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Zurück in Neuseeland Teil 2

Thomas kommt uns besuchen

Die Freude war natürlich riesengroß! Nach knapp 30 Stunden Flug ist er endlich angekommen. Wir waren soooo gespannt ihm endlich Neuseeland zu zeigen. Aber als erstes brachten wir ihn zu seinem Hotel. Danach gingen wir mit ihm was Essen und entließen ihn danach wieder ins Hotel, damit er seinen Jetleg ausschlafen konnte. Am nächsten Morgen holten wir ihn wieder ab und gingen frühstücken. Um 15 Uhr sollte sein Mietauto bereitstehen, welches wir danach abholen fuhren. Japp, oder eher Mietautole? Es war ein Hiundai Getz, ein Miniauto! Ich hatte ja immer noch gehofft, dass er vielleicht doch noch nen Kombi bekommt, oder zumindest so groß, dass er mit ner Luftmatratze irgendwie hinten drin schlafen kann. Keine Chance. Okay, ab zum Warehouse einkaufen. Nachdem wir also Zelt, Luftmatraze, Pumpe und Schlafsack gekauft hatten, holten wir noch ein paar Lebensmittel und dann ging es los ins Campingvergnügen! Wir fuhren auf einen relativ nahen kostenlosen Campingplatz um im Zweifelsfall doch noch in die Stadt zu können um irgendwas einzukaufen, wenn was fehlen sollte.

Am nächsten Morgen sagte er das er echt super geschlafen hat und wir atmeten auf. Thomas hatte vorher noch nie gezeltet, daher war das echt Premiere. Also konnte es losgehen!!! Wohooo Südinsel, wir kommen!

Okains Bay

Wir hatten uns mit Nina und Chris in der Okains Bay im Bankspeninsula verabredet. Wir dachten wir genießen die Tage dort etwas, bevor wir Silvester dann alle gemeinsam in Christchurch verbringen wollten. Doch als wir in der Okainsbay ankamen, war der Campingplatz ausgebucht. Dummerweise war wie so oft in etwas abgelegenen Plätzen kein Handyempfang da, sodass wir uns nicht mit ihnen absprechen konnten. Verdammt, was nun?

Ich fragte die Dame von der Rezeption ob sie überhaupt heute neue Leute bekommen hat, die nicht vorher reserviert hatten, da wir uns eigentlich mit Freunden hier verabredet haben. Sie fragte wie sie heißen und tatsächlich, die zwei waren auf dem Platz. Darauf meinte sie, okay wenn eure Freunde hier sind frag ich mal den Chef, vielleicht dürft ihr ausnahmsweise bleiben. Sie verschwand kurz, und kam dann wieder zurück. Sie sagte, dass wir bleiben können, wir sie aber selber finden müssen, da der Platz keine feste Platznummern hat sondern jeder sich selber sein Plätzchen suchen kann. Jippiee! Dankbar checkten wir ein und begaben uns auf die Suche. Wir fanden sie dann irgendwann, allerdings war nur Nina im Auto, ihr gings gesundheitlich nicht so gut. Chris sei Angeln! Okay, dann mal los. Wir packten unser Angelzeug und gingen auf die Suche nach Chris. Wir fanden ihn dann relativ schnell auf einer Klippe stehen. Wir versuchten unser Glück aber irgendwie wollte da nix beißen. Auf einmal schwamm ein seltener Hektordelfin vorbei. Krass, was Thomas doch für ein Glück hatte. Kaum angekommen und schon sieht er einen Delphin. Und dann noch so einen seltenen. Wir haben dafür fast ein Jahr gebraucht. Sein Glück verließ ihn nicht, er angelte nämlich auch seinen ersten Fisch. Es war zwar ein kleiner, aber hey, Fisch ist Fisch 😀

Chris hatte etwas mehr Glück und auf einmal hat er 6 Stück oben gehabt. Zwar auch nur kleinere aber dennoch groß genug um sie zu essen.

Somit hat Thomas auch seinen ersten wirklich frischen Fisch gegessen.

Leider ging es Janina wirklich nicht gut und sie hatte die Vermutung, das sie sich eine Mandelentzündung eingefangen hat. Daher wollte sie am nächsten Tag lieber nach Christchurch zum Arzt. Und wir? Uns gefiel es da sehr gut. Wir fragten einfach nach ob wir verlängern können. Und wir durften. Also blieben wir bis zum Silverstertag dort. Es war einfach toll da. Eine wunderschöne Bucht. Der Campingplatz war voll mit lauter Kiwifamilien, die dort Ferien machten. Keine Deutschen Teenies. Und dennoch im Wald. Irgendwie fühlten wir uns wie auf einem dieser Campingplätze in den amerikanischen Filmen. Irgendwie einfach toll!

Silverster in Christchurch

Jaaaa, Silvester. Wir haben uns gefragt wie und vor allem wo wir Silvester verbringen wollen. Zum einen ist es unser Jahrestag, ja wir sind schon über 5 Jahre zusammen, zum anderen wollten wir ja mit Thomas feiern. Wir schauten was überall abging und stellten fest, soooo viel ist das ja garnicht, vorallem auf der Südinsel wars ziemlich Mau. Christchurch, Wanaka oder Queenstown das Rythm and Alps Festival. Nun ja, Festival hatten wir keine Lust. Also zogen wir Wanaka in Erwägung. Hätte auch fast geklappt, doch dann meldeten sich Janina und Christian, sie wollen Silvester auch mit uns verbringen. Also kurzum, Christchurch war mit einer großen öffentlichen Party unser Ziel. Wir buchten einen Campingplatz in der City und schlugen dort unser Lager auf. Dieser war dezent 1 Stunde Fußmarsch entfernt von dem Partygelände im Hagleypark. Wir glühten vor und liefen kurz vor 11 los. Naja wie das so ist und so, man muss ja noch mal auf Toilette und so, kamen wir dann gerade so um 0 Uhr dort am Park an. Wir waren noch nicht ganz am Gelände da ging das Feuerwerk los. Joah und nach echten 3 Minuten wars auch schon wieder vorbei. Wir dachten echt das ist ein Scherz. Also da war Nicaragua zu Weihnachten größeres Feuerwerk als dort. Unglaublich. Wir gingen zur Bühne wo eine Liveband Rockmusik spielte. Na wenigstens bissl Party machen können wir, dachten wir. Eine halbe Stunde später spielte die Band ihr letztes Lied und die Securitymitarbeiter begannen, die Menschen vom Geländer zu schmeißen. Wir dachten echt wir sind im falschen Film. Das Alkohol auf dem Gelände verboten war muss ich wohl nicht erwähnen, oder?

Okay, Chris und Nina machten sich auf den Heimweg, da Nina sich tatsächlich ne Mandelentzündung eingefangen hatte und wir folgten der Menschenmassen um noch irgendwo in nem Pub einen zu trinken. Also liefen wir dann einer Gruppe hinterher. Julia fragte wohin sie gehen, ob sie in nen Pub gehen. Da sagte ein sehr junges Mädchen, sie gehen auf eine Hausparty, wir können mitkommen, aber wir müssten Alkohol und Drogen mitbringen. Wir schauten sie mit großen Augen an und lehnten ab. So läuft das hier also. Wir liefen weiter und nach ca. ner halben Stunde entdeckten wir ein Pub der noch auf hatte. Also nichts wie rein. Allerdings wurde es uns nach ner Stunde auch langweilig, da man dort nur trinken konnte, nicht tanzen oder so. Wir traten wieder den Heimweg an. Nun ja, Silvester haben wir uns definitiv anders vorgestellt.

Das große Reisen mit Thomas

Nachdem wir den ersten Tag des neuen Jahres nur gegammelt und uns erholt haben ging es am zweiten Tag los. Unser erstes Ziel: Oamaru Pinguine anschauen!

Und Thomas hatte wieder richtig Glück. Nicht nur, dass er das Glück hatte, das einige Pinguine wirklich nur einen Meter an ihm vorbei gelaufen sind, nein er hatte einen Pinguin im Grunde direkt neben seinem Zelt. Thomas konnte sicher gut schlafen.

Am nächsten Tag schauten wir uns das Steampunkmuseum an und fuhren anschließend Richtung Queenstown. Übernachtet haben wir wieder auf dem Campingplatz beim Lake Pukaki. Nur diesmal sahen wir ihn, den Mt. Cook. Wir hatten echt Superglück mit dem Wetter und da dieser Campingplatz in einem „Dark-Sky-Reserve“ liegt, also ein Gebiet was besonders dunkel ist Nachts und man in solchen relativ seltenen Gebieten weltweit einen besonders tollen Sternenhimmel hat, hatte Thomas einen tollen Blick auf die Milchstraße und viele Sternschnuppen.

Queenstown

Queenstown ist wohl die bekannteste Stadt Neuseelands. Ihr eilt der Ruf voraus das du hier alles machen kannst. Und all dein Geld hierlassen kannst. Japp das trifft zu. Allein der Campingplatz war schon fast doppelt so teuer wie sonst so. Und Privatsphäre ist nicht, dort war man zusammengepfercht wie auf einem normalen Autoparkplatz, wobei wir einen ganz außen hatten und somit wirklich einen relativ großen Platz hatten.

Wir haben uns überlegt was wir hier machen wollten. Da wir ja alle so mit Höhe sind, kam natürlich Bungee springen, Skydiving oder sowas nicht in Frage. Skydiving, also ein Fallschirmsprung aus 5 km Höhe, kam spätestens dann nicht mehr in Frage, nachdem der Pilot, der mit David in Australien einen Sprung gemacht hat, genau als wir in Bali waren bei einem Sprung ums Leben kam.

Wir entschieden uns fürs Jetboat fahren. Das hat auch echt mega Spaß gemacht, ich wurde dezent nass! Und dann haben wir noch die Skyline-Luge gemacht, eine Art Sommerrodelbahn mit so schwerkraftbetriebenen Gokarts. Das war sooooo lustig. Wir haben gleich 5 Runden gemacht! Dann wäre noch als großer Burger-Fan erwähnenswert, dass es in Queenstown den Fergburger gibt. Der Fergburger ist in ganz Neuseeland bekannt und sicher auch darüber hinaus. Er soll absolut toll schmecken. Der Kumpel von unserem Ex-Vermieter Peter ist sogar extra mit seinem kleinen Flugzeug von Blenheim nach Queenstown geflogen, um sich den Burger zu holen.

Na gut, schauen wir uns mal den Laden an, entschieden wir. Doch als wir an den Laden kamen, trauten wir unseren Augen nicht. Vor dem Laden war ungelogen eine mindestens 30 Meter lange Schlange. Alle wollten einen Fergburger. Am Arsch dachten wir uns, wir stellen uns doch keine Stunde oder so für so nen Burger an. Aber es war total spannend zuzusehen wie extrem das Restaurant gehypt wurde. Da war ein Koreaner, der machte gerade Videotelefonie und zeigte vorallem Menschen, die gerade in den Burger bissen. Wir entschieden uns dagegen und gingen anderweitig Abendessen und was trinken. Als wir dann um 2 Uhr Morgens zufällig dran vorbei kamen, standen nur noch 5 Leute an. Ich witterte meine Chance und wir stellten uns an. Ich bestellte den Fergburger mit doppelt Fleisch und Brie.

Also ich muss echt sagen, ich liebe Burger. Nicht den Fastfood-McDonaldsdreck, sondern wirklich handwerklich gemachte Hamburger, in allen Variationen. Am Besten sind natürlich meine selbstgemachten Laugenbrötchenburger mit gegrillter Zuchini 😀

Okay, genug davon, ich wollte einfach wissen ob der Burger so gut ist oder ob es einfach nur ein Hype ist wie es mit soooooo vielen anderen Dingen. Und ich muss sagen…

Der Fergburger war eeeeendgeil!!!

Tatäschlich war das kein Hype, er ist einfach geil.

Definitiv einer der besten Burger die ich je gegessen habe.

Milford Sounds

Nach Queenstown fuhren wir Richtung Milford Sounds. Der letzte große Ort davor war Te Anau. Julia hatte noch in Queenstown eine Kayak und Cruise Tour gebucht. Also 2 Stunden lang Kayakfahren und dann noch n bissl auf so nem Ausflugsschiff rumschippern. Leider war das Wetter in den Sounds sehr wolkenverhangen und nebelig, sodass wir nicht die volle Pracht genießen konnten. Das tat dem Kayak fahren aber dennoch nichts. Es hat ungemein Spaß gemacht in dieser Landschaft auf dem Fjord rumzupaddeln. Gegen Ende fing es an zu regnen. Hat noch mehr Spaß gemacht. Nachdem wir dann mit dem Kayak fahren fertig waren zogen wir uns trockene Klamotten an und weiter gings zum Schiff. Das Wetter klarte auch etwas auf sodass wir während der Tour viel sehen konnten.

Als wir zurück in Te Anau waren wollten wir noch einen Scenic Flight buchen, also einen Flug mit einem kleinen Flugzeug über das Fjordland. Leider waren die Tage danach auch wolkiges Wetter, sodass es nicht möglich war. Stattdessen entschieden wir uns eine Hubschrauberwanderung auf einem Gletscher zu machen.

Helikopter-Hike auf dem Tasmanglacier

Wir hatten praktisch 2 Tage Zeit um von dort unten wieder ziemlich in die Mitte des Landes zu fahren. Dummerweise stellte ich bei einer kurzen Toilettenpause fest, dass die vorderen Reifen unseres Auto schon so abgefahren waren, dass es wirklich gefährlich war weiter zu fahren. Zum Glück war direkt gegenüber eine Werkstatt, der die Reifen bestellen konnte und für den nächsten Tag gegen Mittag die Reifen montieren konnte. Gesagt, getan, bestellt, Campingplatz gesucht, nächsten Mittag hin, montiert und weiter gings. Mit einem kurzen Zwischenstopp in Queenstown zum Fergburger essen (hat auch nur ne halbe Stunde gedauert) sind wir weiter bis zum Mt. Cook Village gefahren.

Am nächsten morgen wachten wir auf und wir fragten uns ob der Hike überhaupt stattfinden würde, da es doch recht nebelig und bewölkt war. Wir fuhren zum Treffpunkt und dort erklärte man uns, dass das nur ganz lose Wolken sind, die sich gleich mit der Sonne richtig auflösen. Na hoffentlich dachten wir.

Als es dann los ging waren die Wolken leider noch nicht alle weg, allerdings flog der Hubschrauber eh nicht höher.

Jaaaaa, wir sind das erste mal Hubschrauber geflogen. Man war das geil!!! Julia hatte sogar den Ehrenplatz direkt neben dem Piloten vorne. Es war ein unglaubliches Gefühl (Hab schon auf Ebay geschaut, was die so gebraucht kosten :-p). Nach einem leider viel zu kurzen Flug landeten wir auf dem Gletscher direkt auf dem Eis. Wir stiegen wie vorgeben aus und warteten bis der Heli weggeflogen war. Anschließend bekamen wir solche Eisspikes an die Schuhe gebunden, das wir festen Halt hatten. Und dann ging es auch schon los. Es war total spannend. Immer wieder hörte man Eislawinen, die halt irgendwo abbrachen und runterkamen. Allerdings waren die fast nie zu sehen, da die noch weiter oben waren und dort die Wolken leider alles verdeckten. Wir stapften über das Eis und er erklärte uns einige Dinge darüber. Unter anderem, dass dies der größte Gletscher in Neuseeland ist und nur bei diesem Eishöhlen möglich waren. Und in so eine gingen wir. War total spannend zu sehen. Nach mehr als zwei Stunden auf dem Eis wurden wir von dem Heli wieder abgeholt und flogen wieder zurück zum Flughafen. Defintiv eins unserer Highlights in Neuseeland!

Ab an die Westcoast!

Noch am selben Tag fuhren wir wieder zurück Richtung Queenstown. Diesmal kein Zwischenstopp, wir bogen vorher nach Wanaka ab. Dort übernachteten wir und fuhren anschließend über den Pass nach Haast, wo wir die Westcoast hochfahren wollten. Als wir in Haast ankamen, wunderten wir uns wirklich, wie klein das Dorf war. Wir dachten das ist ne richtige Stadt, aber dem war nicht so. Wir aßen irgendwo was und suchten dann ne Tankstelle auf. Uff war die teuer. Also n bisschen hatte ich noch im Tank, lass uns weiter fahren, sagte ich. Da wird sicher noch eine kommen. Und wir fuhren weiter. Scheinbar hatte ich das Schild „last petrol next 80km“ nicht gesehn, sonst wäre ich wohl umgedreht. Jedenfalls fuhren wir und fuhren und irgendwie kam da nix mehr. Das Navi zeigte die nächste Tankstelle in 80 km an, da war ich aber schon 40km von der anderen Tankstelle gefahren. Das ich schon auf Reserve fuhr brauch ich sicher nicht zu erwähnen oder? Nun ja mein Arsch ging ganz schön auf Grundeis. Mit spritsparenden 70 km/h und dem letzten Tropfen Benzin schaffte ich es gerade so ins Foxvillage, wo ich endlich für 5 Cent günstiger tanken konnte! Es gibt Dinge, die lohnen sich einfach nicht!

Weiter gings nach Hokitika

Camping der unheimlichen Art

Ich hatte ein recht günstigen Campingplatz ausgesucht und zu diesem fuhren wir auch. Dort angekommen stellten wir fest, dass es eher wie ein Hotel oder so war. Ein riesiges Gebäude mit unterschiedlichen Zimmern. Es gab eine kleine Küche, ein Esszimmer, noch ein Esszimmer, ein Aufenthaltszimmer, noch mehr Aufenthaltszimmer, Toiletten, Duschen, etc…aber alles eingerichtet im Stil der 60ger Jahren. Alles war sauber soweit, aber da lagen dann irgendwelche Puppen rum und so zur Zierde alles so überhaupt, irgendwie schon gruselig. Vorallem als es dann langsam dunkel wurde… Ein deutsches Pärchen recherchierte und fand heraus, dass das mal ein Nervenheilanstalt war. Sogar eine Gummizelle gab es hier, die wir allerdings nicht fanden. Naja die Nacht war soweit ok, halt bissl gruselig. Auf Fotos haben wir verzichtet, ihr wisst ja, nicht das dann darauf doch noch irgend ein Geist zu sehen ist 😉

Weiter ging es über den Coastal Highway, vorbei an den Pancakerocks zum Mokihinuiriver, wo wir damals so viele Kahawais rausgeholt haben. Wir versuchten unser Glück mit Thomas wieder, allerdings wollte das nicht so klappen. Ich hatte wohl einen noch größeren an der Angel, der so stark war, dass die Schnur riss und Thomas angelte einen kleinen Aal, den wir wieder in die Freiheit entließen. Am folgenden Tag hatten wir auch kein Glück, so entschieden wir am nächsten Tag nach Nelson/Motueka zu fahren, da starker Regen für ganz Neuseeland vorhergesagt war.

Wir fuhren zu unserem Lieblingsplatz dort, doch der war wegen Überschwemmung geschlossen. Der zweite den wir ansteuerten war voll, und musste sowieso gerade evakuiert werden, weil er auch drohte zu überschwemmen. Der 3te war voll. Da Thomas sowieso im Auto schlafen wollte und kein Zelt bei dem Wetter aufbauen wollte (wer kanns ihm verübeln) entschieden wir uns für erprobtes Wildcampen: Einfach irgendwo in der Nähe einer Toilette am Straßenrand schlafen und hoffen, dass man kein Strafzettel fürs Wildcampen bekommt. Es klappte auch super, kein Ticket, soweit ruhig und gut geschlafen, läuft. Also deckten wir uns noch mit 2 Laib deutschem Brot beim deutschen Bäcker ein und füllten unsere Vorräte für die Marlborough Sounds in Nelson auf. Und dann gings endlich in unsere Lieblingsbay!!!

Elainebay 3

Endlich ging es wieder zurück in unsere Lieblingsbay in die Marlborough Sounds. Wir wissen nicht warum, aber dieser Ort hat es uns persönlich einfach angetan. Diese Stille, das klare Wasser, irgendwie magisch. Jedenfalls freuten wir uns sehr diesen Ort mit Thomas zu teilen.

Wir angelten wieder und hatten diesmal nicht so viel Glück. Nur eine kleine Gelbaugenmeeräsche. War aber dennoch lecker. Am ersten Abend gingen wir zur Dämmerung zum Steg hinunter um das Leuchtplankton anzuschauen. Man konnte schon was erkennen, als wir plötzlich ein leises Plätschern vernahmen. Wir fragten uns was das sei, es klang als würde etwas auf uns zu geschwommen kommen. Wir schalteten unsere Kopflampen ein und starten aufs Wasser. Völlig perplex erblickten wir einen Blauen Pinguin, der auf den Steg zugeschwommen kam, dann drunter durch schwamm und anschließend Richtung Ufer schwamm und verschwand. Damit haben wir nicht gerechnet. Wir wussten zwar das es die überall hier in Neuseeland geben kann, aber das war schon etwas weiter von den üblichen Orten entfernt. Wie süß.

Nun wollten wir aber das Leuchtplankton demonstrieren und wurden echt belohnt. Soooo hell haben wir das Plankton noch nie gesehn. Unglaublich! Da waren Muscheln an den Pfeilern des Stegs und das Wasser darum leuchtete wie in der Disco! Absolut toll.

Am nächsten Tag liehen Julia und Ich ein Kayak aus um in dem Sound zu paddeln. Thomas wollte lieber ein wenig wandern.

Als wir gegen Abend noch mal raus fuhren waren wir dauernd von Stachelrochen umzingelt, die im seichten Wasser rumschwammen. Als wir einen gaaanz nah filmen wollten, übersahen wir einen ziemlich großen. Ich wunderte mich nur was da plötzlich für ein komischer Stock da aus dem Wasser rausguggt, der war doch eben noch nicht da. Als ich es begriff sind wir schleunigst und vorsichtig wieder weg gefahren. Schon ein komisches Gefühl von nem riesigen Stachelrochen bedroht zu werden.

Als es dann wieder so weit war „Goodbye“ zu sagen hat sich das richtig komisch angefühlt. Julia sagte, das sie sowas noch nie für einen Ort an dem sie nur ein paar Tage verbracht hat empfunden hat. Jedenfalls werden wir ihn nicht vergessen.

Blenheim

Weiter gings über den Scenic Drive durch die Marlborough Sounds. Wir entschieden uns am Rarangi Beach nieder zu lassen für die 2 Tage, an denen wir uns vorgenommen haben Tina zu treffen, eine Weinprobe zu machen, Thomas unseren ehemaligen Arbeitsplatz zu zeigen und natürlich ihm unser ehemaliges Heim inkl. Ex-Vermieter zu zeigen.

Nur um das mit Peter unserem Ex-Vermieter abzuschließen, auf die Frage ob er noch mit Cindy zusammen sei, sagte er, sie seien nur befreundet und das sei nix ernstes. Fragt sich nur ob Cindy das auch so sieht…

Pacific Coast Highway

Von Blenheim fuhren wir nun den Pacific Coast Highway in Richtung Kaikoura. Dieser Highway war die ganze Zeit über ein Jahr gesperrt wegen den ganzen Schäden des Erbebens im November 2016. Im Dezember 2017 haben sie endlich den Highway wieder eröffnet. Vielleicht erinnert ihr euch, wir sind diesen schon zum Teil bis nach Clarence gefahren, doch diesmal war von den ganzen Schäden bis nach Clarence nichts mehr zu sehn. Die Bauarbeiter haben echt ganze Arbeit geleistet. Als wir dann aber immer näher Richtung Kaikoura kamen sah man wirklich was die geschafft haben. Überall Baustelle.

Delfinschwimmen in Kaikoura

Als wir das nette Pärchen aus Fitschi fragten, was für sie ihr Highlight in Neuseeland war, sagten sie ohne zu zögern, das Delfinschwimmen in Kaikoura.

Auch wenn man das Definschwimmen in anderen Teilen Neuseelands machen kann wollten wir es auf jeden Fall in Kaikoura machen. Warum? Ganz einfach, dadurch dass sie durch das Erdbeben zunächst komplett von der Außenwelt abgeschnitten waren und der Tourismus in der Stadt fast ein Jahr komplett eingebrochen war, haben wir entschlossen unser Geld denen zu geben, die es nötig haben.

Kaikoura wurde durch das Erdbeben ganz schlimm getroffen. Touristen etc. mussten damals ausgeflogen werden, weil alles zerstört war. Der komplette Meeresboden dort ist ca. 2 Meter nach oben gekommen. Hügel sind verschwunden, neue sind plötzlich da gewesen. Tina meinte bei unserem letzten Treffen, dass man es an der Küste sehen kann was für ein Unterschied es ist. All die Felsen, die vor der Küste nun im Wasser zu sehen sind, die gab es nicht vorher. Die waren Unterwasser. Und davon sahen wir Hunderte!!! Und ein Geruch, schwer zu beschreiben, aber auch der kam mit dem Erbeben. Warum? Das haben wir uns auch gefragt, leider haben wir nur Vermutungen…

Okay, aber nun zum Delfinschwimmen. Wir hatten schon 2 Wochen im Voraus (Rest war ausgebucht) für Julia und Mich das Delfinschwimmen gebucht, Thomas wollte lieber nur vom Boot zuschauen. Ihm war das mit dem schnorcheln im offenen Meer nicht ganz geheuer. Wer kanns ihm verdenken, schließlich waren Tiefen von 300-1400 Meter unter uns. Wir fuhren morgens dort hin und bekamen unsere Ausrüstung, sprich kompletter Neoprenanzug, Flossen, Tauchmaske und Schnorchel. Danach wurde ein Film gezeigt. In dem wurde nochmal drauf hin gewiesen, dass die Tiere wild sind und sie nicht angefüttert werden oder dressiert sind und das es eben sein kann, dass sie einfach kein Bock haben zu spielen. Des weiteren wurde darauf hingewiesen, das die Tiere nicht angefasst werden dürfen und das die kompletten Einnahmen komplett in die Erhaltung des Nationalparks in Kaikoura geht. Also ne ganz tolle Sache.

Danach wurden wir in Busse gesteckt die uns zum Hafen brachten. Dort gings dann aufs Boot und los gings. Wir fuhren keine 5 Minuten da kamen schon die ersten Delfine auf uns zu geschwommen und sprangen an der Heckwelle des Bootes um die Wette…zu dritt…absolut synchron… der Hammer. Wir dachten nur, hey warum halten wir nicht an, hier sind doch Delfine. Aber das waren wohl nicht genug. Nach etwa 20 Minuten Fahrt hieß es dann, wir sollen uns fertig zum reingehen machen. Also machten wir uns fertig, zogen alles an, Masken auf. Dann schauten wir hinter uns und trauten unseren Augen kaum. Hinter uns war eine Gruppe von über 300 Delfinen. Das Signal ertönte und wir durften ins Wasser. Sie haben uns vorher gesagt wie wir uns verhalten sollen um auf uns aufmerksam zu machen, damit sie angeschwommen kommen. Und dies taten wir auch. Wir schwimmen los und versuchten laute Geräusche und Schreie

durch den Schnorchel zu machen. Und dann kamen sie.

Auf einmal waren sie neben einem, manche nicht mal einen Meter entfernt. Das war echt ein unglaublicher Moment diese schönen und intelligenten Wesen von so nah zu betrachten. Und weg waren sie wieder.

Das Signal ertönte und wir gingen wieder an Board. Das ganze ging 5 Mal so, wobei uns die Crew immer mehr ermutigte noch lauter zu sein und noch Aktiver, damit man noch attraktiver wird für den Delfin. Gesagt, getan, nur wisst ihr was? Es ist verdammt anstrengend!!! Wenn ein Delfin bei dir ist sollte man sich um seine eigene Achse drehen, oder im Kreis drehen, untertauchen und so weiter… das war so anstrengend. Und laute Töne machen… Leute, ich hab mich gefühlt wie ein Walross. Die Töne die aus meinem Schnorchel kamen waren laut Julia verdächtig ähnlich!

Leider ging auch die Zeit vorbei und wir gingen das letzte Mal an Board um dann noch einige Fotos von den Delfinen vom Boot aus machen zu können. Insgesamt sahen wir 3 verschiedene Delfinarten. Den gewöhnlichen Delfin, den Hektordelfin und den Dusky Delfin, der mit seinen Akrobatischen Kunststücke nicht zu übersehen war. Als wir dann wieder zurück fuhren hatten wir alle ein Glitzern in den Augen. Es war sooooooo schön!

Noch am selben Tag fuhren wir weiter in Richtung Christchurch, wo Thomas seine letzte Campingnacht verbrachte, in der es übrigens kräftig Gewitterte, was irgendwie in Neuseeland super selten ist.

Abschied von Thomas

Am nächsten Tag fuhren wir nach Christchurch, wo er ins Hotel eincheckte, anschließend brachten wir sein Auto weg. Den letzten Abend verbrachten wir erst auf dem Nachtmarkt in Christchurch, wo wir leckere Delikatessen aus aller Welt probieren konnten und danach auf ein letztes Bier in ein Pub. Wir ließen die Zeit Revue passieren und dankten ihm für sein Kommen.

Am nächsten Tag brachten wir ihn zum Flughafen. Der Abschied war verständlicher Weise echt schwer.

Es war eine richtig super Zeit mit Thomas und wir haben so viele schöne Momente mit ihm gehabt und konnten mit ihm gemeinsam Neuseeland weiter entdecken und ihm den Zauber unserer liebsten Orte zeigen. Er war unser absoluter Superhero, da er sich auf so ein Abenteuer eingelassen hat: so viele Stunden Flug und dann einen Monat im Zelt schlafen, auf Campingplätzen sein, die zum Teil nur ein Plumpsklo haben und das in seinem sauer verdienten Urlaub. Aber Camping ist einfach eine der besten Möglichkeiten die Schönheit von Neuseeland zu entdecken. Danke Thomas, dass du uns besucht hast und all diese tollen Eindrücke mit uns geteilt hast! War eine super Zeit!!!

Autoverkauf

Die letzten 11 Tage hatten wir uns in eine AirBnb Unterkunft eingemietet. Es war ein komplettes Studioappartment komplett für uns allein. Und sogar günstiger als der Campingplatz in der Stadt. Wir wollten in Ruhe alles aus dem Auto räumen und packen sodass wir das Auto tiptop fertig für den Verkauf machen konnten.

Ich glaube das war mit Abstand die blödeste Zeit die wir in Neuseeland hatten. Wir warteten Tagelang wie in Trance darauf, dass sich ein Interessent meldet und sich das Auto anschauen will. Denn der eigentliche Automarkt, ein Markt wo man sich mit dem Auto hinstellt und die Interessenten vorbei kommen und sich die Autos anschauen, den gab es garnicht mehr. Dummerweise haben wir das auch erst rausgefunden, als wir schon alles von Christchurch gebucht hatten. Somit waren wir gezwungen das Auto verglichen mit Auckland zum Schleuderpreis anzubieten.

Ums kurz zu machen, nach 8 richtig blöden Tagen haben wir das Auto endlich verkauft. Es war ein älteres deutsches Pärchen, keiner von den Teenies die wir eher vermutet haben.

Ansonsten verbrachten wir die paar letzten Tage damit, uns Mental auf den Abschied vorzubereiten, aber auch die Vorfreude zu haben wieder ein neues Land entdecken zu können. Und dann war es auch schon so weit. Am 7 Februar 2018 ging es weiter. Der Abschied fiel uns sehr schwer. Aber wir sind uns ziemlich sicher, das war nicht das letzte mal Neuseeland!!!

Wir flogen über die Südinsel und konnten noch von oben auf denn Tasmanglacier schauen, den, auf den wir mit dem Heli geflogen sind, sahen die Westküste langsam schwinden…in Richtung des nächsten Ziels: Singapur!