nach Christchurch. Der Arthurs Pass war in sofern gut, da man dort Kea´s, Alpine Papageien sehen konnte wenn man Glück hat. Die Keas sind sehr vom aussterben bedroht und es gibt nur noch ca. 2000 Stück. Wir gingen ins Visitorcenter um zu fragen welchen Track wir nach oben maschieren müssen mit der größtmöglichen Chance Keas zu sehen. Grinsend meinte der Mitarbeiter das wir dazu eigentlich nur zum Restaurantcafé des Dorfes 200 Meter vom Visitorcenter entfernt gehen müssen, die werden meistens durch die Speisen der Gäste angelockt und hoffen darauf, dass sie einen Happen erhaschen können. Okay, mit solch einer Antwort haben wir nicht gerechnet, allerdings ist das mittlerweile leider Realität. Also gingen wir dort hin und sahen auch direkt zwei Keas die „Kaffee tranken“ (Video davon in unserem Youtubekanal).

Wir entschieden uns weiter zu fahren.

Nach einem kurzen Vorräte-wieder-auffüllen-Zwischenstop in Christchurch steuerten wir unser nächstes Ziel an.

Oamaru

Wir haben von verschiedenen Quellen gehört, das man besonders in Oamaru den kleinsten Pinguin der Welt, den Little Blue Penguin sehen kann. Und abgesehen von den Pinguinen ist Oamaru die Hauptstadt des Steampunks. Für die, die nicht wissen was das ist, googlet einfach mal danach, so wirklich erklären kann ichs auch nicht. Zurück zu den Pinguinen. Wir hörten, dass es einen Campingplatz direkt an Hafen gibt, auf dem sogar welche unter der Küche wohnen sollten. Also nix wie hin. Tatsächlich war ein kleiner Pinguin unter der Treppe der Küche und wartete auf seine Eltern. Die Pinguine kommen in der Abenddämmerung ans Land um die Beute an die Kleinen zu verfüttern. Also war es klar, einfach warten bis wir sie sehen.

Als es dann Abend wurde war der Campingplatz wie ausgestorben. Alle waren vor dem Campingplatz an der Wasserkante des Hafens um Pinguine zu entdecken. Und je dunkler es wurde, umso mehr kamen auch aus dem Wasser. Es war total toll zuzusehen wie die kleinen Geschöpfe tollpatschig dastanden, sich putzten und dann anschließend los watschelten um zu ihrem Kind zu kommen, die schon sehnsüchtig schrien.

Wir waren relativ lange da um das Geschehen zu beobachten, was wirklich toll war. In unseren Augen ein persönliches Highlight unserer Reise in Neuseeland.

Dunedin

Nach Oamaru ging es weiter nach Dunedin. Diese Stadt liegt direkt am Otago Peninsula wo wir als erwähnenswertes Highlight einen Zwischenstopp an einem Albatros Center machten um Albatrosse anzuschauen. Allerdings kostete dieses Center enorm viel Eintritt, weshalb wir entschieden sie aus der Ferne zu beobachten. Leider war das dann wiederum so weit, dass man nichts sehen konnte. Aber ein paar Meter weiter war eine kleine Beobachtungshütte, wo man den vom aussterben bedrohten Yellow-Eyed-Penguin, dem Gelbaugenpinguin beobachten kann, falls gerade einer zufällig an Land kommt. Wir hatten Glück! In dem Moment, in dem wir gerade da waren, kam einer aus dem Wasser gewatschelt, putzte sich, und watschelte zu seinem Kind. Echt ein tolles Erlebnis!

Die nächsten Tage fuhren wir weiter in den Süden. Wir schauten uns den Nuggetpoint mit seinen tollen Klippen an und schauten uns die McLean-Falls im Catlins Forrest an bevor wir weiter nach Invercargill/Bluff fuhren. Dort regnete es die ganzen Tage und wir kamen endlich dazu unseren Blog etwas abzudaten.

Dann ging es weiter ins Landesinnere. Wir machten Halt in Alexandra und Clyde und machten eine Fahrradtour auf dem dort berühmten Railtrail, ein Fahrradweg auf einer alten Bahnstrecke. Da ich schon immer mal E-Bike ausprobieren wollte, war das auch ne tolle Gelegenheit. Es hat määääächtig Spaß gemacht. Auch Julia, die sich für ein normales Bike entschieden hatte, hatte viel Spaß. Die Landschaft war total abgefahren, total was anderes was wir an der Küste gewohnt waren. Total staubig, trocken, felsig. Und heiß hatten wir es. War eine tolle Tour!

Was ich an Alexandra so toll fand war die Uhr, die im Berg ist ähnlich wie dieser Hollywoodschriftzug in Hollywood. Nur die Leute in Alexandra waren smarter, die hatten wenigstens noch den Nutzen die Uhrzeit zu sehen!

Lake Pukaki

Weiter ging es über Omarama und Twizel zum Lake Pukaki, von welchem man eine tolle Aussicht auf den Mt. Cook hatte. Leider war das Wetter etwas wolkig und dort, wo der Mt. Cook eigentlich ist, war er nicht zu sehen, da eine dicke Wolkenwand davor war. Lustigerweise wussten wir das allerdings nicht. Daher hielten wir irgendeinen andern Berg der n bissl mit Schnee bedeckt war für den Mt. Cook.

Aber dennoch war das einer der schönsten kostenlosen Campingplätzen, die wir gesehen haben.

Weiter ging es über Lake Takepo und Timaru Richtung Christchurch, da wir uns mit Nina und Chris verabredet haben, in Christchurch Weihnachten zusammen zu feiern. In Timaru haben wir uns abends nochmal Pinguine angeschaut, dort fanden wir toll, dass da einer war mit ner Warnweste, der geguggt hat, dass man den Pinguinen nicht zu nah kommt und vor allem ohne Blitz fotografiert wird, was man sämtlichen Chinesen erklären musste.

Weihnachten bei den Raikaia Huts

Wir entschieden uns Weihnachten auf einem günstigen Campingplatz am Meer zu verbringen. Ich wählte den Platz bewusst aus, da ich hoffte mit Chris dort angeln gehen zu können. Auch hörten wir, dass gerade Lachssaison ist und es möglich ist, dort eben Lachse zu fangen. Dafür hätte ich eine Tageslizenz kaufen müssen, aber das wäre natürlich nicht das Problem. Problem war viel eher, dass uns die Locals davon abrieten, da man unbedingt ne Schwimmweste tragen muss dort, da das Meer dort sehr unberechenbar sei und einen wirklich verschlingen kann, da genau dort eine Kante unter Wasser ist und man aus dem Sog sonst nicht mehr raus kommt wenn einen einmal eine Welle erfasst hat. Auch vom baden im Meer wurde uns abgeraten. Na toll dachten wir uns, so n selbst gefangener Lachs wäre schon ein geiles Highlight gewesen zu Weihnachten.

Direkt an Heilig Abend verbrachten wir den Tag mit essen quatschen und trinken. Mittags unternahmen wir einen Spaziergang am Steinstrand und hatten tatsächlich unser Weihnachtswunder. Als wir am Strand saßen und die Sonne genossen (es war nicht so war an dem Tag, da waren die Sonnenstrahlen zum aufwärmen klasse), schwamm direkt vor unseren Augen ein Schwarm der sehr seltenen und kleinsten ihrer Art vorbei: Hektordelfine!!! Wie genial war das denn eigentlich. Wir haben überhaupt nicht damit gerechnet und sie waren so nah am Strand! 🙂

Wir verstanden uns sehr gut mit dem Hausmeister dort und der schenkte uns ein paar Lachsfilets, die er gefangen und geräuchert hatte.

Somit gab es am Heiligabend Rinderbraten, dazu machte ich Kartoffelklöße und Sauce. Den Lachs gabs am ersten Weihnachtstag, und dazu gabs die übrigen Klöße vom Tag davor, angebraten! Sau lecker! Und was gabs noch? Selbst gefangene Forelle! Irgendwie hat es Chris etwas gewurmt, dass wir nicht auf Lachs angeln konnten, so ist er eben fix an einen Flussarm vor dem Campingplatz gegangen, hat ein paar mal seine Angel reingeworfen und nach 5 Minuten hatte er ne richtig fette Forelle rausgezogen! Ein absolutes Festmahl! Am zweiten Weihnachtstag verabschiedeten wir uns und fuhren nach Christchurch zum Flughafen, um Thomas am Flughafen abzuholen, Julias Bruder.

Frohes Neues Jahr!

Hallo ihr Lieben,

 

als erstes wünschen wir euch ein Frohes, Neues Jahr! Vor lauter „Reisestress“ kamen wir gar nicht dazu, euch hier auf den neusten Stand zu bringen. Zu Weihnachten kam uns Julias Bruder Thomas besuchen und reist jetzt mit uns bis Ende Januar. Daher haben wir natürlich unser Reisetempo erhöht und haben noch weniger Zeit, was auch garnicht schlimm ist, da wir das Wetter, was hier echt schön ist, absolut genießen. Daher nehmt uns das bitte nicht übel, das ihr nicht viel von uns hört, wir genießen erstmal und melden uns wieder wenn wir schlechtes Wetter haben um euch von unseren Erlebnissen zu berichten!

Also, bis bald ihr Lieben, sweet as! 😉

Bali

Kleine Warnung am Anfang: der Artikel ist mal wieder laaaaaaaang. Aber ich weiß nicht wie ich so viele Erfahrungen kürzer fassen soll ohne alles weg zu lassen. Also holt euch erst mal einen Kaffee und lehnt euch gemütlich zurück 🙂 Des weiteren haben wir auch ein Update bei den Bildern gemacht!

Endlich war es soweit: Baaaaaaalllllliiiiiii wir kommen! Wir haben uns schon die ganzen Wochen zuvor gefreut, natürlich einmal auf die Insel, aber vor allem auf Denise und David! Die beiden sind zeitgleich von Deutschland gestartet, am selben Tag wie wir, und haben ein Jahr work and travel in Australien gemacht. Dort haben sie sich auch einen Camper gekauft und sind damit einmal um ganz Australien gefahren und haben noch für 4 Monate gearbeitet. Wir waren in regelmäßigem Kontakt mit den beiden über die tolle Whatsapp Aufnahmefunktion und haben uns Nachrichten aufgesprochen und zugesendet. Das war ne super Sache, da wir mit ihnen natürlich unsere direkten Reisebuddys hatten, auch wenn sie mehrere tausend Kilometer von uns entfernt waren. Wir kannten exakt dieselben Hürden und Probleme, die beim Reisen da so auftreten können und haben tolle Erlebnisse geteilt und uns alle gleich doppelt gefreut. Bali war unser Treffpunkt auf der Erde, wo die Weltenbummler sich persönlich wieder sehen 🙂

Flug nach Bali

Wie wir ja schon geschrieben haben, mussten wir am Tag des Abflugs sehr früh raus und sind dann erst mal vor verschlossenen Türen am Flughafen in Blenheim gestanden. Danach ging das Einchecken und Gepäck aufgeben jedoch ziemlich schnell und easy, sodass wir einfach nur warten mussten. Unser erster Flug ging von Blenheim nach Auckland, mit Air New Zealand. Es war ne kleine Maschine und wir waren nach etwas mehr als ner Stunde auch schon da. Danach sind wir wieder mit Air New Zealand nach Sydney geflogen. Das war wirklich ein toller Flug: super viele Filme und anderes Entertainment, leckeres Essen und es gab, zu Michis großer Freude, Whisky-Cola umsonst. Das haben wir leider erst kurz vor der Landung entdeckt, sodass wir nur eine Runde bestellen konnten. Dieser Flug war wirklich toll. Danach hatten wir ziemlich lang Aufenthalt in Sydney. Uns wurde in Blenheim direkt gesagt, dass wir unser Gepäck nicht abholen müssen und wieder neu einchecken müssen, dass würde alles automatisch ablaufen. So hatten wir Zeit uns im Flughafen in Sydney die Beine zu vertreten. Unser nächster Flug ging mit Virgin Australia von Sydney bis nach Denpasar, mit einem Zwischenhalt in Darwin. Dieser Zwischenhalt war eine außergewöhnliche Sache. Dabei ging es nur darum nochmals die Maschine aufzutanken, wir blieben alle sitzen. Diese Auftankaktion war nur für den Fall, dass der Vulkan Agung in Bali, der zuvor seeeehr gebrodelt hatte, vielleicht ausbricht. Dadurch wäre es möglich gewesen im Ernstfall zu wenden und nen anderen Flughafen anzufliegen. An sich ne tolle Sache! Hat uns eineinhalb bis zwei Stunden mehr gekostet. Auch nicht tragisch. Jetzt kommt das ABER: Wir saßen an die acht Stunden in dieser Maschine und es war KEIN Essen inbegriffen! Klar man hatte sich für viel Geld was kaufen können, worauf es ja dann auch wohl oder über rauslaufen musste, aber so gar nix? Jetzt wissen wir: Virgin Australia ist ein reiner Transport-Flug, da darf man nicht mehr erwarten. Wir waren, wie ihr euch vorstellen könnt echt übermüdet und abgenervt und dann auch noch hungrig…. Schlechte Mischung. So waren wir heilfroh endlich angekommen zu sein und sind zum Gepäckband von unserer Maschine gelaufen. Dort standen wir und haben gewartet und gewartet und gewartet. Naja um es kurz zu machen, unserer Rucksäcke waren nicht dabei. Wir sind dann direkt in so ein kleines Servicebüro gegangen, was sich um solche Angelegenheiten kümmert. Der freundliche Mitarbeiter konnte dann raus finden, dass unser Gepäck noch in Sydney ist. In der Zeit kam eine andere Touristin und hat ihre Sachen abgeholt und sich riesig gefreut und dem Mitarbeiter gesagt, dass sie jetzt endlich nach ner Woche ihre Sachen wieder hat. Wir waren dann gleich höchst alarmiert und wollten natürlich wissen, wie lang wir jetzt auf unser Gepäck warten müssen. Er sagte, es werde am nächsten Tag mit der selben Maschine ankommen. Er schrieb uns noch eine Telefonnummer auf und ein Aktenzeichen, was uns alles doch gut organisiert erschien. Ich habe mir eine sehr wichtige Sache beim Flugzeugreisen angewöhnt: Ich habe immer eine Ersatzgarnitur Kleidung in meinem Handgepäck, sodass ich zumindest 1-2 Tage überbrücken kann. Auch Michi fand die Idee gut und hatte vorgesorgt.

Wiedersehen

So beließen wir das erst mal dabei und warteten auf Denise und David, die eine Stunde nach uns landen sollten. Wir stellten uns in die Eingangshalle. Dort waren Scharen von Menschen, die Namensplakate in die Höhe hielten und einen sofort ein Taxi anboten. Wir fanden das mit den Schildern ganz lustig und Michi hat mal wieder mit seinem Telefon gezaubert. So stand auf seinem Display groß und leserlich „Denise + David“. Naja, falls sie uns nicht wieder erkennen 😀 Und dann kamen sie. Och Leute, das war so schön die beiden wieder zu sehen. Das ist auch genau das, worauf ich mich in Deutschland am meisten freue: die Lieben wieder zu sehen! Wir haben dann noch fix Geld gewechselt und haben dann, nachdem wir von einer ganzen Horde Taxifahrer belagert und bequatscht wurden, den günstigsten Fahrer genommen (ja wir wissen jetzt, dass er immernoch viel zu überteuert war, aber er weiß schon, dass er mit der Müdigkeit der Urlauber richtig Kohle machen kann. Wer diskutiert noch lange, wenn er ins Hotel und Bett will? Naja, wir hatten schnell keine Lust mehr und sind dann halt mit). Die erste Unterkunft war in Seminyak, ein Hotel, was wir alle bereits im voraus gebucht hatten. Es war etwas teurer, aber wir wollten vor allem die erste Woche alle etwas ausspannen und keine faulen Kompromisse eingehen. Und ja das Hotel war echt toll und jaaaaaaa wir haben das ungewohnte Luxusleben in vollen Zügen genossen. Ein Badezimmer ganz für Michi und mich alleine, soooo toll! Ja in der WG hatten wir auch ne Weile keinen da, aber wir wussten, da kann jederzeit der Vermieter auf der Matte stehen und wieder einziehen oder ne schräge Party schmeißen. So war das nur ein wohlfühlen und entspannen mit sehr angezogener Handbremse. Wir wollten dann abends noch was essen gehen, was sich jedoch als schwierig entpuppte, da wir schon sehr spät dran waren (wir sind erst spät abends gelandet) und wir dann mit dem Taxi nach Kuta fahren mussten. Taxi sind wir in den vier Wochen sehr viel gefahren und da sind auch viele Lacher entstanden. Aber dazu später mehr.

Erste Woche in Seminyak

Eigentlich gibt es gar nicht so super großartig was zu berichten: wir haben entspannt, waren schwimmen im Pool und im Meer, das Wetter war eher wechselhaft, wir haben viel gegessen und Bintang (das bekannteste Balinesische Bier) getrunken und haben suuuuuuuuper viel gequatscht. Es war einfach toll! Seminyak an sich ist sehr touristisch und sobald wir vor den Hoteltüren waren mussten wir aufpassen nicht von einem Roller umgenietet zu werden. Die fahren dort und in Kuta nämlich scharenweise rum. Dadurch war es sehr laut und für uns das schlimmste: der Smog. Uns waren allen schön abwechselnd schlecht davon. Vor allem wenn man durch die Stadt zur Rush-hour-Zeit gelaufen ist oder während eine Veranstaltung war… Das haben wir noch nie so heftig erlebt wie dort. Dort fielen uns auch sofort ihre „Tankstellen“ auf, die meist aus einem Regal vor einem Shop bestanden, in dem Vodka-Absolut-Glasflaschen mit Benzin gefüllt standen.

Wie ich ja schon erwähnt habe, gab es viele Touristen. Vor allem Australier. Das australische Malle. Meistens, und das meine ich leider nicht übertrieben, haben wir sie betrunken angetroffen und dann haben sie sehr oft irgendwelche komischen Sachen gemacht, die laut sind und viel Aufmerksamkeit erregen. Da waren ein paar Fremdschämmomente drin. Aber naja, das hat ja weniger mit der Nationalität, als vielmehr mit dem Verhalten, was der Alkohol halt so auslösen kann, zu tun.

Ein Highlight für uns dort war der Waterboom Park, der größte Wasserpark in Asien mit vielen verschiedenen Rutschen. Wir sind wie die Kinder immer wieder die Treppen hoch gehastet, um eine weitere Rutsche auszuprobieren oder einfach nochmal zu rutschen. Das war echt super spaßig. Am Nachmittag haben wir uns dann im Bar-Pool ausgeruht und ne Cola getrunken 🙂

Unser Gepäck ist übrigens nicht mehr am darauffolgenden Abend zu uns gekommen, sondern den morgen darauf. Wir waren wirklich heilfroh nicht ne Woche oder mehr warten zu müssen!

Die Taxifahrten

Ich hab es ja vorhin schon angedeutet, die Taxifahrten waren zum Teil echt der Knaller. Es war super günstig, vor allem da wir den Preis durch vier teilen konnten und weil in Seminyak und Kuta das offizielle Blue Bird Taxiunternehmen fährt, das auf Taxameter läuft. Wir hatten ne App runtergeladen und konnten sie dann ganz bequem darüber bestellen. Michi hat sich natürlich darüber gefreut wie ein Keks, mein Technikliebhaber, hihi. Das war fair und wir mussten keine Preise vereinbaren. So hatte keiner das Gefühl über den Tisch gezogen zu werden. Diese Taxifahrten waren dann meist auch nicht so lange und wir und die Taxifahrer waren meist in Plauderlaune. Es gab ein paar Brüller, aber ich beschränke mich auf unser Highlight: Michi hat eine Offline-Navigationsapp auf dem Handy, die er meist auch im Taxi nutzt, um zu überprüfen, dass wir auch wirklich da hin gebracht werden, wo wir hin wollen. Ist wirklich praktisch. Naja und wir haben halt gerade so mit dem Fahrer über alles mögliche gequatscht und Michi sagt so: „Ei, wo willst ’n hin, du?“ Genau so, auf Deutsch und mehr als Spaß gemeint, weil die Gasse einfach sehr eng war. Die Reaktion des Fahrers: „ Yes,Sir, I am Hindu“. Diese Situationskomik war so urkomisch in dem Moment, dass wir alle anfingen loszuprusten. Im selben Moment, ist uns aber auch gedämmert, dass der arme Taxifahrer die Situation gar nicht versteht und denkt, wir lachen über seine Religion. Er war auch sichtlich irritiert und wir haben das sofort aufgeklärt. Auch er musste dann schmunzeln.

Von Seminyak nach Ubud

Nach der Woche Seminyak sind wir dann ins Landesinnere nach Ubud gefahren, Dort hatten wir uns zwei Zimmer in einem kleinen Homestay gebucht. Es war super günstig und wir waren gespannt was uns erwartete. Es wurde von einer Familie betrieben und Sami, der Vater, war ein super Gastgeber und hat sich super um alle unsere Fragen und Anliegen gekümmert. Wir waren nur für drei Nächte dort, und hatten den Plan uns so viel wie möglich an Kultur anzusehen. So sind wir nach der ersten Nacht, die seeeeeehr heiß war, da wir keine Klimaanlage im Zimmer hatten und es wirklich stehende Hitze war, mit einem offiziellen Taxi zu einem Tempel, eine halbe Stunde entfernt gefahren. Denise und ich haben von Sami einen Sarong bekommen, einen Rock oder Tuch was als Rock gebunden wird, das sowohl Männer als auch Frauen im Tempel tragen.

Als wir am Tempel Pura Tirta Empul ankamen, fragte uns der Fahrer noch ob er auf uns warten solle. Wir dachten, ach nö brauchen wir nicht, ist ja n touristischer Tempel, werden wir schon ein anderes Taxi finden. Das war ein großer Fehler, wie wir feststellen mussten. Am Eingang haben Michi und David ihre Sarongs ausleihen können. Die Tempel sind wirklich atemberaubend schön. Dort gab es die Möglichkeit einer Waschung in einem Teil des Tempels. Es gab in der Mitte einen riesigen Koi-Karpfenteich und die Verzierungen und die Statuen waren unglaublich schön. Wir hatten auch das Glück traditioneller Musik lauschen zu dürfen, die sehr viele Xylophon-ähnliche Instrumente beinhaltet. Ein Teil des Tempels war für Touristen nicht begehbar, da dort gebetet wurde und Opfergaben dargebracht wurden. Wir konnten sehen, wie die Frauen in riesigen Behältern Opfergaben auf dem Kopf in diesen Teil des Tempels trugen. Die Balinesen konnten den „normalen“ Ausgang nehmen (einfach da wo alle rein gekommen sind), die Touristen wurden von einem Wärter angewiesen den anderen Ausgang zu nehmen: den durch den Markt. Das hat leider den Zauber, den zuvor der ganze Ort ausgestrahlt hat, ziemlich zunichte gemacht und wir wurden von den Marktfrauen (Markt ist eigentlich Frauensache in Bali) vergleichsweise doch sehr belagert. So sind wir einfach schnurstracks durchgegangen. Auf dem Parkplatz hielten wir dann Ausschau nach einem der blauen offiziellen Taxis, doch es war nix zu sehen. Wir gingen ein Stück, sofort wurden wir von einigen Balinesen angesprochen, ob wir einen Transport haben möchten. Wir lehnten dankend ab (sie waren alle mit den Rollern unterwegs) und besprachen uns. Eigentlich war der Plan eine Reisterrasse anzusehen. Da wir jedoch ziemlich Hunger hatten, wollten wir erst mal essen. So entschieden wir an der Straße entlang einfach mal loszulaufen. Ein Mann auf einem Roller verfolgte uns sehr hartnäckig und fragte uns immer wieder wo wir hin wollen. Wir sagten ihm, dass wir was essen wollen. Er meinte er bringt uns hin, was wir dankend immer wieder ablehnten. Wir wussten nicht genau, was er von uns wollte und wollten eigentlich nur, dass er geht. Er erklärte uns, dass er sich sehr freue, sein Englisch zu üben. Er begleitete uns tatsächlich bis zum nächsten Restaurant und verabschiedete sich fröhlich. Dort aßen wir und fragten einen der Restaurantmitarbeiter, ob es eine Möglichkeit gibt uns ein Taxi zu rufen. Irgendwie reagierten er und dann auch der Kollege der dazu kam, ziemlich komisch und ging weg. Er kam dann nach ein paar Minuten mit einem traditionell gekleideten Mann auf einem Roller wieder. Dieser fragte uns, ob wir ein Transport bräuchten. Wir schauten ihn nur ungläubig an und sagten, dass wir zu viele für den Roller seien. Er meinte er habe auch ein Auto. Das kam uns irgendwie sehr komisch vor. Wir entschieden das abzulehnen und ein Fahrer über Uber zu bestellen. Auf der App kann man verfolgen wohin der angewählte Fahrer fährt und wie lange er ca. braucht. So hieß es, dass wir noch eine halbe Stunde warten müssten. Erst fuhr er auch in unsere Richtung, cancelte dann aber nach einer Weile die Fahrt. Wir versuchten es erneut. Das war alles sehr komisch. Als wir eine gefühlte Ewigkeit vor dem Restaurant gestanden hatten und wir keine Lust mehr hatten zu warten, gingen wir einfach zu Fuß los, nicht mehr zu den Reisterrassen, dafür war es durch die Sucherei und das Warten zu spät geworden, sondern zurück Richtung Homestay. Wir liefen nicht lang, da kam schon der erste auf dem Roller angefahren und bat uns einen Transport an, er habe auch ein Auto. Wir fanden das ganze irgendwie nicht so vertrauenswürdig und wollten ein offizielles Taxi haben. Da diese in dieser Region jedoch nicht anwählbar waren, konnten wir sie nicht über die App bestellen. So hofften wir an der Straße eins anhalten zu können. Um es kurz zu machen: Nach einem Typ, der unser Nein nicht akzeptierte und uns regelrecht aufgelauert ist hinter jeder Ecke, einem betrunkenen Fahrer, der ganz beglückt los lachte, als wir ihn fragten, ob er getrunken hätte und dutzend anderer, die uns einen Transport anboten, sahen wir endlich ein offizielles blaues Taxi. Der Fahrer hatte eigentlich schon Feierabend und das Taxameter schon aus, deshalb mussten wir handeln und wir wussten natürlich, dass er sich das so einstecken würde. War uns dann nach den vielen Stunden auch egal.

Das war der ausschlaggebende Punkt warum wir beschlossen hatten einen Fahrer für einen Tag anzuheuern. Denn außer dieser Möglichkeit bleibt einem nur das selber Fahren. Viele leihen sich wirklich kostengünstig Roller aus und erkunden die Insel auf eigene Faust. Ist natürlich eine super Freiheit. Wir hatten uns jedoch dagegen entschieden. Ich fühl mich überhaupt nicht wohl auf zwei Rädern (Michi: Damit meint sie nicht Fahrradfahren, damit nervt sie in letzter Zeit ständig!!!) und tatsächlich weiß ich nicht mal, ob ich bei dem Verkehr überhaupt Auto gefahren wäre. Aber dazu gleich mehr.

So fragten wir Sami nach einem Fahrer und er organisierte uns direkt für den nächsten Tag einen. Es war ein super junger, sehr schüchterner Mann (ich glaube 19?) und konnte so gut wie kein Englisch. Er ist wirklich gut gefahren und hat versucht auf unsere Wünsche bezüglich der Sehenswürdigkeiten einzugehen. Jedoch war die Schwierigkeit die Kommunikation. Wir waren total wissbegierig und wollten alles mögliche über die Religion und die Kultur wissen und er verstand uns leider einfach nicht. So wurde daraus eine naja schon etwas komische Nummer, da er uns von Sehenswürdigkeit zu Sehenswürdigkeit fuhr und davor auf uns wartete. Das war irgendwie so ne komische Rollenverteilung, die uns allen nicht so ganz gefiel und wir gaben uns große Mühe mit ihm in Kontakt zu sein und ihn einzubinden. Ich glaube es war nicht so erfolgreich, aber naja. So haben wir uns als erstes die Jatiluwih-Reisterrassen angesehen. Es ist unglaublich faszinierend, wie durchdacht die Wasserversorgung der Felder ist und wir hart die Bauern arbeiten müssen (sie machen fast alles von Hand oder haben tierische Hilfe). Es war echt beeindruckend da durch zu laufen. Außerdem haben wir einige kleine Holzhütten gesehen, in denen die Bauern zumindest übernachten. Ob sie darin auch wohnen wissen wir nicht so genau. Die Hütten waren echt winzig! Auf dem Weg zum nächsten Stopp ist in ungefähr zehn Meter Entfernung eine recht große Schlange über die Straße gehuscht. Ein echter Wow-Moment. Dann sind wir in einen Regenwald gefahren. Das Wetter wurde immer nebliger und es fing an zu regnen. Auf dem Weg, direkt über der Straße in den Baumkronen und auf dem Bürgersteig saßen Affen. Dort war natürlich auch ein kleines Häuschen, wo man Mais kaufen konnte, um die Affen zu füttern. Das haben wir nicht gemacht. Es lag noch so viel auf dem Boden herum, dass klar war, dass die Affen hier „bestens“ versorgt werden… Der nächste Stopp war die Tempelanlage Pura Ulun Danu Bratan. Diese war auch sehr schön. Der Nebel gab dem Ort nochmal eine ganz andere Atmosphäre. Der letzte Stopp war auf einem Hügelkamm, der dann der Gipfel unseres Touriausflugs war. Die Aussicht war traumhaft auf die beiden Seen Danau Tamblingan und Danau Buyan, die mit Bergen umzäunt sind, was natürlich als tolles Motiv für Selfies und Co dient. So waren Schaukeln aufgebaut und Herzen hinter die man sich stellen konnte und andere Dinge, um das Foto noch aufzupimpen. Das ist ja noch alles im Rahmen. Aber am Ende der Straße war ein Typ, der eine Python in einer Box und zwei Flughunde und eine Rieseneidechse auf Baumstämmen ausgestellt hatte (alles lebende Tiere). Man konnte sich für Geld mit einem Tier, dass man in die Hand oder um den Hals bekommen hatte, ablichten lassen. Sorry, aber sowas kann ich echt nicht leiden! Der Fahrer wollte uns dann noch auf eine Kaffeefarm bringen, wo man echten Luwakkaffee probieren kann und auch sehen kann, wie die Schleichkatzenart Fleckenmusangs die Kaffeebohnen, die sie zuvor gefressen haben, wieder unverdaut ausscheiden und daraus der Kaffee gebraut wird (keine Ahnung ob ich das jetzt richtig erklärt hab, aber ihr habt ne Vorstellung). Wir hatten zuvor bereits darüber gelesen, dass bei solchen Touristenplantagen, die Tierchen festgehalten werden, rumgezeigt und eben nicht artgerecht behandelt werden. Darauf hatten wir alle so überhaupt keine Lust. Auch irgendwie generell war die Luft nach dem letzten Touristopp und unseren immernoch offenen Fragen zu vielem was wir an diesem Tag gesehen hatten, raus. So fragten wir ihn, ob er uns in ein Restaurant fahren kann. Abends im Homestay fragte uns Sami natürlich wie unser Tag war. Wir erklärten ihm, dass wir uns etwas anderes erhofft hatten, mehr Informationen. So nahm er sich die Zeit und erzählte, ich glaube über eine Stunde, vom Hinduismus und seiner Kultur und beantwortete ausführlich unsere Fragen. Das war echt spannend und hat für uns in vielen Punkten die Augen geöffnet. Sami erklärte zum Beispiel, dass sie nur in den Tempel zum beten gehen sollen wenn sie glücklich sind. Er meinte, dass ist ein großer Unterschied zum Christentum. Da wird meist die Kirche zum beten aufgesucht wenn man Probleme hat und Hilfe sucht. Das kann man sicherlich nicht verallgemeinern, aber ich finde er hat das ziemlich auf den Kopf getroffen. Allein die Atmosphäre einer Kirche verglichen mit den Tempeln…. Es wirkt alles sehr fröhlich und bunt und so sind die Menschen auch: einfach unverkrampft fröhlich.

Taximafia

In Ubud erfuhren wir dann die Tage über auch was es da so mit dieser komischen Geschichte mit den privaten Transporten auf sich hat. Während in Seminyak und Kuta die Bluebirdtaxen sehr vertreten sind (und natürlich weitere) und das auch alles sehr offiziell abläuft, gibt es in anderen Orten lokal organisierte Gruppen, die den Transport organisieren. Das heißt, ein Bluebird darf zwar in ihrem Gebiet einen Fahrgast absetzten, aber keinen neuen mehr aufnehmen. Wir hatten in diesem Zuge auch gelesen, dass Uberfahrer generell nicht gerne gesehen werden und es sein kann, dass dieser von der lokalen Gruppe verfolgt und bedroht oder sogar verprügelt wird. Zwar wird dieses System mit der Gebietsaufteilung von der Regierung akzeptiert, uns kam es jedoch wirklich wie eine Mafia vor. Eines abends als wir direkt von Ubud zu unserem Homestay wollten, der etwas außerhalb war, bestellten wir wieder eines der blauen offiziellen Taxis. Daraufhin bekamen wir einen Anruf der Zentrale, die uns mitteilte, dass der Fahrer uns in diesem Gebiet nicht abholen könne, wir aber etwas aus der Stadt laufen müssten, dann wäre es machbar. Wir sahen, dass sogar ein Taxi mitten in der Stadt und David rannte direkt hinterher. Innerhalb einer Sekunde rannte nicht nur David dem Taxi hinterher, sondern auch zwei, dann sogar drei lokale Taxifahrer hinter David. Das Taxi hielt nur kurz an, um zu sagen, er kann hier niemand mitnehmen. Das Ende vom Lied war dann: wir mussten einen lokalen Fahrer nehmen, der natürlich einen deutlich höheren Preis wollte und nicht verhandlungsbereit war, die anderen die wir fragten zuvor auch nicht… Wir kamen sich schon echt abgezockt vor, weil sie genau wussten, dass wir ja früher oder später zusagen müssen, wenn wir ins Hotel wollen…

Verkehr

Noch ein Wort über den Verkehr: Es gibt Straßen, klaro, es gibt gaaaaaaaaanz viele Roller und es gibt Autos. Die Autos sehen sogar meist sehr neu und gepflegt aus, mit kaum Kratzer. Da sind die Autos in Neuseeeland verglichen dazu Schrottmühlen. Das hat uns sehr überrascht. Wie wir erfuhren sind die meisten Autos Mietwagen. Viele Balinesen springen auf den Touristenzug auf und mieten sich Autos um als Transport bzw. Privat-Taxi ihr Geld zu verdienen. Das scheint bei der Masse an Touristen auch eine rentable Geschichte zu sein. Aber Hauptverkehrsmittel ist der Roller. Und auf diesem wird alles draufgepackt was man sich vorstellen kann: vierköpfige Familie? Kein Problem! Fünfköpfige Familie? Auch kein Problem! Ein kompletter Imbiss, um dann mobil an den Straßen zu verkaufen? Na klaro! Pflanzengestrüpp (wir wissen nicht was es war), was den Fahrer fast vergrub? Aber hallo! Es gab ständig eine neue Kuriosität, die wir sahen und wir waren ehrlich begeistert wie gut sich die Balinesen mit diesem kleinen Gefährt in ihrem Alltags- und Berufs-Leben arrangieren und es zu nutzen wissen.Wir sind uns sicher, dass es Regeln auf der Straße gibt, wie die jedoch genau aussehen? Hm schwer zu sagen. Die ersten paar Tage war der Verkehr mit den vorbeibrausenden Rollern, die immer nur wenige Zentimeter Abstand zu anderen Fahrzeugen hatten, einfach nur ein Bild des Chaos. Wir waren so verwundert, dass nicht alle Naselang ein Unfall zu sehen ist, da wir oft den Eindruck hatten: „Oha, das war knapp, hätte fast gekracht!“ Tatsächlich jedoch sahen wir keinen einzigen Unfall in der ganzen Zeit. Also begriffen wir und auch das Hirn folgerte langsam, es gibt System in dem Chaos. Irgendwie scheint jeder auf jeden zu achten und jeder weiß, wo ne kleine Lücke ist, ist der nächste Roller, der sich durch quetscht nicht weit… 😀

 Gili Trawangan (genannt auch Gili Trallala oder Gili T)

Nach Ubud ging es nach Gili Trawangan. Dies ist eine kleine Insel und wir wussten, wir müssen da irgendwie mit dem Boot hin. Wir hatten die Tage zuvor schon die Augen nach Angeboten für die Bootsüberfahrt aufgehalten und verglichen. Und eigentlich wollten wir dann auch die Gesellschaft nehmen, die Sami uns vorschlug. Als wir dann jedoch etwas recherchierten, waren wir uns ganz schnell nicht mehr sicher, ob wir das machen sollen: sehr kleines Boot, die Chance auf hohen Wellengang ist nicht gering und Denise und ich sind nicht so seefest. Es gab auch weitere Aspekte, die uns nicht zusagten, aber ich möchte da gar nicht weiter in die Tiefe gehen. Wir haben dann echt lange recherchiert und dann am Abend vor unserer Abreise bei Sami doch ein anderes Boot gebucht und ihn gefragt, ob er uns einen Transport zum einstündig entfernten Hafen organisieren kann. Er rief daraufhin direkt wieder den Fahrer an, der mit uns den Touritag machte, was wir gut fanden. Er ist echt gut gefahren. So fuhren wir am nächsten Tag zum Hafen mit dem Vorhaben, dass auch wenn wir bereits Geld für die Überfahrt überwiesen hatten, nicht auf ein altes baufälliges Boot steigen, was uns möglicherweise nicht sicher erscheint. Leider gab es immer wieder Unfälle in der Vergangenheit und deshalb genug Horrorszenarien. Wir hatten uns für den Patagonia Xpress entschieden. Das Einchecken lief reibungslos und bis zur Abfahrt hatten wir noch etwas Zeit was trinken zu gehen im Hafen. Irgendwann sind sie dann durch das Hafengebiet gelaufen und haben die Passagiere zusammengetrommelt und wir sind dann im Entenmarsch zum Steg. Auf dem Steg war es seeeehr voll. Wir waren schon etwas kritisch. Dann legte links an den Steg das Boot an, was wir zuerst nehmen wollten. Ein wirklich kleines Boot. Und die Menge der Menschen wendete sich nach links. Fast zeitgleich kam auch unser Boot, keine Ahnung, vielleicht doppelt so groß. Es machte einen neuen und guten Eindruck. Unser Gepäck wurde direkt abgenommen und so saßen wir im klimatisierten Passagierraum, der nicht mal halb voll wurde. Als wir aus dem Fenster zum anderen Boot schauten riss der Menschenstrom, der auf das Boot ging nicht ab und wir fragten uns, wie zum Geier die ganzen Menschen da rein passen. Viele saßen auch oben an Deck ohne Sonnenschutz. Laute Partymusik grölte aus dem Boot und es wurden Bintangflaschen aus Kästen verteilt. Als die Fahrt los ging (eineinhalb Stunden lagen vor uns), war der Wellengang trotz strahlend blauem Himmel nichts mehr für schwache Nerven. Das Schiff hat so gewackelt, dass man nur Abwechselnd blauen Ozean und blauen Himmel aus dem Fenster gesehen hat. Wir haben uns gefühlt wie in der Achterbahn und mussten uns echt festhalten zwischendurch. Wie war das nur auf dem kleinen Boot????

In Gili Trawangan angekommen konnten wir unser Hotel fußläufig erreichen. Auf der Insel gibt es keine motorisierten Gefährte, so sind die beiden Möglichkeiten an das andere Ende zu kommen entweder Fahrrad oder Pferdekutsche. Letzteres hört sich erst mal sehr romantisch an, wir fanden das eher nicht. Die Pferde standen in der Sonne und auch später im Hotel sahen wir einen Aushang, dass man bei der Wahl der Kutsche darauf achten soll, ob das Pferd Verletzungen hat, da es dann misshandelt wird. Für uns war klar, die Insel wird entweder zu Fuß oder mit dem Fahrrad erkundet. Das Hotel, ein Taucherresort, gefiel uns sehr gut. Mit dem Ausblick aufs Wasser und echt leckeren Burgern vor der Tür lies es sich aushalten.

Tauchen

Wir haben uns auch direkt in ein Taucherresort eingemietet, weil Michi und ich natürlich mal wieder tauchen gehen wollten. Das letzte Mal war in Fiji und schon ne Weile her… Wir waren schon voller Vorfreude und fragten direkt nach Fun Dives. Da wir ja jetzt nun nicht die mega Erfahrung haben, und vorne am Hotel auf einem Schild stand, dass sie auch deutschsprachige Tauchlehrer haben, fragten wir direkt danach. Simba, der Mitarbeiter, der mit uns sprach, sagte uns, in einem leicht genervten Ton, dass die deutschsprachige Tauchlehrerin nicht ausgebildet ist um als Instructor einen Fun Dive zu leiten. Wir fanden das jetzt nicht weiter dramatisch, es wäre natürlich nur etwas einfacher gewesen in unserer Muttersprache. So sagte er, dass nur er die Qualifikation habe und wir mit ihm vorlieb nehmen müssten. Auch das fanden wir in diesem Moment noch völlig ok. Ich dachte erst er sei vielleicht nicht so gut gelaunt. Jedoch zog sich das durch die kommenden Tage und Tauchgänge wie ein roter Faden. Eine immer leicht genervte Haltung und dann immer wieder unterschwellige Seitenhiebe über Deutsche. Wenn ich da schon gewusst hätte, dass da mein bisher schlimmstes Taucherlebnis auf mich zukommt… Wir waren dreimal mit Simba tauchen. Das erste Mal war ok. Er war immer sehr schnell ungehalten bei mir, sagte Dinge in einem Ton, dass ich mich fragte, was ich ihm getan hatte, aber ich versuchte es einfach zu ignorieren. Irgendwas scheint er möglicherweise gegen deutsche Frauen zu haben, mit Michi hat er nämlich normal gesprochen. Keine Ahnung, ist so eine Vermutung. Wir besprachen vor dem ersten Tauchgang welche Größe an Wetsuit und Flossen wir brauchen und auch wie viel Gewicht. Das hatten wir ja in Fiji schon ausprobieren können im Meerwasser. Da fing es schon an, dass Simba meinte, ich bräuchte nicht so viel Gewicht und eigenmächtig ein Kilo weggelassen hat. Was neu war an dem ersten Tauchgang war die recht starke Strömung. Das hatten wir zum ersten Mal. Ansonsten war es ok. Als meine Sauerstoffflasche leerer wurde und wir etwas höher stiegen, merkte ich wie ich Auftrieb bekam. Glücklicherweise war Simba direkt neben mir, sodass ich ihm auf den Arm hauen konnte, um auf mich aufmerksam zu machen. Er zog mich direkt runter und steckte mir ein Kilo weiteres Gewicht in die Taschen des Jackets. Vor dem nächsten Tauchgang fragte ich ihn extra, ob er an meinen Gewichtgürtel diesmal mehr Gewicht gemacht hätte. Er meinte ein halbes Kilo mehr sei dran. Ich war skeptisch, da er mir ja zuvor ein weiteres Kilo zugesteckt hatte und ich das Gefühl hatte, dass das gut war. Ich fragte extra nochmal nach, ob ich nicht mehr bräuchte, er verneinte. Beim zweiten Tauchgang kam ich dann als wir den Abstieg machten nicht runter. Ich signalisierte ihm, dass etwas nicht stimmte und er zeigte, ich soll zu ihm schwimmen. Das machte ich auch. So steckte er mir extra Gewichte in die Taschen und hielt meine Flossen fest. Bei der Nachbesprechung sagte er, ich sei nicht deswegen nicht runter gekommen, weil ich zu wenig Gewicht gehabt hätte, sondern weil ich mit den Flossen geschlagen hätte. Ich fand diese Erklärung äußerst seltsam, aber er war schließlich der Profi, ich die Anfängerin, also merkte ich mir, beim nächsten Mal darauf zu achten. Und irgendwie wollte ich auch nicht mit ihm diskutieren, weil er wie gesagt mir gegenüber schnell ungehalten war. Vor dem dritten und letzten Tauchgang hatte ich bereits zuvor ein sehr ungutes Gefühl. Hätte ich mal darauf gehört… Wir waren zusammen mit ihm und einem anderen deutschen Mädel. Bei der Vorbesprechung betonte er nochmal, dass wir im Buddysystem tauchen, Michi und ich, er und das andere Mädel und wie wir uns verhalten, wenn wir unseren Buddy verlieren (1 Minute unter Wasser suchen und dann langsam aufsteigen, um sich dann an der Oberfläche zu treffen). Das ist der Standard und so hatten wir das auch gelernt. Das Boot mit dem wir raus fuhren war sehr voll, eine große Schnorchelgruppe und mehrere andere Tauchlehrer mit ihren Schülern. Wir gingen als Vorletzte von Bord. Ich hatte das selbe Gewicht wie beim zweiten Tauchgang bevor er mir Zusätzliches in die Taschen gemacht hatte. Am Anfang war noch alles entspannt. Die Strömung an diesem Platz war gering und ich freute mich drauf, die Wasserschnecken, die man dort sehen kann, zu inspizieren. Haha, daraus wurde nix. Simba schwamm vor und legte so ein Tempo vor, dass wir alle drei NUR damit beschäftigt waren hinterher zu kommen. Ich hatte auch noch kleinere Flossen und musste mich echt anstrengen dran zu bleiben. Irgendwann war er so weit voraus, dass wir ihn nicht mehr sahen. Da merkte ich schon, dass ich zu kämpfen hatte nicht aufzutreiben. Ich versuchte ganz flach zu atmen und hinterher zu kommen, damit ich Bescheid geben kann, aber dazu kam es nicht mehr. Simba schwamm am Riff entlang etwas nach oben, sodass der Druck der Tiefe schwächer wurde, sich meine Luft ausdehnte und ich ohne irgendwas kontrollieren zu können stetig nach oben trieb. Ich versuchte dagegen anzuschwimmen, nach unten zu kämpfen, aber ich hatte keine Chance mehr. Dieser Kontrollverlust löste eine unglaubliche Panik in mir aus. Ich wusste ja wie gefährlich es sein kann ohne Sicherheitsstopp an die Oberfläche zu kommen und dass die Boote im Minutentakt hier fahren und so ne Bootsschraube… Ich denke ihr habt ne Vorstellung warum ich Panik hatte. Als ich oben ankam hatte ich echt super viel Glück, kein Boot. Ich war keine Ahnung wie lange nur mit atmen beschäftigt, vielleicht ein oder zwei Minuten? Ich war durch die Panik am Hyperventilieren. Als ich mich etwas beruhigt hatte, sah ich nicht so weit von mir entfernt einen anderen Tauchlehrer von uns auftauchen mit seiner Gruppe. Vor dem auftauchen wird immer eine Boje gesetzt. So wissen die Boote, dass sie diesen Bereich meiden. Unser Boot kam dann als sie oben angekommen waren angefahren, um sie einzusammeln. Ich schwamm zu ihnen. Als ich ankam, waren alle Schüler bereits im Boot, der Tauchlehrer war noch im Wasser. Er sah, dass ich noch in einem Panikzustand war und versuchte mich zu beruhigen. Eine andere Tauchlehrerin wollte wissen was passiert war, sie schien irgendwie überfordert. Ich bekam ein Glas Wasser und kurz darauf tauchte Michi mit Simba und dem deutschen Mädel auf. Michi suchte sofort nach mir, sobald er an der Oberfläche war und ich sah, wie besorgt er war. Simba fing direkt an, warum ich ihn ignoriert hätte, er hätte nach mir gerufen, warum ich nicht wieder runter gekommen sei. Angeschlagene Nerven plus Vorwürfe enden in, klar, Tränen. Ich war völlig überfordert und seine Reaktion war dann noch das I-Tüpfelchen. Er fragte nach dieser Situation nicht ein einziges Mal ob ich in Ordnung bin…. Michi erzählte mir danach, was unter Wasser abgelaufen war, nachdem ich aufgetaucht bin. Michi wollte nach dem Buddysystem warten, ob ich wieder runter komme (er sah, als er zurück schaute, dass ich an der Wasseroberfläche war) und dann zu mir auftauchen. Simba kam dann aber zurück, er hatte seinen Buddy angeordnet zu warten, keine Ahnung wie viele Meter von ihm entfernt und ist allein zu Michi geschwommen und hat ihm signalisiert, nicht aufzutauchen. Er hat dann mit einer Metallstange gegen seine Sauerstoffflasche geschlagen, das machte er um uns unter Wasser ein Tier zu zeigen oder generell unsere Aufmerksamkeit zu bekommen, denn das hört man wirklich sehr gut. Er wollte wohl, dass ich wieder runter komme. Da mein Kopf jedoch über der Wasseroberfläche war und ich ihn nicht hören konnte, reagierte ich darauf nicht. Und ganz ehrlich, ein Abtauchen wäre gar nicht mehr möglich gewesen. Naja sie haben dann wohl hinter mir die Boje gesetzt, die ich jedoch auch nicht gesehen habe, war ja hinter mit und er war sauer, weil ich anscheinend nicht auf ihn reagiert habe. Es war mir sehr unangenehm, vor all den Menschen im Boot zu heulen und ich versuchte alle Energie zu sammeln um es nieder zu kämpfen, aber es ging nicht. Das war sicher einer der beschämensten Momente und ich habe lange überlegt, ob ich es in den Blog schreibe. Ich hab mich dafür entschieden, weil es einfach auch zu unserer Reise gehört und eben auch nicht so tolle Erfahrungen dabei sein können. Es ist nicht immer alles rosarot. Ich habe auf jeden Fall aus dieser Situation gelernt auf mein Gefühl zu hören und mir nichts mehr aufquatschen zu lassen, auch wenn er der Profi war. Ab jetzt weiß ich, mit weniger Blei werde ich nicht mehr ins Wasser gehen und den Guide such ich mir auch gewählter aus nächstes Mal. Ein Fun Dive soll auch schließlich Spaß machen!

Gili Trawangan ist bekannt als Partyinsel. Das kann man hier definitiv machen. Jeder wie er denkt, wie eine Party sein muss. Auch Drogen sind so präsent auf der Insel, dass man von Straßenverkäufern direkt angesprochen wird, ob man Magic Mushrooms, Koks, LSD oder Gras kaufen will. Vor allem die Mushrooms waren sehr vertreten und es gab extra Buden, die es direkt mit Schildern beworben haben. Obwohl es in Indonesien empfindliche Strafen auf Drogenbesitz gibt, scheint das für die Insel nicht zu gelten. Zumindest könnte man den Eindruck gewinnen wenn man das Treiben sieht. Wir haben auch einige Leute beobachten können, die ihren „Trip to the moon“, so nennt man das wenn sie Magic Mushrooms genommen haben, hatten. Die waren durchweg jenseits dieser Welt….

Was uns auf Gili T stetig mal mehr mal weniger begleitet hat waren Magenprobleme, obwohl wir sehr drauf achteten keine Eiswürfel in unseren Getränken zu haben und generell nur verschlossenes zu bestellen. Sogar Zähne putzten wir mit Flaschenwasser, weil wir wussten dass das Leitungswasser nicht sicher ist. Trotzdem hatten wir damit immer wieder zu kämpfen.

Um die Insel zu erkunden haben wir uns für einen Nachmittag Fahrräder ausgeliehen. Das war ein super Spaß, vor allem an den Stellen, wo wir ein paar Meter durch Sand fahren mussten. Hat echt Spaß gemacht (Michi: Mein Arsch hat noch drei Tage lang weh getan, solch einen Spaß hat das gemacht!).

Unser aller Highlight war glaube ich das Schnorcheln. Wir waren mehrmals, jedoch war einer davon echt richtig toll. Ich wusste, dass man Wasserschildkröten sehen kann und ich bin ja ein riesen Fan von diesen Tieren. Wir ihr sicher noch wisst hat mich die Babyschildkröten ins Meer zu tragen so glücklich gemacht. Ich finde diese Tiere einfach unheimlich toll. Meine erste Wasserschildkröte habe ich dann beim ersten Tauchgang gesehen. Es war so ein toller Moment, der jedoch recht schnell wieder vorbei war, weil die Schildkröte wegschwamm. Die weiteren Schildkröten, die wir beim tauchen sahen, sahen wir auch eher beim vorbei treiben, wegen der Strömung, oder weil der Guide, wie gesagt, es ja irgendwie eilig hatte. Beim schnorcheln entdeckten wir dann eine erwachsene Schildkröte am Grund und sahen sie fressen. Sie schwamm dann irgendwann nach oben, um Luft zu holen und schwamm direkt unter der Oberfläche gemächlich weiter. Wir konnten sie, natürlich mit Abstand begleiten. Oh Leute, es war so ein schöner Moment neben der Schildkröte zu schwimmen und sie dabei zu beobachten wie sie schwebt. Wir hatten sie eine ganze Weile für uns „alleine“, bis andere Schnorchler sie auch entdeckten und uns dann vor dem Gesicht rumschwammen. Naja, ich wollte mich nicht darüber aufregen, wir hatten unseren tollen Moment mit Schildi!

Auch interessant war Mount Agung zu beobachten, den man von Gili T gut sieht. Er stieß immer mal wieder wirklich kleine Wölkchen aus und man musste genau beobachten, um es nicht für eine Wolke am Himmel zu halten und zu sehen, dass sie sich aus dem Krater nach oben bewegte. Wie ihr vielleicht aktuell gehört habt, ist es ja im Moment so, dass er Asche spuckt. Wir hatten wirklich Glück, dass wir nicht mehr da waren und festsitzen!

Insgesamt waren wir zehn Tage auf Gili T. Diese Insel ist im Vergleich zu Bali überwiegend muslimisch und wir fanden es sehr faszinierend wie die sehr traditionellen Einwohner zusammen mit den halbnackten partymachenden Urlaubern sich arrangieren. Manchmal wirkte diese Szene paradox.

Von Padang Bai nach Sanur

Zurück nach Bali sind wir wieder mit dem Patagonia Xpress gefahren. Dank sehr geringem Wellengang und dem Tipp von Denise und David Ingwer gegen Seekrankheit zu essen, ging es uns allen hervorragend und wir kamen gut gelaunt am Hafen in Bali an. Da hatten wir natürlich wieder das Transportthema: Wie kommen wir an unser nächstes Ziel Sanur? Wir wussten, es gibt am Hafen auch eine lokal organisierte Transport Gruppe, so war unser Plan etwas außerhalb des Hafengebiets zu laufen und von dort Uber zu bestellen. Wir warteten erst an einer Straßenecke, dort sprach uns ein Typ an, auf wen wir warten, ob wir einen Transport brauchen. Wir sagten, dass das Hotel in das wir nun fahren, würde uns abholen… Er sagte, er glaube uns nicht und maulte uns total an, dass wir gefälligst die lokalen Transporte nehmen sollen. Er wurde gleich ziemlich laut und böse. Wir antworteten etwas scharf er solle uns zufrieden lassen und gehen. Er meinte er warte hier auf einen Freund. So packten wir unsere Rucksäcke zusammen und liefen an der Hauptstraße in Richtung Dorfausgang. Kurz vor dem Dorfausgang warteten wir dann vor einem kleinen Kiosk einer älteren Dame. Dort wurden wir auch ziemlich in Ruhe gelassen. Als der Uberfahrer kam und wir unsere Rucksäcke gerade in den Kofferraum machten, tauchten aus dem Nichts zwei Männer auf und beschimpften den Fahrer. Der Eine ging an den Kofferraum und wollte wahrscheinlich unsere Rucksäcke raus räumen. Michi blaffte ihn direkt an, er solle die Finger von unseren Sachen nehmen, was er auch machte. Wir schlossen den Kofferraum, stiegen alle hastig ein und wiederholten immer wieder, dass der Fahrer ein Freund von uns sei, die Männer sollen uns in Ruhe lassen. Der Fahrer war mittlerweile total eingeschüchtert, wir wissen leider nicht was sie zu ihm gesagt haben und flüsterte uns zu, sie lassen ihn nicht los fahren, aber wir sollen einfach noch ein Stück die Straße aus dem Dorf entlang laufen, er nehme uns dann da mit. Also gut, wir alle wieder raus und unsere Rucksäcke aufgeschnallt. Die Typen wollten dann noch mit uns diskutieren. Ich war total genervt. Ich habe keine Lust mit jemandem zu diskutieren, der meint mit Drohung und Einschüchterung sein System zu schützen. Wir liefen dann weiter, sie folgten uns mit dem Auto. Der Uberfahrer wartete wie versprochen außerhalb des Dorfes, doch bevor wir ihn erreichten waren die zwei Männer bereits bei ihm und vertrieben ihn. Dann fingen sie wieder an mit uns zu diskutieren, dass sowas ihr Geschäft kaputt machen würde und boten uns ihren Transport an. Da ist mir dann der Kragen geplatzt und hab ihn angemeckert was ihm einfallen würde, sich erst so scheiße zu verhalten und dann auch noch ihren Transport anzubieten und dass er sicher kein Geld von uns bekäme. Außerdem sei es kein Wunder, dass die Touristen lieber das lokale Geschäft-kaputt-machende Uber nutzen, wenn sie nur die Alternative von solchen Mafia-Strukturen hätten. Naja, wir haben ihnen allen ziemlich Kontra gegeben und waren echt sauer. Irgendwann während dessen kam eins von den Bluebird Taxis, die mit Taxameter fahren, aber deren Einzugsgebiet eigentlich auch nicht der Hafen ist. Er hatte einen Fahrgast abgesetzt und wollte wahrscheinlich nicht leer zurück fahren. Trotz den zwei Mafia-Typen hat er uns angeboten uns mitzunehmen. Da das Auto jedoch sehr klein aussah und wir alle gut bepackt mit unseren Rucksäcken waren, haben wir ihn abgewiesen. Nachdem wir keine Lust mehr hatten mit den Mafia-Typen zu streiten und sagten, zur Not laufen wir nach Sanur, bevor wir mit ihnen fahren, sind sie dann auch abgedampft. Der Taxifahrer hat uns dann noch ne Weile beharrlich verfolgt und dann irgendwann als die Typen wirklich weg waren, angeboten es einfach mal mit dem Gepäck und dem Platz auszuprobieren. Tatsächlich passte alles rein und so fuhren wir mit ihm nach Sanur.

Sanur

Sanur ist lange nicht so touristisch wie Kuta und Seminyak. Es waren viel weniger Touristen, viel weniger Verkehr und damit viel weniger Smog, was uns sehr gut gefiel. So verbrachten wir die letzten Tage sehr entspannt, gingen viel in ein Restaurant, was wir zu unserem Lieblingsrestaurant auserkoren: es war suuuuuuper lecker und trotz ausgefallenen Gerichten echt günstig! Außerdem gönnten David, Michi und ich uns eine Ganzkörpermassage. Danach fühlten, zumindest David und ich, uns wie neu geboren. Michi hatte den einzigen männlichen Masseur abbekommen und hatte noch zwei Tage zu kämpfen 😀

Denise und David sind einen Tag vor uns geflogen und der Abschied war echt hart. Es war eine tolle und besondere Zeit mit den Zweien und wir haben es sehr genossen!

Für den Heimflug wollten wir nicht wieder hungrig den Flug verbringen müssen und so haben wir uns was von unserem Lieblingsrestaurant mitgenommen, wir flogen mit Virgin Australia ja auch wieder zurück. Und dann kam die große Überraschung: Nachdem wir das Essen aufgegessen hatten, gingen die Stewardessen mit dem Getränkewagen rum und stellten uns auch ein Menü hin. Allerdings auch nicht allen Fluggästen. Wir waren total verwirrt und auch schon satt… Wir haben das nicht verstanden.

Zum Abschluss muss ich noch los werden: Das war sicher nicht unser letztes Mal Bali! Es hat uns gut gefallen und wir können uns gut vorstellen noch ein paar andere Ecken zu erkunden (haben ja auch nicht so viel Unterschiedliches gesehen). Vor allem aber haben es uns die Menschen angetan. Wir hatten wirklich so viele schöne Erfahrungen mit ihrer echten Freundlichkeit, Herzlichkeit und Fröhlichkeit. Wir haben die Balinesen sehr ins Herz geschlossen und können nur jedem empfehlen die Insel mit eigenen Augen und Ohren zu erkunden 🙂

Die letzten Wochen in der WG

Olga & Enrico

Wie schon beschrieben haben wir ja eine Mitbewohnerin aus Tschechien bekommen, Olga. Sie zog etwa 2 Wochen nach uns ein. Wir unterhielten uns und sie schien einen netten und angenehmen Eindruck zu machen. Am Anfang war sie ja auch meist nur kurz nach dem arbeiten da, hat was gegessen, und ist dann verschwunden, um sich mit Freunden zu treffen. Zu der Freakshow war sie die Nacht ja nicht da, zu ihrem Glück. An einem Freitag Abend fragten wir sie nach ihren Plänen und sie sagte, sie wolle sich mit Freunden treffen und auf eine Latinoparty gehen. Sie lud uns ein sie zu begleiten. Da wollten wir nicht nein sagen und begannen noch zu Hause ein paar Gläser Wein zu trinken und uns zu unterhalten. Sie erzählte uns, dass sie eigentlich mit Ihrem Freund nach Neuseeland gekommen ist, mit dem sie seit 7 Jahren zusammen war. Sie reisten wohl durch Neuseeland und blieben hier in Blenheim hängen, nachdem sie soweit alles gesehen hatten und begannen hier zu arbeiten. Sie lebten in einer WG mit lauter anderen Tschechischen Pärchen. Allerdings wollte ihr damaliger Freund lieber immer zu Hause hocken, während sie immer am Wochenende ausgehen wollte, was sie in Prag wohl auch immer gemacht hat. Jedenfalls trennte sie sich von ihm und er zog aus der WG. Sie konnte sich die Miete nicht mehr leisten und musste gehen, so zog sie zu uns. Sie erzählte uns, dass die Vermieterin sie gar nicht früh genug losbekommen konnte und ihr sogar half ihre Kisten raus zu tragen, um sie so schnell wie möglich aus dem Haus zu bekommen. Das fanden wir in dem Moment schon ziemlich lustig, als auch eigenartig. Nun ja, jedenfalls fing es da an, dass wir merkten, dass sie sich wie eine Prinzessin benahm. Kamin anmachen – konnte sie nicht, Holz holen – konnte sie nicht, putzen – konnte sie nicht, Müll raus bringen – machte sie nicht… jedenfalls ging uns ihr Getue mächtig auf die Nerven, sodass wir dann eben auch nichts mehr machten und sie dann, wenn wir nicht da waren, im Kalten hockte. Der indische Koch aus Whangarei, er spukt uns immer und immer im Kopf… Karma… also machten wir es uns so gemütlich wie es ging und ließen sie so ziemlich links liegen. Allerdings kam dann ihr neuer Freund, Enrico, ein Chilene. Wir mutmaßten einfach, dass es letztendlich der Grund für die Trennung war, was aber auch egal war. Er war eigentlich n ganz netter Typ. Aber leider einfach verknallt. Er merkte halt eben nicht, dass seine Prinzessin nichts kann. Nicht mal die Klobürste benutzen. Wir kamen uns echt mega dämlich vor einer vermeintlich erwachsenen Frau zu sagen, sie solle doch bitte die Klobürste benutzen. Egal. Und da uns Olga im Laufe des zusammen wohnens echt nervte, wollen wir jetzt gar nicht weiter drauf eingehen und davon erzählen, sie hat uns schon genug Nerven gekostet. Schließlich bleibt zu erwähnen, dass wir an ihrem Auszugstag gegen 11 Uhr morgens mit einem Glas Wein anstießen, nachdem sie den Schlüssel abgegeben hatte und das Haus verlassen hatte. 😀

Fishing in Blenheim

Nachdem unsere Arbeitskollegin erzählt hat, dass sie relativ oft mit ihrem Freund am Wochenende angeln geht, wurde ich natürlich hellhörig. Ich fragte sie aus, wo und wie und warum und schwubs, schon bin ich mit Julia zu der Flussmündung gefahren, wo man gut angeln kann. Ich lief mit Julia über den Strand und sah sehr viele Angler, die ihren Sonntag dort verbrachten, alle hatten mindestens 3 Riesige Kahawais vor sich liegen. Ich fragte einen, welchen Köder sie benutzen und er nannte diesen.. Dann fragte er mich, ob wir einen von seinen 8 Kahawais haben möchten. Wir lehnten dankend ab und fuhren nach Hause, allerdings wusste ich genau, ich werde wiederkommen. Gesagt, getan, Köder gekauft, Julia eingepackt, zum Spot gefahren. Probiert, nix gefangen. Nur die Köder waren abgefressen. Allerdings hatte ich nicht so viel von dem Köder dabei, da dieser tiefgefroren ist und ich nicht wollte das alles auftaut. Dann sahen wir noch den Männern aus Vanuatu zu, die nach Ihrer Arbeit auf dem Feld noch zum angeln gehen. Allerdings angelten sie eben auf eine andere, viel einfachere Art. Statt sich für teuer Geld eine Angelrute zu kaufe, kauften sie nur Angelschnur, die sie um eine Plastikflasche banden, Haken, Blei (besser gesagt, irgend ein Gewicht, der eine hatte ne Bierflasche dran) und Köder. Und damit angelten sie sehr erfolgreich.

Am nächsten Tag wollte ich wieder mein Glück probieren und wir fuhren wieder hin. Auch Julia hatte genug vom rum sitzen und liebäugelte mit der Angeltechnik aus Vanuatu. Also bat sie mich, auch um ein Handline-Fishing-Set. Tatsächlich hatte ich noch einen Stock mit meiner alten Angelschnur drum gewickelt und band ihr noch schnell einen Hacken mit Köder und einem Gewicht dran. Und schon konnte es losgehen. Julia wickelte einige Meter von dem Stock ab und schleuderte das Gewicht mit Haken und Köder wie ein Lasso über dem Kopf um es dann loszulassen und es in Richtung Wasser fliegen zu lassen. Genau so wie sie es von den Männern aus Vanuatu abgeschaut hatte. Doch manchmal spielt die Schwerkraft ein böses Spiel mit uns. Offensichtlich hat Julia etwas zu wenig Schnur von dem Stock abgewickelt und nunja, ALLES flog eben ins Wasser. Julia war so erschrocken über den Zug an der Schnur, das sie es auch losgelassen hat. Natürlich fluchte sie wie ein Rohrspatz, nachdem alles 3 Meter vor ihr im Wasser trieb. Sie dachte sogar daran, ins Wasser zu gehen und es zu holen, was bei den Temperaturen echt kalt war. Ich sagte ihr, das es ok ist, sie soll sich nicht aufregen. Dummerweise kam ich in dem Moment auch nicht auf die Idee, das Zeug mit der Angel aus dem Wasser zu fischen, was sicher kein großes Ding wäre, egal. Etwa 5 Minuten später hatte ich dafür aber meinen ersten Kahawai an der Angel. Und soooo riesig. Ich nahm ihn aus und nahm ihn mit nach Haus, wo ich ihn filetierte und mit Kurkuma, Chili und Salz paniert in der Pfanne anbriet. Ein Gaumenschmaus!!! (Videos auf unserem Youtubekanal)

Natürlich waren wir von dem Erlebnis total angefixt und nahmen uns vor, öfters zu gehen wenn es die Zeit erlaubt. Aber Julia hat ja nix zum Angeln. Also fuhren wir ab ins Warehouse, Julia ging direkt zu den Angelsachen. So gefällt sie mir, dachte ich 😀 Sie schaute nach einem neuen Handlinefishing-Set. Ich fragte Julia, ob sie denn nun damit regelmäßig angeln möchte. Als sie dies bejahte suchte ich mir eine neue, riesige Angelrute extra fürs Strandangeln aus und sagte ihr, das sie nun meine alte haben kann 😀 Nun hat jeder eine Angel.

Leider kamen wir dort nur ein paar mal zum fischen, da es fast den gesamten September regnete und der Fluss soooo schmutzig war, dass die Fische nix gesehen haben.

Wairau Lagoon Walk

Dann bleibt es nur noch am Rande zu erwähnen das wir den Wairau Lagoon Walk endlich gemacht haben und das Schiffswrack SS Waverly angeschaut haben. Das Wrack war nicht wirklich so spannend, der Weg dahin allerdings schon. Wir haben schon vorher 2 Versuche unternommen zu diesem Wrack zu kommen, allerdings war es nicht möglich, da der Weg dauernd überschwemmt war. An einem Wochenende eine Woche vor dem Ende unserer Arbeit haben wir uns aber getraut ihn zu gehen. Mit unseren schon undichten Snowboots sind wir den Weg nach einer Woche Sonnenschein gegangen und dennoch gab es eine Stelle, an der man durchs Wasser musste. Leider war das Wasser so tief, das es über die undichten Stellen der Boots schwappte und dort hinein floss. Ende vom Lied war, dass wir einen Teich in den Schuhen hatten 😀

Scenic Route Rarangi nach Picton / Havelock

Wir sind mit dem Auto die Scenic Route von Rarangi nach Picton gefahren. Diese Strecke ging die ganze Zeit an der Küste der Marlborough Sounds entlang. Soooo schööön. Dort gibt es einen Campingplatz, den wir auf alle Fälle besuchen werden, wenn Julias Bruder uns besucht.

Auch in Havelock waren wir, nettes kleines Örtchen mit Hafen und guten Fish & Chips, das wars aber auch schon.

Nelson Teil 1

Wir hörten von Nelson, dass es sehr toll sein soll. Also fuhren wir auch nach Nelson um uns das anzuschauen. Es ist viel größer, als wir gedacht haben. Wir fragten erstmal, wo wir mit unserem Camper schlafen durften und sind anschließend ein wenig durch die City bummeln gegangen. Kaum waren wir unter den Leuten, hat man nur noch Deutsch gehört. Dann ein Laden, Franks Wurstladen oder so und schon hat man sich fast wie in Deutschland gefühlt. Sein Angebot von Schwarzwälder Schinken oder ne frische Bratwurst vom Grill machte es perfekt. Ich konnte natürlich nicht widerstehen und kaufte ne Bratwurst im Brötchen. Wir schauten uns um, gingen zum „Mittelpunkt von Neuseeland“, zum Tanshui Beach wo schon ein paar verrückte Mädels im Bikini Beachvolleyball spielten (es wahr saukalt, alle waren mit Winterjacke unterwegs).

Wir übernachteten auf einem Parkplatz mitten in der City. Es war schon sehr skurril. Richtig viele Camper dort und fast alle deutsch. Und wir mussten uns wirklich wieder schämen. Dort war noch ein Superloo in der Mitte, ein Klo das die ganze Nacht auf hat und an dem man Tagsüber auch Duschen kann, Wäsche waschen oder sein Gepäck in Schließfächern aufbewahren kann. Die Klos, welche die ganze Nacht aufhaben, haben ein kleines Vordach. Was machen die Deutschen jungen frisch aus der Schule abgegangenen? Die bauen sich bei schönstem trockenen Wetter Tisch und Stühle vor den Toiletten unter dem Dach auf und kochen da. Gespült haben sie dann entweder in der Toilette im Waschbecken oder eben alles in die Büsche gekippt. Wir können sowas echt nicht verstehen und ärgern uns da echt immer wieder drüber. Egal.

Am Abend sagte ich noch zu Julia, das es mich nicht wundern würde, wenn wir hier Isolde wiedersehen würden, eine junge Frau, die wir in Whangarei kennen gelernt haben und wir den Namen nicht wissen. Wir haben sie mal Isolde getauft. Sie war einfach ein wenig nervig und wir flüchteten sozusagen etwas vor ihr, da wir sie im Northland der Nordinsel sowohl in Paihia gesehn (sind aber schnell weiter gefahren) und dann bei den Giantdunes (wieder weggefahren). In Kaitaia hat sie uns dann aber auf dem Campingplatz erwischt und uns in ein Gespräch verwickelt, nun ja. Jedenfalls sind wir dann am nächsten Morgen aufgewacht und als wir aus dem Auto gestiegen sind, wer stand auf dem selben Platz nur etwas weiter entfernt und hat uns nicht bemerkt? Genau, Isolde. Wir beeilten uns wegzufahren 😀

Pic’s Peanutbutterfactory

Ein Hauptgrund nach Nelson zu fahren war unter anderem eine Fabrikbesichtigung der Pic’s Peanutbutterfactory (Erdnussbutterfabrik). Um 10 Uhr gings los. Die Führung war echt interessant. Wir konnten sehen, wie einfach Erdnussbutter hergestellt wird, nur mit der Zutat Erdnuss und ggf. Salz. Das wars! Julia ist ja nun sowieso auf dem Erdnussbuttertrip sodass wir es sicher auch versuchen werden diese herzustellen. Anschließend gabs noch ne kleine Verkostung der verschiedenen Buttersorten (Crunchy, mit Salz, Creamy, Cashewbutter, Mandelbutter).

Winetasting

Da wir ja in der wohl bekanntesten Weingegend Neuseelands wohnten konnten wir uns es natürlich auch nicht entgehen lassen, an einer Weinprobe teilzunehmen. Da wir den Wein allerdings trinken wollten und nicht wieder ausspucken, wie es normalerweise üblich ist, haben wir uns eine Winery ausgesucht, die wir zu Fuss erreichen konnten, da uns da Taxi zu teuer war und wir mit Alkohol im Blut kein Auto fahren. Auch wenn leider letzteres hier in Neuseeland absolut üblich ist.

Wir entschieden uns für das Weingut „Wither Hills“. Das Tasting war echt nett und wir waren echt überrascht, wie viele Geschmacksnuancen man aus den verschiedenen Weinen heraus schmecken kann. Das krasseste war ein Wein, leider fällt uns die Sorte nicht mehr ein, der hat tatsächlich nach Kerosin geschmeckt. Nach dem Tasting gönnten wir uns einen Pinot Noir Rosé und genossen ihn mit einer traumhaften Aussicht über die Weinfelder vor Blenheim auf der Terrasse des Weinguts.

Elaine Bay / French Pass Marlborough Sounds

Eineinhalb Wochen vor unserem Balitrip sollte es ein sonniges Wochenende werden, so beschlossen wir an den French Pass zu fahren. Dieser liegt weit in den Marlborough Sounds und dauert ca. 3 Stunden von Blenheim aus. Wir bekamen die Empfehlung von unserer Arbeitskollegin. Also packten wir unser Zeug und die Angeln und los gings.

Der Weg dahin war einfach wunderschön. Wir beschlossen erst mal zur Elaine Bay zu fahren wo es auch einen Campingplatz gibt. Also sprich ne Rasenstellfläche, zwei Wasserhähne, zwei Picknicktische und 2 Plumpsklos. Als wir an der Bay ankamen waren wir sofort verliebt. So friedlich, glasklares Wasser. Ein Steg geht ins Wasser, an dem man angeln kann. Dort war auch ein nettes Niederländisches Pärchen, mit dem wir uns unterhielten. Sie versuchten zu angeln, hatten aber kein Glück. Leider war die Flut schon vorbei und das Wasser wurde weniger. Kurz nachdem die beiden aufgehört hatten, versuchten wir unser Glück. Und schwubs hatte ich einen Fisch an der Angel. Leider durften wir diesen nicht behalten, da er fiel zu klein war. Aber der Niederländer kam gleich ganz aufgeregt und fragte, wie ich das gemacht habe, da sie stundenlang versucht haben was zu fangen und nichts gefangen haben. Und plötzlich war der Anfänger der Profi 😀

Ich erklärte ihm n paar Sachen und wir verabredeten uns für den nächsten Vormittag, wenn die nächste Flut kam und die Fische dann am besten beißen. Abends bei Ebbe war das Wasser nur noch einen halben Meter tief und absolut klar. Wir hörten, dass Abends regelmäßig Adlerrochen und Stachelrochen in die Bucht bis an den Strand kommen und Tatsache, als wir auf den Steg gingen um danach Ausschau zu halten sahen wir ein großen Adlerrochen und nen Stachelrochen. Es war so schön zu sehen, wie majestätisch sie durch das Wasser glitten. Und einen Sandhai sahen wir.

Später am Abend als es schon dunkel war sind wir nochmal an den Steg gegangen um zu schauen, ob wirklich Leuchtplankton im Wasser sei, was wir auch irgendwo gelesen haben. Und jepp, nachdem ich ein Stein ins Wasser geworfen habe und das Wasser kurz schwach aufgeleuchtet hat wussten wir, es ist da. Es war wirklich nur sehr schwach und sah etwa so aus, als ob das Wasser reflektieren würde. Das konnte aber nicht sein, da es keine Lichtquelle gab, die die Reflexion hätte auslösen können. Nachdem wir ne Weile mit einem Wasserschlauch und dem Wasser gespielt haben, der dort am Steg hing und eigentlich dafür gedacht war, die Boote zu säubern, ging Julia wieder zum Auto. Ich musste allerdings aufs Klo. Und da es stockdunkel war, kein Mensch am Steg und ich dringend musste, dachte ich mir, na wo wir schon mal hier sind… Was soll ich sagen, soooo was schööönes 😀 Jedenfalls hatte das reinpinklen einen seeeeehr lange nachleuchtenden Effekt! 😀

Am nächsten Tag versuchten wir es nochmal mit dem Angeln, hatten aber kein Glück. Wir fuhren dann weiter zum French Pass um uns den Campingplatz mal anzuschauen, entschieden uns aber gegen eine Nacht dort, da das Wetter umschlagen sollte und ab Nachts und am nächsten Morgen nur Regen angesagt war. So entschieden wir uns noch ein paar Stunden am French Pass zu angeln und dann wieder Heim nach Blenheim zu fahren.

Wir angelten also ein wenig drauf los und ich war echt verdutzt, dass nach einer Weile tatsächlich was am Haken war: Ein 75cm langer Sandhai. Ich zog ihn erstmal an Land und googlete schnell, ob man die essen kann. Als ich ein paar Videos darüber fand, sagte ich zu Julia, dass das unser Abendessen wird und machte mich daran ihn zu töten. War schon nicht sooo einfach, sein Maul war so groß, da hat meine Faust locker reingepasst und spitze Zähne hatte er auch. Das schlimmste waren aber seine Augen. Ich will nicht weiter ins Detail gehen, jedenfalls habe ich mir unter anderem deswegen vorgenommen, keinen Sandhai mehr zu töten.

Seine Haut fühlte sich übrigens wie Sandpapier an.

Wir packten den Hai in unsere Kühlbox und machten uns auf den Rückweg. Kurz nachdem wir gestartet sind bekamen wir eine Sms von unserem Vermieter Peter, dass er einen Nachmieter für Olgas Zimmer habe und er gerade einzieht und entschuldigte sich, dass es so plötzlich war. Für uns war das natürlich total frustrierend, schließlich wohnten wir nun seit Olgas Auszug schon seit ca. 3 Wochen in dem Haus komplett allein und eigentlich haben wir insgeheim darauf gehofft, dass er keinen Nachmieter mehr vor unserem Auszug bzw. Abreise nach Bali findet. Nun ja, das war wohl das Karma. Vielleicht wegen dem Hai?

Wir hielten nochmal in Havelock, um den Hai auszunehmen, was ne sehr stinkige Angelegenheit war. Dann machten wir uns auf den Weg den neuen Mitbewohner in Augenschein zu nehmen.

Unser neuer, ekelhafter Mitbewohner Kevin!

Als wir endlich zu Hause ankamen waren wir wirklich sehr gespannt auf ihn. Peter hatte schon geschrieben, dass es ein Kerl ist. Als wir das Haus betraten kam uns schon eine gehörige Käsefüßefahne entgegen. Boah, ekelhaft. Kevin, 19, machte einen superjungen Eindruck. Eigentlich so, als ob er noch mitten in der Pubertät wäre. Wir versuchten eine Unterhaltung zu starten. Er war ein Kiwi, wie wir noch verstehen konnten. Aber das wars auch schon. Und obwohl wir das Kiwi-Englisch mittlerweile echt gut verstehen können, war es uns nicht möglich, diesen Kerl auch nur ansatzweise zu verstehen. Das einzige was wir verstanden war, dass er morgen einen neuen Job beim Straßenbau anfängt und auf die Baustelle von der Scenic Route Richtung Kaikoura muss, wo schwere Straßenschäden vom Erdbeben im November letzten Jahres sind.

Ich wills kurz machen, er hat in den ganzen eineinhalb Wochen, in der er bei uns gewohnt hat nur ein (1) einziges Mal geduscht!!!

Am nächsten Tag ging er zur Arbeit und kam Abends wieder. Am Dienstag ging er früh aus dem Haus, allerdings kam er schon um halb 9 wieder heim. Es regnete an dem Tag und es wunderte uns nicht, da er wohl wenn es regnet auch frei hat. Irgendwann verschwand er und wir hatten den Tag das Haus für uns allein. Um 21.30 Uhr kam er wieder und brachte eine Frauenstimme mit. Wir drehten uns um und vor uns stand seine Mutter, mit einem Kissen unter dem Arm. Sie stellte sich kurz vor und fragte uns ob es ok wäre, wenn sie die Nacht auf der Couch schlafen würde, sie hätte in den Hostels kein freies Zimmer gefunden. Komisch, uns sagte unsere Arbeitskollegin noch, dass ihr Hostel grad fast leer ist. Egal. Wir wollten eh auf unser Zimmer und mit Deutschland telefonieren. Gesagt, getan, also telefonierte ich ganz normal bis es um kurz vor 23 Uhr an die Tür klopfte. Kevins Mum war vor der Tür und bat uns doch leiser zu sein. Wir waren so perplex, dass wir nur ja sagten und die Tür wieder zu machten. Irgendwie wars dann auch vorbei mit der Lust zum telefonieren und ich beendete das Telefonat. Was bildet die Alte sich ein? Wir machten uns dann noch extralaut bettfertig und gingen schlafen. Ich versuchte mich zu beruhigen, es ist nur eine Nacht!

Am nächsten Tag war er irgendwie auch zu Hause und sagte was, er könne nicht arbeiten heute. Jedenfalls begann seine Mutter sein Fach mit den Lebensmitteln zu ordnen und Sachen hinzuzufügen. Er war die meiste Zeit im Auto vor dem Haus und rauchte. Irgendwann waren beide weg und wir genossen den Tag. Am Abend wurde es immer später und wir wunderten uns, dass er noch nicht da war, er muss doch arbeiten am nächsten Tag. Uns war es allerdings herzlich egal.

Es war gerade etwa 22.30 Uhr als es an der Tür klopfte. Wir wunderten uns schon und dachten, der Depp hat seinen Schlüssel vergessen. Julia öffnete die Tür und vor der Tür stand Kevins Mutter und sagte: „Hi, ich bin Kevins Mum, er schläft heute wohl bei einem Freund, ich werde in seinem Zimmer schlafen!“ Wir waren so perplex, dass wir nur noch ok sagten und sie rein ließen. Unfassbar. Wir wollten eh grad ins Bett, allerdings fragten wir uns, was hätte sie gemacht, wenn wir ein paar Minuten früher ins Bett gegangen wären? Echt unverschämt. Und sie denkt wohl wir haben das meeeeeega Kurzzeitgedächtnis, dass wir nicht mehr wissen wer sie ist, nachdem sie die Nacht zuvor da geschlafen hat und sich mit uns unterhalten hat…

Am nächsten Tag war sie wieder verschwunden. Er war irgendwie auch nicht mehr zu sehen.

Am Donnerstag Abend kam er wieder und wir fragten ihn, ob sie heute wieder vor hat hier zu schlafen. Er verneinte das und sagte, dass ihn das voll genervt hat. Darauf hin sagte ich ihm, dass wir das ziemlich nervig fanden und wir auch nicht gefragt wurden. Ich sagte, dass wir in einer Woche nach Bali fliegen und er danach das Haus wahrscheinlich komplett für sich allein hat und er dann einladen kann wen er will, wir aber jetzt keinen Besuch mehr über Nacht wünschen. Er bestätigte uns das.

Ein oder zwei Tage später, wir stehen morgens auf, gehen aus unserem Zimmer ins Wohnzimmer, liegen dort insgesamt 3 Leute auf der Couch und auf dem Boden. Wir dachten uns trifft der Schlag. Julia war richtig angepisst und hat erstmal alles was laut ist, in der Küche gemacht. Kaffeemaschine an, Wasserkocher an, Geschirr weggeräumt etc. Irgendwann ist der Herr dann aufgewacht (er war einer der 3 die dort geschlafen haben) und Julia hat ihn richtig schön zusammengefaltet. Danach sagte sie, das sie möchte, dass seine Freunde nun gehen. Und dann sind sie alle gegangen. Julia der Löwe sag ich da nur!!!

Am Sonntag waren wir bei Peter und seiner Mum zum Abendessen eingeladen. Es war im Grunde als Abschied und Dankeschön gedacht. Es war ein sehr netter Abend. Es gab Lammbraten! Peter zeigte uns seine Goldsammlung, die er sich innerhalb von zwei Jahren zusammengeschürft hatte, und wir redeten über alles mögliche. Dennoch brannte es uns unter den Fingernägeln ihm von Kevin zu erzählen. Also fragten wir vorsichtig nach, wie er zu diesem Typen kam. Er erzählte, dass seine Mutter für ihn angerufen hat und sie miteinander ausgemacht haben, dass er ihn erstmal kennenlernen möchte. Irgendwann spontan kamen sie dann wohl die ganze Familie mit Möbel und Zeug vorbei, der Vater legte die Miete auf den Tisch und fragte ob das nun klargeht. Nun ja da war Peter eben etwas überfordert und sagte demnach zu. Das ist auch echt ne miese Nummer und im Nachhinein garantiert so gewollt gewesen. Peter versuchte sich mit ihm zu unterhalten, aber selbst er als Kiwi verstand garnichts von dem, was Kevin sagte. So fuhr Peter direkt wieder zu seiner Mutter, wo er ja die meiste Zeit lebte. Offensichtlich hat Kevin eine Lernbehinderung, er konnte keinen normalen zusammenhängenden Satz bilden. Das war nun der Moment, Peter und seiner Mum von unseren Erfahrungen mit Kevin zu berichten.

So sollte er sich doch selber ein Bild von ihm machen. Nachdem wir ihm erzählt haben, dass er seit einer Woche nicht geduscht hat, dann die Nummer mit der Mutter und dann seinen Kumpels, das war dann auch für Peter zu viel. Er wolle ihn nächste Woche rausschmeißen.

Gute Idee im Grunde, allerdings waren wir uns nicht sicher ob der Typ nicht einen richtig an der Waffel hat und waren uns unsicher wie er wohl reagieren wird. Also baten wir Peter ihn erst vor die Tür zu setzen, nachdem wir nach Bali geflogen sind. Er sagte, klar kein Problem, was uns halt lieber ist. Und Peters Mum sagte, es wäre doch ne gute Sache, wenn Peter, solange wir noch die letzten Tage dort wohnen, auch im Haus schlafen würde. Das begrüßten wir natürlich, rechneten allerdings nicht wirklich damit.

Als wir am nächsten Tag Abend nach Hause kamen war Peter tatsächlich zu Hause. Er saß ein wenig geistesabwesend auf der Couch. Wir fragten ihn wie es ihm geht und teilten ihm mit, dass wir nochmal beratschlagt haben und es für noch besser halten würden, ihn direkt vor unserem Auszug rauszuschmeißen. Ja sagte er, das wird er nun auch machen, er hat nämlich gerade festgestellt, dass ihm jemand schon das dritte mal Benzin aus dem Kanister für den Rasenmäher geklaut hat. Und da ich das ja nicht war, wussten wir, das es Kevin war. Er versuchte ihn zu erreichen, erreichte ihn nicht. Dann rief er seine Mutter an und sie bestätigte ihm, das es sehr wahrscheinlich Kevin war, da er kein Geld mehr hat. Ach ja, Peter erzählte uns beim Abendessen bei seiner Mum, dass er Kevin gefragt hat wie es auf der Arbeit läuft und er ihm geschrieben hat, dass er am Montag gearbeitet hat, sich am Dienstag aber mit einem Arbeitskollegen geprügelt hat und er nun sein Job verloren hat. Das erklärte auch warum er die ganzen Tage immer zu Hause war tagsüber.

Kevins Mutter sagte ihm, dass sie dann morgen Abend nach der Arbeit aus Nelson kommen will und auf der Couch schlafen wird, am Mittwoch wird sie mit ihm ausziehen. Juhuuu dachten wir, hoffentlich klappt das auch.

Um es kurz zu machen, die Mutter kam am Dienstag Abend, am Mittwoch um 13.30 Uhr sind sie endlich ausgezogen und wir konnten in Ruhe für Bali packen.

Am Abend kam Peter nach Hause und schleppte zwei Flaschen Wein und eine Kiste Bier rein. Freudig erzählte er uns, dass die Anzeige gegen ihn wegen der Geschichte mit Kimberly fallen gelassen wurde und er keine Auflagen mehr hat, keinen Alkohol zu trinken. Wir freuten uns für ihn und tranken natürlich einen mit. Allerdings gingen wir früh ins Bett, da der Flug sehr früh ging. Noch im Bett sagten wir beide, mein Gott, der Kerl hat echt garnichts gelernt!

Bali wir kommen!

Unser Wecker klingelte sehr früh, wir packten unser Schlafzeug vom Bett so wie es war in unser Auto und schlossen es ab. Wir hatten übrigens mit Peter vereinbart, dass wir den Van in seiner Garage parken dürfen, solange wir in Bali sind. Und pünktlich wie die Eisenbahn um 4 Uhr morgens kam auch Tina, unsere slowakische Arbeitskollegin. Wir hatten mit ihr vereinbart, dass sie uns zum Flughafen fährt. Sicher hätten wir auch mit nem Taxi fahren können, aber wir dachten uns, lieber geben wir ihr das Geld als irgend nem anderen. Als Bezahlung wollte sie allerdings kein Geld, sondern ein Brot von mir.

Deutsches Roggensauerteigbrot

Oh, hab ich eigentlich erwähnt, dass ich mein eigenes Sauerteigbrot gebacken habe? Jaaaaa, so ganz ohne gutes Brot ab und an geht halt doch nicht. Und das Brot in den Supermärkten kann man vergessen, auch wenn da steht „German Dark Rye“, also Deutsches, dunkles Roggenbrot, schmeckt es wie gefärbtes Toast. Auch Sourdough (Sauerteig) ist hier nur mit Weizen gemacht. In Neuseeland gibt es allerdings einige Orte, vor allem in größeren Städten, in denen man gutes „European Style“ Brot kaufen kann. In Blenheim selber war nur eine Niederländische Bäckerei, die allerdings nicht so dolle war. Und die, die einigermaßen geschmeckt hat, war ne halbe Stunde mit dem Auto entfernt. Irgendwann war ich auf der Suche nach Sauerteigkulturen und landete in einem Bioladen. Leider hatten sie nichts dergleichen, aber die Verkäuferin sagte, mach sie doch einfach selbst. Ist ganz einfach. Brauchst nur Mehl und Wasser. Natürlich googlete ich zuhause gleich. Nach stundenlanger Recherche von „Anstellgut“ über „wirken“, „einschießen“ und „schwaden“ stellte ich fest, es ist garnicht schwer seinen Sauerteig zu kultivieren.

Nachdem ich sogar zufällig in einem großen Shop relativ günstig deutsches Roggenmehl gefunden habe (und deutsche Kartoffelstärke die ich für Klöße brauche, das ist aber ne andere Geschichte), fing ich an den Sauerteig anzusetzen. Nach einer Woche war es dann so weit, ich konnte mit dem Sauerteig ein Brot backen. Also der erste Versuch war schon echt gut. In der Regel hab ich dann immer am Wochenende die Zeit gehabt ein Brot zu backen und wurde von mal zu mal besser. Geschmacklich war es jedes Mal top.

Okay, zurück zum andern Thema, ich hatte Tina, die übrigens seit 2 einhalb Jahren in Neuseeland lebt und eine Aufenthaltsgenehmigung für die nächsten 3 einhalb Jahre hat, zwei Brote versprochen und nachdem sie das erste schon ein paar Tage vorher erhalten hat, kam nur als Nachricht zurück: „Wow ich liebe es!!! Vielen Dank, dass du mir ein wenig Heimat geschenkt hast!“ Joah, unbezahlbar sowas, oder?

Da wir ja auch ein paar Dinge hatten, die wir nicht mehr verwenden konnten, wie zum Beispiel die Kaffeemaschine, eine Auflaufform, den Heizkörper, Mehl etc. schenkten wir dies Tina. Und auch meine Sauerteigkultur. Ich schrieb ihr noch das Rezept in Englisch auf und hoffte, dass sie diesmal mehr Erfolg haben würde mit dem Brot backen (sie hatte das wohl schon mal probiert, was aber wohl nicht so gelungen ist). Das Luftbett, was wir gekauft hatten, haben wir bei Peter gelassen und mit der Miete verrechnet.

Soooo nun gings los, Tina fuhr uns zum Flughafen. Um 6 ging der Flug, internationaler Flug, also 2 Stunden vorher da sein. Tina schmiss uns dann gegen 4.20 Uhr dort raus und fuhr wieder heim. Wir liefen zum Flughafengebäude und wir dachten noch, relativ leer das Gebäude… und liefen fast gegen die Tür, da sich die Schiebetür nicht öffnete. Na toll. Sowas ist uns aber auch noch nie passiert. Vor einem verschlossenen Flughafen stehen. Gegen 5 kam dann die erste Mitarbeiterin von Air Newzealand und machte uns auf. Unser Urlaub konnte beginnen!

PS: Bilder reichen wir nach!